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Mario Schadenberg (links) vom Auktionshaus Karhausen mit Inhaber Rolf Weiß. Foto: Frank Bürger

Am 14. Juni 2019 wird beim Auktionshaus Karhausen in Berlin das ehemalige Schloss Schlagenthin im freiwilligen Auftrag des privaten Eigentümers versteigert. Das Berliner Auktionshaus ist für die Versteigerung außergewöhnlicher Immobilien bundesweit bekannt. In den vergangenen Jahren wurden u.a. ca. 1.000 Bahnhöfe, diverse Schlösser und eine große Zahl Waldflächen erfolgreich vermarktet. Ende 2017 bewirkte die Versteigerung des Brandenburger Dorfes „Alwine“ ein weltweites Medienecho.

Jetzt gibt es auch wieder Weltluft in Schlagenthin.

„Das Hauptgebäude wurde vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts von Jochen von Tresckow, Mitglied der großen Adelsfamilie von Tresckow, denen viele Schlösser rund um Berlin und in Mecklenburg gehörten, darunter auch Schloss Friedrichsfelde, erbaut. Bekannt ist die Familie durch Henning von Tresckow bis heute, er war 1944 maßgeblich mit am Hitler-Attentat beteiligt und wurde zum Tode verurteilt.

Das Schloss ging ca. 1764 in den Privatbesitz des Prinz Ferdinand von Preussen über, dessen Familie das Anwesen 1845 an Graf Harry von Arnim-Nassenheide weitergab. Um 1915 war noch die bekannte Romanautorin Elisabeth von Arnim-Schlagenthin Besitzerin gewesen“, so Matthias Knake, Vorstand und leitender Auktionator der Auktionshaus Karhausen AG.

In den letzten Jahren wurden umfassende Sanierungs-/Erneuerungsarbeiten im Bereich Dachneueindeckung in hochwertigem Biberschwanz, Neubau des Aussichtsturmes, Iso-Kunststofffenster, Heizungsanlage, Elektroanlage, Fassade, Balkon, Hauseingangstüren, Bäder und sanitäre Räume, Fluchtwegnotbeleuchtung und Gartengestaltung durchgeführt. Aufgrund des Grundrisses dieses Hauptgebäudes wäre eine Nutzung als Bürogebäude, repräsentativer Firmensitz, oder auch eine Mischnutzung bzw. reines Wohnen mit 6 bis 7 Wohneinheiten denkbar, so der Auktionator weiter.

Das Mindestgebot für dieses Objekt liegt mit 349.000 € (zzgl. Courtage) etwas über dem Preis eines neuen Einfamilienhauses, nur das im Schloss mit ca. 800 m² Wohnfläche viel mehr Fläche zur Verfügung steht. Im Preis enthalten ist auch das vorhandene Inventar, u.a. ein Konzertflügel, diverse Ölbilder und Wandstickereien sowie mehrere massive Nebengebäude.

Ein ausführliches Exposé erhalten Interessenten beim Auktionshaus unter Tel. 030-8904856 oder info@karhausen-ag.de. Informationen zu den über 60 weiteren Immobilien der Sommerauktion sind auf der Website http://www.karhausen-ag.de abrufbar. Auch Besichtigungstermine können vor der Auktion vereinbart werden.

Vor zwei Jahren hatte Rolf Weiß aus Magdeburgerforth das Objekt erworben. Damals war alles verwildert, überall wuchs Unkraut. Die Christlichen Jugenddörfer mit Sitz in Stuttgart hatten das Objekt von 1991 an genutzt, es aber dann aufgegeben. Seitdem hat sich viel verändert. Der Garten wurde schön hergerichtet. Am Weg zum Haupteingang stehen Bänke. Im Garten befinden sich Steinfiguren. Der Atem der Vergangenheit wirkt sehr einladend. Zum Besuch laden der jetzige Eigentümer und Mario Schadenberg vom Aktionshaus Karhausen ein.

„Das ist mir alles zu wuchtig“, sagt Rolf Weiß und begründet nun die Versteigerung am 14 Juni im Auktionshaus Karhausen, Das Mindestgebot liegt bei 349 000 Euro. Das läge etwas über dem Preis eines neuen Einfamilienhauses, nur das im Schloss mit zirka 800 Quadratmeter Wohnfläche viel mehr Fläche zur Verfügung steht. Im Preis enthalten ist auch das vorhandene Inventar, u.a. ein Konzertflügel sowie mehrere massive Nebengebäude.

„Das Hauptgebäude wurde vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts von Jochen von Tresckow, Mitglied der großen Adelsfamilie von Tresckow, denen viele Schlösser rund um Berlin und in Mecklenburg gehörten, darunter auch Schloss Friedrichsfelde, erbaut“, sagt Matthias Knake, Vorstand und leitender Auktionator der Auktionshaus Karhausen. Bekannt ist die Familie durch Henning von Tresckow bis heute, er war 1944 maßgeblich mit am Hitler-Attentat beteiligt und wurde zum Tode verurteilt.

Ein Herrenhaus der Familie von Tresckow liegt im benachbarten Scharteucke und wurde vor Kurzem versteigert.

Auch in der Schlagenthiner Kirche befinden sich Spuren des Adelsgeschlechtes derer von Tresckow. Vor dem Altar liegen, im Fußboden unter einer Klappe im Bohlenbelag, die Inschriften – zum Teil zerstört; zum Teil verdeckt. Außerdem zwei figurierte Grabplatten aus Sandstein: östlich die eines am 2. September 1616 verstorbenen Ritters von Treskow, westlich die einer am 8. Februar 1602 verstorbenen Marta von Treskow, beide stehend, er im Harnisch, den Helm zwischen den Füßen, mit lockigen Haar, starkem Schnurr- und breitem, langen Kinnbart, sie betend in Haube und Halskrause.

Ein auffallendes Schmuckstück: An der Chornordwand zwischen den beiden Rundbogenfenstern hängt ein prächtiges hölzernes Trophäen-Epitaph des Hans Christoph von Treskow. Der Hauptmann in polnischen Diensten, Hans Christoph von Treskow, ist 1702 in Warschau am hitzigen Fieber gestorben. Ein gemaltes ovales Brustbild ist umrahmt von einer Ahnenprobe und einem Kranz aus Kriegsflaggen und Waffen.

„Das Schloss ging 1764 in den Privatbesitz des Prinz Ferdinand von Preußen über, dessen Familie das Anwesen 1845 an Graf Harry von Arnim-Nassenheide weitergab.

Der lebenslustige Prinz hatte eine Reihe von Liebschaften. Zu ihnen gehörte Auguste Arendt, die Tochter eines jüdischen Geldwechslers, mit der er sieben uneheliche Kinder hatte. Die zweitälteste Tochter Elisabeth, später geadelte von Prillwitz, erbte das Gut Schlagenthin. Es wurde ihr zugelost. Sie heiratete den uckermärkischen Adeligen Harry von Arnim, der später eine steile Kariere im diplomatischen Dienst Preußens und Deutschlands machte, aber durch Differenzen mit Bismarck ins Ausland fliehen musste.

Zu der Dynastie in der Uckermark gehörte auch der CDU-Politiker Alard von Arnim, der gerade diese deutsch-polnische Schiene pflegte. Er entwickelte mit die EFOP-Stiftung unter dem Dach des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) und setzte über sein Gut in Fredenwalde Akzente. Die Europäische Fürsorgestiftung EFOP (Europejska Fundacja na Rzecz Osob Potrzebujacych EFOP) ist eine polnische NGO, die sich für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, vor allem für Kinder und Jugendliche, einsetzt. Stifter der EFOP-Stiftung ist das EJF.

Er pflegte enge Kontakte zu Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Um 1915 war noch die bekannte Romanautorin Elisabeth von Arnim-Schlagenthin Besitzerin gewesen“, so Matthias Knake. So liegt in einem der Zimmer das Buch „Die preußische Ehe“ von der Autorin. Sie war Bestsellerautorin seit ihrer ersten erfolgreichen Veröffentlichung von „Elizabeth und ihr Garten“.  Erwähnenswert: Im August 1907 zog von Arnim mehrere Wochen mit Pferden und einem Planwagen durch Südengland. Diese Erlebnisse verarbeitete sie später wieder zu einem Roman. Während dieser Reise besuchte sie Herbert George Wells und dessen Familie in Sandgate in der Nähe von Folkestone. Sie wurde die Geliebte des Genies, der sowohl den Roman „Die Zeitmaschine“ und „Kampf der Welten“ schrieb.  Die cineastischen Erfolge sprechen eine Sprache für sich.

Es ist eine wertvolle Perle, auf der auch der Förderverein „Schlagenthiner Kirche“ blickt.

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Potsdam. Das Weimarer Dreieck kreist immer wieder neu um die kurpfälzische Perle Schwetzingen. Als weiterer Markstein auf dem Weg zählt die Ausstellung mit Illustrationen zu Voltaires Novelle „Candide“. Der Weg von Potsdam nach Schwetzingen ist kein weiter, auch nach dem Ende der Ausstellung.

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