Auf den Spuren von Georg Büchner

August Hoffmann: Bleistiftzeichnung von 1833 (Ob es sich bei der dargestellten Person um Georg Büchner handelt, konnte bis heute nicht zuverlässig belegt werden.)

Berlin. Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz bekommt den Georg-Büchner-Preis 2021. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Heute bin ich an der Geburtsstadt vorbeigefahren

Von Frank Bürger

Die Erzählung „Lenz“ von Georg Büchner beschreibt den sich verschlechternden Geisteszustand des Schriftstellers Jakob Michael Reinhold Lenz und basiert einerseits auf einigen Briefen von Lenz, andererseits auf den schriftlichen Beobachtungen des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin, deren Umfang ungefähr die Hälfte des Novellentextes ausmacht und die von Büchner größtenteils wörtlich übernommen worden sind, sodass gegen Büchner immer wieder der Vorwurf des Plagiats erhoben wurde.

Dennoch, der „Lenz“ ist ergreifend…In der Oberstufe haben wir uns durchgeackert durch dieses besondere Werk.

Später in meinem Lehrvikar in Laufenburg an der Schweizer Grenze nahm ich mir den „Lenz“ zum Vorbild, sucht die Einsamkeit der Alpen…

Niemals hätte ich ahnen können, dass ich Pfarrer Oberlin in Potsdam begegnete…

Hier nun zitiert von der Seite des Oberlinhauses

Der elsässische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin gilt als Begründer der organisierten Kleinkinderfürsorge in Europa. Nach ihm wurden zahlreiche Einrichtungen zur Ausbildung und Betreuung von Kindern benannt: Das Oberlinhaus in Potsdam-Babelsberg, als eine diakonische Einrichtung zur Rehabilitation behinderter Kinder und Erwachsener, oder die Stadt Oberlin in Ohio, USA.

Am 1. Juni 1826, starb Johann Friedrich Oberlin im Alter von 86 Jahren im Dorf Waldersbach (Elsass), dem Ort seines langjährigen Wirkens. Geboren wurde Johann Friedrich Oberlin am 31. August 1740 in Strassburg. Seine Muttersprache war deutsch, doch wurde er schon als Kind in Französisch unterrichtet.

Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er im September 1755 in Strassburg zu studieren. Im Mittelpunkt seines Interesses standen besonders philosophische, naturwissenschaftliche, theologische und später auch medizinische Vorlesungen. 1763 erlangte Oberlin die Magisterwürde und hielt im Mai 1765 seine erste öffentliche Predigt. Im April 1767 wurde Johann Friedrich Oberlin im Alter von 27 Jahren vom Patron Graf Voyer d’Argenson zum Pfarrer von Waldersbach (Elsass) ernannt. Am 6. Juli 1768 heiratete Johann Friedrich Oberlin Magdalene Salome Witter. Sie unterrichtete junge Mädchen und wirkte später bei der Ausbildung von Erzieherinnen für die Kleinkinderschulen mit. In den 15 Jahren ihrer Ehe, bekamen die Oberlins neun Kinder.

Der Bildung und Ausbildung der Jugend widmete sich Johann Friedrich Oberlin besonders. Um die Erwachsenen zu fördern, gründete er landwirtschaftliche Vereine und führte moderne Saat- und Anbaumethoden ein. Durch sein sozialpädagogisches Wirken eröffnete Oberlin auch Frauen einen Weg in die anerkannte Berufswelt. Der Seelsorge in seiner Gemeinde widmete Johann Friedrich Oberlin viel Zeit.

Während der französischen Revolution waren öffentliche Gottesdienste untersagt. Oberlin, als Anhänger der neuen Ideen, legte sein Ornat ab und gründete einen Volksklub. Unter dem Deckmantel von ‚Klubveranstaltungen‘ führte er jedoch religiöse Versammlungen weiter. 1794 wurde er sogar inhaftiert. Erst nach dem Umschwung der Politik 1795, konnte er offiziell wieder als Pfarrer tätig sein.

Das Leben im Steintal war für Johann Friedrich Oberlin hart und entbehrungsreich. Sein täglicher Dienst brachte ihn oft an den Rand seiner physischen und psychischen Kräfte. Dennoch folgte er seinem Leitspruch: ‚Jeder Einzelne hat nur für die Allgemeinheit zu leben‘. Am 1. Juni 1826 schloss Pfarrer Johann Friedrich Oberlin für immer die Augen. Unzählige folgten dem Sarg und trauerten um einen Mann, der sich selbstlos für seine Mitmenschen einsetzte und sich dabei von christlicher Nächstenliebe leiten ließ.

Der Verein Polnisch-Deutsche-Standortentwicklung PoDest, dessen Vorsitz ich bis zur Auflösung des Vereins hatte, ist dieser christlichen Nächstenliebe gefolgt.

Hier als Quelle die Stadt Schwedt:

Als Höhepunkt der Europawoche 2010 verlieh Europaminister Ralf Christoffers am 10. Mai 2010 die „Europaurkunden“, eine davon erhielt Frank Bürger, Vorsitzender des Vereins Polnisch-Deutsche Standortentwicklung PoDeSt e. V.

Jährlich werden damit Bürgerinnen und Bürger aus Brandenburg sowie von Fall zu Fall auch aus benachbarten polnischen Wojewodschaften und anderen Staaten für besondere Verdienste um die europäische Integration in Brandenburg ausgezeichnet. Gemäß dem Motto der Europawoche 2010 werden in diesem Jahr Menschen ausgezeichnet, „die sich besonders um die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung im Land Brandenburg verdient gemacht haben“.

Der deutsche Verein Polnisch-Deutsche Standortentwicklung PoDeSt e.V. rückt das schwere Schicksal des kleinen, mehrfach behinderten Mädchens Aleksandra Kluska aus Polen in das öffentliche Bewusstsein einer Stadt und organisiert Spendenaktionen. Dank des Engagements des Vereins PoDeSt e. V. wurden Aufenthalte in deutschen Spezialkliniken und im Krankenhaus Potsdam organisiert und mitfinanziert.

„Wir haben unter anderem mit ermöglicht, dass die neunjährige Aleksandra Kluska aus dem polnischen Dorf Krapiel vom 17. bis zum 21. August 2008 in das Wohnheim für Taubblinde im Potsdamer Oberlinhaus fährt“, durfte ich berichten.

Heute wanderten meine Gedanken nach Riedstadt.

Georg Büchner wurde 1813 in Goddelau geboren, das heute ein Stadtteil von Riedstadt ist. Im kulturellen Leben der Stadt spielt dieser bedeutende Schriftsteller deshalb immer wieder eine wichtige Rolle.

In den letzten Tagen beschäftigte ich mich mit vier Büchern von Sibylle Lewitscharoff, selbst Georg-Büchner-Preisträgerin. Das passt alles

Pfingstwunder geschehen immer wieder

Pong und seine Liebe

Sibylle Lewitscharoff. Quelle: Jürgen Trinkewitz

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