Spandauer Literatin schaut nach Wien

Berlin. Die Begegnungen mit der Künstlerin und Literatin Ines Eck sind immer etwas Besonderes. Nun hat sie im Oktober eine Einladung nach Wien und engagiert sich auch mit 70 Jahren kulturell.

Von Frank Bürger

Eine Ausstellung mit Werken der Spandauer Fluxuskünstlerin Ines Eck wird am 23. und 24 Oktober präsentiert. Im Ottakring, Grundsteingasse 45-47, 1160 Wien. Die Veranstaltung trägt den Namen „TRAFOZONE 1.0 – transdisziplinäre Konzeptkunst“. TRAFOZONE 1.0 ist ein dreitägiges Kulturprojekt, das Literatur, Fluxus, Fotografie, Zeichnung und akusmatische Klangkunst in einem offenen, experimentellen Rahmen verbindet. Das Programm umfasst das Finale des Wiener Werkstattpreises, eine zweigeteilte Ausstellung (Ines Eck & Christian Tschinkel), niederschwellige Konzeptkunst Workshops sowie eine Finissage mit Minikonzert und Lesung.

Ines Eck ist eine bekannte deutsche Autorin, Grafikerin und Fluxuskünstlerin, die in ihren Arbeiten die Bereiche Wort, Bild, Ton und Soziales miteinander verbindet. Sie wurde am 11. Juli 1956 in Aue im Erzgebirge geboren und lebt heute in Berlin. Sie wuchs in Leipzig in einer Literatenfamilie auf. Ihr Vater war der Dichter und Herausgeber Hubert Witt. Zuerst studierte sie Zahnmedizin und Humanmedizin in Jena. Sie durfte ihr Medizinstudium nicht beenden. Danach studierte sie Germanistik (Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaft) und schloss 1987 mit einem Diplom ab. Sie absolvierte ein Praktikum an der Volksbühne Berlin. Zudem machte sie eine Hospitanz am Deutschen Nationaltheater Weimar. Sie wollte ein Autorentheater in Jena gründen und gewann dafür sogar Friedensreich Hundertwasser für einen Anbau.

Seit 2003 arbeitet sie von Berlin aus aktiv als Fluxuskünstlerin. Fluxus ist eine Kunstrichtung, bei der es nicht auf das fertige Kunstwerk ankommt, sondern auf die Idee, den Prozess und das Fließen im Leben. Sie nutzt dafür Textrelevanz, Alltagserlebnisse und das Experimentieren mit Sprache.

 Zusammen mit dem Komponisten Torsten Kulick gründete sie 1992 die Künstlergemeinschaft „Textlandschaft“. Gemeinsam bauten sie auch die Kunstlandschaft Spandau auf und riefen die Imaginäre Akademie der Künste ins Leben.

Für ihre literarischen und künstlerischen Arbeiten erhielt sie angesehene Preise. Dazu gehören der Anna-Seghers-Preis (1992) und das Walter-Dexel-Stipendium (1998).

Wichtige Werke und Veröffentlichungen: Ines Eck veröffentlicht viele ihrer Arbeiten direkt im Internet. Dadurch wählt sie die Selbstbestimmung abseits des klassischen Kunstmarktes. Zu ihren eigenständigen Publikationen und Theaterstücken gehören unter anderem:

Steppenwolfidyllen (Roman, Aufbau-Verlag 1991)Tacheles – Zerstörung einer Utopie (Doku-Drama, 2013)

Messer am Ohr (Dramatischer Monolog nach Briefen von Vincent van Gogh, 2012/2024)

Dadar-DDR-Dramatisches & Dadar-DDR-Literatuhr (Veröffentlichungen in der Edition Textlandschaft, 2026)

Werther sagt Lotte Lotte sagt Werther (2026)

 Ines Eck und Torsten Kulick, die ich regelmäßig in Spandau treffe, begründeten die bibliophile Autoren- und Künstler Edition Textlandschaft, bauten die „Kunstlandschaft Spandau“ auf.

Quelle: LiteraturPort

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