Der Blick nach Osten

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Gespräche zum 400-Millionen-Deal in Moskau Foto: Staatskanzlei Brandenburg

Berlin (fb) Wenige Tage nach dem Besuch des Rosneft-Geschäftsführers Igor Setschin in Schwedt und dem Festzurren eines 400-Millionen-Euro-Deals mit der dortigen Raffinerie, machte sich der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke auf den Weg nach Moskau, um gemeinsam mit dem Freund Wladimir Putins das weitere Vorgehen zu besprechen.

Zweimal gab es hier Gedenken mit Blumen und Schleife. Im Mittelpunkt steht das Gedenken an die vielen Millionen im 2. Weltkrieg getöteten russischen Soldaten und Zivilisten am Grabmal des unbekannten Soldaten, Moskau. „Dieser Geschichte müssen wir uns immer erinnern und bewusst sein. Und es ist unsere Pflicht, den Menschen in Russland immer wieder unsere Anteilnahme zu zeigen. Nur ein paar Schritte weiter mein Gedenken an Boris Nemzow, den am 27.02.2015 hinterrücks ermordeten Oppositionspolitiker. Er wird nicht vergessen“, so der Ministerpräsident auf seiner Facebook-Seite.

Gedenken in Götschendorf

Mitten in Brandenburg erhebt sich in der Nähe des Urlaubsdomizils der Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Bronzekreis, das auch an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert.

Weltenluft brachte im Mai 2015 der Schöpfer des Kreuzes, Sergei Isakov, mit. An seinem Heimatort Rostow am Don hatte er das Kreuz gegossen, das dann nach Götschendorf transportiert und aufgestellt wurde. Das Mitglied der Russischen Akademie der Künstler hat rund 60 Denkmäler entwickelt, die unter anderem in Moskau, Kaliningrad, Altea (Spanien), Minsk (Weißrussland) und Badenweiler zu sehen sind. Besonders beeindruckend die Bronzestatue des „Heiligen Nikolaus“ im Franz-Josef-Land 2007, die auch Staatspräsident Wladimir Putin besucht hat.

Das Kreuz, das mit Unterstützung der Kristall GmbH, der Gesellschaft „Anbetungskreuz“ und dem russischen Botschafter Wladimir Michailowitsch Grinin realisiert werden konnte, ist ein weiterer Meilenstein auf der Entwicklung des Klosters. Wie der Abt mitteilt, ist eine der wichtigsten Sponsoren die Wneschekonombank. Die Aktivitäten der Bank erstrecken sich im Wesentlichen auf die Verwaltung der Auslandsschulden der Russischen Föderation sowie der Mittel der russischen staatlichen Rentenversicherungsanstalt. Darüber hinaus fördert die Wneschekonombank die internationale Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft unter anderem durch Exportrisikoversicherungen. Die Wneschekonombank ist damit das russische Pendant zur deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Schweizerischen Exportrisikoversicherung (SERV). Zu diesem Zweck führt die Wneschekonombank weltweit neun Foreign Branch Offices: In Deutschland, in der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien, in den USA, China, Indien und Südafrika. Die Linie führt auch hier wieder zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Denn er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Wneschekonombank. „Die Bauausführungen liegen in den Händen von uckermärkischen Firmen. Hier vor Ort werden Arbeitsplätze geschaffen“, erklärt Bruder Daniil.

Auch die Ukraine spielt mit

Aber auch die Ukraine hat auf dem Gelände Feuer im Eisen. Der Ausbau des einstigen Göringschen Landhauses zum Hotel liegt laut Aussage des Abtes in den Händen zweier ukrainischer Sponsoren. „Doch aufgrund der Krise sind ihre Konten gesperrt“, erklärte er gegenüber der Rundschau. So bleibt es Zukunftsmusik.

Deshalb war es eine besondere Note, dass ukrainische Tänzerinnen im Juli 2014 kurz nach dem Absturz der MH17 bei Donezk auf der Seebühne des Klosters erstmals künstlerische Akzente setzten. Die Prenzlauer Rundschau berichtete.

Weihnachtsmarkt in der Russischen Förderation

Der Besuch Woidkes in Moskau soll weiter Entspannung bringen. Auch die Idee von Christoph Schneider einen deutschen Weihnachtsmarkt in die russische Förderation zu bringen dient dazu. Am 20. Februar will er in Moskau den Vorgänger Woidkes treffen.

Er wird an der Konferenz „Deutsch-Russische kommunale und regionale Kooperationen: Perspektiven für die Partnerschaft“ teilnehmen.

Deutsch-Russische Gespräche

Die überaus positive Resonanz von deutscher und russischer Seite auf die Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz in Krasnodar 2017 hat deutlich gemacht, wie wichtig die kommunalen Kooperationen und Bürgerbegegnungen zwischen den Ländern sind. Dieser Bedeutung wird auch mit einer hochrangigen politischen Flankierung Rechnung getragen: Anlässlich der 14. Deutsch-Russischen Städtepartnerkonferenz in Krasnodar haben die Außenminister Deutschlands und Russlands das Deutsch-Russischen Jahr der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017 / 2018 ausgerufen. Im Rahmen der Konferenz in Moskau wird dieser Dialog fortgeführt und vertieft.

Im Anschluss an die Arbeit im Plenum und in den Arbeitsgruppen findet eine abendliche Diskussionsrunde unter Teilnahme u.a. von Herrn Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, statt – im Rahmen der „Moskauer Gespräche“

 

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Das Kreuz in Götschendorf Foto: Frank Bürger

 

Friedenstanz einer ukrainischen Tanzgruppe im russisch-orthodoxen Kloster

 

Beitrag: Frank Bürger

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