Wagner – Bayreuth und der Rest der Welt

Berlin. Im „Teatro La Fenice“ begegnet man Maria Callas, auch im Zusammenhang mit Richard Wagner, der in Venedig seine Augen für immer schloss. Axel Brüggemann drehte den Film „Wagner – Bayreuth und der Rest der Welt“

Von Frank Bürger

Venedig ist schon ein wichtiger Ort für Wagnerianer, gerade im Zusammenhang mit dem „Teatro La Fenice“ und Maria Callas. Jetzt bringt Axel Brüggemann einen Film ins Kino, der die Gestalt des Bayreuther Meisters auf besondere Weise fokussiert.

Wagner ist mehr als Musik. Wagner ist ein gesellschaftliches Phänomen, eine Glaubensfrage und das Bayreuther Festspielhaus ist der Pilgerort.

WAGNER, BAYREUTH UND DER REST DER WELT ist eine dokumentarische Reise durch die Welt der Wagnerianer: von Venedig über Lettland, Israel, Abu Dhabi und die USA bis nach Japan. Im Zentrum des Films steht das Festspielhaus in Bayreuth und die Arbeit hinter den Kulissen. Katharina Wagner, Ur-Enkelin des Komponisten, Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Festspiele gibt exklusive Einblicke in ihre Probenarbeit, erzählt, wie es ist, Regie zu führen, und Dirigent Christian Thielemann nimmt uns mit in den mystischen Bayreuther Orchester-graben. Wagner-Experte Alex Ross und das fränkische Metzger-Ehepaar Rauch eröffnen vollkommen neue Perspektiven auf Wagners Welt, die Festspiele und den „Eröffnungs-Zirkus“ mit Polit-Prominenz.

WAGNER, BAYREUTH UND DER REST DER WELT ist ein neuer Blick hinter die Kulissen des weltweiten Wagner-Kults, des Festspielhauses und der Stadt Bayreuth – zwischen Leidenschaft und Musik, Politik, Kultur, Glamour, Probenarbeit und Bratwurst.Das Festspielhaus in Bayreuth.

Hier nun ein exklusives Interview mit Axel Brüggemann:

Wie sind Sie insgesamt auf das Thema Richard Wagner gekommen?

Wagner und seine Musik beschäftigt mich seit vielen Jahren, ich habe zwei Bücher über ihn geschrieben und immer wieder bei den Bayreuther Festspielen die Kino-Übertragungen moderiert. Mein Verhältnis zu Wagner ist ambivalent: Wagner der Antisemit, der Verführer, der schlecht gelaunte Unmensch, der wunderbare Musik geschrieben hat. Um diese Ambivalenz geht es auch im Film „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“: Er spielt zur Hälfte hinter den Kulissen der Festspiele, zur anderen Hälfte besuchen wir Wagnerianer in den USA, in Israel, Abu Dhabi, Riga und Tokio. Mir geht es darum, zu fragen, ob Wagner eine Art „Weltreligion“ sein kann.  

Welche der Opern von Richard Wagner hat Sie vor allem zu dem Film inspiriert?

Es war weniger „die eine Oper“ als viel mehr Wagner als Phänomen, das schon Nietzsche, Thomas Mann oder George Bernhard Shaw herausgefordert hat. Wagner wurde von Monarchen, Despoten und Demokraten verehrt – wie kann das sein? Darum geht es in meinem Film: Ich versuche Wagnerianer zu treffen, die ihre ganz individuellen Perspektiven erklären.  

Welche Partner konnten Sie für das Projekt gewinnen?

Ich freue mich, dass in diesem Film sehr intime Probe-Momente mit Katharina Wagner oder Christian Thielemann zu sehen sind, dass Piotr Beczala, Velery Gergiev oder Barrie Kosky mitgemacht haben – aber ich freue mich ebenso über Kevin Maynor, der den ersten „Ring“ mit People of Color auf die Beine gestellt hat, auf Jonathan Livny, der den Wagner-Verband in Tel Aviv leitet oder den Scheich in Abu Dhabi. Sie alle kommen bei uns zu Wort. Wagner wird aber auch vom Metztger-Ehepaar Rauch und von Wagner-Experte Alex Ross erklärt.  

In Venedig verstarb Richard Wagner, wie ist die Verbindung von Richard Wagner zu Venedig?

Wir waren in Venedig, als hier vor zwei Jahren der internationale Wagner-Kongress im Palazzo Vendramin stattfand. Mit Venedig beginnt unser Film – quasi mit dem Tod Wagners. Um dann sein Nachleben zu thematisieren.  

Worauf legen Sie in Ihrem Film den Fokus?

Der Film versucht das Menschliche in Wagners Musik zu greifen und stellt Menschen vor, die Wagner „leben“. Vollkommen ohne Wertung und Kommentar. Der Film ist ein Panoptikum, das zeigt, wie sehr Wagner noch immer auf unsere Zeit und uns Menschen wirkt – und in welch unterschiedliche Richtungen seine Musik wirken kann.

Impulse aus dem „Teatro La Venice“

Beitrag zur Fahrt vorbei am Sterbehaus von Richard Wagner

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