Albert Schweitzer: ein weites Feld

Buchpräsentation im Büro der Abgeordneten Sebahat Atli in Spandau

Berlin. Die Präsentation des Buches „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“ im Bürgerbüro der SPD-Abgeordneten Sebahat Atli stieß auf große Resonanz. Über zwei Stunden stand ein kurzweiliger Austausch an.

Von Frank Bürger

Der bekannte Literat Theodor Fontane hat in seinem Bestseller „Effi Briest“ folgenden Satz formuliert: Das ist ein weites Feld. Im Roman ist es Herr von Briest, der Vater der Hauptfigur Effi, der die Worte formuliert. Er benutzt sie im Laufe der Geschichte immer wieder als eine Art Lieblingsspruch. Besonders berühmt ist der allerletzte Satz des Buches. Dort spricht der Vater mit seiner Frau über das traurige Schicksal ihrer Tochter und bricht das Gespräch schließlich ab mit den Worten: Das ist ein weites Feld.

Ganz bewusst haben der Autor und der ehemalige Stiftskantor Jürgen Lindner das Schloss Zerben zum Anbau der Melisse für den Albert Schweitzer-Tee gewählt. Das klassizistische Schloss Zerben in Sachsen-Anhalt ist das Geburtshaus von Elisabeth von Plotho, dem echten Vorbild für Theodor Fontanes weltberühmten Roman „Effi Briest“

Das ist ein weites Feld, die mehr als zweistündige Auseinandersetzung mit meinem Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“ im Bürgerbüro der Abgeordneten Sebahat Atli hat deutlich gemacht. Auch Albert Schweitzer ist ein weites Feld. Seit der Buchpräsentation in Schwetzingen vor einem Jahr. Es gibt zahlreiche Einspielungen des neuen Schweitzerliedes, es gab eine Schweitzertorte, es gab einige Präsentationen, gerade vor Kurzem auch in Schwetzingen.

Was bleibt von der Buchpräsentation:

Ich sage herzlichen Dank an Daniel Wrobel für die wunderbaren Fotos

Ich sage Danke Sebahat Atli für die besondere Atmosphäre

Ein Thema, was immer wieder zur Sprache kam, war der Bezug zu Heidelberg. Erst vor Kurzem war der ehemalige Bundestagsabgeordnete Lothar Binding bei Sebahat Atli zu Gast.

Warum Heidelberg?

Das Thema ist auch perspektivisch. Im Juli 1877 besuchte Richard Wagner Heidelberg, auch Schwetzingen, und las dort aus dem Manuskript seines Bühnenweihfestspiels „Parsifal“ vor. Albert Schweitzer nannte einen seiner Pelikane nach diesem gewaltigen Opus.

Albert Schweitzer mit seinem Pelikan Parsifal. Quelle: Maison Albert Schweitzer

Das drückt auch Schweitzers Liebe zu Wagner und den Tieren aus. Das kommt auch in meinem Buch zum Tragen.

Ein weiterer aktueller Aspekt angesichts der Krisenherde in der Ukraine und im Nahen Osten ist die Friedensbotschaft des Nobelpreisträgers.

Hiroshima-Nagasaki-Platz in Potsdam. Foto: Frank Bürger

Albert Schweitzer und die Bombe

Vor 50 Jahren, am 23. April 1957, strahlten Radio Oslo, die Rundfunkstation in der Stadt des Friedensnobelpreises, und etwa 150 angeschlossene Stationen in 50 Staaten einen von Albert Schweitzer verfassten „Appell an die Menschheit“ aus.

Erst 1954, nach dem Beginn der Wasserstoffbombenversuche in der Atmosphäre mit dem BRAVO-Test auf dem pazifischen Bikini-Atoll am 1. März 1954, begann er eine intensive Beschäftigung mit den wissenschaftlichen und politischen Aspekten der atomaren Tests und Bewaffnung. Verschiedene Ereignisse und Begegnungen der Jahre 1954 bis 1957 führten Schweitzer dazu, seine bisherige Zurückhaltung aufzugeben und seine Ablehnung der Atomrüstung öffentlich zu machen. Dazu gehörten insbesondere die von ihm als Verpflichtung empfundene Verleihung des Friedensnobelpreises für das Jahr 1952 im Oktober 1953; der Tod des Freundes Albert Einstein, der tief verzweifelt war über die von ihm mit heraufbeschworene atomare Gefahr, am 18. April 1955.

Im „Appell an die Menschheit“  analysierte Schweitzer als Arzt nüchtern die medizinisch-biologischen Folgen von Kernexplosionen und rief dazu auf, die damit verbundene zunehmende Gefährdung der Menschheit durch Fortsetzung der Versuchsexplosionen unter allen Umständen zu verhindern. Nur eine gemeinsame öffentliche Meinung der Völker könne den Verzicht auf die Versuchsexplosionen durchsetzen: „Eine öffentliche Meinung dieser Art bedarf zu ihrer Kundgebung keiner Abstimmung und keiner Kommissionsbildung. Sie wirkt durch ihr Vorhandensein. Kommt es zur Einstellung der Versuche mit Atombomben, so ist dies die Morgendämmerung des Aufgehens der Sonne der Hoffnung, auf die unsere arme Menschheit ausschaut.“

Und damit sind wir bei der nächsten Buchpräsentation am 26. August um 17 Uhr beim Literaturkreis der Evangelischen Kirchengemeinde in der Wilhelmstadt, Pichelsdorfer Straße 79, 13595 Berlin. Dort präsentiere ich mein Buch „Kloster Götschendorf“, in der auch der Schrei nach Frieden eine besondere Rolle bekommen hat.

Denn die historische Bedeutung der Melanchthonkirche wird hier auch deutlich.

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