
Berlin. Seefeld in Tirol, das ist ein besonderes Pflaster, kulturell, kirchlich.
Von Frank Bürger
Eingebettet in eine atemberaubende Berglandschaft im Herzen der Region liegt Seefeld auf 1.180 Metern über dem Meer. Mit seiner unglaublichen Sport-, Freizeit- und Erlebnisvielfalt ist Tirols Hochplateau ein echtes Lieblingsplatzl für 365 Tage: Hier blüht der Bergfrühling üppig und bunt, gefolgt von sonniger Sommerfrische, die nur langsam dem Herbstgold weicht, bis das Jahr mit einem Winter wie damals von Neuem beginnt. Unmittelbar vom historischen Ortskern starten die schönsten Wanderungen, Loipen und Erlebnisse – ob Gipfel, Genusstour oder einfach ein schöner Spaziergang.
Quelle: Seedorf.com
Es ist ein Paradies für Touristen und auch Pilger. Das weiß auch Abt Daniil Irbits vom Kloster Götschendorf.
Vor einigen Wochen machte er einen Abstecher nach Seedorf und berichtete auf seinem Facebookkanal vom Seekirchl.
Das Seekirchl, auch Heiligkreuzkirche genannt, gilt als das bekannteste Wahrzeichen Seefelds. Die barocke Votivkirche wurde 1628 von Erzherzog Leopold V. errichtet und beherbergt ein wundertätiges Kreuz, das einst mitten im Kreuzsee stand – einem künstlichen See, der 1808 abgelassen wurde.
Legende & Entstehung: Der Überlieferung nach erlangte eine Pilgerin vor dem Kreuz Vergebung, was Leopold V. dazu bewegte, den Bau einer Kapelle zu geloben. Die Fresken im Inneren zeigen diese Ereignisse. Die feierliche Einweihung erfolgte 1666.
Architektur & Besonderheiten: Der achteckige Zentralbau mit freitragender Kuppel und Glockenturm – entworfen von Hofbaumeister Christoph Gumpp d. J. – ist in Tirol einzigartig.
Heute: Nach Restaurierungen in den Jahren 1956 und 2015 erstrahlt das Seekirchl wieder in neuem Glanz. Es zählt zu den beliebtesten Wallfahrts- und Fotomotiven der Region und ist heute Ausgangspunkt für zahlreiche Aktivitäten – von Wander- und Biketouren im Sommer bis hin zu Winterwanderungen, Langlauf und Rodeln im Winter. Eine informative Broschüre ist in der Pfarrkirche St. Oswald und im Seekirchl erhältlich, ein ausführliches Buch im Informations- und Mobilitätszentrum Seefeld.
Quelle: Seefeld.com

Erzherzog Leopold V. von Österreich-Tirol (1586–1632) war ein einflussreicher Fürst aus dem Hause Habsburg, der die jüngere Tiroler Linie begründete und als Regent von Tirol und Vorderösterreich herrschte.
Leopold V. wurde am 9. Oktober 1586 in Graz als Sohn von Erzherzog Karl II. geboren. Er war der Bruder von Kaiser Ferdinand II.. Schon als Kind wurde er für die geistliche Laufbahn bestimmt. Bereits im Alter von 12 Jahren wurde er Bischof von Passau und später auch von Straßburg, obwohl er niemals die höheren geistlichen Weihen empfing.
Im Jahr 1619 übernahm er die Statthalterschaft in Tirol und den Vorlanden. 1625 legte er seine geistlichen Ämter nieder, um zu heiraten und eine eigene dynastische Linie zu begründen. Er ehelichte Claudia de’ Medici, die Witwe des Herzogs von Urbino. Leopold V. verstarb am 13. September 1632 in Schwaz.
Auch im Kloster Götschendorf in der Uckermark, dem Abt Daniil voransteht, hat Seefeld seine Spuren hinterlassen.

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Hier der letzte Besuch im Kloster mit einer Reisegruppe der Weihnachtskirche, und weitere Infos dazu
Eine sportliche Note in Seedorf

Die TSG Hoffenheim kehrte auch im Sommer 2026 wieder nach Seefeld zurück:
Vom 02. bis 09.08.2026 absolvierte das Team von Cheftrainer Christian Ilzer erneut sein Sommertrainingslager in Seefeld. Nach den positiven Erfahrungen im vergangenen Jahr setzt der deutsche Bundesligist damit weiterhin auf die optimalen Trainingsbedingungen in Tirol.
In Seefeld wird sich die Mannschaft intensiv auf die kommende Spielzeit vorbereiten, in der die TSG auch in der UEFA Europa League vertreten sein wird.
Bereits im Sommer 2025 legte die Mannschaft in Seefeld den Grundstein für eine erfolgreiche Bundesliga-Saison und die Rückkehr auf die internationale Bühne.
Auch Trainer Ilzer verbindet viel mit Graz, wo Leopold V geboren wurde. Mit Sturm Graz gewann Ilzer in der Saison 2022/23 den ÖFB-Cup. In der Saison 2023/24 holte dann Sturm gar das Double aus Meisterschaft und Cup und beendete damit die Serie des FC Red Bull Salzburg, der seit 2014 jedes Mal Meister geworden war.
Ein Freundschaftsspiel absolvierte die TSG zuletzt in Schwaz, Leopold V starb.
Vorstellung des Buches zum Kloster Götschendorf
Die bisher letzte Präsentation des Buches zum Kloster Götschendorf gibt es am 26. August um 17 Uhr im Gemeindebüro Pichelsdorfer Straße 79, 13595 Berlin. Dort werden die Zusammenhänge dann deutlicher.

Es ist das einzige Kloster der Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche: das Kloster Götschendorf. Der Russland-Journalist Norbert Kuchinke stieß auf seiner Suche nach einem Standort für ein von ihm geplantes russisch-orthodoxes Kloster in der Nähe Berlins auf das Gelände. Nach anfänglichem Zögern der einheimischen Verantwortlichen halfen schließlich Kontakte in die Potsdamer Staatskanzlei und die Fürsprache von Pfarrer Horst Kasner, Vater der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus Templin bei der Verwirklichung des Projekts. Der Macher vor Ort ist Abt Daniil Irbits. Mit vielen Farbbildern beschreibt das Buch Vergangenheit und Gegenwart des Klosters sowie des Herrenhauses, welches einst auch der Nazi-Politiker und Kriegsverbrecher Hermann Göring nutzte.
