Tabak verbindet

Ehemalige Fabrik Schmock in Potsdam

Berlin. Tabak heißt nicht nur Rauchen, sondern spielt gesellschaftlich eine Rolle. Beispielhaft zu nennen sind die Orte Potsdam, Vierraden, München und Schwetzingen.

Von Frank Bürger

Die heutige Hermann-Elflein-Straße, gelegen in der nördlichen Innenstadt Potsdams, verbindet die Charlottenstraße mit der Hegelallee. Sie entstand im Rahmen der zweiten barocken Stadterweiterung unter Friedrich Wilhelm I. In der Mitte des 18. Jahrhunderts bewohnten unter anderem Sattler, Glaser, Kürschner und Viktualienhändler den Straßenzug, der damals noch Schockstraße hieß; benannt nach Samuel Schock, der 1736 als Schweizer Kolonist gezielt vom preußischen Hofe angeworben wurde, um die erste preußische Manufaktur zur Tabakverarbeitung zu errichten. In der Tabakfabrik, die er auf den geschenkten Grundstücken Nr. 27 und 28 errichtete, begann er zunächst mit der Produktion von Pfeifentabak. 1742 brannte die Fabrik ab. Nach dem Wiederaufbau stellte sie den feineren Schnupftabak her, der nicht nur an den königlichen Hof geliefert wurde, sondern den man auch exportierte, u. a. nach Sachsen, Polen und England.

Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Das Tabakskollegium (auch bekannt als Tabagie) bezeichnet die legendäre abendliche Herrenrunde des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. (des „Soldatenkönigs“). Obwohl die Runden meist mit dem Schloss Wusterhausen assoziiert werden, tagte das Kollegium regelmäßig in Potsdam (unter anderem im Stadtschloss) sowie in einem Lusthaus auf dem heutigen Potsdamer Bassinplatz.

In der Mitte des Bassins befand sich eine Insel. Dort errichtete der holländische Architekt Jan Bouman in der Sichtachse zur Brandenburger und Benkertstraße einen kleinen Pavillon, Gloriette genannt. Dieses königliche Lusthaus nach holländischer Manier entstand im Auftrag Friedrich Wilhelms I. im Jahr 1739. Die Gloriette war für die zweite barocke Stadterweiterung von zentraler Bedeutung, da sie im Schnittpunkt der beiden neuen Blickachsen lag. Sie war, bevor im 19. Jahrhundert die Kirche auf dem Bassinplatz gebaut wurde, schon vom Brandenburger Tor aus zu sehen. Lediglich zwei Feste fanden in dem Pavillon statt: Die Einweihung 1739 und die Gedenkveranstaltung zum ersten Jahrestag der Schlacht bei Hohenfriedberg im Jahr 1746. Im Volksmund wurde es auch Tabakshäuschen genannt, weil das sogenannte Tabakskollegium des Soldatenkönigs hier zusammengekommen sein soll.

Quelle: Holland in Potsdam

Die echte Tabakproduktion in Brandenburg (Uckermark): Der eigentliche Tabakanbau und die Produktion in der Region konzentrierten sich historisch auf die Uckermark (rund um Schwedt/Oder und Vierraden). Hugenotten, die nach dem Edikt von Potsdam (1685) nach Brandenburg flohen, brachten das Wissen und die Pflanzen mit. Die Uckermark entwickelte sich daraufhin für über 300 Jahre zum wichtigsten Tabakanbaugebiet Ostdeutschlands.

Quelle: Kulturland Brandenburg

„Vierraden ist ein Glücksfall für die Kulturgeschichte. Der Tabak, der den Bauern seit über 300 Jahren den Wohlstand brachte, hat dem Ort sein ganz besonderes, mit anderen Orten kaum vergleichbares Erscheinungsbild gegeben und lebt noch immer in den Herzen seiner Einwohner.

Mächtige Tabaktrockengebäude, Schuppen aus dunkelbraunen Holzbohlen, massive Tabakspeicher und einfache Feldschuppen prägen bis heute die Hofgrundstücke und sind bauliches Zeugnis des Tabakanbaus als einer bäuerlichen Wirtschaftsform, die sich an den Ufern der Oder, von Lunow bis nach Gartz, erstreckte. Die massiven Scheunen und Speicher entstanden zur Lufttrocknung des damals meistverbreiteten Zigarrentabaks.

Hier in den Orten am Rande des Nationalparks „Unteres Odertal“ und besonders in der Ackerbürgerstadt Vierraden sind diese Bauten als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft noch erlebbar. Charakteristisch sind die zahlreichen Luken und Dachöffnungen zum Be- und Entlüften der Tabakblätter. Mit Wehmut denkt so mancher Uckermärker an die Zeit, als im August auf zahlreichen Feldern der Tabak rosa blühte und der schon in den Hang gebrachte Tabak seinen unverwechselbaren Duft verströmte. Doch der Wandel vollzieht sich auch in Vierraden. Wo vor über zwei Jahrzehnten noch viele Hektar Tabak angebaut wurden, jeder Zipfel Land mit dieser subtropischen Pflanze bepflanzt wurde, ist der Kleinanbau gänzlich zum Erliegen gekommen.

Nur noch ein moderner Betrieb, mit effizienten Pflanz-, Bearbeitungs- und Erntemaschinen, die Uckermärkische Tabak GmbH, produziert auf ca. 75 Hektar, die Kulturpflanze, die für diese Region über dreihundert Jahre von so großer Bedeutung war und die den Menschen Arbeit und Brot brachte. Wenn der Verein für Heimatgeschichte und Traditionspflege Vierraden e.V. und das Tabakmuseum Vierraden jährlich im August alle Gäste zum Tabakblütenfest einladen, dann ist das eine besondere Form der Weitergabe des kulturellen Erbes von einer Generation zur nächsten. Es zeigt die besondere Wertschätzung der Lebensleistung der hier lebenden Generationen von Tabakbauern und den damit verbundenen Sitten und Gebräuchen.

Alle zwei Jahre wird eine neue Tabakkönigin gewählt. Sie muss in Anwesenheit der Festbesucher und vor einer Jury beweisen, dass sie über den Tabak gut Bescheid weiß. Dabei ist ihr Wissen über die Biologie der Pflanze genauso gefragt, wie über deren Anbau, Ernte und Verarbeitung.

Im Tabakmuseum findet aus diesem Anlass immer eine zünftige „Tabakköst“ mit Kuchen und Likör statt.“

Der Vierradener Tabak eignet sich gut als Einlage für Zigarren und war weit besser als sein Ruf. Neben Zigarrenfabriken in der Pfalz, Schlesien, Sachsen und Pommern, die diesen Tabak mit den höher geschätzten Überseeblättern mischten, gab es kleine ansässige Firmen, die Zigarren herstellten.

Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss und Außengelände erklären die Historie und Entwicklung des Tabaks in der Region.

Aber ohne Personen geht es ja nicht:

Der letzte Zigarrenmacher in Vierraden war August Friedrich Koch, der in Heimarbeit tätig war. Als Werkstatt diente die Küche. Der ältere Bruder Gustav Koch betrieb in der Berliner Chausseestraße eine eigene Zigarrenfabrik.

Nun sind wir bei Berlin und der Kurpfalz angekommen…

Die Journalistin Eva-Martina Weyer beschäftigte sich in ihrem Buch Tabakpech mit der Geschichte des Tabaks in der Uckermark. Hier taucht auch ein gewisser Franz Bürger auf, was ich mit lächelndem Auge bemerke

Denn dann führt der Weg auch in meine ursprüngliche Heimat Schwetzingen.

Auch mein Großvater war Zigarrenfabrikant. Und die Firma Neuhaus in Schwetzingen, die ihre Lagerkeller in der Lindenstraße in Schwetzingen hatte, genoss nicht nur badischen Ruhm. Die Marke La Paloma Princess des Unternehmens wies auf die Bedeutung des Tabaks hin …Vierraden macht vor, was in Schwetzingen mit Spargel- und Tabakanbau realisiert werden könnte. Wenn der politische Wille da wäre…

Das Unternehmen August Neuhaus & Cie wurde im Mai 1886 von Caspar August Neuhaus in Schwetzingen gegründet. Es entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Zigarrenhersteller. In den 1930er-Jahren beschäftigte die Firma über 1.500 Mitarbeiter und produzierte jährlich mehr als 100 Millionen Zigarren

Quelle: Schwetzinger Zeitung

Am liebsten rauchte mein Großvater die Marke „Astor“…Weltluft. die mit diesem Namen verbunden ist.

Doch Tabak zeigt, dass der Weg von Berlin nach München nicht weit ist.

Der Film „Block 10“ feierte am 3. Juli 2026 im Rahmen des 43. Filmfestes München Weltpremiere. Und zwar in der Astor Film Lounge im Arri

„Block 10“ ist eine Koproduktion der Berliner CCC Cinema und Television, MZ-Film (München), Niama-Film (Stuttgart) sowie der ARD Degeto Film.

Die Dreharbeiten fanden größtenteils im Berliner Filmstudio an der Havel in Spandau statt.

Der Ehemann der Journalistin und Filmproduzentin Alice Brauner ist der Münchner Unternehmer Michael Zechbauer

Michael Zechbauer stammt aus einer bekannten Unternehmerfamilie und führt unter anderem das traditionsreiche Geschäft Zechbauer Tabakwaren. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit tritt er bei Filmprojekten seiner Frau gelegentlich auch als Co-Produzent in Erscheinung. Die Familie lebt abwechselnd in Berlin und München.

Quelle: Facebook

Vor über sieben Generationen fing alles in München an. Mit einer Idee. Max Zechbauer, der 1830 das Unternehmen „Max Zechbauer Tabakwaren“ gründete, begann als erster Händler für Tabakwaren Zigarren aus Havanna nach Deutschland zu importieren. Dadurch entwickelte sich das kleine Familienunternehmen, das bereits 1795 mit dem Krämerladen von Franz und Anna Zechbauer begann und anfangs zunächst mit Kau- und Schnupftabak handelte, zu Deutschlands erstem Spezialgeschäft für Zigarren.

Das florierende Familienunternehmen eröffnete einen Kolonialwarenladen in den Arkaden des Münchner Hofgartens. Und Max Zechbauer Tabakwaren wurde 1886 schließlich zum königlichen bayerischen Hoflieferanten ernannt, belieferte gar den Vatikan, den russischen Zaren-Hof und Europas Königshäuser. Im 19. Jahrhundert folgten noch weitere 14 europäische Hoflieferanten-Titel.

1911 erwarb Zechbauer das Haus an der Residenzstraße, das seitdem als Zechbauer-Haus bekannt ist und in dem sich bis heute das ursprüngliche Ladengeschäft befindet. Um das erlesene Angebot an Tabakwaren weiter abzurunden, startete Zechbauer schließlich mit der Produktion einer eigenen Zigarrenmarke. Für diese Hausmarke werden eigens Zigarren und Zigarillos aus hochwertigen importierten Tabaken per Hand in Deutschland gefertigt. 1973 begann die Freundschaft mit Zino Davidoff und Zechbauer wurde weltweit der erste Anbieter von Davidoff-Zigarren außerhalb der Schweiz.

Heute blickt Max Zechbauer Tabakwaren auf eine fast 200-jährige Geschichte zurück und residiert noch immer mit seinem historischen Ladengeschäft im Herzen der Stadt. Als das älteste Fachgeschäft für Zigarren in München zählt Zechbauer inzwischen zu den besten Tabakwarenhäusern Europas. 2013 wurde Zechbauer für seine langjährigen Verdienste und aktuellen Erfolge mit dem „First Davidoff Golden Band Award Europe“ – dem inoffiziellen Zigarren-Oscar – als einer der besten fünf Zigarrenhändler in Europa ausgezeichnet. Das Unternehmen befindet sich noch immer im Besitz der Familie Zechbauer, die das Erbe des Gründers mit viel Gespür für Genuss und Tradition weiterführt.

Die handgefertigten Zigarren und Zigarillos aus der eigenen Herstellung erfreuen sich weiterhin hoher Beliebtheit. Daneben vertreibt Zechbauer eine große Auswahl an Tabakwaren aller namhaften Hersteller weltweit. Als offizieller Partner von Davidoff darf Zechbauer die Tabakwaren der Premium-Marke nach wie vor exklusiv anbieten, als einziger Händler Münchens. 1998 eröffnete Zechbauer Tabakwaren wiederum als einer der ersten Tabakhändler eine Filiale im Internet. Seitdem kann ein großes Sortiment von über 500 Tabakwaren über den Online-Shop erworben werden.

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