Auf den Spuren des Doms

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Altar im Brandenburger Dom. Foto und Bearbeitung: Frank Bürger

Brandenburg (fb) Der Dom zu Brandenburg (Havel) ist eine besondere Perle in der Brandenburger Kulturlandschaft.

„Der Brandenburger Dom, das sind die 1000 Jahre wechselhafter Geschichte in der Mark Brandenburg. Die beginnt mit der Widmung des Bistums Brandenburg durch Otto I., bevor im 12. Jahrhundert der Grundstein zum Dom gelegt wurde“, sagte der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im vergangenen Jahr zum 850. Geburtstag des Doms gegenüber der MAZ. Und die Geschichte des Doms kreuzt sich mit der Geschichte der Reformation, deren 500. Jubiläum wir im vergangenen Jahr ebenfalls feierten. Er titulierte den historischen Bau als Mutterkirche der Mark Brandenburg.

Gesicht des Jubiläums und des Lebens in und um den Dom ist der Berliner Albischof und EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. Er ist ein Ethiker mit Format. Unvergesslich die Vorlesungen in der altehrwürdigen Heidelberger Universität zum Thema „Gerechter Krieg“ mit dem historischen Blick auf den Kirchenvater Augustinus. Unvergesslich seine Predigt zum Stuttgarter Schuldbekenntnis in der Friedenskirche zu Jauer in Polen.

Historische Aufarbeitung liegt Huber immer am Herzen. Das ist auch im Brandenburger Dom in diesem Jahr spürbar bei einer historischen Vortragsreihe: Das Domstift Brandenburg zwischen 1810 und 1948.

Hier einige bedeutende historische Noten, die die Gesprächsreihe in ein besonderes Licht rücken.

„Durch das preußische Finanzedikt von 1810 bereits de facto aufgehoben, wurde das Domstift Brandenburg 1826 von Friedrich Wilhelm III. doch noch vor der Säkularisation gerettet, allerdings um den Preis vollständiger Abhängigkeit vom König. Rund hundert Jahre später, 1930, wurde das Domkapitel nach langwierigen Verhandlungen, an denen auch Paul von Hindenburg als Dechant und Reichspräsident Anteil nahm, aufgelöst und das Domstift mit seinem Vermögen dem Regierungspräsidium in Potsdam eingegliedert. 1935 stellte Hermann Göring als Preußischer Ministerpräsident das Domkapitel wieder her, das aber bis auf den Namen mit seinem Vorgänger wenig gemein hatte. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde das Domstift 1946 auf Betreiben Bischof Otto Dibelius’ von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg übernommen.

Zum ersten Mal seit 948 gab es für das Domstift eine vollständige Trennung von Staat und Kirche und erstmals seit der Reformation erhielt es wieder eine ausschließlich kirchliche Aufgabenstellung. Auf dieser Basis feierte man 1948 mit Albrecht Schönherr als Dechanten das 1000jährige Jubiläum der Gründung des Bistums.

Die wechselhafte Geschichte des Domstifts im 19. und 20. Jh. war bislang nur selten Gegenstand eingehender wissenschaftlicher Untersuchungen.

Hier alle Infos zu der Reihe

Weiteres Bildmaterial

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Wolfgang Huber in der Friedenskirche zu Jauer (Polen). Foto: Frank Bürger

Beitrag und Fotos: Frank Bürger

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