
Impuls aus Taizé
Streck deine Hand dem Armen entgegen. Schenk jedem Lebenden deine Gaben. Entzieh dich nicht den Trauernden, sondern teile ihre Traurigkeit!
Sir 7,32-36
Berlin. Wir beginnen mit einer Andacht von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates. Mit dem Politiker und Autoren Andreas Sturm aus Baden haben wir einen neuen Partner gewonnen. Dann kommt ein Impuls vom Potsdamer Generalsuperintendenten Kristóf Bálint oder direkt von der EKBO. Ein besonderer Impuls kommt von Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Gedanken kommen dieses Mal in einem neuen Format, musikalisch umrahmt von Organistin Barbara Herrberg (Evangelische Weihnachtskirche Spandau), mit Fokus auf das Thema „Sommerlöscher nutzen“, diese Woche wieder mit Siegfried Weber, stellv. Dekan in Karlsruhe. Es gibt jede Woche die Rubrik „Wachet und Betet“, und zwar über die Aktion „#createsoundscape“. Zu hören sind die Glocken der Kath. Kapelle St. Lambertus in Erkelenz-Immerath (neu). Mit dem Reise Know-How Verlag aus Bielefeld geben wir Impulse für Touren in alle Welt. Ergänzend dazu Impulse von Kerstin Pagel. Dazu kommen historische Impulse aus der Schweiz mit Albrecht Grözinger, emeritierter Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel. Es gibt Tipps aus dem und für den Religionsunterricht, manchmal von Mitarbeiterin Angela Schweitzer, auch für die Familie, ab und an eine Koproduktion von Ute Mertens (Evangelische Kirche Mitteldeutschland und Thorsten Fabrizi (Evangelische Kirche im Rheinland), eine Einspielung dieses Mal wieder von Michael Reichert Ann-Helena Schlüter, ab und an auch ein Beitrag von Agita Rando. Es gibt Impulse für Kinder und Jugendliche von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger. Es gibt nun eine Buchempfehlung und Texte von Nadine Grimmig, eine Filmempfehlung kommt von Miss Sonnenschein oder Klassikradio. Jazziges kommt über den Experten Marco Reiß. Nun auch die YouTube-Einspielung der Woche, empfohlen von unserer Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz. Dazu klassische Noten von Hans-Josef Overmann, Opern- und Konzertsänger, Fagottist, Komponist und Dirigent. Jede Woche präsentiert Prof. Dr. Frank Thissen Momentaufnahmen aus Karlsruhe. Dazu kommen regelmäßig Momentaufnahmen von Pfarrer Erko Sturm. Regelmäßig gibt es jetzt Noten von der Sopranistin Andrea Chudak. Von Anfang an mit dabei Superintendentin Angela Zaedow.
Mit dabei eine deutsch-polnische Note über Stephan Schiller. Dazu eine oekumenische Ergänzung: Regelmäßig zeigen wir einen Impuls von Uwe Lüttinger, Dekan der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz.
Von Frank Bürger
Andacht Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Impuls Generalsuperintendent Kristóf Bálint

Nachgeholter Gottesdienst in Hohenfinow, nachdem er am 29. Juni 2025 wegen Sturmschadens von Hohenfinow nach Heckelberg umverlegt werden musste. Der Fischzug des Petrus der Predigttext mit aufmerksamer und sangesfreudiger Gemeinde, in einem wunderschönen Kirchlein auf dem Hügel. Die Predigt zum Nachlesen findet sich hier: https://www.ekbo.de/…/2026-07_05_Predigt_zu_Lk_5__1-11…

Predigt über Philipper 2,1-4
gehalten am Sonntag, den 6. August 2000 (7.S.n.Tr)
in der Matthias-Claudius-Kapelle in FR-Günterstal
Termine
- 23.08.2026 10:30 Gottesdienst im Rahmen der Predigtreihe zu R.M. Rilke Stadtkirche Karlsruhe
Impuls von Superintendentin Angelika Zaedow

Beitrag von Pfarrer Erko Sturm

Georg Neumark (1621–1681) – Leben, Werk und dichterische Eigenart eines thüringischen Barockpoeten
Zwischen Krieg und Gottvertrauen – Leben und geistiger Hintergrund
Die deutsche Literaturgeschichte kennt Georg Neumark vor allem als Verfasser des Liedes „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Doch diese Reduktion wird seinem Rang kaum gerecht. Neumark gehört zu den bedeutenden evangelischen Dichtern des 17. Jahrhunderts und nimmt innerhalb der deutschen Barockliteratur eine eigenständige Stellung ein. Er war Kirchenlieddichter, Komponist, Sprachtheoretiker, Bibliothekar, Jurist und Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft – jener ersten großen deutschen Sprachakademie, die sich der Pflege und Veredelung der deutschen Sprache verschrieben hatte. Sein Leben fiel in die dramatischste Epoche der deutschen Frühneuzeit. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hatte nicht nur Städte und Landschaften verwüstet, sondern auch das geistige Leben nachhaltig erschüttert. Hunger, Pest, Vertreibung und wirtschaftlicher Zusammenbruch prägten die Erfahrungswelt einer ganzen Generation. Die barocke Literatur reagierte darauf mit den Grundmotiven Vanitas (Vergänglichkeit), Memento mori (Gedenke des Todes) und Carpe diem (Nutze den Tag). Georg Neumark übernimmt diese Motive, verwandelt sie jedoch durch seine lutherische Glaubensgewissheit in eine Hoffnungsperspektive. Seine Dichtung bleibt niemals in der Klage stehen, sondern führt auf das Vertrauen in Gottes Vorsehung hin. Geboren wurde Georg Neumark am 16. März 1621 in Langensalza (heute Bad Langensalza). Bereits als Kleinkind zog die Familie nach Mühlhausen, weshalb Neumark diese Stadt später häufig selbst als seine Heimat bezeichnete. Seine Schulbildung erhielt er zunächst in Schleusingen, später im berühmten Gymnasium in Gotha unter Andreas Reyher, einem der bedeutendsten Reformpädagogen seiner Zeit. 1640 brach Neumark zum Jurastudium nach Königsberg auf. Die Reise wurde zu einem Wendepunkt seines Lebens. Auf dem Weg wurde der gesamte Reisezug von Soldaten überfallen und ausgeraubt. Neumark verlor nahezu seinen gesamten Besitz. Mittellos schlug er sich über Magdeburg, Lüneburg und Hamburg bis nach Kiel durch, wo er schließlich eine Anstellung als Hauslehrer erhielt. Diese existentielle Erfahrung des völligen Ausgeliefertseins prägte sein späteres theologisches Denken entscheidend. Nach seiner Rückkehr nach Königsberg kam Neumark in den Kreis des Dichters Simon Dach, dessen Einfluss auf seine poetische Entwicklung kaum überschätzt werden kann. Hier verband sich humanistische Gelehrsamkeit mit musikalischer Bildung und lutherischer Frömmigkeit. 1651 kehrte Neumark endgültig nach Thüringen zurück. Herzog Wilhelm IV. von SachsenWeimar berief ihn zunächst zum Bibliothekar, später zum Archivsekretär. 1653 wurde er unter dem Gesellschaftsnamen „Der Sprossende“ in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen und wenige Jahre später ihr Sekretär. Damit gehörte er zum engsten Kreis der bedeutendsten deutschen Sprachpfleger seiner Zeit. In seinen letzten Lebensjahren erblindete Neumark vollständig. Er starb am 8. Juli 1681 in Weimar.
Das literarische Werk
Wer Georg Neumark ausschließlich als Kirchenlieddichter kennt, übersieht den größten Teil seines Schaffens. Sein Werk umfasst geistliche und weltliche Lyrik, Lehrgedichte, poetologische Schriften, historische Dichtungen, Gelegenheitslyrik sowie musiktheoretische Arbeiten. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören:
• Poetisch- und Musikalisches Lustwäldchen (1652)
• Fortgepflantzter Musikalisch-Poetischer Lustwald (1657)
• Poetisch-Historischer Lustgarten (1666)
• Poetische Tafeln oder gründliche Anweisung zur deutschen Verskunst (1668)
• Der neu sprossende Teutsche Palmbaum (1669)
• Thränendes Haus-Kreutz (1681)
Gerade die Poetischen Tafeln zeigen Neumark als Literaturtheoretiker. Er wollte die deutsche Sprache auf dieselbe künstlerische Höhe führen wie das Lateinische oder Italienische. Seine Verslehre verbindet mathematische Präzision mit musikalischem Rhythmus. Für ihn war Dichtung nicht bloß Inspiration, sondern ein Handwerk, das gelernt und gepflegt werden musste.
Die Besonderheit seiner Lyrik
Die Eigenart von Neumarks Dichtung liegt in einer seltenen Verbindung scheinbarer Gegensätze.
1. Persönliche Frömmigkeit statt abstrakter Dogmatik
Während viele barocke Kirchenlieder lehrhaft oder katechetisch wirken, spricht Neumark häufig aus eigener Erfahrung. Seine Texte entstehen nicht aus theologischer Theorie, sondern aus biographisch durchlittenen Krisen. Sein berühmtestes Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ entstand nach eigener Überlieferung unmittelbar nach seiner Rettung aus existentieller Not in Kiel. Deshalb besitzt das Lied eine ungewöhnliche Authentizität. Es formuliert keine billige Vertröstung, sondern ein Gottvertrauen, das sich gerade im Leid bewährt. Die Sprache bleibt dabei erstaunlich schlicht. Anders als viele Zeitgenossen verzichtet Neumark weitgehend auf überbordende Metaphorik oder komplizierte Allegorien. Gerade diese Einfachheit erklärt die außerordentliche Wirkungsgeschichte des Liedes.
2. Musikalität der Sprache
Neumark war nicht nur Dichter, sondern zugleich Komponist seiner Lieder. Dadurch besitzen seine Texte einen ausgeprägten musikalischen Aufbau. Reim, Rhythmus und Sprachmelodie bilden eine untrennbare Einheit. Die Verse sind nicht lediglich zum Lesen gedacht, sondern zum Singen. Diese musikalische Struktur macht seine Dichtung bis heute unmittelbar zugänglich.
3. Hoffnung statt Vanitas
Das barocke Lebensgefühl wird gewöhnlich durch Vergänglichkeit und Todesbewusstsein beschrieben. Neumark übernimmt diese Themen durchaus. Doch endet seine Dichtung nicht in Resignation. Typisch ist vielmehr eine Bewegung: Vergänglichkeit → Vertrauen → Trost → Hoffnung. Diese geistliche Dynamik unterscheidet ihn von vielen Zeitgenossen. Seine Gedichte besitzen deshalb eine ungewöhnliche seelsorgerliche Qualität.
4. Verbindung von Kunst und Volksnähe
Neumark beherrschte die kompliziertesten Formen der Barockpoesie. Gleichzeitig konnte er eine Sprache finden, die von einfachen Menschen verstanden und gesungen wurde. Gerade hierin liegt seine besondere Begabung. Seine Kunst versteckt sich gleichsam hinter sprachlicher Schlichtheit.
„Wer nur den lieben Gott lässt walten“ – ein Jahrhundertlied
Kein anderes Werk Neumarks hat eine vergleichbare Wirkung entfaltet. Das Lied verbindet persönliche Erfahrung mit biblischer Theologie. Es entwickelt seine Aussagen nicht spekulativ, sondern meditativ. Jede Strophe führt den Hörer tiefer in das Vertrauen auf Gottes Führung hinein. Literaturwissenschaftlich bemerkenswert ist der Aufbau: Jede Strophe entfaltet einen neuen Gedanken, ohne den Zusammenhang zu verlieren. Es entsteht eine geistliche Steigerung, die schließlich in Gelassenheit mündet. Musikalisch gehört die von Neumark selbst geschaffene Melodie zu den gelungensten Choralmelodien des 17. Jahrhunderts. Deshalb wurde das Lied später von Johann Sebastian Bach mehrfach verarbeitet, unter anderem in der Kantate BWV 93 sowie in zahlreichen Choralbearbeitungen. Auch Felix Mendelssohn Bartholdy und Max Reger griffen auf den Choral zurück. Dadurch wurde Neumarks Werk weit über seine eigene Zeit hinaus zu einem festen Bestandteil protestantischer Kirchenmusik.
Neumark als Sprachkünstler
Ein oft übersehener Aspekt seines Werkes ist seine Mitarbeit an der Entwicklung einer eigenständigen deutschen Literatursprache. Als Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft kämpfte Neumark gegen eine Überfremdung der deutschen Sprache durch Latein und Französisch. Sein Ziel war jedoch kein sprachlicher Purismus um seiner selbst willen. Vielmehr sollte Deutsch zu einer vollwertigen Kunstsprache werden. Seine Gedichte zeigen daher eine außergewöhnliche Wortpräzision. Fremdwörter verwendet er sparsam; stattdessen sucht er nach klangvollen deutschen Formulierungen. Gleichzeitig verbindet er rhetorische Eleganz mit theologischer Klarheit.
Theologische Bedeutung
Neumarks Theologie wurzelt tief im Luthertum des 17. Jahrhunderts. Kennzeichnend sind:
• das Vertrauen auf Gottes verborgene Führung,
• die Rechtfertigung allein aus Gnade,
• die Ausrichtung des gesamten Lebens auf Christus,
• die Verbindung von persönlichem Glauben und kirchlicher Gemeinschaft.
Dabei vermeidet Neumark jede spekulative Theologie. Seine Dichtung ist praktisch orientiert. Sie möchte trösten, stärken und zum Glauben ermutigen.
Wirkungsgeschichte
Neumarks Bedeutung reicht weit über seine Lebenszeit hinaus. Sein berühmtestes Lied gehört bis heute zum festen Bestand nahezu aller evangelischen Gesangbücher und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Johann Sebastian Bach machte es zu einem Grundbestand seiner Kirchenmusik. Im Pietismus wurde Neumarks Frömmigkeit neu entdeckt, im 19. Jahrhundert galt er als Muster eines evangelischen Liederdichters, und auch die neuere Hymnologie würdigt ihn als einen der wichtigsten Vertreter der deutschen Kirchenliedtradition. Die neuere Literaturwissenschaft hat darüber hinaus gezeigt, dass Neumark keineswegs nur als Liederdichter, sondern als vielseitiger Barockautor zu lesen ist. Seine poetologischen Schriften, seine Sprachpflege und seine weltliche Dichtung machen ihn zu einer Schlüsselfigur zwischen Humanismus, lutherischer Orthodoxie und frühneuzeitlicher Literaturentwicklung.
Schluss
Georg Neumark verkörpert in einzigartiger Weise die geistige Kultur des protestantischen Barock. Sein Leben war geprägt von Krieg, Unsicherheit und persönlicher Not; gerade daraus erwuchs eine Dichtung von bemerkenswerter Glaubenstiefe. Seine Texte verbinden persönliche Erfahrung mit theologischer Reflexion, sprachliche Kunst mit musikalischer Schönheit und barocke Formstrenge mit überraschender Einfachheit. Seine größte Leistung besteht darin, dass er Trost nicht als billige Vertröstung formuliert, sondern als poetisch gestaltete Glaubenserfahrung. Dadurch besitzen seine Lieder bis heute eine außergewöhnliche Aktualität. Sie erinnern daran, dass christliche Hoffnung nicht aus günstigen Lebensumständen erwächst, sondern aus dem Vertrauen auf Gottes Treue – selbst mitten in den Brüchen der Geschichte.
Weiterführende Literatur (Auswahl):
Michael Ludscheidt: Georg Neumark (1621–1681). Leben und Werk. Heidelberg: Winter, 2002.
• Thomas Diecks: „Neumark, Georg“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 19, 1999.
• Gerhard Dünnhaupt: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock, Bd. 4.
• Hans Friese: Wer nur den lieben Gott lässt walten. Georg Neumark und sein Lied. Berlin, 1960.
• Franz Knauth: Georg Neumark nach Leben und Dichten. Langensalza, 1881.
Persönlicher Impuls
Aktuelle Deutsch-Polnische Note

Vor wenigen Tagen jährte sich zum 80. Mal das von den Kommunisten gefälschte Volksreferendum vom 30. Juni 1946 – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur kommunistischen Diktatur und zugleich eine Blaupause für moderne autoritäre und totalitäre Regime, die ihre Macht gerne in formal demokratische Strukturen kleiden.
Das sogenannte „Volksreferendum“ sollte offiziell den Willen der Bevölkerung zu drei grundlegenden Fragen ermitteln: zur Abschaffung des Senats, zur Bestätigung der Agrarreform und der Verstaatlichung wichtiger Wirtschaftsbereiche sowie zur Anerkennung der polnischen Westgrenze an Oder und Lausitzer Neiße.
In Wirklichkeit verfolgte das Referendum ein anderes Ziel. Die kommunistische Führung wollte nicht nur die Stimmung in der Bevölkerung testen, sondern auch die Funktionsfähigkeit ihres Partei- und Verwaltungsapparats vor den angekündigten Parlamentswahlen überprüfen. Da sie wusste, dass sie bei freien und demokratischen Wahlen keine Mehrheit erringen würde, wurde das Referendum zur Generalprobe für die spätere Fälschung der Parlamentswahlen.
Bereits im Vorfeld des Referendums setzte das Regime auf eine beispiellose Propaganda unter dem Slogan „3 × JA“. Gleichzeitig wurden oppositionelle Kräfte, insbesondere die Polnische Bauernpartei (PSL) unter Stanisław Mikołajczyk, systematisch eingeschüchtert. Oppositionelle wurden überwacht, unter fingierten Vorwürfen verhaftet, misshandelt und teilweise ermordet. Eine freie politische Auseinandersetzung war unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.
Historiker sind sich heute einig, dass die Abstimmungsergebnisse in großem Umfang manipuliert wurden. Die Fälschung erfolgte unter direkter Mitwirkung sowjetischer Sicherheitsorgane. Tausende Wahlprotokolle wurden nachträglich neu erstellt und Zehntausende Unterschriften von Mitgliedern der Wahlkommissionen gefälscht. Während die kommunistischen Behörden offiziell eine überwältigende Zustimmung verkündeten, gehen Historiker davon aus, dass landesweit höchstens rund 27 Prozent der Wählerinnen und Wähler auf alle drei Fragen mit „Ja“ antworteten.
Das tatsächliche Ergebnis zeigte den kommunistischen Machthabern, dass ihnen die Unterstützung der Bevölkerung fehlte. Anstatt freie Wahlen zuzulassen, verschärften sie die Repressionen gegen die demokratische Opposition und den antikommunistischen Untergrund. Wenige Monate später, bei den Parlamentswahlen vom 19. Januar 1947, griffen sie erneut zu systematischen Wahlfälschungen und besiegelten damit die Errichtung der kommunistischen Herrschaft in Polen für die folgenden Jahrzehnte.
Das Referendum vom 30. Juni 1946 steht bis heute als Symbol für den Missbrauch demokratischer Verfahren und die bewusste Missachtung des Volkswillens. Es zerstörte wohl endgültig die Hoffnungen und Illusionen jener nichtkommunistischen Politiker aus dem Umfeld der Exilregierung, die, wie Stanisław Mikołajczyk, noch an die Möglichkeit eines politischen Ausgleichs mit den Kommunisten unter westlichem Druck geglaubt hatten.
Der Jahrestag erinnert uns daran, dass Demokratie, freie Wahlen und Rechtsstaatlichkeit keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder geschützt und verteidigt werden müssen. Er erinnert uns auch daran, dass demokratische Institutionen niemals rein formal verstanden werden dürfen.
Facebook, Pilecki-Institut, 6.7.2026
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Impulse von Kerstin Pagel

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Impulse aus und für den Religionsunterricht / Kultur
Aktueller Blick auf Begegnungen in Berlin

Interessanter Blick nach Zweibrücken

Mit Andrea Chudak unterwegs

Kulturelle Noten von Andreas Sturm


Ausstellung „Gegen das Vergessen“ an der Kurt-Waibel-Schule #Schwetzingen
Luigi Toscano („Unesco Artist for Peace“) hat Holocaust-Überlebende fotografiert, um ihre besondere Geschichte zu erzählen.
Mit großformatigen Porträts von Überlebenden der NS-Verfolgung erinnert das Projekt daran, dass Freiheit, Demokratie und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeit sind. Da es bald keine Zeitzeugen mehr geben wird, wird diese Form der Erinnerung immer wichtiger.
Die Ausstellung regt dazu an, sich mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung auseinanderzusetzen – und Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sich die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals wiederholen.
Erinnerung bewahren heißt Zukunft gestalten.
Vielen Dank an die Schulleiterin Frau Rohr für die Einladung!
Die nächsten Tage ist diese sehenswerte Ausstellung noch auf dem Schulhof zu sehen, es werden auch Führungen angeboten – bitte beim
Sekretariat melden.
Musikbeitrag für Klassikfreunde
Wachet und Betet!

Wachet und betet … Über den Link gibt es alles zu den Glocken der Kath. Kapelle St. Lambertus in Erkelenz-Immerath (neu).
#createsoundscape ist Teil der Kampagne „Hörst du nicht die Glocken?“.
Diese informiert über den Sinn und Zweck des Läutens überhaupt, über seine Geschichte und darüber, wie das Läuten heute wieder als Zeichen von Frieden, Freiheit und persönlicher Spiritualität verstanden werden kann.
Wachet und Betet – Historischer Impuls

Gottfried Benn ist für mich zum Sinnbild der Ambivalenz geworden. Im Jahre 1933 hat er sich schäbig und opportunistisch – und das ist vornehm ausgedrückt – verhalten. Und er hat in einem offenen Brief die ins Exil gezwungenen Kolleginnen und Kollegen verhöhnt. Und doch hat er die wunderbarsten Gedichte geschrieben.
Heute vor 70 Jahren – am 7. Juli 1956 – ist er in Berlin verstorben.
Facebook Albrecht Grözinger, 7.7.2026
YouTube der Woche von Joanna Filus-Olenkiewicz
Impuls aus Schwetzingen von Dekan Uwe Lüttinger
Impuls aus Karlsruhe von Pfarrer Siegfried Weber aus Karlsruhe
Impuls aus Karlsruhe von Prof. Dr. Frank Thissen

»Mein Name ist Shirin (das bedeutet „süß“) – mein persischer Vorname verweist auf meine Herkunft: ein iranischer Vater, eine deutsche Mutter, ich selbst geboren in Karlsruhe. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in dieser Stadt, bis sie mir irgendwann zu „eng“ wurde und ich mein Studium in Mannheim und Wien absolvierte. Danach ging’s auf die Suche nach meinen persischen Wurzeln in den Iran, wo ich einige Monate blieb, bis ich mich aus der Millionen-Metropole Teheran wieder aufmachte ins ruhigere Karlsruhe. Hier ließ ich mich schließlich nieder, arbeite als Sozialarbeiterin, gründete eine Familie und fand eine neue Herausforderung in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im gewächsHaus Mütterzentrum in der Südstadt. Manchmal muss man lange suchen, um seine Heimat schätzen zu lernen. Karlsruhe ist meine Heimat, auch wenn meine Wurzeln viel weiter reichen.« Shirin Navaei
Foto: Frank Thissen
Quelle: https://menschen-in-karlsruhe.eu/
Zeitenreise mit Hans-Josef Overmann
Buchempfehlung
Hier gibt es einen Neuanfang mit Nadine Grimmig, Archäologin, Kunsthistorikerin und vergl. Religionswissenschaftlerin.

»Eine der größten lebenden Erzählerinnen, die (nicht nur) wir haben.« Andreas Platthaus, FAZ
Die neunzehnjährige Katharina und Hans, ein verheirateter Mann Mitte fünfzig, begegnen sich Ende der achtziger Jahre in Ostberlin, zufällig, und kommen für die nächsten Jahre nicht voneinander los. Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR und des Umbruchs nach 1989 erzählt Jenny Erpenbeck in ihrer unverwechselbaren Sprache von den Abgründen des Glücks – vom Weg zweier Liebender im Grenzgebiet zwischen Wahrheit und Lüge, von Obsession und Gewalt, Hass und Hoffnung. Alles in ihrem Leben verwandelt sich noch in derselben Sekunde, in der es geschieht, in etwas Verlorenes. Die Grenze ist immer nur ein Augenblick.»Erpenbecks beklemmende Entfaltung einer Amour fou, die mit dem Untergang des Staates synchronisiert wird, entwickelt einen beispiellosen Sog. Es ist ein großer, schöner und grausamer Liebesroman, der zu Recht ausgezeichnet worden ist.« Adam Soboczynski, Die Zeit»Jenny Erpenbeck erzählt in ›Kairos‹ von der existentiellen Verlorenheit einer ganzen Generation.« Maike Albath, Deutschlandfunk ›Büchermarkt‹»Erpenbeck demonstriert in ›Kairos‹ ihre sprachlichen und literarischen Qualitäten.« Gerrit Bartels, Tagesspiegel
Impuls von Abt Daniil Irbits

Liebe Brüder und Schwestern,
Am Samstag den 11. Juli Divine Liturgie um 10:00 Uhr.
Am Sonntag, den 12. Juli, am Tag der Heiligen Apostel Petrus und Paulus, findet um 10.00 Uhr die *festliche* göttliche Liturgie in unserer Bude statt.
Wir laden alle zu einem gemeinsamen Gottesdienst ein ![]()
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Facebook, 6.7.2026
Empfehlung für Kinder und Jugendliche
Die Empfehlung kommt von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger

Ausgezeichnet von der JungeMedienJury (JMJ) der Stadt Frankfurt am Main als »bester Jugendroman 2023«!
Paul begeht Suizid. Seine Familie, seine Freunde und sein restliches Umfeld müssen damit klarkommen. Der Roman von Martin Schäuble folgt einer wahren Geschichte.
Paul ist sechzehn und war schon immer ein bisschen eigen: Er lernt Japanisch und hört Musik, die keiner in seinem Alter kennt. Er ist unheimlich schlau und könnte alles erreichen, wären da nicht seine Ängste und Abgründe. Über die spricht er lange nicht, erst in der Jugendpsychiatrie. Dort lernt er die junge Alina kennen, die seine Liebe zu Katzen teilt und ihn Jesus nennt. Nach der Zeit dort kehrt er zurück in sein normales Leben, und alle haben riesige Hoffnung. Außer einem, der sich längst verabschiedet.
- Nach Pauls wahrer Geschichte: aufrüttelnd und tragisch
- Hochaktuell und relevant: Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen nehmen seit Jahren dramatisch zu
- Als Unterrichtslektüre zu den Themen Depression und Suizidprävention geeignet
Der Verlag weist darauf hin, dass dieser Roman von einem jungen Menschen handelt, der sich das Leben nimmt, und außerdem selbstverletzendes Verhalten geschildert wird.
Für die Verwendung in der Schule ist unter https://www.fischer-sauerlaender.de/verlag/kita-und-schule/unterrichtsmaterialien ein Unterrichtsmodell zu diesem Buch abrufbar.
Film oder Hörspieltipp
Filmtipp von Miss Sunshine
