
Berlin. Kurz vor dem Beginn der Richard-Wagner-Festspiele schauen wir nach Schwetzingen, Heidelberg, Potsdam und Bayreuth selbst.
Von Frank Bürger
Erste Wahl war Bayreuth nicht. Als Richard Wagner seine Festspielidee 1850 grob skizzierte, kreisten seine Gedanken um Zürich oder Weimar, später auch um München.
Zwanzig Jahre vergingen, bis er im Konversationslexikon den Namen des fränkischen Kleinods „googelte“, Hans Richter hatte ihn auf das leer stehende Markgräfliche Opernhaus der Stadt Bayreuth aufmerksam gemacht. Ein Jahr später folgte der erste Besuch der Stadt. Das Haus erwies sich für den Zweck der Ring-Aufführung als ungeeignet, aber Bayreuth gefiel dem Komponisten. Am 22.5.1872 erfolgte die Grundsteinlegung, doch der Bau kam kurz darauf ins Stocken: Der Versuch, das heutige Festspielhaus als „Crowdfunding-Projekt“ zu errichteten, scheiterte. Am Geld. Erst als König Ludwig II. die benötigten Mittel per Kredit bereitstellte, nahm der Bau endlich Fahrt auf, sodass am 13. August 1876 die ersten Bayreuther Festspiele beginnen konnten.
Das von Richard Wagner geprägte Konzept des „Gesamtkunstwerks“ wird für das Jubiläumsjahr neu interpretiert: Musik, Kunst, Theater, Street-Art und Innovation verschmelzen zu einem einzigartigen Erlebnis. Historische Stücke treffen auf moderne Inszenierungen, klassische Klänge auf zeitgenössische Formate. Und mittendrin eine Stadt, die ihre Gäste mit offenen Armen empfängt.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der ersten Festspiele im Jahr 1876 verwandelt sich das „Gesamtkunstwerk Bayreuth“ dieses Jahr in ein stadtweites Festival. Begleitend zu den Jubiläums-Festspielen 2026 auf dem Grünen Hügel werden hundertfünfzig Bühnen im gesamten Stadtgebiet und im Landkreis von Januar bis Dezember bespielt. Mit einer kulturellen Vielfalt, die den Bogen von Wagners Werk bis in die Gegenwart spannt.
Quelle: Bayreuther Festspiele
Auch ein Hauch der badischen Metropole Schwetzingen schwingt da mit. Bei dem einzigen persönlichen Zusammentreffen mit dem ehemaligen Schwetzinger Oberbürgermeisters René Pöltl berichtete er mir vom Leiter des Blaumuseums, gerade gegenüber dem Schwetzinger Rathaus. Damals ging es auch noch um den Traum eines Spargelmuseums, das inzwischen aus finanziellen Gründen ad Acta gelegt wurde.

So war es klar, dass wir uns auf Spurensuche nach Dietmar Schuth machten.
Dr. Dietmar Schuth ist ein deutscher Kunsthistoriker, Kurator und einer der führenden Experten für die Farbe Blau. Der breiten Öffentlichkeit ist er vor allem als Gründer und Direktor des einzigartigen Museums für die Farbe Blau in Schwetzingen sowie durch seine langjährige Arbeit als künstlerischer Leiter regionaler Kunstvereine bekannt.
Er ist Mitautor eines Buches zum Festspielhaus Bayreuth

Dieses Buch erzählt Geschichte und Geschichten des Festspielhauses in Bayreuth. In den Jahren 1872 bis 1875 ließ Richard Wagner seine Vision von einem idealen Theater in Bayreuth Wirklichkeit werden. Über 100 neue Fotografien präsentieren den Außen- und Innenbau, mehr als 100 historische Ansichten, Pläne und Aufnahmen aus den Bautagebüchern des Festspielarchivs und weiteren Archiven kommen hinzu. Alle zusammen offenbaren die Schönheit einer oft verkannten Architektur, schauen hinter die Kulissen, suchen atemberaubende Perspektiven wie auch poetische Details. In einer an den Primärquellen orientierten Recherche wird die Architektur kunsthistorisch betrachtet, ästhetisch bewertet und als Teil von Richard Wagners Gesamtkunstwerk gewürdigt. Der Text-Bild-Band ist eine überarbeitete und ergänzte Neuausgabe des vegriffenen Vorgängerbuches von 2007. Sämtliche Motive wurden aus heutiger Sicht vom Festspielfotografen Enrico Nawrath neu aufgenommen. Die ursprüngliche Ausgabe wurde um weitere Beiträge („Exkurse“) ergänzt, u.a. zur zeitgleich erbauten Opéra Garnier, zu Zürich als Modell für Bayreuth und zu Münchner Festspielhausprojekten.
Quelle: Amazon
Über den Kontakt zu Schuth und dem ConBrio-Verlag kamen wir auch auf das Buch „Wandrer heißt mich die Welt“, das nun den Deutsch-Polnischen Nachrichten vorliegt.

„Dieses Buch ist ein unverzichtbarer Ratgeber für alle Wagnerianer, die gern reisen oder in Reiseführern gern virtuell reisen. Endlich werden alle Lebensstationen Wagners kulturwissenschaftlich in einem einzigen Buch übersichtlich in Wort und Bild dargestellt. Und erstmals wird sein ganzes Leben nicht chronologisch, sondern geografisch erzählt.
Alle Adressen wurden für diesen Reiseführer neu und gründlich recherchiert, manche sogar erstmals ermittelt. Adressen, die heute noch zu sehen sind, werden vorgestellt und durch aktuelle Fotografien oder historische Abbildungen illustriert.“
So ist es auf der Seite des Verlags zu lesen.
Über den Geschichtsverein Heidelberg, das Buch und einen Vortrag von Dr. Gabriele Priester beim Treffen des Richard-Wagner-Verbandes Heidelberg im legendären Europäischen Hof wurde klar: Richard Wagner war mehrmals in Heidelberg,, nach mehreren Quellen auch in Schwetzingen.

Besonders interessant nun auch die persönliche Begegnung mit Dietmar Schuth in Schwetzingen und das damit verbundene Interview

Doch die Farbe Blau führt von Schwetzingen nach Potsdam zu Stefan Pietryga. In Schwetzingen am Bahnhof steht die Pappel aus den Händen des Künstlers aus Golm


Also…der Weg von Bayreuth nach Schwetzingen. Derzeit laufen viele Gespräche um eine Gedenkfeier zum 11. Juli 2027.
Denn auch in meinem Buch spielen Richard Wagner und Parsifal eine Rolle…Das zeigte sich auch bei der Buchpräsentation vor einigen Tagen in der Gaststätte „Zum Hirsch“


Jetzt gehen wir in Bayreuth auf die Suche nach der Frage: Warum zerbricht der Gral
Programm der Bayreuther Festspiele 2026


YouTube Beitrag der Deutschen Welle zum Jubiläum
