171228 England
Foto: privat

Berlin. Das Chaos herrscht auf der Insel, zumindest in Großbritannien. Die Gazetten sind sich einig: So haben wir uns das nicht mit dem Brexit vorgestellt.

Die Beschäftigung mit dem Engländerlager in Ruheleben hat dazu geführt, dass unsere Redaktion von jungen Deutschen, die in UK leben, kontaktiert wurde.

So nehmen wir uns nun diesem besonderen Thema an. Eine der Deutsch-Engländerinnen kommt aus Potsdam. Sie zeigt angesichts ihrer Situation bestimmt nicht Gesicht. Wir nennen sie einfach mal Ruth. Die junge Mutter bestätigt unseren Eindruck, es weht ein Geist der Unzufriedenheit bei den Erben des Weltreiches, aus dessen Wurzeln die Vereinigten Staaten hervorging.

„18 Monate sind vergangen, seit die Briten den Exit aus der EU wählten. Seitdem gleicht die britische Politik einer Irrfahrt auf dem Ärmelkanal zwischen Europa und England. Sicherer Hafen? Nicht in Sicht. Das beunruhigt inzwischen auch die eigenen Bürger. Seit diesem Herbst wächst eine noch zaghafte Mehrheit, die den Austritt ihres Landes aus der EU für einen Fehler hält. Schließlich wird 2018 das Jahr der Entscheidung: Wenn der Vertrag über die künftige Beziehung zwischen der EU und Großbritannien gelingen soll, dann muss er im nächsten Jahr zustande kommen. Das wird schwierig. Die Minister in Theresa Mays Kabinett haben bis heute nicht nur einander widersprechende Vorstellungen davon, wie dieser Vertrag aussehen soll. Oft stehen ihre Vorstellungen auch im Widerspruch zur Wirklichkeit“, schreibt die Zeit bildhaft.

Wirklich eine zaghafte Mehrheit?

Es gibt andere Rechnungen

16.2 Millionen wählten den Verbleib in der EU und 5 Millionen hatten keine Stimme. Diese 5 Millionen sind 3.5 Millionen EU-Bürger in der UK  und 1.5 Millionen Briten in der EU – sie hatten kein Stimmrecht! Das sind gerechnet 21.2 Millionen Menschen die nicht aus der EU wollen!

Das interne Gerangel um die Macht ist dazu frappierend.  Außenminister Boris Johnson liebt es Unruhe zu stiften, er fährt nach Moskau und lässt sich wirklich völlig erfahrungslos mit dem russischen Strategen Wladimir Putin ein. Und daheim fällt er der Premierministerin in den Rücken, mit dem Blick auf den Stuhl.

Dass die Enttäuschung immer mehr wächst ist verständlich. An vorderster Front stehen die EU-Bürger.

Fast 10 Prozent davon sind Steuerzahler. Doch eine Einbürgerung nach fünf Jahren ist schwierig, das Verfahren sehr teuer. Der Nachweis ist zu liefern, wo man sich die letzten 5 Jahre aufgehalten hat, mit Kopien Flugtickets zum Beispiel – es ist umfangreich. Die Kosten dafür in Höhe von £1200 schrecken viele ab. „Zur Einbürgerung gehört ein Geschichtstest, den viele Briten nicht einmal bestehen würden“, sagt die aus Brandenburg stammende Brexit-Gegnerin. Der Ärger ist groß, die Commonwealth Bürger, die Großbritannien sind wie die Iren bei allen Wahlen mit dabei.

„Es kann doch nicht sein, dass ich als Deutsche, die 20 Jahre lebt, mit einem Briten verheiratet bin und ein Kind habe, kein Stimmrecht habe, aber ein Australier, der nur wenige Monate hier lebt“, sagt die Demonstrantin. Und dazu kommt die Angst, die Angst nicht auf der Insel bleiben zu dürfen.

Das Aufenthaltsrecht stelle die Regierung nicht in Frage Jedoch stelle sie sich dagegen, den 3.5 Millionen EU-Bürgern volle Rechte anzuerkennen, ihr Existieren zu quitieren. Gleichzeitig entbürgere die Britische Regierung ihre 1.5 Millionen Bürger in der EU.

„Das Vereinigte Königreich ist komplett gebrochen, es liegt am Boden mit ungefähr 30 Brexiteers von 630 Members of Parliament, die das ganze Land in Geiselhaft genommen haben. Die Rhetorik ist entsprechend arrogant, dumm, großmäulig, das Land durchlebt jetzt das Grauen der 1930er Jahre.“

Und es bleiben Fragen…

Wie legal ist denn der Brexit wirklich? Kann er tatsächlich geltend gemacht werden, kann eine einfache Volksabstimmung die Millionen direkt vom Wählen auschloss, wirklich die konstitutionelle Struktur der UK, in der 65 Millionen Briten implementiert werden?

Und … Davon sind auch eine Million Polen in Großbritannien betroffen

Das kommende Jahr bringt nun die Entscheidung… ein europäisches Feuerwerk im Einklang mit der Rule Britannia oder doch den Sieg des Nationalismus mit wehenden Fahnen.

Beitrag: Frank Bürger

 

 

 

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Potsdam. Der 1944 im schlesischen Grünberg geborene bedeutende Graphiker Christian Mischke hat 2009 nur 150 Radierungen seiner Darstellung von Erich Mühsam anfertigen lassen. Eine davon ist seit einiger Zeit in den Händen des Potsdamer Literaten Klaus Hugler. Die Prenzlauer Rundschau hat sein Wirken immer wieder gern begleitet.

Der bekannte Theologe Christoph Markschies zitierte Mühsam gerade bei Deutschlandfunk Kultur.

Sein Anarchismus ist ein besonderer

An einem Abend präsentierte Hugler mit einem Vortrag zu Mühsam die Radierung.

 In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wurde er im KZ Oranienburg von SS ermordet. Erich Mühsam ist als drittes von vier Kindern in Lübeck aufgewachsen; wegen „sozialistischer Umtriebe“ wurde er 1896 vom Gymnasium gewiesen, den Schulabschluss machte er 1896 in Parchim/Mecklenburg. Es folgte eine Apothekerlehre und in Lübeck arbeitete er als Apothekengehilfe. Lübeck ist heute der Sitz der Erich-Mühsam-Gesellschaft. Ab 1901 arbeitete er als freier Schriftsteller in Berlin und fand Anschluss an den Bohemezirkel. Es bildete sich die Lebensfreundschaft mit Gustav Landauer heraus, er wurde rasch zum markantesten und literarisch fruchtbarsten Vertreter des deutschen Anarchismus. Seine Anschauungen verschmolzen Postulate anarchistischer Theoretiker (Proudhon, Bakunin, Kropotkin, Landauer) mit Elementen des bürgerlichen Individualismus (Stirner, Nietzsche) zu einem theoretisch kaum reflektierten „Gefühlsanarchismus“, der vor allem vom Autoritätshass und durch tief empfundene Verbundenheit mit den sozial Benachteiligten belebt wurde.

Nach Wanderjahren siedelte er sich 1909 in München an. Er wurde eine Zentralfigur der Schwabinger Boheme und freundete sich mit Heinrich Mann, Frank Wedekind und Lion Feuchtwanger an. Vehemente Proteste gegen den Ersten Weltkrieg brachten ihn ins Gefängnis. Am 7. November 1918 beteiligte er sich führend an den revolutionären Massenerhebungen in München und war ein radikaler Verfechter des Rätesystems und Leitfigur der Revolutionsereignisse bis zur  Bayerischen Räterepublik. Nach der Niederschlagung wurde er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt. Die Amnestie erfolgte 1924, dann  lebte er in Berlin.  Er arbeitete in vielen linken, antifaschistischen Organisationen mit, 1927/28 agierte er im künstlerischen Beirat der Piscator-Bühne Berlin.  Als einer der eindringlichsten und frühesten Warner vor dem Nationalsozialismus wurde Mühsam am 28. Februar 1933 verhaftet (Gefängnis Lehrter Straße, KZ Sonnenburg, Gefängnis Plötzensee, Zuchthaus Brandenburg, ab Januar 1934 Konzentrationslager Oranienburg), 14 Monate lang hatte er bis zu seinem Tod unter Folter und Misshandlungen zu leiden. Beigesetzt wurde er am 15. Juli auf dem Waldfriedhof Berlin-Dahlem.

Seine 1884 geborene Frau Kreszentia wurde nach ihrer Flucht aus Deutschland das Opfer stalinistischer Verfolgung und konnte erst 1956 nach Berlin zurückkehren, wo sie sechs Jahre später starb.

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Der Verein Podest mit Klaus Hugler (rechts) am Grab von Erich Mühsam

 

 

Potsdam (fb) Kreisau ist ein Name mit Klang. Der Kreisauer Kreis war eine bürgerliche Widerstandsgruppe, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus mit Plänen zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung nach dem angenommenen Zusammenbruch der Hitler-Diktatur befasste. Und so ist es konsequent, an einem solchen Ort ein deutsch-polnisches Schulbuch zu präsentieren:

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Britta Ernst. Foto: Axel Schön

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst und die Bildungsministerin der Republik Polen Anna Zalewska haben Ende November im polnischen Krzyżowa (Kreisau) den zweiten Band des deutsch-polnischen Schulbuchs „Europa – Unsere Geschichte“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Bildungsministerin Ernst wurde von der Kultusministerkonferenz mit der Federführung des Projekts auf deutscher Seite beauftragt. Auf polnischer Seite ist Ministerin Zalewska die Nationalen Beauftragte dieses binationalen Vorhabens.

Den ersten Band des Lehrwerks hatten vergangenes Jahr der damalige deutsche Außenminister Steinmeier, sein polnischer Amtskollege Waszczykowski und Ministerpräsident Woidke in Berlin präsentiert.

Die Veranstaltung, an der auch der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Polen, Rolf Nikel, teilnahm, fand in der Stiftung Kreisau für Europäische Ver-
ständigung statt. Mit Kreisau wurde ein historischer Ort für die Präsentation ge-
wählt. Hier formierte sich während des zweiten Weltkrieges die bürgerliche Wider-
standsgruppe um Graf von Moltke und Graf Yorck von Wartenburg, die Pläne zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung nach dem Zusammenbruch der NS-
Diktatur entwarf.

Zudem trafen sich hier am 12. November 1989 – drei Tage nach dem Mauerfall – der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und der erste frei gewählte polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki. Während einer christlichen Versöhnungsmesse umarmten sich Kohl und Mazowiecki. Dies war ein wichtiger Meilenstein der deutsch-polnischen Versöhnung nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs.
Ministerin Britta Ernst: „Ich freue mich sehr, dieses Buch an diesem historisch  bedeutsamen Ort präsentieren zu dürfen. Das Buch wird den geschichtlichen Ho-
rizont der Jugendlichen erweitern, Verständnis für nationale Traditionen schaffen, zur Mitgestaltung des gemeinsamen Europas anregen. So ist das Buch auch ein
starker Impuls für die deutsch-polnischen Beziehungen. Kreisau ist und bleibt ein Ort mit großer Symbolwirkung für die deutsche-polnische Versöhnung und die
europäische Verständigung.“

Band 2 behandelt die Epoche von der Renaissance bis zum Wiener Kongress. Er schlägt einen Bogen vom Ende des Mittelalters über die Kriege des 17. Jahrhunderts, die Aufklärung und die Revolutionen Ende des 18. Jahrhunderts bis hin zum Napoleonischen Zeitalter.

Die von den Verlagen Eduversum und WSiP verlegte Schulbuchreihe zur europäi-
schen Geschichte kann im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in unterschiedlichen Sprachfassungen eingesetzt werden. Für die
Einführung des Buches in die Schulpraxis haben die Projektverantwortlichen aus
Deutschland und Polen ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Lehrkräfte mit
dem Buch bekannt machen. Das Lehrwerk zeichnet sich unter anderem durch
seinen binationalen Blickwinkel auf die europäische Geschichte aus.
Für die politische Koordination und Förderung des Projekts sind auf deutscher Seite die Kultusministerkonferenz unter Federführung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg sowie das Auswärtige Amt verantwortlich. Mit der Sicherung der wissenschaftlichen Expertise an dem Projekt sind die Vorsitzenden der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission betraut. Die wissenschaftliche Koordination haben das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften inne.

 

Glockenläuten an der Gedenkplatte in Erinnerung an Helmut Kohl im Speyerer Dom

 

 

Beitrag: Frank Bürger

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Im Zusammenhang mit der Entstehung eines europaweit tragenden Spargelmuseums in Schwetzingen ist die Spargelpost in jedem Jahr eine besondere Erinnerung. Das Weimarer Dreieck bekommt Leben eingehaucht.

Am Jahresende wird sie von vielen ehemaligen Schwetzinger Bürgerinnen und Bürger wieder freudig erwartet – die Schwetzinger Spargelpost. Bereits seit 1991 versorgt die Stadtverwaltung Schwetzingen  Menschen, die der Stadt weiterhin verbunden sind,  mit dem Jahresrückblick, der reich bebildert über die Themen berichtet, die die Stadt im zurückliegenden Jahr bewegt haben. Nun liegt die neueste, druckfrische Ausgabe für über 900 Leserinnen und Leser im In- und Ausland vor.

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Im Mittelpunkt der Weihnachtssendung von Klassikabend stehen zwei hervorragende Künstler. Zum einendie Regensburger Domspatzen und dann der weltbekannte Tenor Mario Lanza.

„So bekommen wir heute sehr viele bewegende Noten. Weihnachten ist grenzüberschreitend und will die Herzen aller Menschen bewegen“, so Frank Bürger, Chefredakteur der Prenzlauer Rundschau.

Lassen Sie sich heute von 17 bis 18 Uhr bei Radio Prenzlau begeistern

Hier der Link zum Stream

Beitrag von Frank Bürger

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Eisernte in St. Petersburg

Auch viele polnischen Gäste kommen nach Elstal, gerade jetzt kurz vor Weihnachten.

Ab 23. Dezember gibt es dort eine besondere Attraktion.

Cool, cooler, Karls! – Auch in diesem Jahr verwandelt sich die 2.000 Quadratmeter große Halle des Eiswerks im Erlebnis-Dorf in Elstal bei Berlin in eine eisige Attraktion. Denn ab dem 23.12. öffnet die 3. Eiswelt ihre Türen. Dieses Jahr steht das frostige Spektakel unter dem Motto „Karlchen auf Weltreise“. 23 internationale Künstler aus 11 Ländern zaubern in diesem Jahr eine einzigartige Welt aus buntem Eis und nehmen den Erdbären und euch dabei mit auf eine Reise rund um den Globus. Bis zum 31.10.2018 werden die aufwendigen Skulpturen in Europas größter Eisfiguren-Ausstellung zu sehen sein.

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Das Friedenslicht von Bethlehem kam gestern in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ein Zeichen des versöhnlichen Miteinanders. Heute nun das stille Gedenken an das Grauen, was in und vor dieser bedeutenden Kirche fassbar, greifbar wird. Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Berlins Bürgermeister machten jeder auf seine Weise deutlich: Wir lassen die Opfer nicht allein, so etwas darf nie wieder geschehen.

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Quelle: http://www.e-recht24.de

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