Symposium „Johann Peter Hebel – Prälat, Dichter, Mensch“

Foto: Nadine Grimmig

Schwetzingen. Der 200. Todestag des Dichterfürsten Johann Peter Hebel beschäftigt nicht nur Schwetzingen. Ein Beitrag unserer Autorin Nadine Grimmig.

Am 19. September 2026 fand das Johann-Peter-Hebel-Symposium im Palais Hirsch statt. Nachdem sich die Anwesenden um 15.00 Uhr eingefunden hatten, begrüßte Oberbürgermeister Matthias Steffan die Gäste. Anschließend gab Museumsleiter Lars Maurer, der zugleich als Moderator durch die Veranstaltung führte, eine kurze Einführung.

Erster Beitrag: Traugott Schächtele

Den ersten Beitrag hielt Traugott Schächtele, Kirchenprälat von Nordbaden a. D. und damit einer der Nachfolger Hebels. Sein Vortrag trug den Titel Gottesrede und Menschenbild – die Fragen der Gegenwart und die Theologie Hebels.

Inhaltliche Schwerpunkte

Schächtele stellte zunächst Kohlbergs Stufenmodell der Moralentwicklung vor und schlug anschließend den Bogen zu Hebels Leben. Im Mittelpunkt standen: Hebels Aufenthalt bei Johann Michael Zeyher, dem badischen Gartenbaudirektor in Schwetzingen, bei dem Hebel auch starb, die Achtuhrgesellschaft, die sich 1833 für die Stadtrechte Schwetzingens einsetzte, und Hebels Nähe zu den geisteswissenschaftlichen Strömungen der Aufklärung.

Kernaussage

Als Quintessenz formulierte Schächtele die These, Hebel sei ein prähumanistischer Friedensfreund gewesen, der den Ideen der Aufklärung stark verbunden war.

Zweiter Beitrag: Elmar Vogt über „200 Jahre Biblische Geschichten“ Johann Peter Hebels „Biblische Geschichten“ erzählen zentrale Ereignisse des Alten und Neuen Testaments in einer leicht verständlichen, anschaulichen Sprache. Dabei werden Geschichten des Alten Testaments beschrieben: Schöpfung und Sündenfall, Sintflut, Abraham, Jakob und Josef, Mose und der Auszug aus Ägypten, die Richter sowie die Könige David und Salomo, Propheten, Exil und Rückkehr, sowie Geschichten aus  dem Neuen Testament: Geburt und Kindheit Jesu, sein öffentliches Wirken, Gleichnisse und menschenfreundliche Taten, Leiden, Tod und Auferstehung sowie die Anfänge der christlichen Gemeinde.

Hebel überträgt die biblischen Stoffe nicht bloß verkürzt, sondern gestaltet sie als lebendige Erzählungen. Dabei betont er Menschlichkeit, Mitgefühl, verantwortliches Handeln und Gottvertrauen. Das 1824 erstmals erschienene Werk war vor allem für den Unterricht und für junge Leserinnen und Leser bestimmt.

Anschließend gab es eine Pause, in der erneut Getränke und Laugengebäck gereicht wurden. Danach folgte der dritte Beitrag, den Prof. Dr. Hermann Wiegand, Gymnasialrektor a. D., hielt. Hierbei ging es um ‘‘Johann Peter Hebel und seine Briefpartnerinnen und Briefpartner- Versuche einer Typologie‘‘.  Johann Peter Hebel führte eine umfangreiche private und berufliche Korrespondenz. Zu seinen wichtigsten Briefpartnerinnen und Briefpartnern gehörten:

Enge Freundinnen und Vertraute

Gustave Fecht – Hebels bedeutendste und langjährigste Briefpartnerin; der Briefwechsel reicht von 1791 bis kurz vor seinen Tod im Jahr 1826. Sophie Haufe, geb. Bögner – eine enge Freundin, an die Hebel besonders persönliche, humorvolle Briefe schrieb, die einen feinen Humor erkennen lassen. Karoline Auguste Günttert, geb. Fecht – häufig gemeinsam mit Gustave Fecht angeschrieben sowie mit Christine Gmelin und Frau Nüßlin – ihr vollständiger Vorname wird in den Verzeichnissen nicht immer angegeben.

Der wichtigste männliche Briefpartner ist Friedrich Wilhelm Hitzig – Pfarrer und enger Freund Hebels. Danach Christof Gottfried Haufe – Ehemann Sophie Haufes und ehemaliger Schüler Hebels. Sowie Karl Christian Gmelin – Botaniker und Naturforscher.

Rosemarie Wiegand, Oberstudienrätin a. D., widmete ihren vierten Vortrag dem Thema „Hebel als (früher) Ökologe“. Sie stellte Johann Peter Hebel als frühen Ökologen vor und verwies auf zwei Naturwissenschaftler aus seinem Umfeld, die eng mit Schwetzingen verbunden waren: den Geologen und Eiszeitforscher Karl Friedrich Schimper sowie den Gärtner, Botaniker und großherzoglich-badischen Gartenbaudirektor Johann Michael Zeyher. Hebel starb in Zeyhers Schwetzinger Haus, in dem sich heute das Amtsgericht befindet. Hebels Beschäftigung mit der Botanik zeigt ihn zudem als frühen Universalgelehrten.

Den Abschluss des Abends bildete Martin Jösels kreativ inszenierter Vortrag „Johann Peter Hebel. Mein Traum-Tagebuch“. Begleitet wurde der Oberstudienrat a. D. von der Cellistin Ute Hüffmann, deren Musik dem Vortrag den Charakter eines Bühnenstücks verlieh.

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