Mittelteil des Triptychons des brennenden Dornbuschs von Nicolas Froment in der Kathedrale von Aix-en-Provence

Der brennende Dornbusch

Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. 2 Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. 3 Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? 4 Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.

5 Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. 6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 7 Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. 8 Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. 9 Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. 10 Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! 11 Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?

12 Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. 13 Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?

14 Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der «Ich-bin-da». Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin-da» hat mich zu euch gesandt. 15 Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.

Quelle: https://www.ev-schuldekan-vaihingen.de/resources/ecics_592.pdf

Fresko „Jesus und die zwölf Apostel“ mit Christusmonogramm ☧Domitilla-KatakombenRom, Foto: Dnalor 01

Zum Vorlesen:

Ich heiße Simon und ich wohne am See Genezareth. Ich bin Fischer hier am See Genezareth, genau wie mein Vater und mein Bruder Andreas. Ein Fischer muss jeden Tag hart arbeiten. Andreas und ich stehen mitten in der Nacht auf, fahren mit unserem Boot auf den See hinaus. Dort werfen wir das Netz aus und hoffen, dass wir einen guten Fang machen. Nicht immer gehen die Fische ins Netz, manchmal arbeiten wir auch die ganze Nacht umsonst. Wenn ein Sturm kommt, kann es sogar richtig gefährlich werden.


Ich will euch erzählen, was ich an diesem Morgen am See erlebte. Zusammen mit Andreas war ich die ganze Nacht auf dem See gewesen. Auch Jakobus und Johannes waren mit ihrem Boot hinausgefahren. Als die Sonne aufging, waren unsere Netze leer. Umsonst waren wir früh aufgestanden, umsonst hatten wir uns abgemüht. Alle waren müde und enttäuscht. Wir legten am Ufer an. Da stand ein fremder Mann, der wie ein Gelehrter redete. Wir kannten ihn nicht, aber um ihn herum standen schon Menschen, die ihm zuhörten. Er sprach von Gott.

Als er seine Rede beendet hatte, sah er mich an. „Simon“, sagte er, „du hast heute Nacht nichts gefangen. Fahre hinaus und wirf die Netze noch einmal aus!“ Ich antwortete: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Und nach einer Pause: „Aber wenn du es sagst, dann fahren wir noch einmal hinaus.“


Wir brachten das Boot wieder ins Wasser und bald war unser Netz voll. Wir fingen so viele Fische, dass wir Jakobus und Johannes rufen mussten. Sie kamen mit ihrem Boot und halfen uns, den Fang an Land zu ziehen. Wir sahen uns an. Welch einem Menschen waren wir da begegnet?
Als wir wieder an Land waren, sprach er uns alle mit Namen an. Zu mir sagte er: „Du bist Simon, doch von nun an sollst du Simon Petrus heißen.“ Petrus heißt Fels. „Du wirst der Fels sein. Auf dich will ich bauen.“

Wir zogen die Boote an Land. Wir ließen alles zurück und folgten ihm. Dieser Mann heißt Jesus. Von diesem Tag an wurden wir seine Jünger.

Nach einem Text vom Gemeindejugendwerk Deutschland

GIANTS-CAUSEWAY-I-51-x-51cm-2022-x-2022-Acrylic-on-canvas-scaled / Holger Baehr

Worte zum Tag (Taizé)

Christus ist das Haupt des Leibes, der die Kirche ist. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen.

Kol 1,17-20

Berlin.  Gedanken kommen nach der Pause seit Oktober wieder von Pfarrer Viktor Weber . Es läuten die Glocken der evangelischen Neuen Dorfkirche in Berlin-Malchow. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Empfehlung aus dem Kinder- und Jugendbereich kommt von Pfarrer Ralf Schwieger. Wir stellen über das Jahr einen besonderen Kalender vor, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Die evangelische Kirche entstand durch die Bewegung der Reformation im 15. Jahrhundert. Die Reformation wurde von dem Mönch Martin Luther angestoßen, der den Ablasshandel der katholischen Kirche kritisierte. Bis dahin war die katholische Kirche die einzige Kirche der Christen.

Die römisch-katholische Kirche – lange einzige Kirche der Christen

Die römisch-katholische Kirche hat ihren Ursprung vor über 2000 Jahren. Manche Theologen glauben sogar, dass Jesus Christus selbst mit dem sogenannten „Felsenwort“ an den Apostel Petrus die Kirche gegründet hat. Das ist aber unter römisch-katholischen Theologen umstrit-ten. Jedenfalls war die katholische Kirche lange Zeit die einzige Kirche der Christen und wirk-te allumfassend. Sie prägte die Wertevorstellungen der Menschen und begleitete ihr Leben von der Geburt bis zum Tod. Zudem war die Kirche zuständig für Kranken-, Armenhäuser und Schulen und betrieb zahlreiche Klöster. Insbesondere im Mittelalter waren die Klöster Zen-tren der Bildung, der Kultur und des Handels.

Die römisch-katholische Kirche: Fegefeuer und Ablasshandel

So wurde die römisch-katholische Kirche sehr einflussreich und mächtig war. Im Mittelalter verfügte sie über große Schätze und Reichtümer. Genau wie die Adligen besaßen die Kir-chenmänner bäuerliches Land und verfügten über politische Macht, indem sie beispielsweise an der Königswahl beteiligt waren. Auch die Wissenschaft an den Universitäten war der Kir-che untergeordnet. Diese Machtfülle führte dazu, dass die katholische Kirche ihre Stellung missbrauchte. Sie jagte den Gläubigen Angst vor der Hölle und dem Fegefeuer ein und er-fand ein zweifelhaftes Geschäftsmodell: Durch den Kauf von sogenannten Ablassbriefen konnten sich die Gläubigen von ihren Sünden freikaufen und dadurch der Hölle entgehen. Das machte die Kirche ungemein reich.

Martin Luther und die Reformation

Der Mönch und Theologe Martin Luther, der Ende des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts lebte, fand den Ablasshandel unredlich. Er suchte in der Bibel nach Argumenten, die diesem Geschäftsmodell der katholischen Kirche widersprachen. Und er wurde fündig: Im Jahr 1517 nagelte Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche – so die Legende. Die Thesen belegen, dass die der Ablasshandel sich gar nicht mit der Bibel vereinbaren lässt. Die Gläubigen sollten frei sein, Gottes Gnade sei nicht käuflich. Die katholische Kirche war von Luthers Thesen nicht begeistert und bekämpfte den Theologen und seine Anhänger. Aber Luther bot der katholischen Kirche die Stirn, übersetzte die lateinische Bibel ins Deutsche und gewann immer mehr Anhänger für seine Ideen. Luthers Bewegung nennt man heute Reformation (Erneuerung). Aus der reformatorischen Bewegung entstand schließlich die evangelische Kirche.

Mose / Michalangelo / Wikipedia

Mose: Zusammenfassung

Mose ist ein Prophet bei den Christen, Juden und Muslimen. Als er in Ägypten geboren wurde befahl der Pharaoh alle neugeborenen Juden zu töten, da es zu viele gab. Also setze die Mutter Mose ihn in einen Korb im Fluss aus, um ihn zu retten. Später fand ihn die Tochter des Pharaos und so wurde er am Königshof aufgezogen. Durch eine Vision Gottes zum Befreier der Juden aus Ägypten wurde er zum Überbringer der 10 Gebote und des Anfangs der Bibel.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel /Jörg Breu The Elder

Jesus wurde ungefähr im Jahre 7 vor
Beginn unserer Zeitrechnung zur
Zeit des Königs Herodes geboren.
Seine Eltern waren Maria und Josef.
Josef war von Beruf ein Zimmermann. Bis zu seinem 28. Lebensjahr
lebte Jesus bei seinen Eltern in dem
kleinen Ort Nazaret in Galiläa.
Damals hießen die Menschen mit
Familiennamen, so wie der Ort in
dem sie aufwuchsen (…von/aus
Nazaret). Er erlernte den Beruf
seines Vaters und wurde auch
Zimmermann.
Jesus war Jude und ging auch in die
Synagoge (= Gebetshaus der Juden)
und später wurde er Rabbi und
unterrichtete darin.
Dann zog er von zu Hause fort und
ließ sich von Johannes dem Täufer
taufen. In Galiläa predigte er besonders die frohe Botschaft von
Gottes Liebe zu den Menschen.
Viele freuten sich darüber und
folgten ihm nach und wurden seine
Jünger.
Es gab aber auch viele Menschen,
die sich über ihn ärgerten.
In Jerusalem wurde er zum Tode
verurteilt unter Pontius Pilatus, als
der römische Kaiser Tiberius regierte.
Jesus wurde vermutlich am 7. April
im Jahre 30 nach Christus hingerichtet.

Quelle: RPS Regensburg

WINTER-IN-IRELAND-15-x-15cm-622-x-622-Acrylic-on-canvas / Holger Baehr

Worte zum Tag (Taizé):

Aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft — Gott hat es geschenkt.
Eph 2,1-10

In dem Video der Kirchengemeinde Schwetzingen wurden die von Musikdirektor Detlev Helmer vertonten Worte von Prälat Traugott Schächtele präsentiert, eine besondere Verbindung Baden – Berlin

Berlin.  Gedanken kommen vom Karlsruher Pfarrer Siegfried Weber. Es läuten die Glocken der evangelischen Jeremiakirche in Berlin-Falkenhagener Feld. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Musikempfehlung über YouTube für Jugendliche kommt dieses Mal von der Redaktion, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Ort: Nördliche Niederlande Material/Technik: Eichenholz, Fassung abgelaugt Maße: H. 137 cm, B. ca. 50 cm, T. 36 cm
im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Sammlung: Skulptur bis 1800). Foto: IT-Retro

Zum Lesen oder Vorlesen

Das Epiphaniasfest ist das älteste kalendarisch festgelegte Fest der Kirche. Es wurde schon früh am 6.1. als Fest der Geburt und Taufe Jesu gefeiert. Im Westen wurde mehr und mehr der Zusammenhang mit den Weisen aus dem Morgenland betont, die ab dem 3. Jhdt. auch als Könige bezeichnet wurden. So kam es zum Festtag der “Heiligen Drei Könige”, um die sich zahlreiche Legenden und Geschichten ranken und deren Gebeine im Kölner Dom verehrt werden.
Besonders bekannt ist die Tradition des “Sternsingens”. Kinder, verkleidet als die Heiligen Drei Könige, ziehen von Haus zu Haus und sammeln für Kinder in aller Welt, die unter schwierigen Umständen ihr Leben fristen. Gegen Ende des Besuches schreiben sie an die Tür einen Segen:
C + M + BCHRISTUS MANSIONEM BENEDICAT (Christus segne das [dieses] Haus), anschließend die aktuelle Jahreszahl.
Vor allem aber ist Epiphanias das Fest des Kindes, das der Welt erschienen ist, das “Erscheinungsfest”. In manchen östlichen Kirchen wird an diesem Tag das Weihnachtsfest gefeiert.

Zum Verinnerlichen

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Wort zum Tag:

Das Lied vom Weihnachtssegen


Ich schau, mein Gott, dir selber ins Gesicht,
wenn ich dies ärmlich‘ Kind der Weihnacht sehe.

Im Schein der Engel strahlt dein Hoffnungslicht, auch auf den Wegen, die beschwert ich gehe.

Ganz neu kann ich den Blick ins Leben wagen,
weil Freudenworte mich durchs Leben tragen.
Aus fernen Landen kamen dir zu Ehr
die weisen Deuter deiner Himmelszeichen.

Und strahlend heller Glanz im Sternenmeer
lässt sie von dir beschützt ihr Ziel erreichen.
Voll Mut will ich den neuen Ufern trauen
und auch am fremden Ort mir Zelte bauen.
Augustus schickt die Menschen durch die Welt.

Der Armen Schicksal macht ihm keine Sorgen.
Ihn kümmert nur die Macht. Auf freiem Feld
bleibt oft der Schlafplatz nur, ihm ist’s verborgen.

Mit Menschen guten Willens mich vernetzen
will ich, und bösem Treiben Grenzen setzen.

Ein Engel achtsam mit Maria spricht.
Im Traum kann Josef gute Zukunft schauen.
Die Hirten blendet nachts der Engel Licht,
ihr Friedenslied lässt sie dem Leben trauen.
Gott gibt den Abstand auf, kommt mir entgegen und macht mich kühn – was für ein Weihnachtssegen!

Traugott Schächtele, Dezember 2020,

Traugott Schächtele  ist evangelischer Theologe und Prälat der Evangelischen Landeskirche Baden

Das Lied wurde von Musikdirektor Detlev Helmer vertont.

Archivfoto: Detlev Helmer (links) und Frank Bürger

Berlin.  Gedanken kommen vom Karlsruher Pfarrer Dirk Keller. Es läuten die Glocken der katholischen Pfarrkirche St. Josef in Berlin-Köpenick. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von der Pianistin Tatjana Worm-Sawosskaja, eine Musikempfehlung über YouTube für Jugendliche kommt dieses Mal von Ralf Schwieger, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Berlin Am Neujahrstag um 18 Uhr wirft Pfarrer Martin Stoelzel-Rhoden mit der Jahreslosung ein Blick auf das Gnadenbild „Mariahilf“ von Lucas Cranach dem Älteren. Dafür komponierte Enjott Schneider eine Elegie für Orgel und Oboe, die im Gottesdienst erklingen wird.

Von Frank Bürger

Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6,36). Das ist die Jahreslosung für das kommende Jahr. Pfarrer Martin Stoelzel-Rhoden predigt dazu am 1. Januar um 10 Uhr in der Stiftskirche und wirft einen Blick auf das Gnadenbild „Mariahilf“. Inspiriert von dem berühmten „Gnadenbild Mariahilf“ des Malers Lucas Cranach d.Ä., im Hochaltar des Innsbrucker Domes, das in unzähligen Kopien existiert, komponierte Enjott Schneider eine Elegie für Oboe und Orgel, die im Gottesdienst erklingen wird.

Das Bild wurde zum Inbegriff von „Maria, Hilfe der Christen“. Maria ist als Frau von zarter Schönheit dargestellt, die ein nacktes Kind an sich schmiegt.

Das Motiv wurde zu einem der am weitesten verbreiteten Marienbilder in Tirol, Süddeutschland und im Alpenraum.

Das Madonnenbild zeigt eine in der Art der einfachen Bevölkerung gekleidete, nach halblinks gewandt sitzende junge Frau in Dreiviertelfigur vor dunklem Hintergrund, die ein nacktes Kind auf ihrem Schoß hält. Die Frau trägt ein blaues Unterkleid und einen roten Überwurf, ihr langes blondes Haar ist nach hinten gekämmt und wird von einem Haarreif gehalten. Ihr Kopf ist von einem dünnen transparenten Schleier bedeckt, der auch über den Kopf des Kindes fällt, das aufgerichtet und zur Mutter gewandt ist und mit der Rechten nach deren Wange greift. Bis auf die für Mariendarstellungen typische rot-blaue Farbenkombination ihrer Kleidung hat die Frau kein erkennbares Marien- oder Heiligenattribut. Der Bildtypus geht jedoch auf die byzantinische Eleousa (Glykophilousa) zurück, einer Darstellungsform von Maria mit dem Kind, wobei dieses sich an das Gesicht der Mutter schmiegt.

Lucas Cranach, kursächsischer Hofmaler und Freund Martin Luthers, hatte das Bild für den sächsischen Hof in Dresden gemalt. Erzherzog Leopold V. wählte es als Gastgeschenk bei einem Besuch und brachte das Bild aus Dresden zuerst nach Passau, wo er Bischof war, und dann nach Innsbruck, wo er Regent war. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es bei Marienandachten öffentlich verehrt, und um 1650 erhielten es die Innsbrucker für ihre Pfarrkirche, den heutigen Dom.

Das Bild wurde zum Inbegriff der Maria, Hilfe der Christen und hat sich in unzähligen Kopien und Variationen vor allem im Alpenraum sehr weit verbreitet als Altarbild in Kirchen und Kapellen, als religiöse Fassadenmalerei und als privates Andachtsbild. Zu den frühen Kopien zählen die 1660 gestiftete Kopie für die Wiener Mariahilf-Kirche oder die 1671 gemalte Kopie in der Kirche St. Dionysus in Neunkirchen. Außerdem fand das Motiv auch Eingang in Votivbilder und andere Darstellungen mit erweitertem Kontext.

1989 war das Bild Briefmarkenmotiv der Österreichischen Post für das Motiv 25 Jahre Diözese Innsbruck.

Enjott Schneider ist ein deutscher Komponist für Konzertsaal, Bühne, Film und Geistliche Musik. Enjott träumt von einem universalen Erfassen von Welt und Menschen: Musik ist die Sprache des Universums und der Freiheit! Musik ist Kunst – gegen Kommerz und Kapitalismus gerichtet. In vielen Gremien – etwa als Präsident des Deutschen Komponistenverbandes DKV – setzt er sich für kulturelle Vielfalt, Nische und gegen die Dominanz des Mainstreams ein.

Enjott Schneider ist zudem Präsident des Deutschen Komponistenverbandes DKV, Mitglied im Aufsichtsrates der GEMA

Geboren ist er am 25.5.1950 in Weil am Rhein. Er studierte Musik, Musikwissenschaft, Germanistik, Linguistik in Freiburg i. Br. (Promotion Dr. phil. 1977).

Nach Lehraufträgen (Musikhochschule und Universität Freiburg) war er 1979-2012 Lehrer an der Hochschule für Musik München (Professor für Musiktheorie, seit 1996 für Komposition).

Er komponierte Orgelwerke, (u.a. 16 Orgelsinfonien, Orgelkonzerte) Liederzyklen, Kammermusik, Orchester- und Bühnenwerke (neun abendfüllende Opern).
Er schrieb die Musik zu über 500 Filmen, neben Kinofilmen wie „Herbstmilch“, „Stalingrad“, „Schlafes Bruder“, „Wildfeuer“, „Leise Schatten“, „Das Mädchen Rosemarie“ und „23 – Nichts ist so wie es scheint“ auch TV-Movies wie Stauffenberg, Die Flucht, Laconia, Schwabenkinder, Jahrestage, Nicht alle waren Mörder TV-Serien wie „City Eypress“, „Marienhof“ , „Jede Menge Leben“, oder „Weißblaue Geschichten“ und viele TV-Filme, vom „Tatort“ bis zu zahlreichen Dokufilmen („Wunder von Leipzig“, „Drama von Dresden“, „Vatikan – Die Verborgene Welt“).

1990 erhielt er den bayerischen Filmpreis für Filmmusik; 1991 Bundesfilmband in Gold für Filmmusik. Erhielt 2001 in Biarritz den „Fipa d’or“ (beste europaeische Filmmusik „series et feuilletons“) für den Soundtrack zum ARD-Vierteiler „Jahrestage“ (Regie: Margarethe von Trotta), 2009 Deutscher Fernsehpreis für „Die Flucht“ und „Nicht alle waren Mörder“, er erhielt den Preis für das Lebenswerk beim Filmfestival Soundtrack Cologne 2015.

Sein Werk ist u.a. in CDs dokumentiert beim Label WERGO/ Schott Music (Orchesterwerke) und beim Label Ambiente audio (Geistliche Musik).

Seit 2003 ist er Mitglied im Aufsichtsrat der Verwertungsgesellschaft GEMA, von 2012-2017 war er Aufsichtsratsvorsitzender, seit 2013 ist er Präsident des Deutschen Komponistenverbandes DKV

Typisch für das Schaffen ist eine extreme Vielseitigkeit von Avantgarde bis Film und das Charakteristikum, aus Gegensätzlichem kreatives Potential zu schlagen. Die kreative Arbeit geht dabei immer parallel mit schriftstellerischer Reflexion und kritischer Standortbestimmung ihres kulturpsychologischen und soziologischen Stellenwertes.

Ein Blick voraus:

Am Freitag, den 22.1.2021 um 19:30 in Regensburg St. Andreas findet statt: Uraufführung von MAYIM CHAIM – WASSER DES LEBENS für Chor a capella im gleichnamigen Konzert EN12 mit zeitgenössischer Kirchenmusik. Das Werk wird zweimal musiziert: zu Beginn mit dem Neuen Kammerchor Regensburg Ltg. Kunibert Schäfer, und am Ende gemeinsam mit der zusätzlichen Mädchen-Kantorei Regensburg Ltg. Eva-Maria Leeb. Dazwischen erklingen weitere Werke von Wolfgang Rihm, Elena Kats-Chernin, Daniel Toledo Guillén, Thomas Buchholz, Mary Goetze, Richard Kidd.

Am 1. Januar nimmt Dr. Martin Kückes an der Orgel Platz. Er ist mit dem Komponisten der Elegie bekannt. An der Oboe Kim Witt.