
Impuls aus Taizé:
Als Jesus die Menschen gespeist hatte sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, daß sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und ihn zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.
Joh 6,14-15
Berlin. Wir beginnen mit einer Andacht von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates. Mit dem Politiker und Autoren Andreas Sturm aus Baden haben wir einen neuen Partner gewonnen. Dann kommt ein Impuls vom Potsdamer Generalsuperintendenten Kristóf Bálint oder direkt von der EKBO. Ein besonderer Impuls kommt von Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Gedanken kommen dieses Mal in einem neuen Format, musikalisch umrahmt von Organistin Barbara Herrberg (Evangelische Weihnachtskirche Spandau), mit Fokus auf das Thema „Unerklärliche Wege“, diese Woche wieder mit Siegfried Weber, stellv. Dekan in Karlsruhe. Es gibt jede Woche die Rubrik „Wachet und Betet“, und zwar über die Aktion „#createsoundscape“. Zu hören sind die Glocken der Kath. Pfarrkirche St. Josef in Herzogenrath-Straß. Mit dem Reise Know-How Verlag aus Bielefeld geben wir Impulse für Touren in alle Welt. Ergänzend dazu Impulse von Kerstin Pagel. Dazu kommen historische Impulse aus der Schweiz mit Albrecht Grözinger, emeritierter Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel. Es gibt Tipps aus dem und für den Religionsunterricht, manchmal von Mitarbeiterin Angela Schweitzer, auch für die Familie, ab und an eine Koproduktion von Ute Mertens (Evangelische Kirche Mitteldeutschland und Thorsten Fabrizi (Evangelische Kirche im Rheinland), eine Einspielung dieses Mal wieder von Michael Reichert Ann-Helena Schlüter, ab und an auch ein Beitrag von Agita Rando. Es gibt Impulse für Kinder und Jugendliche von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger. Es gibt nun eine Buchempfehlung und Texte von Nadine Grimmig, eine Filmempfehlung kommt von Miss Sonnenschein oder Klassikradio. Jazziges kommt über den Experten Marco Reiß. Nun auch die YouTube-Einspielung der Woche, empfohlen von unserer Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz. Dazu klassische Noten von Hans-Josef Overmann, Opern- und Konzertsänger, Fagottist, Komponist und Dirigent. Jede Woche präsentiert Prof. Dr. Frank Thissen Momentaufnahmen aus Karlsruhe. Dazu kommen regelmäßig Momentaufnahmen von Pfarrer Erko Sturm. Regelmäßig gibt es jetzt Noten von der Sopranistin Andrea Chudak. Von Anfang an mit dabei Superintendentin Angela Zaedow.
Mit dabei eine deutsch-polnische Note über Stephan Schiller. Dazu eine oekumenische Ergänzung: Regelmäßig zeigen wir einen Impuls von Uwe Lüttinger, Dekan der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz. Und zum ersten Mal eine kulturelle Note von der SPD-Abgeordneten Sebahat Atli.
Von Frank Bürger
Impuls Heinrich Bedford-Strohm
Impuls Generalsuperintendent Kristóf Bálint

Kapitelgottesdienst mit der Verabschiedung des langjährigen Kurators Cord-Georg Hasselmann, der Einführung der neuen Kultur-Vorständin Lilla Mátyók-Engel und der Einführung des neuen Domherren Cord-Georg Hasselmann in einem Gottesdienst. Predigt über „Ähren raufen, Haare raufen und zusammenraufen“ zu Mk 2 des Dechanten und im Anschluss einen netten Empfang für die Gottesdienstbesucher aus nah und fern (u.a. Israel). Ein schönes Erlebnis und nun kann eine Woche Urlaub werden…
Facebook, 18. Oktober 2026
Impuls von Prof. Dr. Traugott Schächtele

GOTTESDIENST IN DER DIETRICH-BONHOEFFER-GEMEINDEAM SONNTAG, DEN 10. OKTOBER 1999 (19.S.N.TRINITATIS)
– MITWIRKUNG DER VAIHINGER JUGENDKANTOREI-
Termine
- 05.11.2026 19:30 Uhr Hebel-Revue – Texte und Musik Maria Magdalena Kirche
Blog
Aktuelle Buchhinweise
Am 17. August 2026 erschien beim Herder Verlag mein neues Buch Die neue Freiheit genießen und gestalten: Ein Reiseführer in den Ruhestand (20 Euro). Lesen und Verschenken lohnt sich! /leben/shop/p6/95995-die-neue-freiheit-geniessen-und-gestalten-gebundene-ausgabe/
Mein Buch geistesinzidenzen: sieben mal sieben unterbrechungen im lauf des Jahres ist beim Verlag Buchwerk am Kämpfelbach eben neu aufgelegt erschienen und wieder überall erhältlich! (19,90 Euro) /shop/geistesinzidenzen/
Im November erscheint beim Verlag Buchwerk am Kämpfelbach ein Band mit 32 Grafiken des Freiburger Künstlers Wolf Becke, jedem der Drucke stelle ich ein Gedicht zur Seite. Der Titel des Buches lautet: Flüchtige Zonen. Lyrik trifft Grafik – der Preis beträgt 19,80 Euro! /shop/fluechtige-zonen/
Impuls von Superintendentin Angelika Zädow

Beitrag von Pfarrer Erko Sturm

La Rochelle 1628: Die Kapitulation der Hugenottenhochburg und ihre Bedeutung für den Protestantismus in Frankreich
Es jährt sich in diesen Tagen zum 398. Mal ein Ereignis, das für die Geschichte des Protestantismus in Frankreich von weitreichender Bedeutung war: Ende Oktober 1628 kapitulierte die Hafenstadt La Rochelle nach mehr als einem Jahr der Belagerung vor den Truppen des französischen Königs Ludwig XIII. Was für die königliche Macht ein großer Erfolg war, bedeutete für die Hugenotten den Verlust ihrer wichtigsten politischen und militärischen Bastion. Die Erinnerung an dieses Ereignis führt in eine Zeit, in der Fragen des Glaubens eng mit politischen Interessen, militärischer Gewalt und dem Ringen um staatliche Einheit verbunden waren. Zugleich wirft sie eine Frage auf, die über das 17. Jahrhundert hinausweist: Wie kann eine religiöse Minderheit ihren Glauben leben, wenn die politische Macht ihr zwar Duldung gewährt, ihr aber die Mittel nimmt, ihre Rechte selbst zu schützen? Zum Datum: Häufig wird der 28. Oktober 1628 als Tag der Kapitulation genannt. Das protestantische Geschichtsmuseum in La Rochelle datiert die Unterzeichnung auf den 29. Oktober; die Übergabe vollzog sich über mehrere Tage. Am 1. November zog Ludwig XIII. in die Stadt ein.
Die Hugenotten und das zerrissene Frankreich
Die Reformation hatte im 16. Jahrhundert auch Frankreich erreicht. Neben anderen reformatorischen Einflüssen gewann dort vor allem die Theologie Johannes Calvins Bedeutung. Die französischen Protestanten, die seit dem 16. Jahrhundert als Hugenotten bezeichnet wurden, bildeten Gemeinden, in denen die Verkündigung des Evangeliums, das Lesen der Heiligen Schrift und eine eigenständige kirchliche Ordnung im Mittelpunkt standen. Sie blieben im überwiegend katholischen Frankreich eine Minderheit. Gleichwohl fanden reformatorische Überzeugungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten Anhänger: unter Handwerkern und Kaufleuten ebenso wie unter Angehörigen des Adels. Daraus erwuchs eine Bewegung, die nicht allein religiös, sondern auch gesellschaftlich und politisch Gewicht hatte. Das Zusammenleben von Katholiken und Protestanten war von schweren Konflikten geprägt. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erschütterten mehrere Religionskriege das Land. Sie waren keine bloßen Auseinandersetzungen um theologische Lehren: Es ging ebenso um die Macht des Königs, um den Einfluss adeliger Familien und um Bündnisse innerhalb und außerhalb Frankreichs. Religiöse Überzeugungen und politische Interessen ließen sich vielfach kaum voneinander trennen. Ein besonders dunkles Kapitel war die Bartholomäusnacht im August 1572. In Paris und anschließend in weiteren Städten wurden Tausende Hugenotten ermordet. Für den französischen Protestantismus wurde diese Gewalterfahrung zu einer tiefen kollektiven Erinnerung.
Das Edikt von Nantes: ein begrenzter Frieden
Einen wichtigen Schritt zur Beendigung der Religionskriege unternahm König Heinrich IV. mit dem Edikt von Nantes im Jahr 1598. Heinrich war selbst lange Zeit eine führende Gestalt der Hugenotten gewesen, bevor er zum katholischen Glauben übertrat und seine Herrschaft als König festigte. Das Edikt schuf keine Religionsfreiheit im heutigen Sinne. Der katholische Glaube behielt eine herausgehobene Stellung, und die öffentliche Ausübung des reformierten Glaubens war an bestimmte Orte und Bedingungen gebunden. Dennoch erhielten die Hugenotten rechtliche Sicherheiten und Möglichkeiten, ihren Glauben öffentlich zu leben. Zu dieser Friedensordnung gehörten auch befestigte Sicherheitsplätze. Sie sollten den Protestanten Schutz bieten und ihnen eine gewisse Gewähr dafür geben, dass die zugestandenen Rechte nicht einfach wieder aufgehoben würden. Dass eine religiöse Minderheit solche Sicherheiten benötigte, zeigt, wie wenig selbstverständlich das Vertrauen zwischen den Konfliktparteien war. Das Edikt von Nantes war somit ein Versuch, nach Jahrzehnten der Gewalt ein begrenztes Zusammenleben zu ermöglichen. Es beruhte nicht auf der Vorstellung, dass religiöse Unterschiede für den Staat gleichgültig seien. Aber es erkannte an, dass Frieden auch dort möglich sein musste, wo Menschen im Glauben nicht übereinstimmten.
La Rochelle als Zentrum des französischen Protestantismus
Unter den Städten Frankreichs nahm La Rochelle eine besondere Stellung ein. Die Hafenstadt an der Atlantikküste war wirtschaftlich bedeutend und durch Handel und Schifffahrt mit anderen europäischen Regionen verbunden. Schon früh hatte die Reformation dort Anhänger gefunden. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelte sich La Rochelle zu einem wichtigen Zentrum der Hugenotten. Die Stadt war mehr als ein Ort, an dem viele Protestanten lebten. Sie besaß politisches und militärisches Gewicht und wurde zu einem Symbol reformierten Selbstbehauptungswillens. Hier kamen führende Vertreter der Hugenotten zusammen; von hier aus unterhielt man Verbindungen über die Grenzen Frankreichs hinaus. Auch theologisch besitzt La Rochelle einen besonderen Rang. Die reformierten Gemeinden Frankreichs verbanden sich mit einem gemeinsamen Bekenntnis, das als Confessio Gallicana oder Bekenntnis von La Rochelle bekannt wurde. Es geht auf das Jahr 1559 zurück und wurde 1571 auf einer Nationalsynode in La Rochelle bestätigt. Damit stand der Name der Stadt zugleich für eine kirchliche Gemeinschaft, die sich auf das Evangelium und auf eine gemeinsame reformierte Lehre gründete. Aus Sicht der französischen Krone lag gerade in der Stärke La Rochelles ein Problem. Eine befestigte Stadt mit ausgeprägter Eigenständigkeit, einer mehrheitlich protestantischen Bevölkerung und möglichen Verbindungen zur englischen Seemacht erschien als Herausforderung für die königliche Autorität.
Königliche Einheit und protestantische Selbstbehauptung
Nach der Ermordung Heinrichs IV. im Jahr 1610 verschärften sich die Spannungen erneut. Unter seinem Sohn Ludwig XIII. und dessen leitendem Minister Kardinal Richelieu gewann das Ziel an Gewicht, die Autorität der Krone gegenüber widerständigen Kräften im Land durchzusetzen. Richelieu sah in den befestigten Plätzen und politischen Zusammenschlüssen der Hugenotten eine Gefahr für die Einheit des Königreichs. Dabei lässt sich seine Politik nicht allein als Versuch erklären, den Protestantismus sofort auszulöschen. Entscheidend war zunächst, die Hugenotten als eigenständige politische und militärische Kraft zu entmachten. Für viele Protestanten stellte sich die Lage anders dar. Die Erfahrungen früherer Verfolgung ließen sie befürchten, dass mit dem Verlust ihrer Schutzmöglichkeiten auch die Sicherheit ihres Glaubenslebens gefährdet wäre. Was die Krone als Auflehnung gegen ihre Autorität betrachtete, erschien den Betroffenen als Verteidigung ihrer Rechte und ihrer Existenz. Die Konflikte mündeten in den 1620er Jahren erneut in bewaffnete Auseinandersetzungen. Dabei spielten auch europäische Machtinteressen eine Rolle. England unterstützte die Gegner der französischen Krone, verfolgte damit aber zugleich eigene politische und strategische Ziele. Die Menschen in La Rochelle waren über den Umgang mit den Engländern keineswegs alle einer Meinung. Der Konflikt war deshalb auch ein Ringen um politische Loyalität und um die Stellung Frankreichs in Europa.
Die Belagerung und das Leid der Bevölkerung
Im Jahr 1627 begann die königliche Belagerung von La Rochelle. Die Stadt wurde vom Land her eingeschlossen. Um auch den Zugang über das Meer zu kontrollieren und Hilfslieferungen zu verhindern, ließen die Belagerer eine Sperre vor dem Hafen errichten. Englische Hilfsversuche blieben erfolglos. Die Verteidigung der Stadt ist besonders mit dem Namen ihres Bürgermeisters Jean Guiton verbunden. Doch der lange Widerstand hatte einen furchtbaren Preis. Lebensmittel wurden knapp, Hunger und Krankheit breiteten sich aus, und immer mehr Menschen starben. Die überlieferten Bevölkerungszahlen sind Schätzungen. Das protestantische Geschichtsmuseum von La Rochelle nennt etwa 28.000 Einwohner zu Beginn der Belagerung und nur noch rund 5.400 Menschen an ihrem Ende. Auch wenn solche Zahlen nicht mit letzter Genauigkeit zu überprüfen sind, lassen sie das Ausmaß der Katastrophe erkennen. Ende Oktober 1628 war die Stadt nicht länger in der Lage, Widerstand zu leisten. Ihre Vertreter verhandelten mit Richelieu; die Kapitulation wurde unterzeichnet, königliche Truppen rückten ein. Am 1. November betrat Ludwig XIII. die besiegte Stadt. Das militärische Ereignis darf nicht von dem Leid der Zivilbevölkerung getrennt werden. Frauen, Männer und Kinder hatten die Folgen einer Strategie zu tragen, die auf die Aushungerung der Stadt setzte. Wer heute an La Rochelle erinnert, erinnert deshalb nicht allein an den Sieg einer Krone oder die Niederlage einer religiösen Partei, sondern auch an die Opfer eines Krieges.
Der Frieden von Alès: Glaubensfreiheit ohne politische Macht
Mit dem Fall La Rochelles war der bewaffnete Konflikt noch nicht vollständig beendet. In anderen Teilen Frankreichs leisteten protestantische Kräfte weiterhin Widerstand. Erst 1629 kam es zum Frieden von Alès, der die letzte Phase dieser Auseinandersetzungen abschloss. Seine Folgen waren für den französischen Protestantismus einschneidend. Die Hugenotten behielten grundsätzlich das Recht, ihren Glauben im Rahmen der Bestimmungen des Edikts von Nantes auszuüben. Gemeinden konnten also weiterhin bestehen; protestantische Gottesdienste waren nicht durch den Frieden von Alès generell verboten. Zugleich verloren die Hugenotten ihre politischen und militärischen Sonderrechte. Ihre Sicherheitsplätze wurden ihnen entzogen, Befestigungen geschleift und politische Versammlungen untersagt. Damit endete die Zeit, in der sie als organisierte Kraft dem König mit eigenen militärischen Mitteln entgegentreten konnten. Darin liegt die besondere Bedeutung von La Rochelle und Alès: Der französische Protestantismus wurde nicht ausgelöscht, aber politisch entwaffnet. Er blieb als Kirche und Glaubensgemeinschaft bestehen, war jedoch stärker als zuvor darauf angewiesen, dass die Krone die gewährten Rechte auch tatsächlich achtete. Man kann darin einen Fortschritt zur Beendigung der Bürgerkriege sehen: Das Königreich sollte nicht länger durch bewaffnete religiöse Parteien auseinandergerissen werden. Doch für eine Minderheit, die schwere Verfolgungen erlebt hatte, bedeutete der Verlust eigener Schutzmöglichkeiten zugleich eine erhebliche Schwächung. Frieden und Schutz waren damit nicht für alle Beteiligten dasselbe.
Der lange Weg zur Aufhebung des Edikts von Nantes
Die Kapitulation von La Rochelle führte nicht unmittelbar zu einem allgemeinen Verbot des Protestantismus. Zwischen 1629 und der Aufhebung des Edikts von Nantes lagen mehr als fünf Jahrzehnte. In dieser Zeit lebten die französischen Protestanten weiter in Gemeinden; es gab Phasen relativer Ruhe ebenso wie Versuche, den Einfluss des katholischen Glaubens zu stärken. Besonders unter Ludwig XIV. wurden die Rechte der Protestanten zunehmend eingeschränkt. Ab den 1660er Jahren setzte die Krone die Bestimmungen des Edikts von Nantes immer enger aus und begrenzte so die Möglichkeiten protestantischen Lebens. Später kamen gewaltsame Maßnahmen hinzu, darunter die sogenannten Dragonnaden: Die Einquartierung von Soldaten in protestantischen Haushalten sollte Menschen zum Übertritt zum katholischen Glauben zwingen. 1685 hob Ludwig XIV. das Edikt von Nantes durch das Edikt von Fontainebleau auf. Protestantische Gottesdienste wurden verboten, Kirchen zerstört oder geschlossen und Pastoren zur Ausreise gezwungen, sofern sie nicht zum katholischen Glauben übertraten. Viele Hugenotten verließen Frankreich und fanden Aufnahme unter anderem in den Niederlanden, England, der Schweiz und deutschen Territorien. Auch Brandenburg-Preußen wurde zu einem wichtigen Zufluchtsort. Das Edikt von Potsdam, ebenfalls aus dem Jahr 1685, lud französische Glaubensflüchtlinge zur Ansiedlung ein. So führt von der Geschichte der Hugenotten auch ein Weg nach Berlin, wo ihre Gemeinden und Nachkommen das religiöse, wirtschaftliche und kulturelle Leben mitprägten. Gleichwohl wäre es zu einfach, die Entwicklung von 1628 bis 1685 als einen von Anfang an festgelegten Weg zu beschreiben. Die Aufhebung des Edikts von Nantes war nicht bereits mit dem Fall La Rochelles beschlossen. Doch die Niederlage hatte die Möglichkeiten der Hugenotten geschwächt, ihre Rechte gegenüber der Krone politisch und militärisch zu verteidigen.
Eine theologische Erinnerung
Die Geschichte La Rochelles lässt sich nicht angemessen erzählen, wenn man die eine Seite nur als Trägerin des Glaubens und die andere nur als Vertreterin der Macht beschreibt. Auf beiden Seiten standen Menschen, die ihre Überzeugungen mit politischen Vorstellungen, Loyalitäten und Interessen verbanden. Das Gedenken verlangt deshalb auch die Bereitschaft, die eigene Geschichte kritisch zu betrachten. Für Protestantinnen und Protestanten erinnert La Rochelle zunächst an Menschen, die ihren Glauben unter großem Druck festhielten. Ihre Geschichte kann Mut machen, wenn es darum geht, Überzeugungen nicht allein danach auszurichten, was gesellschaftlich erwünscht oder politisch opportun ist. Zugleich steht sie vor der Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Gewalt. Die Hugenotten wussten um die Bedrohung ihrer Existenz und griffen auch zu Waffen. Ihre Gegner beriefen sich ihrerseits auf Religion und Ordnung, während ihre Kriegführung unermessliches Leid verursachte. Aus heutiger Sicht fordert diese Geschichte dazu heraus, die Würde jedes Menschen und die Freiheit des Gewissens nicht nur für die eigene Gemeinschaft, sondern auch für Andersgläubige anzuerkennen. Der christliche Glaube lässt sich nicht durch Zwang hervorbringen. Wo Menschen aus Angst vor Nachteilen, Vertreibung oder Gewalt ihren Glauben wechseln sollen, wird das Gewissen verletzt. Umgekehrt braucht die Freiheit des Glaubens verlässlichen rechtlichen Schutz. Sie darf nicht allein von der Gunst der jeweils Mächtigen abhängen.
Erinnerung als Auftrag
Die Kapitulation von La Rochelle markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des französischen Protestantismus. Sie beendete die herausgehobene Stellung der Stadt als hugenottische Bastion und bereitete den Weg für eine Ordnung, in der protestantischer Gottesdienst zunächst weiter möglich blieb, die Hugenotten aber ihre politische und militärische Eigenständigkeit verloren. Die spätere Verfolgung und die Flucht vieler Hugenotten zeigen, wie verletzlich eine religiöse Minderheit werden kann, wenn ihre Rechte zunehmend eingeschränkt werden. Zugleich bezeugt die weitere Geschichte, dass der französische Protestantismus trotz Druck und Verfolgung nicht verschwand. Die Erinnerung an La Rochelle verbindet daher Trauer über die Opfer mit der Frage nach unserer eigenen Verantwortung. Sie mahnt, Glaubens- und Gewissensfreiheit zu schützen, Minderheiten nicht bloß zu dulden und Konflikte nicht durch die Unterwerfung des anderen lösen zu wollen. Darin liegt eine bleibende Aufgabe für Kirche und Gesellschaft.
Persönlicher Impuls
Nächste Buchpräsentation mit Marco Reiß
Der Musiker Marco Reiß ist ein treuer Autor seit langer Zeit. Nun gibt in Zerben ein besonderes Konzert mit Buchpräsentation

Aktuelle Deutsch-Polnische Note

DE
PL![]()
Polen und Deutschland ist es nicht gelungen, einige historische Fragen vollständig zu klären, weshalb sie sich leicht dafür missbrauchen lassen, Polarisierung und Feindseligkeit zu schüren, sagt der Historiker Robert Żurek.
Der Link zum Artikel befindet sich im Kommentar unter dem Beitrag.
Polsce i Niemcom nie udało się w pełni załatwić niektórych spraw historycznych, przez co łatwo jest je wykorzystać do budowania polaryzacji i wrogości – mówi historyk Robert Żurek.
Link do artykułu znajduje się w komentarzu pod postem.
Facebook, DPN, 23. Oktober 2026
Reisetipps mit Reise Know-How Verlag

Reise Know-How unterwegs: Herbstzeit ist Wanderzeit!
Unsere Kollegin Renate war mit ihrem Hund im Odenwald bei Seeheim-Jugenheim an der hessischen Bergstraße unterwegs und hat dort gleich mehrere Tagestouren gemacht. ![]()
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Ihre Stationen:
Schloss Auerbach
Blick vom Melibokus, dem höchsten Berg an der Bergstraße, weit in die Rheinebene
Goldenes Kreuz am Heiligenberg
Weinlagenwanderung
Märchenteiche
So lässt sich ein langes Wochenende richtig gut füllen: Burgen, Aussicht, Wein und Wald, und das alles in einer Region. Der Vierbeiner hatte bestimmt auch seinen Spaß. ![]()
Foto: Renate
Facebook, 25. Oktober 2026
Impulse von Kerstin Pagel

Die Gorch Fock I verabschiedet sich bald in die Winterpause!
Bis zum 31.10.2026 habt ihr noch die Chance, die weiße Legende direkt in der Hansestadt Stralsund zu besuchen. Wenn ihr das geschichtsträchtige Schiff in diesem Jahr noch erleben möchtet, solltet ihr Euch beeilen!
Kommt vorbei und genießt die maritime Atmosphäre. ![]()
Herzlichst, Eure Kerstin ![]()
![]()
Facebook, 20. Oktober
Impulse aus und für den Religionsunterricht / Kultur
Auf den Spuren der Cineastik

Mit Andrea Chudak unterwegs

Lesung mit Musik „KEINE SORGE, WIR MACHEN DAS ZUM ERSTEN MAL!“
So – 25.10.26 um 16 Uhr
Galerie im Prälatenhaus Meissen
Eintritt frei – Wir freue uns riesig auf euch!
Facebook, 25. Oktober 2026
Kulturelle und Soziale Noten von Andreas Sturm

Guten Morgen
Ein fantastischer Moment im Petersdom in Rom, eingefangen von Marcel Ditrich
„Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“
– Johannes 1,5
Facebook, 28. Oktober 2026
Kulturelle und soziale Note von Sebahat Atli


ehr gerne habe ich die Einladung zur Podiumsdiskussion im Rahmen der Freiluft-Ausstellung „Jenseits von temporär“ auf dem Oranienplatz anlässlich des 65. Jahrestags türkischer und kurdischer Arbeitsmigration angenommen.
Zu den beiden zentralen Themen „Was wir mitbringen“ und „Was wir weitergeben“ lässt sich sehr viel sagen.
Daher in aller Kürze: Meine Eltern kamen mit dem Ehrgeiz nach Deutschland, hier mit harter Arbeit ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Das hat geklappt, auch wenn es in der Bevölkerung und in der Politik damals nicht überall so gesehen wurde.
Die SPD war eine Ausnahme:
Sie sah das Potenzial der Arbeitsmigranten.
Und das nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. Unser familiärer Zusammenhalt wurde bald von vielen Einheimischen als Vorbild betrachtet. Nicht zuletzt haben die kulinarischen Traditionen der Migranten die deutsche Gastronomie bereichert.
So vereint sich das, was wir mitgebracht haben, mit dem, was wir weitergeben: Zusammenhalt genauso wie Respekt und Toleranz für zunächst fremde Lebensweisen; die Erfahrung, dass sich das Engagement für ein besseres Leben immer lohnt, und damit auch der Einsatz für eigene Interessen und politische Teilhabe.
Mein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden an dieser Ausstellung, die zeigt, dass Arbeitsmigration auch eine kulturelle Migration war und Deutschland vielfältiger und resilienter gemacht hat.
Facebook, 25. Oktober 2026
Musikbeitrag für Klassikfreunde
Wachet und Betet!

Wachet und betet … Über den Link gibt es alles zu den Glocken der Kath. Pfarrkirche St. Josef in Herzogenrath-Straß.
#createsoundscape ist Teil der Kampagne „Hörst du nicht die Glocken?“.
Diese informiert über den Sinn und Zweck des Läutens überhaupt, über seine Geschichte und darüber, wie das Läuten heute wieder als Zeichen von Frieden, Freiheit und persönlicher Spiritualität verstanden werden kann.
Wachet und Betet – Historischer Impuls

Dämmerung in Cannes…
Facebook, Albrecht Grözinger, 26. Oktober 2026
YouTube der Woche von Joanna Filus-Olenkiewicz
Impuls aus Schwetzingen von Dekan Uwe Lüttinger
Impuls aus Karlsruhe von Dekanstellvertreter Siegfried Weber
Impuls aus Karlsruhe von Prof. Dr. Frank Thissen

»Karlsruhe ist für mich ein Ort, der im Wortsinn mitten in Europa liegt: Ein Zirkelschlag von 800 km führt mich sowohl nach Dänemark, wie nach Polen, Tschechien, Österreich und Norditalien sowieso, wie in die Schweiz, nach Südfrankreich und an die holländische Nordseeküste. Dabei hat die Fächerstadt viel von dem mediterranen Flair, das ich liebe, und gleichzeitig von der Verbindlichkeit, die ich sehr zu schätzen weiß. Gerade aktuell bin ich extrem stolz darauf, was die SchauspielerInnen des Staatstheaters auf die Beine gestellt haben: Während alle Häuser rund herum im Lockdown verblieben sind, haben sich die Karlsruher über die Schulter blicken lassen mit dem Format „Sonderfahrplan“. Es zeigt mir wieder einmal, dass die Stadt groß genug ist, um der Kreativität auch in schwierigen Zeiten Raum zu geben, und doch ausreichend klein, um überschaubar zu sein – sowohl, was die Kontakte im Kulturleben angeht, wie auch die räumliche Nähe zwischen den Institutionen und auch ins Grüne.« Chris Gerbing
Foto: Frank Thissen
Quelle: https://menschen-in-karlsruhe.eu/
Zeitenreise mit Hans-Josef Overmann
Buchempfehlung
Hier gibt es einen Neuanfang mit Nadine Grimmig, Archäologin, Kunsthistorikerin und vergl. Religionswissenschaftlerin. Heute von mir persönlich

Das Buch zum deutschlandweiten Kinostart von »Block 10« im November 2026
Wie handeln, wenn jedes Handeln falsch scheint? Auschwitz 1943: In Block 10 führen NS-Ärzte grausame Sterilisationen an weiblichen Häftlingen durch. Erst ein spektakulärer Prozess in London, in dem Überlebende aussagen, bringt 1964 die Wahrheit ans Licht. Die Öffentlichkeit erfährt so auch vom Schicksal jüdischer Häftlingsärzte wie Dr. Maximilian Samuel, der vorsätzlich Eingriffe unterließ, und dabei sein Leben riskierte.
Sein Schicksal haben Alice Brauner, die das Drehbuch schrieb, und Regisseur Marcus O. Rosenmüller mit hochkarätiger Besetzung verfilmt, darunter Christian Berkel, Bibiana Beglau und Axel Prahl. Die historischen Fakten hinter der Leinwand trägt die promovierte Historikerin nun gemeinsam mit Heike Gronemeier in einem Buch zusammen. Dabei beleuchten sie nicht nur die »Grauzone« zwischen Überlebensinstinkt und moralischer Verantwortung, sondern sie geben auch den Opfern eine Stimme.
Impuls von Abt Daniil Irbits

Ein Foto von Pilgerinnen und Pilger aus Polen
Facebook, 26. Oktober 2026
Empfehlung für Kinder und Jugendliche
Die Empfehlungen kommen von Redaktionsmitglied Juliane Heger

»Ich muss ihn finden, weil er mich gefunden hat, als ich verloren war.«
Malu möchte nichts wie weg – weg von Zuhause, weg aus Deutschland, weg aus ihrem Leben. Als sie die Chance zu einem Schüleraustausch nach Japan bekommt, ergreift sie daher sofort die Gelegenheit. Und sie glaubt, sich bestens vorbereitet zu haben. Doch Tokio in seiner Andersartigkeit haut sie um, genauso wie ihr geheimnisvoller neuer Mitschüler Kentaro. Nur langsam lässt sie ihn an sich heran, aber Kentaro zeigt ihr sein ganz eigenes Tokio, und Malu entdeckt eine Seite an sich selbst, die sie alleine niemals gefunden hätte. Während romantischer Dates im neondurchtränkten Sommerregen, verrückter Karaoke-Sessions und magischer Momente im Mondschein auf den Dächern der Stadt wachsen ihre Gefühle füreinander unaufhaltsam. Doch dann sucht eine verheerende Katastrophe Tokio heim, und Malu muss alles daransetzen, im Chaos der verwüsteten Millionenmetropole ihre große Liebe wiederzufinden …Ein einzigartiger, tief berührender Roman über Verlust, die Suche nach der großen Liebe und nach sich selbst.
Film- oder Hörspieltipp
Die Empfehlung kommt von Miss Sunshine
