Der vergessene Alliierte

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Berlin. Aus Anlass des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs lädt das Pilecki-Institut zusammen mit dem Zentrum für historische Forschung in Berlin und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit organisierte Online-Veranstaltung ein:

Der vergessene Alliierte? Polen an den Fronten des Zweiten Weltkriegs | Online-Diskussion mit Prof. Jochen Böhler, Markus Meckel, Dr. Jacek Młynarczyk und Alexandra Richie | Moderatorin: Hanna Radziejowska | Donnerstag, 07.05.2020, 18.00 Uhr

Die Diskussion wird simultan ins Englische übersetzt/ Simultaneous interpretation in English will be provided. Der Vortrag wird in Form eines Webinars via Zoom stattfinden. Hier können Sie sich registrieren.

Von Frank Bürger

Der polnische Beitrag zum Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg kommt in westlichen Erinnerungskulturen kaum vor. Polnische Soldaten wurden von der Siegesparade in London nach dem Krieg ausgeschlossen, obwohl sie den Alliierten bisweilen maßgebende militärische Stütze waren: nicht nur bei der Luftschlacht um England, in Tobruk, Monte Cassino, Berlin oder bei der Befreiung Hollands und Belgien.

Diese Online-Tagung soll zum einen all jene Schauplätze und Ebenen des Zweiten Weltkriegs herausarbeiten, in welchen die polnischen Streitkräfte ihre Spuren hinterlassen haben. Zum anderen soll auch die politisch-institutionelle Vielfältigkeit, die Polens Modus Operandi im Zweiten Weltkrieg zugrunde lag – die Exilregierung in London, die Polnischen Streitkräfte im Westen und Osten, der Untergrundstaat und die Heimatarme im besetzten Polen – sowie die europäische Wahrnehmung dieses etwas in Vergessenheit geratenen Verbündeten beleuchtet werden.

Teilnehmer

Prof. Jochen Böhler – Jochen Böhler vertritt den Lehrstuhl Osteuropäische Geschichte an der Friedrich-Schiller-Uiversität Jena und ist (u.a.) Autor des Titels Der Überfall. Deutschlands Krieg gegen Polen und Einsatzgruppen in Polen. Darstellung und Dokumentation (mit Klaus-Michael Mallmann und Jürgen Matthäus)

Markus Meckel – Ratsvorsitzender der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, DDR-Außenminister a.D. und Pfarrer. Er ist zudem ein Ratsvorsitzender der von ihm initiierten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er gehört dem Kuratorium des „Europäischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarität“ an und engagiert sich außerdem im Bereich der europäischen Außenpolitik und Demokratieförderung. Seit 12. Oktober 2013 bis 22. September 2016 war er Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Er studierte Theologie in Naumburg und Berlin. Seit den 1970-er Jahren war Meckel in der oppositionellen politischen Arbeit tätig. 1989 gründete er mit Martin Gutzeit die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Nach den Wahlen 1990 war er Mitglied der Volkskammer und Außenminister der DDR. Von 1990 bis 2009 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1994 bis 2009 Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe des Bundestages und stellvertretender außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1998 bis 2006 leitete er die deutsche Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der NATO, von 2000 bis 2002 war er deren Vizepräsident.

Hier unser Beitrag zu Markus Meckel

Dr. Jacek Młynarczyk – Historiker, seit 2011 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Thorn beschäftigt; 2019-02.2020 in der wissenschaftlichen Abteilung des Museums des Warschauer Ghettos in Warschau tätig; Wichtigste Veröffentlichungen: 2007: Judenmord in Zentralpolen. Der Distrikt Radom im Generalgouvernement 1939-1945, Stuttgart 2007. 2008: The Price of Sacrifice. Crimes against Poles for Aiding Jews in the Region of Ciepielow, Kraków 2008 (zusammen mit Sebastian Piątkowski). 2009: Polen unter deutscher und sowjetischer Besatzung 1939-1945, Osnabrück 2009 (als Herausgeber). 2010: Der Judenmord in den eingegliederten polnischen Gebieten 1939-1945, Osnabrück 2010 (als Herausgeber zusammen mit Jochen Böhler). 2017: Ost- und Südosteuropäer in der Waffen-SS. Kulturelle Aspekte und historischer Kontext, (als Herausgeber zusammen mi Franziska Zaugg), Themenheft der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft nr 7–8, 2017. 2019: Waffen-SS, Kraków 2019 (als Herausgeber zusammen mi Jochen Böhler und Robert Gerwarth). Das gegenwärtige Projekt: eine Monographie zum Thema „Treblinka. Die Geschichte eines deutschen Vernichtungslager in besetzten Polen.“

Prof. Alexandra Richie – kanadisch-amerikanische Historikerin mit den Schwerpunkten Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa und Verteidigungs- und Sicherheitsfragen. Sie ist die Autorin von Fausts Metropolis: A History of Berlin, das von American Publishers Weekly zu einem der zehn besten Bücher des Jahres gewählt wurde, und Warschau 1944, das den Newsweek Teresa Torańska Preis für das beste Sachbuch des Jahres 2014 und den Kazimierz Moczarski Preis für das beste Geschichtsbuch in Polen 2015 gewann. Sie hat zu vielen Artikeln, Dokumentarfilmen, Radio- und Fernsehsendungen beigetragen. Sie ist Präsidentschaftsberaterin im National World War II Museum, New Orleans, USA, und Gouverneurin der St. Michael’s University School in Victoria, Kanada. Sie ist Wladyslaw Bartoszewski-Lehrstuhlinhaberin und lehrt Geschichte und Internationale Studien am Collegium Civitas.

Moderatorin:

Hanna Radziejowska – Leiterin des Pilecki-Instituts in Berlin, Koordinatorin, Kuratorin, Produzentin und Drehbuchautorin von Kultur- und Museumsprojekten. Zusammen mit Jack Fairweather ist sie die Kuratorin der Ausstellung „Der Freiwillige. Witold Pilecki und die Unterwanderung von Auschwitz“ am Pilecki-Institut. 2019 wurde sie für die Ausstellung „Häuser aus Glas” durch den Warschauer Bürgermeister Rafal Trzaskowski in der Kategorie „Beste Architekturveranstaltung” ausgezeichnet.

 

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