
Berlin. Abschluss der Buchpräsentation mit Albert Schweitzer bildet ein Konzert im historischen Schloss Zerben am 15. November um 16 Uhr. Wie passend zum Volkstrauertag: die Winterreise von Franz Schubert.
Von Frank Bürger
Es lohnt sich immer, die Wanderung auf literarischen Spuren. Vor einigen Tagen war ich mal wieder in Neckarsteinach mit den drei Burgen. Irgendwo schon ein besonderer Haltepunkt dort im Geo-Café. Die Heidelberger Romantik hat mich schon immer berührt.

Joseph von Eichendorff spielt auch in meinem Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“ eine Rolle.
Und was entdecke ich da im Café unerwartet…mein Schweitzer-Buch

Die letzten Exemplare auf dieser besonderen Wanderung liegen im Kofferraum. In einigen Tagen mache ich mich auf den Weg nach Sachsen-Anhalt in das idyllische Örtchen Zerben mit seinem wunderbaren Schloss. Die Nähe zu Theodor Fontane und seiner Effi Briest wird spürbar. Immer wieder gerne kehre ich zu diesem Ort zurück, den der Musiker Marco Reiß und Anastasia aus dem Dornröschenschlaf geweckt haben.

Hier wird ja auch in Schlossnähe von Landwirt Daniel Ladwig die Melisse zum Albert-Schweitzer-Tee angebaut. Die entsprechende Website gilt als Materialgrundlage auch für die Schule in Spandau. In den Räumen der Weihnachtskirche wurde die Idee von Carolin Richter entwickelt, die Marke wurde mit mir von dem ehemaligen Stiftskantor Jürgen Lindner patentiert.


Mediennoten zum Buch

Auch die Stadt Karlsruhe ist eng mit Albert Schweitzer verbunden
In Karlsruhe arbeitete ich drei Jahre, so spannt sich der Bogen zu heute. Eine meiner ersten Aufnahmen fokussierte den Leiermann aus Schuberts Winterreise
Freunde der Klassik schnalzen mit der Zunge, nun gibt es in Zerben die Winterreise zu hören
Franz Schuberts „Winterreise“ (op. 89, D 911) ist einer der bedeutendsten Liederzyklen der deutschen Romantik. Er vertonte 1827 insgesamt 24 Gedichte von Wilhelm Müller für Sologesang (Tenor) und Klavier.
Wenn die Tage kürzer werden, die Bäume kaum noch Blätter tragen und es draußen trüb und kalt wird, versinkt man leicht in schwere, melancholische Gedanken. Auch in Franz Schuberts Liedzyklus „Winterreise“ trifft beides aufeinander: die winterliche Natur und die innere Niedergeschlagenheit des Wanderers. Ein Jahr vor seinem Tod, im Herbst 1827, vollendete Schubert diesen Liederzyklus

Christoph von Weitzel, Bariton Der Sänger und Mensch „Weitzels Liedinterpretation dringt ins Existentielle ein. Nicht der schöne Gesang interessiert, sondern der durch die Musik intensivierte Wortsinn, mit dem seelische Grundsituationen beschrieben werden.“ Was Gerhard Rohde in der Frankfurter Allgemeine Zeitung über den Sänger schreibt, entspricht Weitzels Anliegen: Ausgehend vom Wort die Musik ergründen, sich intensiv mit dem Sinn beschäftigen, um das Wahre und Schöne neu zu entdecken. Nicht nur durch Tonvolumen und Fülle des Wortlauts beschert Christoph von Weitzels warmer Bariton ein sinnliches Ereignis. Seine musikalische Präsenz wird auch durch die physische Erscheinung getragen: mit „Heldenbrust und Löwenlocke“ entspricht er ganz der klassischen Vorstellung eines charismatischen Sängers. Auch sein erfolgreiches Projekt „Oper für Obdach – Winterreise – Lieder werden zur Großen Oper“ lebt ganz von Weitzels Stärke eine „Ein-Mann-Oper“ alleine zu tragen. Der Bariton Christoph von Weitzel debütierte 1990 als „Guglielmo“ in der Frankfurter TAT-Produktion von Mozarts „Cosi fan tutte“. Die Kritik lobte seinen vollen Bariton (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und seinen jugendhaft charmanten Gesang sowie seine Darstellung (Frankfurter Rundschau). Zunächst wollte er Gitarrist werden. Bei einem Krippenspiel wurde man auf seine wunderbare Stimme aufmerksam und es reifte der Entschluss, Sänger zu werden. Christoph von Weitzel absolvierte sein Gesangsstudium bei Prof. John Lester (USA) und bei Barry Mora an der Oper Frankfurt. Dort erfuhr der angehende Sänger während der aufsehenerregenden Gielen-Ära, durch das tägliche Erleben des Opernbetriebes über das Studium hinaus, vielseitige und wertvolle musikalisch-künstlerische Anregungen. Die Teilnahme am Meisterkurs für Lied bei Elisabeth Schwarzkopf, besonders jedoch die Arbeit mit Kammersänger Walter Berry prägten seinen künstlerischen Werdegang. |
| Mit Schuberts „Winterreise“ auf das Schicksal obdachloser Menschen aufmerksam machen – das ist das Anliegen von Christoph von Weitzels Projekt „Oper für Obdach“. Dafür hat sich der Bariton mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. zu einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe zusammengeschlossen. Sie startete im November 2006 und ist auf mehrere Jahre angelegt. Einsamkeit, Ausgrenzung, Heimatlosigkeit, Kälte unter den Menschen, Tod und die Sehnsucht, alles durch Liebe zu überwinden – davon handelt Christoph von Weitzels Interpretation der „Winterreise“.Die 24 Werke aus Franz Schuberts fatalistischem Liederzyklus führt der Bariton in Form einer „Ein-Mann-Oper“ auf, inszeniert von Hugo Scholter. Dabei bricht der Sänger mit dem konventionellen Liederabendschema und kleidet sich in das Kostüm eines Obdachlosen. Mit seiner Kunst möchte von Weitzel direkten Einfluss auf das gesellschaftliche Leben nehmen: „Ich glaube, es ist sehr nötig, diese gesellschaftliche Problematik zu betrachten und darauf zu reagieren. Sich zu überlegen, wie man mit den Mitteln der Kunst in die Gesellschaft hineinwirken und sie vielleicht manchmal auch verbessern kann“.Wie gut diese Verbindung von Kunst und sozialem Engagement gelingt, zeigt die Resonanz auf diese ungewöhnliche Idee und auf die ersten Veranstaltungen. So ist in der Frankfurter Rundschau zu lesen: „Der Bariton Christoph von Weitzel macht aus den 24 Liedern, die Franz Schubert zu Wilhelm Müllers´s Gedichten in dem Winterreise-Zyklus zusammengefasst hat, Große Oper.“ Und Gerhard Rohde schreibt in der FAZ: „Moderner, gegenwärtiger kann eine „Winterreise“ mit Schubert nicht gelingen“. |
Quelle: Homepage Christoph von Weitzel
Der Kreis schließt sich: Begleitend zur Vita findet man auf der Homepage folgende Worte von Joseph von Eichendorff
Studieren will nichts bringen,
Mein Rock hält keinen Stich,
Meine Zitter will nicht klingen,
Mein Schatz
der mag mich nicht.
J. v. Eichendorff
Wir kommen wieder nach Zerben und zurück nach Neckarsteinach…das nächste Thema … Richard Wagner
Richard Wagner weilte nicht in Zerben, aber in Heidelberg und Schwetzingen
Perspektivisch so der Artikel von Daniela Noack, der mehr als sechs Jahren in den Spandauer Bürgerstuben entstand

