Der Geist des Heiligen Franz auf der Gardainsel

Foto: Frank Bürger

Sirmione Der Besuch auf der „Isola Del Garda“ ist ein Genuss, Nicht nur die historisch gewachsene Villa, sondern auch die Verbundenheit mit den Franziskanern macht sie zu einem Kleinod. Selbst Franz von Assisi war vor Ort und hat seine Spuren hinterlassen.

Von Frank Bürger

Die Insel liegt wenige hundert Meter vor dem Cap San Fermo, das den Golf von San Felice del Benaco abschließt, zwischen Salò und San Felice del Benaco. Sie erreicht eine Höhe von 88 Metern. Das sind 23 Meter über dem Seespiegel. Nach der Volkszählung von 2001 hatte die Insel 10 Einwohner.

Heute ist die Insel im Besitz der Familie der Grafen Cavazza, die dort auch ihren Wohnsitz hat. Von April bis Oktober werden auf der Insel Führungen, auch in Verbindung mit Konzerten, veranstaltet.

Allein die Bootsfahrt auf die Insel ist ein Erlebnis. Gastfreundlich zeigt sich die Familie, die dieses Kleinod auch als Familie finanziert. Auch heute noch sind Franziskaner dort zu sehen.

.Der Architekt Luigi Rovelli baute die noch heute so bestehende Villa im Stil der venezianischen Neugotik zwischen den Jahren 1890 und 1903. Später wurde das prägnante weiße Bauwerk mit den typischen hohen Fenstern, Verstrebungen und Zinnen an die Familie Borghese vererbt, deren Tochter mit Graf Alessandro Cavazzo verheiratet war. Der Sohn der beiden vererbte die Villa seinen sieben Kindern, die heute den großen Besitz verwalten und in Eigenregie Führungen für Familien, Individualreisende, Gruppen und Schulklassen anbieten. Sie wird viel für Hochzeiten genutzt.

Auch theologisch ist die Insel interessant.

Bis ins 18. Jahrhundert diente das erweiterte Kloster den Mönchen und seinen Besuchern als Refugium der Meditation bis Napoleon dem ein Ende setzte. Seitdem sah die Insel wechselnde Eigentümer – meist waren es Adelsfamilien, die im Laufe des 19. Jahrhunderts die entstehende palastähnliche Anlage weiter ausbauten. 1860 kam die Insel in Besitz des Heeres und man stellte Überlegungen über den Bau einer Festung mitten im Gardasee an, die jedoch später wieder verworfen wurden. Nachdem Herzog Gaetano de Ferrari die Isola del Garda ersteigert hatte, ließ er die ersten Parks anlegen.

So sagt es eine österreichische touristische Website.

Für die Römer war die Insel ein locus deliciarum (lat. Ort der Vergnügungen), mit Landhäusern und Tempeln, wie man aus Inschriften und Resten ersehen kann.

Im 8. Jahrhundert war sie im Besitz der Grafschaft von Garda, woher sie ihren Namen hat. 879 kam sie mit Carlomanno an das Kloster San Zenon von Verona. Franz von Assisi erwarb einen Teil der Insel und gründete 1221 eine Einsiedelei. Die Insel wurde nun „Insel der Mönche“ genannt. Diese Mönche brachten einige Pflanzenkulturen an den See, unter anderem die Zitronen.

Das kommt aus den Erzählungen einer Führerin

Hoch interessant: Der Heilige Franz hat sich zur Meditation in eine Grotte zurückgezogen. Diese sei heute nicht mehr besuchbar.

Dieser Landstreifen hat im Laufe der Jahrhunderte Persönlichkeiten wie San Francesco d’Assisi, Sant’Antonio da Padova und Dante Alighieri begrüßt und war Schauplatz faszinierender Ereignisse so wie Zufluchtsort für Piraten, als Einsiedelei für Mönche im Gebet und als Hauptquartier einer Savoyer Garnison zu Beginn des Königreichs Italien.

Die Insel ist künstlerisches Kleinod

Der Park von Isola del Garda erscheint wie belebt von mysteriösen Präsenzen, Kreaturen zwischen Menschen und Mythos, in tiefer Symbiose mit der natürlichen Umgebung.

Dies sind die „Wächter des Gartens“, die unter dem Deckmantel von Holzskulpturen die Liebe der Besitzer der Isola del Garda zu dieser bezaubernden Oase zum Ausdruck bringen, in der Natur und Kultur so harmonisch miteinander verschmelzen.

Schöpfer und Autor der Skulpturen ist der beliebte Valsabbino-Künstler Gianluigi Zambelli, der mit diesen Werken den Höhepunkt seiner poetischen und symbolischen Produktion in der Holzkunst erreicht. Die Libelle, die aus dem in einer Biegung des Gartens entstandenen Wasserabschnitt hervorgeht, repräsentiert die volle Reife und maximale, wenn auch vergängliche Schönheit jeder Kreatur: Sie bezieht sich auf die Leidenschaft der Frauen, die auf der Insel lebten und ihr Leben ihr widmeten. Insbesondere an Alberta, die heute die Arbeit ihrer Vorfahren fortsetzt.

Nicht weit weg, setzt das Leben seinen Kreislauf fort, und hier erscheint im Schatten eines riesigen und weichen Blattes ein Teenager, der am Ende einer Bank sitzt, gelassen und ängstlich darauf wartet, dass sich die Puppe vollständig vor ihm öffnet, die zeigt bereits ein sehr zartes Mädchengesicht: Sie sind die beiden Kinder von Alberta, auch Bewohner der Insel.

Tatsächlich ist die gesamte Insel, einschließlich der großen neugotischen Villa, von den fabelhaften Holzkreationen von Gianluigi Zambelli bevölkert, die heute Pflanzenelemente und jetzt fantastische Charaktere sind. Faunen, Nymphen, Satyrn, Sprites, in perfekter und idyllischer Verschmelzung sowohl mit der spontanen Umgebung – dem sprudelnden Wasser, der Erde und dem Sand, der leichten und duftenden Luft, den großen Bäumen mit im Wasser versunkenen Wurzeln, das dichte Unterholz – beide mit dem rationalen Teil, der durch Topiary-Kunst in italienischen Gärten geschaffen wurde.

Ein Spaziergang im Park bedeutet, sich einer verzauberten Atmosphäre zu überlassen, sich bei jeder plötzlichen Begegnung überraschen zu lassen und in das Märchen der Gardasee einzutreten.

Dazu lädt die Homepage der Besitzer ein.

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