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Tabakmuseum in Vierraden. Foto: Frank Bürger

Vierraden (fb) Die Landwirtschaft in Deutschland und Polen steht im Mittelpunkt eines internationalen Projektes vor dem Osterfest. Ein Experte wird gesucht.

Das badische Schwetzingen beschäftigt der Spargel, das uckermärkische Vierraden war und ist Hochburg des Tabaks.

Intensiv hat sich das Tabakmuseum mit der Geschichte des Tabaks auseinandergesetzt, wie er nach Europa kam:
„Der wildwachsende Tabak gedieh ursprünglich nur in den tropischen und subtropischen Gebieten nahe des Äquators. Forschungsreisende brachten Pflanzen und Samen aus Mittel- und Südamerika als botanische Kuriosität nach Europa, wo zuerst in Botanischen Gärten der Anbau erfolgte. Durch Züchtung entstanden Sorten, die den klimatischen Bedingungen der Alten Welt angepasst waren. Ende des 17. Jh. gab es in Westeuropa bereits einen wirtschaftlichen Tabakanbau, von hier verbreitete sich die Pflanze bis zum Ende des 18. Jh. nach Asien, Afrika und Australien.

1492 sah Kolumbus auf den Westindischen Inseln erstmals rauchende Indianer. Die Aruaks, die Ureinwohner Kubas und Haitis rauchten Tabak, den sie in ein trockenes Mais- oder Tabakblatt einwickelten. Diese Rauchrolle, nicht die Pflanze, nannten sie tabago. Die Spanier übernahmen die Bezeichnungen auch für die Pflanze und so gelangte das neue Wort in viele europäische Sprachen.“

Die heutige Museumsleiterin Karin Stockfisch hat sich intensiv für die Entwicklung dieses Museums in Vierraden eingesetzt. Die ehemalige Bürgermeisterin der einstigen selbstständigen Stadt Vierraden hat dieses Territorium entwickelt. Höhepunkt des Kalenders  ist alljährlich  nun mal das Tabakblütenfest.

Was ist auf der Homepage dazu zu lesen:

„Vierraden ist ein Glücksfall für die Kulturgeschichte. Der Tabak, der den Bauern seit über 300 Jahren den Wohlstand brachte, hat dem Ort sein ganz besonderes, mit anderen Orten kaum vergleichbares Erscheinungsbild gegeben und lebt noch immer in den Herzen seiner Einwohner.

Mächtige Tabaktrockengebäude, Schuppen aus dunkelbraunen Holzbohlen, massive Tabakspeicher und einfache Feldschuppen prägen bis heute die Hofgrundstücke und sind bauliches Zeugnis des Tabakanbaus als einer bäuerlichen Wirtschaftsform, die sich an den Ufern der Oder, von Lunow bis nach Gartz, erstreckte. Die massiven Scheunen und Speicher entstanden zur Lufttrocknung des damals meistverbreiteten Zigarrentabaks.

Hier in den Orten am Rande des Nationalparks „Unteres Odertal“ und besonders in der Ackerbürgerstadt Vierraden sind diese Bauten als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft noch erlebbar. Charakteristisch sind die zahlreichen Luken und Dachöffnungen zum Be- und Entlüften der Tabakblätter. Mit Wehmut denkt so mancher Uckermärker an die Zeit, als im August auf zahlreichen Feldern der Tabak rosa blühte und der schon in den Hang gebrachte Tabak seinen unverwechselbaren Duft verströmte. Doch der Wandel vollzieht sich auch in Vierraden. Wo vor über zwei Jahrzehnten noch viele Hektar Tabak angebaut wurden, jeder Zipfel Land mit dieser subtropischen Pflanze bepflanzt wurde, ist der Kleinanbau gänzlich zum Erliegen gekommen.

Nur noch ein moderner Betrieb, mit effizienten Pflanz-, Bearbeitungs- und Erntemaschinen, die Uckermärkische Tabak GmbH, produziert auf ca. 75 Hektar, die Kulturpflanze, die für diese Region über dreihundert Jahre von so großer Bedeutung war und die den Menschen Arbeit und Brot brachte. Wenn der Verein für Heimatgeschichte und Traditionspflege Vierraden e.V. und das Tabakmuseum Vierraden jährlich im August alle Gäste zum Tabakblütenfest einladen, dann ist das eine besondere Form der Weitergabe des kulturellen Erbes von einer Generation zur nächsten. Es zeigt die besondere Wertschätzung der Lebensleistung der hier lebenden Generationen von Tabakbauern und den damit verbundenen Sitten und Gebräuchen.

Alle zwei Jahre wird eine neue Tabakkönigin gewählt. Sie muss in Anwesenheit der Festbesucher und vor einer Jury beweisen, dass sie über den Tabak gut Bescheid weiß. Dabei ist ihr Wissen über die Biologie der Pflanze genauso gefragt, wie über deren Anbau, Ernte und Verarbeitung.

Im Tabakmuseum findet aus diesem Anlass immer eine zünftige „Tabakköst“ mit Kuchen und Likör statt.“

Der Vierradener Tabak eignet sich gut als Einlage für Zigarren und war weit besser als sein Ruf. Neben Zigarrenfabriken in der Pfalz, Schlesien, Sachsen und Pommern, die diesen Tabak mit den höher geschätzten Überseeblättern mischten, gab es kleine ansässige Firmen, die Zigarren herstellten.

Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss und Außengelände erklären die Historie und Entwicklung des Tabaks in der Region.

Aber ohne Personen geht es ja nicht:

Der letzte Zigarrenmacher in Vierraden war August Friedrich Koch, der in Heimarbeit tätig war. Als Werkstatt diente die Küche. Der ältere Bruder Gustav Koch betrieb in der Berliner Chausseestraße eine eigene Zigarrenfabrik.

Nun sind wir bei Berlin und der Kurpfalz angekommen…

Hie reine persönliche Bemerkung. Auch mein Großvater war Zigarrenfabrikant. Und die Firma Neuhaus in Schwetzingen, die ihre Lagerkeller in der Lindenstraße in Schwetzingen hatte, genoss nicht nur badischen Ruhm. Die Marke La Paloma Princess des Unternehmens wies auf die Bedeutung des Tabaks hin …Vierraden macht vor, was in Schwetzingen mit Spargel- und Tabakanbau realisiert werden könnte. Wenn der politische Wille da wäre…

Ein grenzüberschreitendes Projekt beschäftigt sich nun mit Agrarpolitik.

Die in Georgien geborene Dozentin Mariam Pirveli doziert an der Universität Stettin.

Sie engagiert sich in dem georgischen Projekt „Moli in Kakheti“ in Tbilisi.

Das Thema einer Reise mit neun Projektteilnehmern ist der Agrarjournalismus in Deutschland und Polen.

Am 30. März sucht sie im Zeitraum von 11 bis 15 Uhr im Raum Berlin / Uckermark einen Journalisten mit Kompetenzen im Bereich der Agrarpolitik.

Ziele der Veranstaltung sollen sein:

Wie sind die Agrarmedien weiter zu entwickeln?

Wie sieht es mit der Finanzierung in Deutschland und Polen aus?

Welche Organisationen und Institutionen beschäftigen sich in Deutschland mit dem Thema Agrarjournalismus?

Wie kann man sich weiter in diesem Bereich international vernetzen?

Inwieweit werden Studiengänge für dieses Genre angeboten?

Hintergrund: In Georgien gibt es eine Vereinigung der Agrarjournalisten
Wie sieht es damit in der BRD aus?

Bei Interesse bitte melden über die Adresse Frank.Buerger@deutsch-polnische-nachrichten.eu

Beitrag: Frank Bürger

 

 

 

 

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Jürgen Schneider bewahrt das Erbe des Künstlers Manfred Pietsch. Foto: Frank Bürger

 

Heute inmitten einer „entzauberten“, profanisierten Welt, die durch die moderne
Zivilisation immer mehr und mehr ihres transzendenten Hintergrundes beraubt wird,
sieht sich die Malerei , Musik und die Kunst überhaupt vielfach auf verlorenem
Posten. Die Arbeiten des international renommierten Künstlers Manfred Pietsch laden ein, sinnstiftende Inhalte in Mythos und Musik wieder zu entdecken. Harmonie und Erhabenheit als Energiespender in einer immer unruhiger werdenden Welt zu finden.

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Vor der Todeswand in Auschwitz. Foto: Frank Bürger

Berlin (fb) Gerade mit Blick auf die Shoa wird überall in Deutschland deutlich, wie wichtig das eine ist: Flagge zeigen gegen rechte Gewalt.

Erinnerungskultur ist ein Leitbegriff unserer Gesellschaft geworden, grenzüberschreitend. Unvergesslich bleibt es mir, als sich der einstige EKD-Vorsitzende Wolfgang Huber in der historisch geprägten Friedenskirche von Jauer mit einer fulminanten Predigt zum „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ verabschiedete. Der Genozid an den jüdischen Mitbürgern im  Dritten Reich prägt immer noch das Verhältnis zu Israel, den Vereinigten Staaten, Russland und der Welt.

Und deshalb ist es immer wichtig diese Flagge im Wind neonazistischer Tendenzen wehen zu lassen.

Mit dem Film „Einer von uns“ trat der Uckermärker Kevin Müller als Aussteiger aus der rechten Szene in das Rampenlicht. Der Verein „Polnisch-Deutsche Standortentwicklung“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihm einen Weg aus dem Grauen zu bahnen. Inzwischen setzt er erfolgreich in der Band „Herzblut“ diesen Weg fort.

Die junge Band aus Berlin ist bekannt für laute und vor allem wilde Konzerte.
Gegründet haben sich die 5 jungen Männer zwar erst im Jahr 2015, doch bereits jetzt besitzen sie eine stetig wachsen und stabile Fanbase. Sogar ein Fanclub hat sich gegründet Namens „Herzblut-Streetcrew“!
Ihr Debüt Album „eigene Helden“, welches überall seit dem September 2017 erhältlich ist, wurde ein unerwarteter Erfolg!
Nun Produziert die Band ihr 2. Album.
Mit einem Intro soll es eröffnet werden, das  aus allen Songs einzelne
Textpassagen enthält und von einem Seniorenchor ganz neu Interpretiert wird,
begleitet auf einer Historischen Kirchenorgel.

Als Kooperationspartner konnte Pfarrer Ralf Schwieger gewonnen werden, der vor  neun Jahren den damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck in der historischen Kirche von Ringenwalde traute.

Der Film „Einer von uns“, den der Schwedter Verein „Polnisch-Deutsche Standortentwicklung PoDeSt“ mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ realisiert hat, schildert den Weg des Jugendlichen Kevin Müller in die Neonazi-Szene und seinen späteren Ausstieg. Er zeigt auch einen gemeinsamen Besuch des Jugendkonzentrationslagers Ravensbrück, bei dem sich Kevin Müller den Fragen von deutschen und polnischen Jugendlichen stellte. Die Idee zum Film stammt von dem Vereinsvorsitzenden Frank Bürger, Projektverantwortlicher ist der Bielefelder Politologe Nicolaus Raßloff. Umgesetzt wurde der Film von den Berliner Filmemachern Karoline Hugler und Julian Tyrasa.

Auch in Sachsen-Anhalt in Genthin-Wald gibt es ein Mahnmal, das auf das Grauen in Ravensbrück hinweist. Mit all den Schwierigkeiten ein Zeichen dafür, Flagge gegen rechte Gewalt zu zeigen.

Brandenburg setzt Zeichen

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke wird am 13. April erneut die Gedenkstätte Auschwitz besuchen. Woidke, der auch Polen-Koordinator im Auftrag des Auswärtigen Amtes ist, wird dort die Ausstellung „Ordnung und Vernichtung“ zur Rolle der deutschen Polizei in der Besatzungszeit eröffnen. Auf seine Initiative hin wird diese Ausstellung nun erstmals in Polen gezeigt werden.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte über die Holocaust-Gesetzgebung in Polen sagte Woidke: „In Deutschland stellt niemand in Zweifel, dass es deutsche Konzentrationslager waren, in denen Deutsche schreckliche millionenfache Verbrechen verübt haben. Für diese Verbrechen kann es keine Wiedergutmachung geben. Deutschland wird aber auch weiterhin alles tun, um seiner Verantwortung gerecht zu werden und die mahnende Erinnerung daran wach zu halten. Ein Beispiel ist das klare Bekenntnis im jetzt ausgehandelten Koalitionsvertrag, die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz in ihrer Arbeit zu stärken.

Ebenfalls sei dort festgelegt, in Berlin das Gedenken an die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges im Osten im Dialog mit den osteuropäischen Nachbarn zu stärken. Woidke: „Ich unterstütze die aktuelle Initiative zur Errichtung eines Denkmals im Zentrum unserer Hauptstadt, das an die polnischen Opfer der deutschen Besetzung Polens 1939-1945 erinnern soll.“

Woidke wird in Auschwitz vor der Eröffnung der Ausstellung in Block 12 einen Kranz an der sogenannten Todeswand niederlegen und ein Gespräch mit dem Direktor der Gedenkstätte, Piotr Cywiński, führen. Nach der Eröffnung wird Woidke mit Vertretern der Stadt Oświęcim und der Region Kleinpolen zusammentreffen.

Ein klares Zeichen in Baden-Württemberg

Die Landesregierung in Baden-Württemberg zeigt gerade klare Kante gegen Antisemitismus. Im Landtag hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann deutlich gemacht, dass der Schutz der Jüdinnen und Juden und des jüdischen Lebens in Baden-Württemberg zur Staatsräson gehören.

„Niemand gibt heutigen Generationen die Schuld an den Verbrechen der Nazis. Aber wir alle tragen eine Verantwortung für unsere Geschichte und dafür, dass sich so etwas niemals wiederholt. Unsere ganze Geschichte ist Teil unseres nationalen Erbes und unserer Selbstvergewisserung. Und zwar die dunklen Kapitel ebenso wie die hellen.“

Schülerpartnerschaften als Zeichen

Aus dem badischen Ländchen heraus werden bewusst Zeichen gesetzt.  Im Oktober besuchte der Schwetzinger Oberbürgermeister René Pöltl Israel und setzte dabei auch auf deutsch-französische Partnerschaft.

„Ich habe das große Glück und die Freude, gemeinsam mit einer 26köpfigen Gruppe aus unserer französischen Partnerstadt Lunéville gerade in Israel sein zu dürfen. Mit dabei sind u. A. mein Bürgermeister-Kollege Jacques Lamblin, die Beigeordnete Marie Viroux, Jean-Yves Sebban von der jüdischen Gemeinde (der die Reise maßgeblich mit organisiert hat) und viele Lunéviller Bürger/innen – eine tolle Reisegruppe. Unser Reiseziel ist die Wüstenstadt Mitzpe Ramon, weil Lunéville und Schwetzingen gemeinsam für unsere Jugend und interessierte Bürger/innen einen Austausch aufbauen wollen. Auch unsere ungarische Partnerstadt Pápa will mitmachen. Wir wollen damit die besondere und sehr unterschiedliche Geschichte des jüdischen Lebens in unseren Städten würdigen und lebendig halten, und unseren Bürger/innen die Chance geben, auf eigene Weise jüdische und christliche Geschichte hautnah zu erleben. Der Schwetzinger Gemeinderat hat diesem Austausch bereits zugestimmt und wir hoffen, dass wir bei unseren Gesprächen in Mitzpe Ramon eine gute Kooperation auf den Weg bringen können. Vielen Dank von mir an unsere Freunde in Lunéville, dass ich bei dieser außergewöhnlichen gemeinsamen Reise dabei sein kann. Das ist gelebte Freundschaft“, schreibt der Oberbürgermeister auf seiner Facebook-Seite.

So steht nun Anfang Juli ein weiterer Besuch an. Eine Delegation aus Schwetzingen und Lunéville weilt in Israel, um die Schulpartnerschaft vorzubereiten. Mit dabei auch Stadtpfarrer Steffen Groß. In der evangelischen Kirchengemeinde in Schwetzingen hat die Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit Tradition.

Auch in Schwetzingen wurde 2011 der Film „Einer von uns“ im Lutherhaus gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Thomas Müller, Kevin Müller und Ibraimo Alberto, dem ehemaligen Ausländerbeauftragten der Stadt Schwedt, präsentiert.

Am Holocaust-Gedenktag, 27. Januar 2013 wurde eine neue Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus – „Spiegel der Geschichte“ – auf dem Platz zwischen Rathaus und „Hotel Adler Post“ eingeweiht. An dieser Stelle stand ehemals das Wohnhaus der beiden jüdischen Familien Levi. An dem im Blick auf die neue Gedenkstätte ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sch 72 Künstler beteiligt. Den 1. Preis erhielt Architekt Matthias Braun. Die Gedenkstätte besteht aus einer Gruppe von vier lebensgroßen Menschensilhouetten, die eine Familie darstellen. Die Figuren stehen symbolisch für die Opfer des Nationalsozialismus in Schwetzingen. Die Silhouetten sind aus spiegelpoliertem Edelstahl angefertigt worden. Vor den Figuren befindet sich ein Hinweisschild aus Edelstahl, auf dem sich eine Gedenkinschrift befindet: „Im Gedenken an die Schwetzinger Opfer des Nationalsozialismus und zur Mahnung an die Wahrung der Demokratie, der Menschenrechte und der Grundrechte.“

Auf den Spuren spiegeln sich die Details der Umgebung wider, also Schwetzingen, wo das Unrecht geschehen ist. Zugleich erkennt der Betrachter auch sein Spiegelbild auf den Figuren. Der Betrachter fragt sich, ob nicht auch er hätte damals ein Opfer des Unrechts sein können. Somit wird ein Bezug zwischen Betrachter, Denkmal und Umgebung hergestellt.

Vor allem der ehemalige Dekan Werner Schellenberg und Schuldekan Kurt Glöckler beschäftigten sich intensiv mit dem jüdischen Leben in Schwetzingen.

Beitrag: Frank Bürger

 

 

 

 

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Ibraimo Alberto (l.) mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: privat

Potsdam (fb) Ibraimo Alberto arbeitet in Berlin für den Verein Vielfalt. Mit dem jetzigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier war er auf einer Reise nach Afrika. Nun präsentiert er gemeinsam mit der Journalistin Julia Oelkers am 16. März 2018 in der Flüchtlingskirche, Wassertorstr. 21 a, 10969 Berlin, sein Buch „Ich wollte leben wie die Götter“.

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Kloster Chorin
Franziska Siedler, Leiterin des Klosters Chorin, steht an einer Backsteinsäule im historischen Kloster in Chorin (Brandenburg), Foto: Patrick Pleul/dpa

 

Das Kloster Chorin ist eine Perle im Norden der Bundesrepublik. Die Verbundenheit mit Baumeister Friedrich Wilhelm Schinkel ist groß, und damit auch die enge Verbindung zu anderen Stätten seines Schaffens.

Hier das Interview mit Klosterchefin Franziska Siedler.

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Prenzlau (fb) Im Rahmen der Sendung Klassikabend bei Radio Prenzlau gehen wir eine Wanderung mit Georg Friedrich Händel nach Moskau.

Georg Friedrich Händel (laut Taufregister Georg Friederich Händel, anglisiert: George Frideric Handel; * 23. Februarjul./ 5. März 1685greg.[1] in Halle (Saale); † 14. April 1759 in London) war neben Bach der Komponist des Barock. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien – darunter Messiah mit dem weltbekannten Chor „Halleluja“ –, Kirchenmusik für den englischen Hof, Kantaten, zahlreiche Werke für Orchester sowie Kammer- und Klaviermusik. Händel, dessen künstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tätig.

Wir bringen die Höhepunkte seiner Musik.

Dazu senden wir noch einmal das Interview mit Christoph Schneider aus dem Kloster St. Georg in Götschendorf und russische Klänge.

Zum Kanal hier klicken

Gestern und heute haben wir uns intensiv mit Radio Prenzlau beschäftigt. In einem Workshop bereiteten Kinder das Programm für den kommenden Kindertag vor.

Bericht und Fotos: Frank Bürger

 

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Potsdam (fb) „Atze“ Brauner hat Filmlegende geschrieben, ja den deutschen Film mitgeprägt. Liebevoll soll ihn „Schinderhannes“ Curd Jürgens umgetauft haben, den Arthur Brauner. Gerne plauderte Jürgens im Rahmen der Schwetzinger Festspiele über seine Arbeit, auch in Berlin.

Vor 60 Jahren produzierte Brauner einen seiner Meisterwerke. Der Streifen „Es geschah am hellichten Tag“ entstand in Kooperation mit dem Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt. Faszinierend Heinz Rühmann als ermittelnder Kommissar und Gert Fröbe als gedemütigter, in Selbstzweifel junge Mädchen mordenden „Herrn Schrott“. Der Krimi sucht seinesgleichen, im Tiefgang und in der tiefenpsychologischen Nuance.

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Klaus Hugler im Bildhaus Laden Foto: Frank Bürger

 

Potsdam (fb) Johann Gottfried Herder, geboren im ostpreußischen Mohringen, gehörte zum klassischen Viergestirn in Weimar, gemeinsam mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Bei seinem Vortrag im Potsdamer Bilderladen zeichnete der Literat Klaus Hugler den Weg Albert Schweitzers zu Johann Wolfgang von Goethe.

Auf der Burg Eger soll der bedeutende Feldherr Wallenstein seinen Tod gefunden haben. Ein  dramatisches Ereignis in den Wirren des 30-jährigen Krieges. Dieses Drama schmiedete Friedrich Schiller sehr eng an Johann Wolfgang von Goethe, eine Freundschaft unter den Flügeln der Freimaurer. Weimar entwickelte sich zum geistigen Zentrum. Mithilfe leistete auch Johann Gottfried Herder, der bei seinem Studium in Königsberg den aufklärerischen Geist von Immanuel Kant einzog.

Begegnet waren sich die beiden Großen der deutschen Geistesgeschichte zum ersten Mal 1770 in Straßburg. Herder war dorthin gereist, um eine lästige Augenfistel auszukurieren, der junge Goethe, um dort zu studieren und nicht zuletzt auch der Enge seiner Vaterstadt Frankfurt am Main zu entfliehen.

„Der Ostpreuße“, so erläutert der Elbinger Paul Fechter in seiner „Geschichte der deutschen Literatur“, sah offenbar in dem fünf Jahre Jüngeren nicht einen Menschen mit eigenem Recht, sondern einen jungen Mann – Goethe war gerade 21 Jahre alt –, der gründlich über seine Irrtümer aufgeklärt und von seinen durchaus falschen Wegen auf die einzig richtigen Herders und seines Lehrers Hamann geführt werden mußte.“

„Goethe liebte das Rokoko“, so Fechter weiter, „Herder schlug es ihm in Trümmer und setzte die Gotik an seine Stelle. Goethe hatte als junger Mann in Frankfurt von französischen Schauspielern viele Aufführungen der Tragödien Corneilles und vor allem Racines erlebt; Herder verdrängte diese latente Klassik und setzte Hans Sachs und die alte deutsche Welt an ihre Stelle, bot ihm statt des Alexandriners den Knittelvers und stellte den jungen Herrn aus dem reichen Frankfurter Haus vor völlig veränderte Aufgaben, die nicht der junge Dichter sich, sondern die Herder ihm ausgesucht hatte … Herders Suggestionskraft war so stark, daß der jüngere, weichere, obwohl er schon damals unter der oft unbedenklichen Rücksichtslosigkeit des Älteren litt, sich ihm beugte … Wenn der Einfluß Herders trotzdem so stark und fruchtbar werden konnte, daß er bis in die Wilhelm-Meister-Zeit und über sie hinaus bei Goethe fortgewirkt hatte, so lag das daran, daß die Hauptwelle der Zeit in die gleiche Richtung drängte. Die Bewegung, die die Jahre zwischen 1770 und 1780 erfüllte, hieß Shakespeare, Zerbrechen der Regeln, hieß Sturm und Drang und hieß vor allem Geniekult. Herder blieb der Stärkere, weil die Zeit, die Moderne mit ihm war und weil die Seele des jungen Goethe seiner Wucht noch nicht gewachsen sein konnte. Erst anderthalb Jahrzehnte später machte Goethe sich von dem störenden Eingriff frei, indem er nach Italien ging. Er floh nicht nur vor Frau von Stein – er floh ebenso vor Herder, obwohl er dessen Einwirkungen noch lange mit sich trug und im Grunde erst als Greis vollkommen abzuschütteln vermochte.“

Wie tief der Eindruck war, den Herder bei Goethe hinterlassen hat, entnehmen wir den Zeilen, die Goethe selbst über diese Begegnung schrieb: „Die ganze Zeit dieser Kur besuchte ich Herder morgens und abends; ich blieb auch wohl ganze Tage bei ihm und gewöhnte mich in kurzem um so mehr an sein Schelten und Tadeln, als ich seine schönen und großen Eigenschaften, seine ausgebreiteten Kenntnisse, seine tiefen Einsichten täglich mehr schätzen lernte. Die Einwirkung diesen gutmütigen Polterers war groß und bedeutend … von Herder … konnte man niemals eine Billigung erwarten, man mochte sich anstellen wie man wollte … Da seine Gespräche jederzeit bedeutend waren, er mochte fragen, antworten oder sich sonst auf seine Weise mitteilen, so mußte er mich zu neuen Ansichten täglich, ja stündlich befördern … Nun werde ich auf einmal durch Herder mit allem neuen Streben und mit allen den Richtungen bekannt, welche dasselbe zu nehmen schien. Er selbst hatte sich schon genugsam berühmt gemacht und durch seine ,Fragmente‘, die ,Kritischen Wälder‘ und anderes unmittelbar an die Seite der vorzüglichsten Männer gesetzt, welche seit längerer Zeit die Augen des Vaterlands auf sich zogen. Was in einem solchen Geiste für eine Bewegung, was in einer solchen Natur für eine Gärung müsse gewesen sein, läßt sich weder fassen noch darstellen. Groß aber war gewiß das eingehüllte Streben, wie man leicht eingestehen wird, wenn man bedenkt, wie viele Jahre nachher und was er alles gewirkt und geleistet hat …“

Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Freundschaft zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Charakteren – mit allen Höhen und Tiefen. So sandte Goethe dem Volksliedsammler Herder im September 1771 zwölf Lieder aus dem Elsaß und 1772 die erste Fassung des „Götz“ zur Beurteilung: „Auch unternehm ich keine Veränderung, bis ich Ihre Stimme höre.“ Herder schließlich äußerte sich gegenüber Caroline Flachsland, seiner späteren Frau, über den „Götz“: „Es ist ungemein viel deutsche Stärke, Tiefe und Wahrheit drin, obgleich hin und wieder es auch nur gedacht ist“ und riet Goethe zur Überarbeitung.

Die siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts bringen ein reges Hin und Her zwischen den beiden Freunden. Neben aller Freundschaft aber gibt es auch Diskrepanzen, so daß Goethe im Januar 1775 an Herder schreibt: „Laß uns ein neu Leben beginnen miteinander. Denn im Grund habe ich doch bisher für Dich fortgelebt, und Du für mich.“

Ein Höhepunkt dieser Männerfreundschaft aber sind wohl die Bemühungen Goethes, den Mohrunger als Generalsuperintendent in die damals sechstausend Einwohner zählende Residenzstadt Weimar zu holen. Wieland bemerkte kurz nach seiner Ankunft: „Weimar ist seiner nicht wert; aber wenn ihm nur leidlich wohl bei uns sein kann, so ist Weimar so gut als ein andrer Ort …“ Herder ist bald unzufrieden, zu sehr halten ihn die Amtsgeschäfte von seiner literarischen Arbeit ab. Er streitet mit Kant, überwirft sich schließlich auch mit Goethe.

Als Herder 1803 stirbt, liegen vor Goethe noch nahezu drei Jahrzehnte voller Schaffenskraft. Beide haben sie schließlich ihre letzte Ruhestätte in Weimar gefunden: Herder in der Stadtkirche St. Peter und Paul, die heute gemeinhin Herderkirche genannt wird, Goethe in der Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof.

Der Begegnungsort Straßburg behielt seine Bedeutung über Jahrhunderte hinweg. Die Reichsuniversität Straßburg, inoffiziell auch als „NS-Kampfuniversität Straßburg“ bezeichnet, wurde 1941 von den Nationalsozialisten im Elsass gegründet. Zum einen sollte eine Kontinuität zur deutschen Kaiser-Wilhelm-Universität, die vom Deutschen Reich getragen wurde, hergestellt werden, die zwischen 1872 und dem Versailler Vertrag existiert hatte. Zum anderen sollte Straßburg Zentrum der Westforschung werden. Diese sollte helfen, die westlichen Nachbarn an die neue europäische Ordnung zu binden und für die unter deutscher Führung entstehende Völkergemeinschaft zu gewinnen. Die Reichsuniversität Straßburg wurde im Herbst 1944 bei der Wiedereroberung des Elsass durch die Franzosen nach Tübingen verlegt und durch die alte französische Universität ersetzt.

Mit zu den Professoren gehörte der Staatsrechtler Ernst Rudolf Huber, der Vater des späteren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, lange Zeit Lehrer an der Heidelberger Universität und später Bischof der  Evangelischen Kirche Berlin, Brandenburg.

Schweitzer hatte nun seine Heimat unweit von der geschichtsträchtigen Straßburger Idylle. 1928 erhielt er den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main.
„Albert Schweitzer stellte den einzelnen Menschen, seine Individualität und seine Persönlichkeit über die Staatsräson und die Ideale des Zeitgeistes. In dieser Hinsicht verband ihn ein enges Band zu Goethes Humanität in Denken und Dichtung. In dem Postulat „Sei du selbst“ erkannte Schweitzer das Visionäre des Goethischen Gedanken, das er zu einer Botschaft des Friedens und der Menschenrechte weiterentwickelte“, erklärt einst Frankfurts Kulturdezernent  Felix Semmelroth. Schweitzers Beziehung zu Frankfurt sei ebenso vielfältig wie eng gewesen. Seine Vorfahren lebten bis ins 17. Jahrhundert in Frankfurt – er selbst besuchte die Stadt in der Zeit bis 1932 und nach 1949 regelmäßig. Die Frankfurter erteilten ihm 1959 die Ehrenbürgerschaft, benannten die erste Grundschule nach ihm, es entstand in den 50er Jahren die Albert-Schweitzer-Siedlung in Eschersheim. Am Tag seiner Beisetzung wurden in Frankfurt die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast geflaggt. 1949 entstand dann die Bronzebüste seines Freundes Louis Mayer, die heute in der Paulskirche zu sehen ist. Das Deutsche-Albert-Schweitzer-Zentrum wurde 1969 eröffnet.

Der Arzt und Theologe selbst sagte einst: Frankfurt „hat gleich besonderen Zauber auf mich ausgeübt. Nicht nur, weil sich hier Bande der Freundschaft fest erhielten, die für mich etwas in meinem Leben bedeuteten, sondern auch, weil es das Besondere war, das mich in dieser Stadt heimatlich anmutete, und auch, weil es die Stadt Goethes war“.

Über all den Dingen stand der gemeinsame Wunsch der bedeutenden Männer nach Frieden. Noch Ende 1964 bespricht Schweitzer in Lambarene eine Schallplatte mit dem Titel „Mein Wort an die Menschen“, fasst hier sein Leben zusammen, erneuert seine Appelle gegen Wettrüsten und Atomwaffen. Nach vielfachen Ehrungen zum 90. Geburtstag stirbt Schweitzer am 4.September 1965 in Lambaréné.

Angesichts des Wettrüstens in unseren Tagen muss man den Appell des Weltenmannes Schweitzer bedenken.

Am 14. Februar setzt Hugler seine Gedankengänge im Bilderladen, Fultonstraße 6, 14482 Potsdam um 19 Uhr fort. Es geht um die Gedankenwelt von Bruno Wille.

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Reservierung: 0331 – 81 32 85 73

Beitrag: Frank Bürger

 

 

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Das Kreuz in Götschendorf Foto: Frank Bürger

Berlin (fb) Im Hinblick auf  die Planung eines ersten deutschen Weihnachtsmarktes in der russischen Föderation machen sich die Deutsch-Polnische-Nachrichten gemeinsam mit Christoph Schneider auf den Weg in die Uckermark.

Vor einigen Tagen gab es dort ein finanziell bedeutendes Treffen von Ministerpräsident Dietmar Woidke in Begleitung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder  mit Rosneft-Geschäftsführer Igor Setschin. Es folgte ein Gegenbesuch des Ministerpräsidenten in Moskau.

Wir berichteten

Das Kloster Götschendorf, das angesteuert werden soll, ist ein kirchliches Bindeglied zwischen Russland, der Ukraine und Weißrussland mit Brandenburg.

Morgen treffen sich auch die Spitzen der Evangelischen Kirche in Brandenburg und der Regierung.  Bei dem mittlerweile zehnten Treffen geht es unter anderem um das Thema „Brandenburger Perspektiven – Eine lebenswerte Heimat für alle“, den Erhalt von Dorfkirchen, die frühkindliche Bildung, das Thema Zuwanderung und Integration sowie die Erinnerungskultur. Die Beratung wird geleitet von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Bischof Dr. Markus Dröge.

Beitrag: Frank Bürger