„Stadt und Meer“ in der Galerie Nierendorf

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Der „lehrende Christus“ von Ernst Barlach in der Galerie Nierendorf

Berlin. Die bekannte Galerie Nierendorf steht vor einem großen Jubiläum. Sie kann unter Leitung von Ergün Özdemir-Karsch auf eine 100-jährige Geschichte zurückschauen. Bis zum 3. April 2020 ist in der Galerie noch die Ausstellung „Stadt und Meer“ zu sehen. Dazu ein Interview mit Jürgen Schneider, der den Nachlass des Künstlers Manfred Pietsch verwaltet (wir berichteten). 

Von Frank Bürger

Gegründet wurde die Galerie mit Kunsthandel 1920 von den Brüdern Karl (1889–1947) und Josef (1898–1949) Nierendorf in Köln unter dem Namen „Nierendorf Köln Neue Kunst“.

1925 verlegte Josef Nierendorf die Galerie für ein Jahr nach Düsseldorf. Bereits 1923 hatte Karl Nierendorf das Graphische Kabinett von I. B. Neumann in Berlin übernommen und bildete es 1925 um zur Galerie Neumann-Nierendorf, die er gemeinsam mit seinem Bruder Josef ab 1926 unter diesem Namen führte, ab 1933 als Galerie Nierendorf.

Wie schon im Rheinland, stellten die Brüder Nierendorf auch in Berlin junge, expressionistische Kunst aus, so Otto Dix und die Brücke-Künstler Erich Heckel, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff. Auch unbekannte Nachwuchskünstler wie der Student und spätere Maler und Kunstpädagoge Lorenz Humburg, Karl Blossfeldt oder der Neusachliche Maler Ernst Thoms bekamen bei Nierendorf eine Chance. Die Galeristen sahen sich immer auch als Mäzene, Förderer und Publizisten der von ihnen vertretenen Künstler. 1934–1936 setzte sich Nierendorf für die verfolgten Künstler ein, insbesondere durch die Ausstellung „Deutsche Kunst der Gegenwart 1935“ (Charles Crodel, Otto Dix, Karl Hofer u. a.). Damit setzte die Galerie in dieser Zeit ein deutliches Zeichen gegen die Gräuel der Nazis.

100 Jahre später führt Ergün Özdemir Karsch die Galerie, die bei Kunstkennern hohes Ansehen geießt. Die Jubiläumsfeier wird vorbereitet.

In der aktuellen Ausstellung sind Werke von Günter R. Kokott, Ursula Strozynski und Manfred Pietsch zu sehen.

Lebensdaten

Zur Ausstellung

Hier nun das Interview zur Ausstellung mit Jürgen Schneider

 

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