Auschwitz befreit – vor 75 Jahren

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In aller Welt wird daran erinnert: Vor 75 Jahren wurden die Gefangenen von Auschwitz befreit. Auch das Evangelische Johannesstift lädt am Tag der Befreiung, also am 27. Januar um 18 Uhr zu einer Andacht ein.

Von Frank Bürger

Die Weltgemeinschaft gedenkt der Befreiung des KZ Auschwitz vor 75 Jahren. Rund 50 Staats- und Regierungschefs sind dazu nach Yad Vashem gekommen. Erstmals darf dort mit Frank-Walter Steinmeier das Staatsoberhaupt aus dem Land der Täter sprechen, mit einer klaren Botschaft.

Steinmeier beginnt die vielleicht wichtigste Rede seiner politischen Laufbahn auf Hebräisch mit einem Satz aus dem Alten Testament: „Gepriesen sei der Herr, dass er mich heute hier sein lässt.“

Der Bundespräsident bekennt sich zur Verantwortung der Deutschen für den Holocaust: „Der industrielle Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden, das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte – es wurde von meinen Landsleuten begangen.“ Er stehe hier als deutscher Präsident „beladen mit großer historischer Schuld“.

Er verspricht: „Wir bekämpfen den Antisemitismus! Wir trotzen dem Gift des Nationalismus! Wir schützen jüdisches Leben! Wir stehen an der Seite Israels.“

Auf seiner ersten Auslandsreise als Bundesratspräsident hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke die enge Partnerschaft mit Polen bekräftigt und sich für den Ausbau auf allen Gebieten eingesetzt. Es sei auch ein Signal an den östlichen Nachbarn gewesen, dass seine erste Reise in der Funktion an der Spitze der Länderkammer nach Polen geführt habe, sagte Woidke zum Abschluss der Gespräche in Warschau.

Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz hob Woidke die gemeinsame Verantwortung für den Frieden hervor und betonte, Deutschland könne den Mut der Polen, sich vor allem auch nach 1945 für die Freiheit einzusetzen, nicht hoch genug schätzen. Er erinnerte mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai vor 75 Jahren an die Gräuel, die Deutschland über Polen gebracht habe. Daher unterstütze er die Absicht des Bundestags, die Idee eines Polendenkmals als einem Ort des Gedenkens, Lernens und der Begegnung zu konkretisieren.

Am 27. Januar spielt die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von
Daniel Barenboim in der Staatsoper Unter den Linden ein Benefizkonzert zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Zu Beginn des Konzerts halten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident der Republik Polen, Grußworte.

Auf dem Programm des Gedenkkonzerts stehen Arnold Schönbergs »Ein Überlebender aus Warschau« op. 46 mit Thomas Quasthoff als Sprecher sowie Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie, die »Eroica«.

Auch das Evangelische Johannesstift lädt am 27. Januar um 18 Uhr zu einer Andacht ein. Dort wird in Wort und Musik an das Grauen der Shoa erinnert. Am Ende der Andacht steht keine Musik, sondern das Läuten der Glocke.

Mit der Aufführung der Messe „The Armed Man“ von Karl Jenkins erinnerte das Stift und die Kantorei unter Leitung von Jürgen Lindner vor sechs Jahren an die Reichspogromnacht. Auch hier setzte das Läuten der Glocken Zeichen.

Glockenläuten nach der Messe „The Armed Man“

 

 

 

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