Schwetzingen zeigt Flagge für das Spargelmuseum

Das Rothackersche Haus. Foto: Frank Bürger

Berlin. Wer sagt es denn. Die Weichen für den Umbau des Rothackerschen Hauses zu einem Kulturzentrum mit Spargelmuseum sind gestellt. Trotz der hohen Kosten zeigt Schwetzingen international Flagge.

Von Frank Bürger

Das Rothackersche Haus am Alten Messplatz wird für rund 16,5 Mio. EUR saniert und umgebaut. Voraussichtlich 2 Mio. EUR der Investitionskosten werden durch ein Förderprogramm des Bundes übernommen. Die Architektengemeinschaft fischerarchitekten / rebuild.ing aus Aachen und Reilingen ist mit der Planung beauftragt. Für die weitere Entwicklung des Projekts entstehen in diesem Jahr noch Kosten in Höhe von ca. 650.000 EUR, die der Gemeinderat ebenfalls genehmigte. Gleichzeitig erteilte er an die Verwaltung und die Planer den Auftrag zu prüfen, inwieweit der Parkplatz „Alter Messplatz“ in die Sanierung einbezogen bzw. passend umgestaltet werden kann. Auch mit der Suche nach einem Pächter für die im Rothackerschen Haus geplante Gastronomie soll frühzeitig begonnen werden.

Das Rothackersche Haus befindet sich im Eigentum der Stadt Schwetzingen und steht unter Denkmalschutz. Es wird zu einem kulturellen Zentrum umgebaut, in dem die Tourist Information, das städtische Museum mit einer historisch-stadtgeschichtlichen Dauerausstellung, einer Dauerausstellung zum Thema Spargel, moderne Wechselausstellungsräume und ein öffentliches Restaurant Platz finden werden. Daneben wird es Räume für Musik-Kulturvereine und einen multifunktionellen Bürgersaal geben. Damit entstehen ein kulturelles Bürgerzentrum und eine wichtige Anlaufstelle für Besucher/innen der Stadt.

So lautet die Pressemitteilung der Stadt Schwetzingen.

Fazit von Oberbürgermeister René Pöltl auf Anfrage der Deutsch-Polnischen Nachrichten:  „Das sanierte Rothackersche Haus soll zu einem kulturellen Begegnungszentrum für die Schwetzinger Bürgerschaft und zu einem Ort der Begrüßung, Information und Kultur für die vielen Besucher*innen unserer Stadt werden. Viele bestehende Funktionen kommen nunmehr an einem Ort zusammen und bereichern dort unsere Stadt.“

Laut dem Artikel in der örtlichen Schwetzinger Zeitung hätten jedoch fast alle Sorgen über die Finanzierung.

Aber auch der Bund schaut in die Festspielstadt, die vom Spargel und den weltbekannten Festspielen geprägt wird.

2 Millionen Euro aus Berlin für Schwetzingen! Das Geld stammt aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur und ist für die Renovierung des Rothacker’schen Hauses vorgesehen. 

„Für diese außerordentlich hohe Summe habe ich mich zusammen mit Mitgliedern des Haushaltsausschusses und dem Oberbürgermeister der Stadt Schwetzingen, Dr. René Pöltl intensiv in Berlin eingesetzt. So konnten wir die ursprünglich vorgesehene Summe sogar noch einmal verdoppeln“, sagt Gutting. Er freue sich sehr über diesen Erfolg für dieses tolle Projekt.

Olav Gutting übergab des Öfteren Spargel aus Schwetzingen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Aber die Epidemie gestaltete den Prozess sehr schwierig. Mit den Bundestagswahlen sagt die Kanzlerin Ade. Die Verbundenheit zu Altkanzler Helmut Kohl und die Pfalz ist ja kein Geheimnis.

Von der CDU-Fraktion der Stadt Schwetzingen äußert sich Markus Bürger in Abstimmung mit der Fraktion:

„Bereits seit Jahrzehnten liegt das Rothackersche Haus immer wieder im Fokus nutzbarer
Gestaltungsideen der Stadtverwaltung. Dieses Mal wird es ernst. Der konkrete Vorentwurf einer
renommierten regionalen Architektengemeinschaft liegt vor. Ein Haus von den Bürgern für die
Bürger, ein Aushängeschild für gelungene Willkommenskultur in der Spargelstadt, kurzum die gute
Stube der Stadt.
Touristeninformation, Spargelmuseum sowie ein Raum für hochwertige Ausstellungen bilden mit den
Möglichkeiten für Vereine, die künftig Besprechungs- und Tagungsräume vorfinden ein sehr
gelungenes Gesamtkonzept. Die Integration einer Gastronomie, die nach den Wünschen der
Schwetzinger Christdemokraten sehr gerne auch inklusive Möglichkeiten ausschöpft, runden das Bild
ab.
Man kann sich jetzt natürlich die Frage stellen, ob eine solche Investition in Zeiten sich anbahnender
klammer Kassen angemessen ist. Die Mitglieder der CDU-Fraktion im Schwetzinger Gemeinderat sind
sich darüber einig, dass diese sensible Frage behutsam beantwortet werden muss. Schlussendlich
wird es nicht an der Investition in dieses exponierte Anwesen liegen, weshalb die Stadtverwaltung
künftig an der Generierung höherer Einnahmen arbeiten muss. In allererster Linie die Einführung des
neuen doppischen Haushaltsrechts macht diese künftigen Schritte erforderlich.
Für Stadtrat und Landwirt Ullrich Renkert überwiegen bei der Investition in das Rothackersche Haus
die Vorteile.
Durch die umfangreiche Renovierung des Altbaus sowie den geplanten modernen Anbau wird es
möglich sein, den lang gehegten Wunsch, vieler Schwetzinger Bürgerinnen und Bürger, nach einem
Spargelmuseum hier zu verwirklichen. Zudem wäre es möglich das etablierte Karl-Wörn-Haus, mit
seinen abwechselnden Ausstellungen, hier zu integrieren, sodass ein umfangreiches kulturelles
Angebot inmitten der Stadt entsteht.
Die enormen Kosten von ca. 16,5 Mio Euro, wiegen jedoch insbesondere bei der momentanen
Finanzlage der Stadt, schwer. Faktisch steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz und die
Stadtverwaltung ist prinzipiell verpflichtet ihn zu erhalten. Für die Mitglieder der CDU-
Gemeinderatsfraktion ist es daher wichtig, dass von der Stadtkämmerei bereits ein solides
Finanzierungskonzept vorgelegt wurde. In diesem Zusammenhang lobt Stadträtin Rita Erny
insbesondere, dass durch die Bemühungen der Stadtverwaltung eine Bundesförderung von
voraussichtlich 2 Mio Euro eingeplant werden können.
Auch stellt die Stadtverwaltung in Aussicht, dass die weitere Entwicklung des Projektes unter
anderem unter Einbeziehung der Schwetzinger Bürgerschaft geschehen soll. Die Christdemokraten
begrüßen ausdrücklich dieses Vorgehen. Die Fraktionsführerin Sarina Kolb lud die Schwetzinger
Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein, sich in einschlägigen Foren oder auch bei der kommenden
CDU-Quartalsabrechnung dazu zu äußern.“

Ich denke, Kultur zu erhalten die in einer Region über lange Zeit gewachsen ist, die verschiedene Facetten zusammenführt und das an einem zentralen, für die Menschen gut zugänglichem Ort, hat etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Mit Erhalt von Geschichte. Gerade in unserer Online-Zeit ist das so wichtig. Wer wird in Jahrzehnten sonst noch wissen wer wir waren und was unsere Werte ?“, sagt die erfahrene SPD-Kulturpolitikerin Rosa Grünstein, unter anderem Vorsitzende der Mozartgesellschaft Schwetzingen.

Hier nun die Stellungnahme des renommierten Professors Josef Walch, Sprecher der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen.

„Was lange währt, wird endlich gut“ oder „Gut Ding will weil haben“ – es gibt zahlreiche Sprichworte, die man zitieren könnte im Kontext der Entscheidung über diese Beschlussvorlage „Sanierung und Nutzung des
Rothackerschen Hauses“.
Es geht nicht nur um die Sanierung, Erweiterung und Umnutzung eines denkmalgeschützten Gebäudes von großer Bedeutung für die Schwetzinger Stadtgeschichte, bei dem es starke positive, emotionale Bindungen vor allem älterer Bürgerinnen und Bürger der Stadt gibt (ich erinnere an die erfolgreiche Unterschriftensammlung gegen die Bebauung des Alten Messplatzes mit einem Kongresshotel im Jahr 2017), es geht bei diesem Projekt auch um wichtige, zukunftsorientierte, innovative städtebauliche Aspekte der Innenstadt und deren attraktiver Aufwertung. Wir müssen, was die Zukunft unserer Innenstädte betrifft, von Architektur und Verkehr über Kunst und Kultur bis Handel und Gastronomie alle Bereiche mitdenken. Das Thema ist aktueller den je und jetzt haben wir es in der Hand.
Man muss das Projekt „Rothackersches Haus“ als Gesamtprojekt mit dem geplanten Mehrgenerationenhaus, das durch die SWG/Städtisch Schwetzinger Wohnbau Gesellschaft realisiert werden soll und der Umgestaltung des Parkplatzes Alter Messplatz sehen.
Ohne das Rothackersche Haus hätte nach der Aufgabe des Karl Wörn Hauses als Museum aus baulichen Gründen/Bauschäden, deren äußerst aufwändige Sanierung nicht zu vertreten wäre, die Stadt Schwetzingen kein Museum mehr und das auf dem Hintergrund des Anspruches der Stadt als Kulturstadt, ich verweise hier auf das nachher zur Diskussion stehenden Tourismus- und Marketingkonzept der Stadt.
Das Rothackersche Haus muss ein Haus für die Bürgerinnen und Bürger, ein Haus der Bürgerinnen und Bürger werden, den Schwetzinger Vereinen, vor allem für die im Bereich Kultur aktiven Vereine, offen stehen Möglichkeiten der Nutzung und Präsentation bieten.
Eine baldige Einbeziehung der Bürgerschaft in den weiteren, transparent zu gestaltenden Entwicklungsprozess ist für uns unabdingbar, ebenso eine sehr baldige öffentliche Präsentation des jetzigen Entwurfs, wenn möglich
in einer Präsenzveranstaltung (Lutherhaus).
Seit dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates zur Sanierung und Neunutzung des Hauses aus dem Februar 2019 hat sich viel getan, vor allem eine erfolgreiche, europaweite Ausschreibung, bei der die Architektengemeinschaft ischerarchitekten/rebuild.ing (Aachen/Reilingen) den Zuschlag erhielt – in einem heute in der Schwetzinger Zeitung veröffentlichen Artikel als renommierte regionale Architektengemeinschaft bezeichnet, es handelt sich um, das zu korrigieren, um auch international renommierte Architekten (>Sommer, Umbau Thomas-Mann-Villa in Los Angeles zum
Kulturzentrum für die Bundesrepublik Deutschland) – (missverständlicher Begriff Vorentwurf) führte zu einem sehr anspruchsvollen, unter ästhetischen, funktionalen und ökologischen Aspekten sehr gelungenem
Entwurf.

Neben den Museumsräumen (Stadtmuseum/Spargelmuseum), weist der Entwurf großzügigen Flächen für Wechselausstellungen, aus, integriert Räume für die Touristeninformation und einen großzügigen Bereich für die Gastronomie, ein attraktives Kellergewölbe und einen großzügigen Raum im Obergeschoss für ganz unterschiedliche Veranstaltungen – all das als Grundlage der weiteren Entwicklung des Projektes, wie dies die heutige Beschlussvorlage vorsieht.

Das gesamte Investitionsvolumen des Projektes von 16.500.000 Euro (inkl. MwSt) stellt für die Stadt und den städtischen Haushalt der kommenden Jahre einen nicht zu unterschätzenden Kraftakt dar, 2.000.000 € Förderung des Bundes sind hier sehr willkommen, aber das alles erfordert der eine genaue und transparente Kostenkontrolle.

Dass das Gesamtprojekt noch viel Diskussionsbedarf mit sich bringen wird, versteht sich von selbst. Wir haben das in der Fraktion auf positive Weise so erlebt und geben für unsere Fraktionsmitglieder die Abstimmung zu dieser
umfassenden Beschlussvorlage frei.

Der Schwetzinger Spargel hat Weltruhm. Der einstige US-Präsident Barack Obama, Königin Silvia von Schweden, die Bundeskanzler Helmut Kohl und Angela Merkel sind nur einige, die sich das weiße Gold aus Schwetzingen schmecken ließen.

Viele Stunden haben sich Wilhelm Rinklef und ich über das Projekt unterhalten. Hier nun sein Statement: Der Beschluss für die Sanierung war längst überfällig! Ich kenne aktuelle Planung nicht im Detail, muss aber laut „Schwetzinger Zeitung“ sehr umfangreich sein. Wenn man das Programm und das riesige Bauvolumen sieht, sind die geplanten Kosten okay. Die Kollegen sind Sanierungsspezialisten. Ich hoffe, dass es keine Kostenexplosion gibt, so Wilhelm Rinklef.

Das Statement von der ehemaligen Abgeordneten Raquel Rempp: „Schwetzingen: Immer größer, immer teurer, aber auch immer besser?“

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