Jesus heilt den blinden Mann von Eustache Le Sueur (Porträt von 1625–1650)

Ein blinder Mann mit Namen Bartimäus saß an dem Weg, der in die Stadt Jericho führte.

Er bat um Geld. Da Blinde damals nicht arbeiten konnten und daher sehr arm waren, mussten sie betteln. Nur so konnten sie überleben.

Eines Tages hörte Bartimäus, wie sich eine große Menschenmenge auf ihn zu bewegte. „Jesus von Nazarteth kommt!“, rief ihm jemand zu. Bartimäus war plötzlich ganz aufgeregt. Er hatte bereits von Jesus gehört, von Wundern, von Heilungen.

Laut rief er: „Jesus! Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Die Menschen, die in seiner Nähe standen, ärgerten sich über Bartimäus. „Bleib doch still, du störst“, schrieen sie.

Aber Bartimäus wollte, dass Jesus ihn auf jeden Fall hörte. Er rief umso mehr: „Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Jesus hörte ihn wirklich. Er bat: „Bringt ihn zu mir!“

Dann fragte Jesus ihn: „Was kann ich für dich tun?“

Bartimäus sagte schnell: „Ich möchte sehen!“ Er war fest davon überzeugt, dass Jesus ihm helfen könne. Und Jesus kümmerte sich um ihn. Er sagte zu dem Blinden: „Dein Glaube hat dir geholfen!“

Ein Wunder war geschehen. Bartimäus konnte sehen. Jetzt musste er nicht mehr betteln gehen. Wie sehr hat er Gott für sein Augenlicht gedankt. Die vielen Menschen, die miterlebten, wie Jesus Bartimäus heilte, dankten und priesen Gott ebenfalls.

ARRIVAL-OF-THE-FOG-35.5-x-35.5cm-1422-x-1422-Acrylic-on-canvas-scaled / Holger Baehr

Wort zum Tag:

Schneeflocken sind die Schmetterlinge des Winters. 

Berlin.  Gedanken kommen wieder von Pfarrer Viktor Weber. Es läutet die Glocke des evangelischen Gemeindezentrums in Berlin-Biesdorf. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Empfehlung aus dem Kinder- und Jugendbereich kommt von Religionslehrerin Susanne Bäsler, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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IRISH-HILL-SCENE-15-x-15cm-622-x-622-Acrylic-on-canvas / Holger Baehr

Wort zum Tag:

Wir schweigen am frühen Morgen des Tages,

weil Gott das erste Wort haben soll.

Und wir schweigen vor dem Schlafengehen,

weil Gott auch das letzte Wort gehört.

Schweigen heißt nicht stumm sein,

wie Wort nicht Gerede heißt.

Stummsein schafft nicht Einsamkeit

und Gerede schafft nicht Gemeinschaft.
Dietrich Bonhoeffer  

Berlin.  Gedanken kommen wieder von Pfarrer Siegfried Weber. Es läuten die Glocken der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Zeuthen (LDS). Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Empfehlung aus dem Kinder- und Jugendbereich kommt von Pfarrer Ralf Schwieger, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin von Ingo Moy, Diakon und Sozialmanager, Geschäftsführer des Diakonischen Bildungszentrums, Dozent für Wortverkündigung sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Niels Larsen Stevns: Zachäus

Zachäus war ein reicher Mann. Er wohnte in Jericho und hatte viel Macht. Er war Zöllner, saß in seinem Büro am Stadttor und kassierte Geld von allen Menschen, die in die Stadt kamen. Oft nahm er ihnen mehr Geld ab, als er eigentlich durfte. Oft ärgerten sie sich auch über diesen Zöllner. Sie mochten ihn nicht. Sie fanden ihn gemein. Zachäus war reich, aber er hatte keine Freunde. Er war ein einsamer Mann. Zachäus war auch ein kleiner Mann. Und manchmal machten sich die Leute über ihn lustig, weil er so klein war. Das ärgerte ihn dann sehr. Eines Tages hörte er die Leute reden und rufen, die durch das Tor gingen: „Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem und er wird auch hier in Jericho vorbeikommen.“ Jesus, von dem hatte auch Zachäus schon gehört. Ein besonderer Mann sollte das sein, der Menschen heilt und von Gott erzählt. Den wollte Zachäus auch einmal sehen. Aber er war klein und die Menschen mochten ihn nicht. Sie würden sich vor ihn stellen und ihn nicht durchlassen. Da lief er ein Stück die Straße entlang und kletterte auf einen Baum, auf einen Maulbeerbaum. Er wollte diesen Jesus unbedingt sehen. Und da, da kam Jesus schon mit seinen Freunden die Straße entlang. Zachäus saß auf seinem Baum und beobachtete die ganze Szene von oben. Doch als Jesus in die Nähe des Baumes kam, blieb erstehen und schaute hinauf. „Zachäus, komm herunter, ich möchte heute in deinem Haus zu Gast sein!“, rief er. Zachäus traute seinen Ohren kaum. Endlich wollte ihn jemand besuchen und dann ausgerechnet Jesus! Er stieg eilig vom Baum herab und lief vor Jesus her bis zu seinem Haus. Er ließ köstliche Speisen auftischen und bewirtete alle, die mit Jesus kamen. Er wurde dabei so froh, dass er nichts mehr von seinem Reichtum haben wollte. Er wollte teilen, anderen Menschen helfen und niemanden mehr betrügen. Er wollte sogar denen das Geld zurückgeben und noch mehr dazu, denen er zu viel berechnet hatte. Jesus sagte:“ Alle sollen nun wissen, dass das Heil in dein Haus gekommen ist.“ Aber draußen vor der Tür standen noch immer Leute, die ärgerten sich über Jesus. Sie sagten: „Was?! Bei dem gemeinen Zöllner ist er zu Gast und zu uns kommt er nicht. Der Zöllner wird sich nie ändern. Wir haben gedacht, Jesus ist anders.“ So gefällt uns das nicht. Wir haben uns vorgestellt, dass er sich anders verhält“, sagten sie.

Und Jesus: „Zachäus, heute hast du ein neues Leben angefangen.“

(nach Lukas 19,1-10)

FROZEN-HILLS-IN-THE-WEST-30.5-x-30.5cm-1222-x-1222-Acrylic-on-canvas / Holger Baehr

Wort zum Tag:

Gebet
Gott, Du Quelle unserer Kraft, wir danken Dir.
Du verwandelst das Samenkorn zur Frucht.
Du nährst und erhältst uns.
Du bist bei uns auf einfachen und schwierigen Wegen und machst uns fähig, einander zu begleiten.
Wir bitten Dich, lass uns Deiner Kraft vertrauen, die sich des Kleinen annimmt
und die aus zaghaften Anfängen
Wunderbares wirken kann.
Sei uns nahe, leite und bewege uns.
Wie aus den Körnern vieler Felder das Brot wird, so mache aus uns vielen eine Gemeinschaft, Zeichen der Hoffnung in dieser Welt. Amen

Internationale Weltgebetstag Konferenz 2007

Berlin.  Gedanken kommen wieder von Pfarrer Viktor Weber. Es läuten die Glocken der evangelischen Dorfkirche in Berlin-Britz. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Empfehlung aus dem Kinder- und Jugendbereich kommt von der eigenen Redaktion, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin und der Weihnachtskirche sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Mittelteil des Triptychons des brennenden Dornbuschs von Nicolas Froment in der Kathedrale von Aix-en-Provence

Der brennende Dornbusch

Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. 2 Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. 3 Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? 4 Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.

5 Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. 6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 7 Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. 8 Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. 9 Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. 10 Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! 11 Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?

12 Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. 13 Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen?

14 Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der «Ich-bin-da». Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin-da» hat mich zu euch gesandt. 15 Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.

Quelle: https://www.ev-schuldekan-vaihingen.de/resources/ecics_592.pdf

Fresko „Jesus und die zwölf Apostel“ mit Christusmonogramm ☧Domitilla-KatakombenRom, Foto: Dnalor 01

Zum Vorlesen:

Ich heiße Simon und ich wohne am See Genezareth. Ich bin Fischer hier am See Genezareth, genau wie mein Vater und mein Bruder Andreas. Ein Fischer muss jeden Tag hart arbeiten. Andreas und ich stehen mitten in der Nacht auf, fahren mit unserem Boot auf den See hinaus. Dort werfen wir das Netz aus und hoffen, dass wir einen guten Fang machen. Nicht immer gehen die Fische ins Netz, manchmal arbeiten wir auch die ganze Nacht umsonst. Wenn ein Sturm kommt, kann es sogar richtig gefährlich werden.


Ich will euch erzählen, was ich an diesem Morgen am See erlebte. Zusammen mit Andreas war ich die ganze Nacht auf dem See gewesen. Auch Jakobus und Johannes waren mit ihrem Boot hinausgefahren. Als die Sonne aufging, waren unsere Netze leer. Umsonst waren wir früh aufgestanden, umsonst hatten wir uns abgemüht. Alle waren müde und enttäuscht. Wir legten am Ufer an. Da stand ein fremder Mann, der wie ein Gelehrter redete. Wir kannten ihn nicht, aber um ihn herum standen schon Menschen, die ihm zuhörten. Er sprach von Gott.

Als er seine Rede beendet hatte, sah er mich an. „Simon“, sagte er, „du hast heute Nacht nichts gefangen. Fahre hinaus und wirf die Netze noch einmal aus!“ Ich antwortete: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Und nach einer Pause: „Aber wenn du es sagst, dann fahren wir noch einmal hinaus.“


Wir brachten das Boot wieder ins Wasser und bald war unser Netz voll. Wir fingen so viele Fische, dass wir Jakobus und Johannes rufen mussten. Sie kamen mit ihrem Boot und halfen uns, den Fang an Land zu ziehen. Wir sahen uns an. Welch einem Menschen waren wir da begegnet?
Als wir wieder an Land waren, sprach er uns alle mit Namen an. Zu mir sagte er: „Du bist Simon, doch von nun an sollst du Simon Petrus heißen.“ Petrus heißt Fels. „Du wirst der Fels sein. Auf dich will ich bauen.“

Wir zogen die Boote an Land. Wir ließen alles zurück und folgten ihm. Dieser Mann heißt Jesus. Von diesem Tag an wurden wir seine Jünger.

Nach einem Text vom Gemeindejugendwerk Deutschland

GIANTS-CAUSEWAY-I-51-x-51cm-2022-x-2022-Acrylic-on-canvas-scaled / Holger Baehr

Worte zum Tag (Taizé)

Christus ist das Haupt des Leibes, der die Kirche ist. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; denn Gott wollte in seiner ganzen Fülle in ihm wohnen.

Kol 1,17-20

Berlin.  Gedanken kommen nach der Pause seit Oktober wieder von Pfarrer Viktor Weber . Es läuten die Glocken der evangelischen Neuen Dorfkirche in Berlin-Malchow. Es gibt Tipps zum Religionsunterricht, eine Einspielung gibt es von dem Berliner Organisten Michael Reichert, eine Empfehlung aus dem Kinder- und Jugendbereich kommt von Pfarrer Ralf Schwieger. Wir stellen über das Jahr einen besonderen Kalender vor, es gibt eine Buchempfehlung, einen Filmtipp, Impulse auch aus dem Evangelischen Johannesstift Berlin sowie Jazziges. Besonders sind die Orgelnoten der Stiftung Orgelklang.

Von Frank Bürger

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Die evangelische Kirche entstand durch die Bewegung der Reformation im 15. Jahrhundert. Die Reformation wurde von dem Mönch Martin Luther angestoßen, der den Ablasshandel der katholischen Kirche kritisierte. Bis dahin war die katholische Kirche die einzige Kirche der Christen.

Die römisch-katholische Kirche – lange einzige Kirche der Christen

Die römisch-katholische Kirche hat ihren Ursprung vor über 2000 Jahren. Manche Theologen glauben sogar, dass Jesus Christus selbst mit dem sogenannten „Felsenwort“ an den Apostel Petrus die Kirche gegründet hat. Das ist aber unter römisch-katholischen Theologen umstrit-ten. Jedenfalls war die katholische Kirche lange Zeit die einzige Kirche der Christen und wirk-te allumfassend. Sie prägte die Wertevorstellungen der Menschen und begleitete ihr Leben von der Geburt bis zum Tod. Zudem war die Kirche zuständig für Kranken-, Armenhäuser und Schulen und betrieb zahlreiche Klöster. Insbesondere im Mittelalter waren die Klöster Zen-tren der Bildung, der Kultur und des Handels.

Die römisch-katholische Kirche: Fegefeuer und Ablasshandel

So wurde die römisch-katholische Kirche sehr einflussreich und mächtig war. Im Mittelalter verfügte sie über große Schätze und Reichtümer. Genau wie die Adligen besaßen die Kir-chenmänner bäuerliches Land und verfügten über politische Macht, indem sie beispielsweise an der Königswahl beteiligt waren. Auch die Wissenschaft an den Universitäten war der Kir-che untergeordnet. Diese Machtfülle führte dazu, dass die katholische Kirche ihre Stellung missbrauchte. Sie jagte den Gläubigen Angst vor der Hölle und dem Fegefeuer ein und er-fand ein zweifelhaftes Geschäftsmodell: Durch den Kauf von sogenannten Ablassbriefen konnten sich die Gläubigen von ihren Sünden freikaufen und dadurch der Hölle entgehen. Das machte die Kirche ungemein reich.

Martin Luther und die Reformation

Der Mönch und Theologe Martin Luther, der Ende des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts lebte, fand den Ablasshandel unredlich. Er suchte in der Bibel nach Argumenten, die diesem Geschäftsmodell der katholischen Kirche widersprachen. Und er wurde fündig: Im Jahr 1517 nagelte Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche – so die Legende. Die Thesen belegen, dass die der Ablasshandel sich gar nicht mit der Bibel vereinbaren lässt. Die Gläubigen sollten frei sein, Gottes Gnade sei nicht käuflich. Die katholische Kirche war von Luthers Thesen nicht begeistert und bekämpfte den Theologen und seine Anhänger. Aber Luther bot der katholischen Kirche die Stirn, übersetzte die lateinische Bibel ins Deutsche und gewann immer mehr Anhänger für seine Ideen. Luthers Bewegung nennt man heute Reformation (Erneuerung). Aus der reformatorischen Bewegung entstand schließlich die evangelische Kirche.