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Potsdam. Der 1944 im schlesischen Grünberg geborene bedeutende Graphiker Christian Mischke hat 2009 nur 150 Radierungen seiner Darstellung von Erich Mühsam anfertigen lassen. Eine davon ist seit einiger Zeit in den Händen des Potsdamer Literaten Klaus Hugler. Die Prenzlauer Rundschau hat sein Wirken immer wieder gern begleitet.

Der bekannte Theologe Christoph Markschies zitierte Mühsam gerade bei Deutschlandfunk Kultur.

Sein Anarchismus ist ein besonderer

An einem Abend präsentierte Hugler mit einem Vortrag zu Mühsam die Radierung.

 In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde er im KZ Oranienburg von SS ermordet. Erich Mühsam ist als drittes von vier Kindern in Lübeck aufgewachsen; wegen „sozialistischer Umtriebe“ wurde er 1896 vom Gymnasium gewiesen, den Schulabschluss machte er 1896 in Parchim/Mecklenburg. Es folgte eine Apothekerlehre und in Lübeck arbeitete er als Apothekengehilfe. Lübeck ist heute der Sitz der Erich-Mühsam-Gesellschaft. Ab 1901 arbeitete er als freier Schriftsteller in Berlin und fand Anschluss an den Bohemezirkel. Es bildete sich die Lebensfreundschaft mit Gustav Landauer heraus, er wurde rasch zum markantesten und literarisch fruchtbarsten Vertreter des deutschen Anarchismus. Seine Anschauungen verschmolzen Postulate anarchistischer Theoretiker (Proudhon, Bakunin, Kropotkin, Landauer) mit Elementen des bürgerlichen Individualismus (Stirner, Nietzsche) zu einem theoretisch kaum reflektierten „Gefühlsanarchismus“, der vor allem vom Autoritätshass und durch tief empfundene Verbundenheit mit den sozial Benachteiligten belebt wurde.

Nach Wanderjahren siedelte er sich 1909 in München an. Er wurde eine Zentralfigur der Schwabinger Boheme und freundete sich mit Heinrich Mann, Frank Wedekind und Lion Feuchtwanger an. Vehemente Proteste gegen den Ersten Weltkrieg brachten ihn ins Gefängnis. Am 7. November 1918 beteiligte er sich führend an den revolutionären Massenerhebungen in München und war ein radikaler Verfechter des Rätesystems und Leitfigur der Revolutionsereignisse bis zur  Bayerischen Räterepublik. Nach der Niederschlagung wurde er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt. Die Amnestie erfolgte 1924, dann  lebte er in Berlin.  Er arbeitete in vielen linken, antifaschistischen Organisationen mit, 1927/28 agierte er im künstlerischen Beirat der Piscator-Bühne Berlin.  Als einer der eindringlichsten und frühesten Warner vor dem Nationalsozialismus wurde Mühsam am 28. Februar 1933 verhaftet (Gefängnis Lehrter Straße, KZ Sonnenburg, Gefängnis Plötzensee, Zuchthaus Brandenburg, ab Januar 1934 Konzentrationslager Oranienburg), 14 Monate lang hatte er bis zu seinem Tod unter Folter und Misshandlungen zu leiden. Beigesetzt wurde er am 15. Juli auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem.

Seine 1884 geborene Frau Kreszentia wurde nach ihrer Flucht aus Deutschland das Opfer stalinistischer Verfolgung und konnte erst 1956 nach Berlin zurückkehren, wo sie sechs Jahre später starb.

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Der Verein Podest mit Klaus Hugler (rechts) am Grab von Erich Mühsam

 

 

Potsdam (fb) Kreisau ist ein Name mit Klang. Der Kreisauer Kreis war eine bürgerliche Widerstandsgruppe, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus mit Plänen zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung nach dem angenommenen Zusammenbruch der Hitler-Diktatur befasste. Und so ist es konsequent, an einem solchen Ort ein deutsch-polnisches Schulbuch zu präsentieren:

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Britta Ernst. Foto: Axel Schön

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst und die Bildungsministerin der Republik Polen Anna Zalewska haben Ende November im polnischen Krzyżowa (Kreisau) den zweiten Band des deutsch-polnischen Schulbuchs „Europa – Unsere Geschichte“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Bildungsministerin Ernst wurde von der Kultusministerkonferenz mit der Federführung des Projekts auf deutscher Seite beauftragt. Auf polnischer Seite ist Ministerin Zalewska die Nationalen Beauftragte dieses binationalen Vorhabens.

Den ersten Band des Lehrwerks hatten vergangenes Jahr der damalige deutsche Außenminister Steinmeier, sein polnischer Amtskollege Waszczykowski und Ministerpräsident Woidke in Berlin präsentiert.

Die Veranstaltung, an der auch der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Rolf Nikel, teilnahm, fand in der Stiftung Kreisau für Europäische Ver-
ständigung statt. Mit Kreisau wurde ein historischer Ort für die Präsentation ge-
wählt. Hier formierte sich während des zweiten Weltkrieges die bürgerliche Wider-
standsgruppe um Graf von Moltke und Graf Yorck von Wartenburg, die Pläne zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung nach dem Zusammenbruch der NS-
Diktatur entwarf.

Zudem trafen sich hier am 12. November 1989 – drei Tage nach dem Mauerfall – der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und der erste frei gewählte polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki. Während einer christlichen Versöhnungsmesse umarmten sich Kohl und Mazowiecki. Dies war ein wichtiger Meilenstein der deutsch-polnischen Versöhnung nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs.
Ministerin Britta Ernst: „Ich freue mich sehr, dieses Buch an diesem historisch  bedeutsamen Ort präsentieren zu dürfen. Das Buch wird den geschichtlichen Ho-
rizont der Jugendlichen erweitern, Verständnis für nationale Traditionen schaffen, zur Mitgestaltung des gemeinsamen Europas anregen. So ist das Buch auch ein
starker Impuls für die deutsch-polnischen Beziehungen. Kreisau ist und bleibt ein Ort mit großer Symbolwirkung für die deutsche-polnische Versöhnung und die
europäische Verständigung.“

Band 2 behandelt die Epoche von der Renaissance bis zum Wiener Kongress. Er schlägt einen Bogen vom Ende des Mittelalters über die Kriege des 17. Jahrhunderts, die Aufklärung und die Revolutionen Ende des 18. Jahrhunderts bis hin zum Napoleonischen Zeitalter.

Die von den Verlagen Eduversum und WSiP verlegte Schulbuchreihe zur europäi-
schen Geschichte kann im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in unterschiedlichen Sprachfassungen eingesetzt werden. Für die
Einführung des Buches in die Schulpraxis haben die Projektverantwortlichen aus
Deutschland und Polen ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Lehrkräfte mit
dem Buch bekannt machen. Das Lehrwerk zeichnet sich unter anderem durch
seinen binationalen Blickwinkel auf die europäische Geschichte aus.
Für die politische Koordination und Förderung des Projekts sind auf deutscher Seite die Kultusministerkonferenz unter Federführung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie das Auswärtige Amt verantwortlich. Mit der Sicherung der wissenschaftlichen Expertise an dem Projekt sind die Vorsitzenden der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission betraut. Die wissenschaftliche Koordination haben das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften inne.

 

Glockenläuten an der Gedenkplatte in Erinnerung an Helmut Kohl im Speyerer Dom

 

 

Beitrag: Frank Bürger

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Im Zusammenhang mit der Entstehung eines europaweit tragenden Spargelmuseums in Schwetzingen ist die Spargelpost in jedem Jahr eine besondere Erinnerung. Das Weimarer Dreieck bekommt Leben eingehaucht.

Am Jahresende wird sie von vielen ehemaligen Schwetzinger Bürgerinnen und Bürger wieder freudig erwartet – die Schwetzinger Spargelpost. Bereits seit 1991 versorgt die Stadtverwaltung Schwetzingen  Menschen, die der Stadt weiterhin verbunden sind,  mit dem Jahresrückblick, der reich bebildert über die Themen berichtet, die die Stadt im zurückliegenden Jahr bewegt haben. Nun liegt die neueste, druckfrische Ausgabe für über 900 Leserinnen und Leser im In- und Ausland vor.

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Im Mittelpunkt der Weihnachtssendung von Klassikabend stehen zwei hervorragende Künstler. Zum einendie Regensburger Domspatzen und dann der weltbekannte Tenor Mario Lanza.

„So bekommen wir heute sehr viele bewegende Noten. Weihnachten ist grenzüberschreitend und will die Herzen aller Menschen bewegen“, so Frank Bürger, Chefredakteur der Prenzlauer Rundschau.

Lassen Sie sich heute von 17 bis 18 Uhr bei Radio Prenzlau begeistern

Hier der Link zum Stream

Beitrag von Frank Bürger

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Eisernte in St. Petersburg

Auch viele polnischen Gäste kommen nach Elstal, gerade jetzt kurz vor Weihnachten.

Ab 23. Dezember gibt es dort eine besondere Attraktion.

Cool, cooler, Karls! – Auch in diesem Jahr verwandelt sich die 2.000 Quadratmeter große Halle des Eiswerks im Erlebnis-Dorf in Elstal bei Berlin in eine eisige Attraktion. Denn ab dem 23.12. öffnet die 3. Eiswelt ihre Türen. Dieses Jahr steht das frostige Spektakel unter dem Motto „Karlchen auf Weltreise“. 23 internationale Künstler aus 11 Ländern zaubern in diesem Jahr eine einzigartige Welt aus buntem Eis und nehmen den Erdbären und euch dabei mit auf eine Reise rund um den Globus. Bis zum 31.10.2018 werden die aufwendigen Skulpturen in Europas größter Eisfiguren-Ausstellung zu sehen sein.

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Das Friedenslicht von Bethlehem kam gestern in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ein Zeichen des versöhnlichen Miteinanders. Heute nun das stille Gedenken an das Grauen, was in und vor dieser bedeutenden Kirche fassbar, greifbar wird. Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Berlins Bürgermeister machten jeder auf seine Weise deutlich: Wir lassen die Opfer nicht allein, so etwas darf nie wieder geschehen.

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