Besondere Wagner-Noten in der Deutschen Oper

Berlin. Die deutsche Nachkriegsgeschichte gerät bei dem Theatermacher Milo Rau an der Deutschen Oper Berlin in den Fokus.

Von Frank Bürger

In seiner ersten Auseinandersetzung mit dem Werk und Kosmos Richard Wagners nutzt der vieldiskutierte Theatermacher Milo Rau den Fliegenden Holländer als Ausgangspunkt für eine Zeitreise in die politischen Tiefenschichten der Bundesrepublik Deutschland bis ins Heute. Ausgehend von Wagners ideologisch verbrämter Beschäftigung mit dem Holländer als Ahasverus, seinem Antisemitismus und Erlösungskult richtet Rau den Blick auf die deutsche Geschichte seit 1945 von Schuld, Erinnerung und der Suche nach Versöhnung mit den Juden und Israel. Der Holländer erscheint dabei als nationale Metapher: eine Figur, die immer wieder an der Überwindung ihrer eigenen Geschichte zu scheitern droht. Ein Schritt in schmerzhafte und komplexe Areale – ohne einfache Antworten zu versprechen. Mit dokumentarisch-filmischer Erzählweise wird die Partitur zum Denkraum über Geschichte und Verantwortung.

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MILO RAU, geboren 1977 in Bern, ist Intendant der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien. Er studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Berlin und Zürich, u. a. bei Pierre Bourdieu und Tzvetan Todorov. Als Regisseur und Autor veröffentlichte er über 100 Theaterstücke, Filme, Bücher und Aktionen. Seine Theaterproduktionen waren u. a. zum Berliner Theatertreffen, Festival d’Avignon, Biennale di Venezia, Wiener Festwochen und Brüsseler Kunstenfestivaldesarts eingeladen und tourten durch über 30 Länder weltweit. Von 2018 bis 2024 war Milo Rau künstlerischer Leiter des NTGent (Belgien).

Szene aus Parsifal. Deutsche Oper Berlin. copyright: Bettina Stöß

Die DPN haben sich intensiv mit der Deutschen Oper und Richard Wagner auseinandergesetzt

Das ist auch in das Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“ eingeflossen. Albert Schweitzer nannte seine Pelikane nach Opern von Richard Wagner. Sie spielten bei der Präsentation des Buches im Schwetzinger Johann Peter Hebel-Haus eine Rolle.

Die Beschäftigung führt auf Spurensuche nach Berlin, Heidelberg und Schwetzingen. Gemeinsam mit der Pianistin Tatjana Worm-Sawosskaja ist für den 11. Juli 2027 ein Event in Vorbereitung. Sie ist die Lehrerin von Anselm Inselmann. Am 11. Juli 2027 jährt sich der Besuch Richard Wagners in Schwetzingen zum 150. Mal. Die Spuren führen auch in das ehemalige Schlosshotel Heidelberg und das Orchester der Stadt Heidelberg.

Frank Bürger unterhalb des ehemaligen Schlosshotels Heidelberg. Foto: Nadine Grimmig

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