
Impuls aus Taizé:
Christus, das Wort, war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.
Joh 1,10-12
Berlin. Wir beginnen mit einer Andacht von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates. Mit dem Politiker und Autoren Andreas Sturm aus Baden haben wir einen neuen Partner gewonnen. Dann kommt ein Impuls vom Potsdamer Generalsuperintendenten Kristóf Bálint oder direkt von der EKBO. Ein besonderer Impuls kommt von Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Gedanken kommen dieses Mal in einem neuen Format, musikalisch umrahmt von Organistin Barbara Herrberg (Evangelische Weihnachtskirche Spandau), mit Fokus auf das Thema „Aufbruchstimmung im Herbs“, diese Woche wieder mit Siegfried Weber, stellv. Dekan in Karlsruhe. Es gibt jede Woche die Rubrik „Wachet und Betet“, und zwar über die Aktion „#createsoundscape“. Zu hören sind die Glocken der Kath. Pfarrkirche St. Clemens und St. Pankratius in Inden-Altdorf. Mit dem Reise Know-How Verlag aus Bielefeld geben wir Impulse für Touren in alle Welt. Ergänzend dazu Impulse von Kerstin Pagel. Dazu kommen historische Impulse aus der Schweiz mit Albrecht Grözinger, emeritierter Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel. Es gibt Tipps aus dem und für den Religionsunterricht, manchmal von Mitarbeiterin Angela Schweitzer, auch für die Familie, ab und an eine Koproduktion von Ute Mertens (Evangelische Kirche Mitteldeutschland und Thorsten Fabrizi (Evangelische Kirche im Rheinland), eine Einspielung dieses Mal wieder von Michael Reichert Ann-Helena Schlüter, ab und an auch ein Beitrag von Agita Rando. Es gibt Impulse für Kinder und Jugendliche von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger. Es gibt nun eine Buchempfehlung und Texte von Nadine Grimmig, eine Filmempfehlung kommt von Miss Sonnenschein oder Klassikradio. Jazziges kommt über den Experten Marco Reiß. Nun auch die YouTube-Einspielung der Woche, empfohlen von unserer Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz. Dazu klassische Noten von Hans-Josef Overmann, Opern- und Konzertsänger, Fagottist, Komponist und Dirigent. Jede Woche präsentiert Prof. Dr. Frank Thissen Momentaufnahmen aus Karlsruhe. Dazu kommen regelmäßig Momentaufnahmen von Pfarrer Erko Sturm. Regelmäßig gibt es jetzt Noten von der Sopranistin Andrea Chudak. Von Anfang an mit dabei Superintendentin Angela Zaedow.
Mit dabei eine deutsch-polnische Note über Stephan Schiller. Dazu eine oekumenische Ergänzung: Regelmäßig zeigen wir einen Impuls von Uwe Lüttinger, Dekan der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz. Und zum ersten Mal eine kulturelle Note von der SPD-Abgeordneten Sebahat Atli.
Von Frank Bürger
Andacht Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Impuls Generalsuperintendent Kristóf Bálint

Ein gelungener, experimenteller Gottesdienst auf dem Georgenfriedhof in Templin mit Pfarrerin Annegret Kaufmann, Tänzerin und Choreographin Yeri Anarika Vargas Sanchez sowie dem Gitarristen Rodrigo auf einer gemeinsamen Prozession durch eine Baumallee hin zur Friedhofskapelle auf vier der sechs Stationen des Kaleidoskops der Trauer (https://www.trauerkaleidoskop.de/). Miteinander auf dem Weg der Trauer gehen, die Gefühle aushalten und sich G’TT darin hinhalten und bei ihm geborgen wissend. Beeindruckend, wie Musik, Tanz und Wort sich ergänzten und alle in ihren Bann zogen … Danke allen, die sich darauf einließen, mitgingen, mitgestalteten und Glauben einen so vielfältigen Ausdruck gaben.
Facebook, 28. September 2026
Impuls von Prof. Dr. Traugott Schächtele

Gottesdienst mit Gedenken an den 200.Todestag von Johann Peter Hebel am Sonntag, 27. September 2026 (17.S.n.Tr.) in der Ludwigskirche in Freiburg (Saal)
Termine
- 05.11.2026 19:30 Uhr Hebel-Revue – Texte und Musik Maria Magdalena Kirche
Blog
Aktuelle Buchhinweise
Am 17. August 2026 erschien beim Herder Verlag mein neues Buch Die neue Freiheit genießen und gestalten: Ein Reiseführer in den Ruhestand (20 Euro). Lesen und Verschenken lohnt sich! /leben/shop/p6/95995-die-neue-freiheit-geniessen-und-gestalten-gebundene-ausgabe/
Mein Buch geistesinzidenzen: sieben mal sieben unterbrechungen im lauf des Jahres ist beim Verlag Buchwerk am Kämpfelbach eben neu aufgelegt erschienen und wieder überall erhältlich! (19,90 Euro) /shop/geistesinzidenzen/
Im November erscheint beim Verlag Buchwerk am Kämpfelbach ein Band mit 32 Grafiken des Freiburger Künstlers Wolf Becke, jedem der Drucke stelle ich ein Gedicht zur Seite. Der Titel des Buches lautet: Flüchtige Zonen. Lyrik trifft Grafik – der Preis beträgt 19,80 Euro! /shop/fluechtige-zonen/
Beitrag von Pfarrer Erko Sturm

Das Evangelium in der Sprache der Menschen Cyrillus und Methodius, ihr Wirken unter den Slawen und die Enzyklika Grande munus
Leos XIII.
Die Geschichte des Christentums ist auch eine Geschichte seiner Übersetzungen. Wo das Evangelium Menschen erreicht, begegnet es ihren Sprachen, Denkweisen und Lebensformen. Dabei stellt sich eine grundlegende Frage: Müssen Menschen zunächst die Kultur der Missionare übernehmen, um Christen werden zu können, oder vermag der christliche Glaube in ihrer eigenen Kultur heimisch zu werden? Das Wirken der Brüder Cyrillus und Methodius gehört zu den bedeutenden historischen Antworten auf diese Frage. Ihre Mission unter den Slawen verband die Verkündigung des Evangeliums mit der Ausbildung einer christlichen Schriftsprache und einer eigenständigen kirchlichen Lebensform. Als Papst Leo XIII. ihnen am 30. September 1880 die Enzyklika Grande munus widmete, griff er dieses Erbe auf. Er deutete es allerdings unter den Voraussetzungen seiner Zeit und seines Verständnisses kirchlicher Einheit. Gerade die Unterscheidung zwischen dem Wirken der Brüder im neunten Jahrhundert und seiner päpstlichen Auslegung im neunzehnten Jahrhundert erschließt die theologische Bedeutung des Themas.
Herkunft und Auftrag: Mission zwischen politischen Interessen
Die Brüder stammten aus Thessaloniki, einem bedeutenden Zentrum des Byzantinischen Reiches mit engen Beziehungen zum slawischen Sprachraum. Der jüngere, um 827 geborene Konstantin, erhielt eine umfassende Ausbildung in Konstantinopel und wurde wegen seiner Gelehrsamkeit „der Philosoph“ genannt. Den Namen Cyrillus nahm er erst kurz vor seinem Tod als Mönch an. Der ältere Methodius, um 815 geboren, hatte zunächst in der Verwaltung gearbeitet, bevor er sich dem klösterlichen Leben zuwandte. Sprachkenntnis, Bildung und Erfahrung befähigten beide zu einer anspruchsvollen missionarischen Aufgabe. Ihr entscheidender Auftrag führte sie 863 nach Großmähren. Fürst Rastislav hatte sich an den byzantinischen Kaiser Michael III. gewandt und um Lehrer gebeten, die den christlichen Glauben in einer für sein Volk verständlichen Sprache erklären konnten. Das Christentum war dort bereits durch westliche Missionare bekannt. Zugleich suchte Rastislav größere Selbstständigkeit gegenüber dem ostfränkischen Einfluss. Die Entsendung der Brüder hatte daher sowohl kirchliche als auch politische Voraussetzungen. Diese Verflechtung verlangt eine nüchterne Betrachtung. Mittelalterliche Mission geschah selten außerhalb politischer Machtverhältnisse. Fürsten verbanden mit der Christianisierung Erwartungen an Bildung, Recht und internationale Anerkennung. Kirchliche Zuständigkeiten konnten ihrerseits politische Abhängigkeiten verstärken. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Verkündigung lediglich ein Werkzeug der Herrschaft gewesen wäre. Vielmehr musste sich ihre geistliche Glaubwürdigkeit innerhalb solcher Verhältnisse bewähren. Bei Cyrillus und Methodius lässt sich ein entscheidender Maßstab erkennen: Die Menschen sollten den Glauben verstehen und ihn selbst zur Sprache bringen können. Eine Kirche, die dauerhaft auf fremde Lehrer angewiesen bleibt, hat ihre missionarische Aufgabe noch nicht erfüllt.
Schrift und Sprache als theologische Aufgabe
Für ihre Übersetzungsarbeit verwendeten die Brüder das von Konstantin entwickelte glagolitische Alphabet. Es ermöglichte, die slawische Sprache angemessen schriftlich wiederzugeben. Die Übersetzung biblischer und liturgischer Texte sowie die Ausbildung einheimischer Geistlicher gehörten zusammen. Dabei ist eine verbreitete Gleichsetzung zu vermeiden: Das glagolitische Alphabet ist nicht mit der späteren kyrillischen Schrift identisch. Diese entwickelte sich im bulgarischen Umfeld der Schülertradition und wurde nach Cyrillus benannt. Theologisch war diese Arbeit weit mehr als eine praktische Erleichterung. Wer eine Sprache für die Verkündigung, das Gebet und den Gottesdienst erschließt, erkennt ihren Sprechern die Fähigkeit zu, den Glauben eigenständig zu empfangen und auszudrücken. Die Adressaten der Mission werden zu verantwortlichen Trägern kirchlichen Lebens. Dabei muss Übersetzung zweierlei leisten: Sie soll verständlich sein und zugleich dem Inhalt gerecht werden. Christliche Begriffe wie Gnade, Auferstehung, Versöhnung oder Dreieinigkeit lassen sich nicht beliebig durch vertraute Vorstellungen ersetzen. Sie müssen erläutert und sprachlich erschlossen werden. Umgekehrt kann die Bewahrung fremder Wörter allein keine Gewähr für eine treue Verkündigung bieten. Eine Botschaft, deren Wortlaut erhalten bleibt, deren Sinn aber unzugänglich ist, erreicht ihr Gegenüber nur unvollständig. Die missionarische Bedeutung der Übersetzung liegt deshalb in einer anspruchsvollen Verbindung von Treue und Verständlichkeit. Der christliche Glaube wird nicht dadurch bewahrt, dass man ihn sprachlich unangreifbar macht, sondern dadurch, dass sein Inhalt Menschen erreicht.
Darf jede Sprache Gott loben?
Die slawische Liturgie stieß auf Widerstand. In der Überlieferung erscheint dieser Konflikt besonders deutlich in der Auseinandersetzung mit Vertretern einer Beschränkung des Gotteslobes auf Hebräisch, Griechisch und Latein. Die Vita Constantini, eine frühe, zugleich hagiographisch geprägte Lebensbeschreibung, schildert eine entsprechende Debatte in Venedig. Konstantin begegnet seinen Gegnern mit biblischen Argumenten und dem Hinweis auf Gottes allen Menschen zugängliche Gaben. Die Darstellung ist keine stenographische Wiedergabe, lässt aber das theologische Selbstverständnis seiner Mission erkennen. Aus heutiger theologischer Sicht berührt dieser Streit das Verhältnis von Offenbarung und Sprache. Das Christentum hat geschichtliche Ursprungssprachen und ehrwürdige liturgische Sprachtraditionen. Daraus folgt jedoch kein ausschließliches Vorrecht bestimmter Sprachen auf Gottes Gegenwart. Das Pfingstgeschehen bietet hierfür einen grundlegenden Bezugspunkt: Die Menschen hören die Verkündigung in ihren eigenen Sprachen (Apg 2,6–11). Die Verschiedenheit wird nicht aufgehoben; innerhalb dieser Verschiedenheit entsteht Verständigung. Ergänzend betont Paulus, dass verständliche Rede dem Aufbau der Gemeinde dient (1 Kor 14). Damit lässt sich die Übersetzungsarbeit der Brüder als eine praktische Auslegung der Universalität des Evangeliums verstehen. Seine Geltung für alle Menschen verlangt, dass es in unterschiedlichen Sprachen gehört werden kann. Universalität bedeutet hier keine kulturelle Einheitlichkeit, sondern die gemeinsame Beziehung zu Christus.
Rom als Unterstützung – kirchliche Macht als Konfliktfeld
In Rom fanden die Brüder bei Papst Hadrian II. Unterstützung für ihre Mission und die slawische Liturgie. Cyrillus starb dort am 14. Februar 869. Methodius setzte die Arbeit fort, geriet jedoch in einen schweren Zuständigkeitskonflikt mit fränkischen Bischöfen und wurde gefangen gehalten. Erst die Intervention Johannes’ VIII. führte 873 zu seiner Befreiung. Besonders wichtig ist das päpstliche Schreiben Industriae tuae von 880. Johannes VIII. bestätigte darin Methodius und billigte die slawische Schrift sowie den Gebrauch der Sprache in der Liturgie. Zugleich ordnete er an, das Evangelium zunächst lateinisch und anschließend in slawischer Übersetzung vorzutragen. Auch lateinische Gottesdienste für den Fürsten und dessen Umgebung blieben vorgesehen. Das Dokument zeigt somit eine wirkliche Anerkennung der slawischen Sprache innerhalb weiterhin bestehender kirchlicher Rang- und Ordnungsvorstellungen. Darin liegt eine bleibende kirchliche Spannung. Eine Institution kann neue Formen der Verkündigung ermöglichen und sie zugleich begrenzen. Ordnung kann Gemeinschaft schützen; sie kann aber auch dazu dienen, gewachsene Machtansprüche zu sichern. Deshalb darf die Berufung auf Tradition die Frage nach ihrem geistlichen Zweck nicht ersetzen. Eine theologische Beurteilung wird fragen müssen: Dient eine Regel dem verständlichen Zeugnis von Christus und dem Aufbau der Gemeinde? Oder wird die überlieferte Form selbst zum Gegenstand der Verteidigung, während die Menschen aus dem Blick geraten?
Die Wirkung über das unmittelbare Missionsgebiet hinaus
Methodius starb am 6. April 885. Nach seinem Tod gerieten seine Schüler unter Druck; ein Teil wurde vertrieben. Besonders in Bulgarien fanden sie neue Wirkungsmöglichkeiten. Dort wurde die slawische christliche Literatur weiterentwickelt. Über diese Vermittlung wirkte das Erbe der Brüder später auch auf die kirchliche Kultur der Rus. Ihre Bedeutung für die slawischen Völker beruht deshalb wesentlich auf der Tätigkeit ihrer Schüler und späterer Generationen. Eine persönliche Mission der Brüder in allen Ländern, die sie heute verehren, darf daraus nicht abgeleitet werden. Diese Wirkungsgeschichte schützt vor einem einfachen Erfolgsverständnis. Missionarische Arbeit kann an ihrem ersten Ort eingeschränkt werden und dennoch andernorts Frucht tragen. Ihre Bedeutung erschöpft sich weder in unmittelbarer Anerkennung noch in institutioneller Dauer. Bei Cyrillus und Methodius wurde gerade die Weitergabe an Schüler entscheidend: Das Werk konnte über ihre eigene Lebenszeit hinaus fortgesetzt werden.
Leo XIII. und Grande munus
Mit Grande munus stellte Leo XIII. 1880 die Verehrung der Brüder in einen gesamtkirchlichen Rahmen. Er schrieb ihre Feier für den 5. Juli im allgemeinen römischen Kalender vor. Der Titel bezeichnet den großen Auftrag der Glaubensverkündigung, den Leo besonders mit Petrus und dessen Nachfolgern verbindet. Entsprechend erzählt er die Mission der Brüder vornehmlich von ihrer Anerkennung durch Rom her. Die slawische Liturgie würdigt er ausdrücklich. Zugleich richtet sich sein Einheitsverständnis auf die Gemeinschaft mit dem römischen Stuhl. Die Enzyklika muss außerdem quellenkritisch gelesen werden. Ihre weitreichenden Angaben über persönliche Missionsreisen des Methodius und angebliche Bistumsgründungen etwa in Lemberg und Kiew können nicht als gesicherte Geschichte übernommen werden. Ihr konfessionell geprägtes Geschichtsbild und ihre abwertende Beschreibung vorchristlicher Lebensformen gehören zur zeitbedingten Perspektive des Textes. Theologisch lässt sich daraus eine doppelte Aufgabe ableiten: Die Anerkennung sprachlicher Eigenständigkeit verdient Würdigung; die Gleichsetzung kirchlicher Einheit mit einem einzigen institutionellen Bezugspunkt verlangt ökumenische Prüfung. Die Erinnerung an Heilige kann Gemeinschaft eröffnen. Sie kann zugleich das eigene Kirchenverständnis rückwirkend bestätigen. Eine verantwortliche Auslegung muss beide Möglichkeiten unterscheiden.
Von der konfessionellen Erinnerung zur ökumenischen Bedeutung
Johannes Paul II. erklärte Cyrillus und Methodius 1980 zu Mitpatronen Europas und widmete ihnen 1985 die Enzyklika Slavorum apostoli. Darin rückte er Inkulturation, kulturelle Würde und die Verbindung zwischen östlicher und westlicher Tradition stärker in den Mittelpunkt. Einheit wird als Gemeinschaft verstanden, in der unterschiedliche kirchliche Traditionen ihren Wert behalten. Die Brüder lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres in heutige konfessionelle Kategorien einordnen. Ihr Wirken gehört in eine Zeit, in der die Spannungen zwischen Rom und Konstantinopel bereits erheblich waren, die späteren Trennungen aber noch nicht ihre endgültige Gestalt angenommen hatten. Gerade darin liegt ihre ökumenische Bedeutung: Sie erinnern an eine christliche Geschichte, deren Erbe mehrere Kirchen miteinander teilen. Ein solches gemeinsames Erbe beseitigt bestehende Lehrunterschiede nicht. Es kann jedoch verhindern, dass die jeweils eigene Tradition als die einzig mögliche Gestalt christlichen Lebens erscheint.
Eine evangelische Würdigung
Aus evangelischer Sicht verdient besonders die Verbindung von Wortverkündigung, Übersetzung und Gemeindebildung Aufmerksamkeit. Hier besteht eine sachliche Nähe zu dem reformatorischen Anliegen, die Heilige Schrift zugänglich zu machen und den Gottesdienst verständlich zu gestalten. Cyrillus und Methodius waren deshalb keine Vorläufer der Reformation im konfessionellen Sinne. Doch ihr Wirken verdeutlicht ein Anliegen, das auch für evangelische Theologie wesentlich ist: Der Glaube lebt vom gehörten und verstandenen Evangelium. Ebenso lässt sich die Frage nach der Einheit aufnehmen. Nach Artikel VII des Augsburger Bekenntnisses verlangt die Einheit der Kirche keine überall gleichen menschlichen Traditionen und Zeremonien. Unterschiedliche Sprachen und Gottesdienstformen können daher Ausdruck einer gemeinsamen christlichen Wirklichkeit sein. Für gegenwärtige Gemeinden ergibt sich daraus eine anspruchsvolle Aufgabe. Verständliche Verkündigung bedeutet mehr als den Verzicht auf alte Wörter. Sie verlangt Aufmerksamkeit für die Erfahrungen und Fragen der Menschen. Wer das Evangelium weitergeben will, muss zuhören können. Zugleich darf Verständlichkeit den Inhalt nicht verflachen: Vergebung, Hoffnung und Gottes Gnade müssen so zur Sprache kommen, dass ihre befreiende und herausfordernde Kraft erkennbar bleibt. Cyrillus und Methodius stehen für eine Mission, die Menschen zur eigenen Stimme befähigt. Grande munus zeigt, wie dieses Erbe später kirchlich beansprucht und gedeutet wurde. Ihre bleibende theologische Bedeutung liegt in der Frage, die beide Ebenen verbindet: Wie kann die Kirche dem einen Evangelium treu bleiben und es so verkündigen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft darin Gottes Anrede an ihr eigenes Leben hören?
Zentrale Quellen
• Leo XIII.: Grande munus, 30. September 1880, lateinischer Originaltext.
• Johannes VIII.: Industriae tuae, Juni 880; hier herangezogen in einer gekürzten tschechischen Übersetzung.
• Vita Constantini, besonders Kapitel 16: englische Übersetzung in Marvin Kantors Medieval Slavic Lives.
• Johannes Paul II.: Slavorum apostoli, 2. Juni 1985. • Benedikt XVI.: Katechese über Cyrill und Methodius, 17. Juni 2009.
Persönlicher Impuls
Aktuelle Deutsch-Polnische Note

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Impulse von Kerstin Pagel

In liebevollen Gedanken an Euren 53. Hochzeitstag, meine lieben Eltern. (29.9.1973) ![]()
Heute wäre Euer 53. Hochzeitstag gewesen. Auch wenn Papi diesen Tag nicht mehr hier unten auf der Erde mit uns feiert, sondern fest geborgen im Himmel ist, so feiert mein Herz diesen Tag! Wir vermissen Dich jeden Tag!
Wenn ich an Euch denke, spüre ich tiefen Segen, unendliche Liebe und das Gefühl von absoluter Geborgenheit, das Ihr mir immer geschenkt habt. Mami, Du schenkst es mir heute noch. Ihr habt das Fundament für unsere Familie gelegt und mir gezeigt, was Zusammenhalt wirklich bedeutet.
Vor allem erfüllt mich heute ein Gedanke mit tiefster Demut: Ohne Euch würde es mich nicht geben!
Dankeschön meine liebe Mami. Ich habe Dich ganz doll lieb! Du warst heute schon auf dem Friedhof bei unserem lieben Papi! ![]()
Leider kann ich heute nicht da sein, die Grippe hat mich erwischt. ![]()
Dankeschön mein lieber Papi im Himmel, im Herzen und in meinen Erinnerungen bist Du immer bei mir, ich habe Dich sehr lieb!



„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ 1. Kor., 13
49 Jahre (Zedernholzhochzeit) durftet IHR auf der Erde verheiratet sein. Papi sagte: „Die Liebe geht über den Tod hinaus und wird trotzdem den Tod besiegen“.
Mami Du hattest damals einen wunderschönen Strauß mit gelben Teerosen. ![]()
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Die historischen und edlen Duftrosen (Rosa indica fragrans) erinnern mit zarten Blüten und einem feinen Aroma, an die Frische und den Geruch vom schwarzen Tee. Sie kamen im frühen 19. Jahrhundert (um 1810) aus China (Kanton) nach Europa.
Papi hatte sich bewusst diese Rosenart ausgesucht. Sie erinnert an Glück, Dankbarkeit, ewige Verbundenheit, Sonne, Lebensfreude, geistiges Wachstum, Gleichgewicht, Wertschätzung, Neuanfang, auch an Liebe mit Tiefgang und so vieles mehr. ![]()
In Liebe, Eure Tochter Kerstin ![]()
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Fotos: K. B. Pagel
Facebook, 29. September 2026
Impulse aus und für den Religionsunterricht / Kultur
Blick auf das Pilgern

Mit Andrea Chudak unterwegs

Facebook, 28. September 2026
Kulturelle und Soziale Noten von Andreas Sturm


Kulturelle und soziale Note von Sebahat Atli


Musikbeitrag für Klassikfreunde
Wachet und Betet!
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Diese informiert über den Sinn und Zweck des Läutens überhaupt, über seine Geschichte und darüber, wie das Läuten heute wieder als Zeichen von Frieden, Freiheit und persönlicher Spiritualität verstanden werden kann.
Wachet und Betet – Historischer Impuls

Liberalismus sollte nicht zu Indifferentismus und Relativismus führen. Balthasar und Barth waren sich da sehr nah, nicht nur geographisch. Aber es gibt auch tief gläubigen Liberalismus bei Schleiermacher.
Facebook, Albrecht Grözinger, 30. September 2026
YouTube der Woche von Joanna Filus-Olenkiowicz
Impuls aus Schwetzingen von Dekan Uwe Lüttinger
Impuls aus Karlsruhe von Dekanstellvertreter Siegfried Weber
Impuls aus Karlsruhe von Prof. Dr. Frank Thissen

»Ich lebe und arbeite in Karlsruhe (an der Pädagogischen Hochschule), wohne aber nicht hier. Mir hat sich nie so recht erschlossen, warum „Leben“ und „Arbeiten“ getrennt sein soll. Wo ich arbeite, lebe ich auch und umgekehrt. Vor allem im laufenden Semester haben sich die Grenzen durch Homeoffice und die Kommunikationstools regelrecht verwischt: ich maile, chatte und „videokonferiere“ mit den Kolleginnen und Kollegen, die ebenso wie ich zu Hause sitzen, gefühlt sind wir aber alle an der Hochschule. Ich empfinde das als Privileg, meine Arbeit auch komplett vom Homeoffice aus umsetzen zu können, ohne dass die Qualität leidet oder mich zu überfordern. Mittlerweile sehen wir uns aber wieder häufiger „in Persona“, und das ist auch ganz schön.« Wolfgang Harst
Foto: Frank Thissen
Quelle: https://menschen-in-karlsruhe.eu/
Zeitenreise mit Hans-Josef Overmann
Buchempfehlung
Hier gibt es einen Neuanfang mit Nadine Grimmig, Archäologin, Kunsthistorikerin und vergl. Religionswissenschaftlerin.

Ein Dorf in dunklen Zeiten. Ein Mädchen, dessen Spur sich verliert. Eine Freundin, die sich erinnert.
Es ist ein milder Frühsommer, als Dora nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Stundenlang wandert sie durch die fremd-vertrauten Straßen – zu ihrem Elternhaus, aber auch zu dem Fachwerkhaus, in dem einst ihre beste Freundin wohnte.
Vom Wissen und Wegschauen: Ein berührender Roman über Zerbrechlichkeit und Hoffnung in dunklen Zeiten.
Als sie entdeckt, dass vor diesem Haus Stolpersteine verlegt wurden, ist Dora fassungslos. Denn dort liegen nur vier Steine, sie weiß aber genau, dass es fünf sein müssten. Einer fehlt, nämlich der ihrer ehemals besten Freundin Fanny. Was ist damals mit ihr geschehen?
Die Dorfgemeinschaft in Zeiten der Judenverfolgung: ein neuer, spannender Blick auf die düstere deutsche Geschichte. Emotional, glänzend recherchiert und mitreißend erzählt.
Impuls von Abt Daniil Irbits

Gedanken für den Abend:
Abend ist die Zeit, in der sich der äußere Lärm beruhigt und wir endlich allein mit uns selbst bleiben.
Es ist Zeit, den Lasten der täglichen Sorgen loszulassen und Frieden in der Seele zu finden.
Frieden in der Seele wird nicht dort geboren, wo alles perfekt ist. Er wird dort geboren, wo Vergebung gibt.
Vergehen, Wut und ungesprochene Gefühle sind schwere Steine, die wir freiwillig in unseren Herzen tragen.
Aber wenn wir aufrichtig diejenigen vergeben, die uns verletzt haben, und unser eigenes Schuldgefühl loslassen, verschwinden diese Steine.
Zuzugeben bedeutet nicht zu vergessen, es bedeutet, Raum für Licht zu schaffen.
Denken Sie daran, dass Gott Liebe ist. Seine Liebe ist unendlich, bedingungslos und still. Sie manifestiert sich in der Wärme des Abendluftes, im Schlag unserer Herzen, in der Fähigkeit, alles neu zu beginnen, mit der Ankunft des Morgens.
Er akzeptiert uns mit all unseren Schwächen, Fehlern und Müdigkeit.
Möge diese Nacht Heilung in Ihre Gedanken bringen.
Schließen Sie Ihre Augen mit Dankbarkeit für den vergangenen Tag, lassen Sie alle Ängste los und lassen Sie sich von der göttlichen Liebe in ihre Wärme umhüllen.
Gute und friedliche Nacht für Sie und Ihre Lieben.
Möge Gott Sie schützen. ![]()
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Facebook, 29. September 2026
Empfehlung für Kinder und Jugendliche
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Der neue große Roman der Solupp-Autorin Annika Scheffel
Wanda hat genug vom Leben in Heimen und Pflegefamilien. Sie will ihr Schicksal in die Hand nehmen, also reißt sie aus. Ausgerechnet am trubeligsten Ort der Stadt findet sie ein Versteck und verändert von dort aus nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das einer bunt zusammengewürfelten Gruppevon Außenseiter:innen:Sami, der sich wie kein zweiter in der Stadt auskennt und ein Geheimnis mit sich herumträgt, die wundersame Dora, die ihren Garten retten will, die schüchterne Peri, der feine und supernette Hotelportier Jo und die Straßenmusikerin Nino. Gemeinsam begeben sie sich auf eine aufregende Suche, die die ganze Stadt in Atem hält. Dabei erkennt Wanda, dass sie nicht nur ein Teil dieser Welt ist, sondern auch dazu gehören will. Aber auf ihre ganzeigene Art.
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