Auf dem Weg in eine badische Perle

Buchpräsentation in der Wilhelmstadt. Foto: privat

Berlin. Nach einer Buchpräsentation in der Spandauer Wilhelmstadt geht es am 11. September um 19 Uhr zum zweiten Mal zur Akademie Rotes Haus. Karlsruhe wird zur historischen Note.

Von Frank Bürger

Die Präsentation des Buches „Kloster Götschendorf“ gab es noch einmal unter dem Dach der Evangelischen Kirchengemeinde Wilhelmstadt. Doch über das Buch wurde bereits sehr viel gesagt. Überlegt wird beim Literaturkreis noch, ob es eventuell eine Reise in die Nähe von Templin geben wird.

Pfarrerin Barbara Manterfeld-Wormit, Rundfunkbeauftragte / Senderbeauftragte für den RBB, Evangelischer Rundfunkdienst im Medienhaus der Ekbo, mit Autor Frank Bürger nach dem Interview im Medienzentrum der Kirche. Foto: Archiv DPN

Der Weg ist kein weiter…vom Zentrum der Stadt Karlsruhe bis nach Rüpurr. Im Roten Haus, Raststätter Straße 17, 76199 Karlsruhe bin ich nun mit dem Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer am 11. September 2026 um 19 Uhr zu Gast.

Hier atmet der Besucher badische Geschichte.

Vom ehemaligen Schloss Rüppurr, das erstmals 1380 urkundlich als ‚Veste Rüppurr‘ erwähnt wurde und einem alten Adelsgeschlecht – den Herren von Riedbur – als Wohnsitz diente, ist neben der Mühle heute nur noch die ehemalige Meierei aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts übrig geblieben.

Das genaue Alter der Meierei ist nie bestimmt worden. Steinmetzzeichen und bauliche Ähnlichkeiten lassen diese Zeit jedoch wahrscheinlich erscheinen. Eine Untersuchung z.B. der verwendeten Hölzer auf ihr Alter wurden nicht durchgeführt.

Im 16. Jh. existierte ein größerer Gebäudekomplex mit Ringmauer und Wassergraben. Bereits 1762 wurde das Schloss abgerissen und das Gelände durch den Großherzog Karl Friedrich zur Nutzung als Kammergut und später für Fabriken (Tabakmanufaktur, Leinwand- und Baumwollbetriebe) umgewidmet.

Die Meierei – eigentlich nur als Wohngebäude konzipiert – erfuhr im Lauf der Zeit verschiedene Nutzungen. Im Jahr 1770 wurde sie zur Wohnung der auf dem Schlossgelände eingerichteten Leinwandbleicherei. Ab 1816 diente sie dann als Bäckerei für das großherzogliche Militär. Gegen Ende 19. Jhdt. oder Anfang 20. Jhdt. wurde der Fachwerkanbau auf der Südseite ergänzt.

Der untypische rote Anstrich ist erstmals 1972 erwähnt. Bei der grundlegenden Renovierung 1999 – 2001 wurde dieser beibehalten und das Gebäude zum Therapie- und Seminarzentrum „Rotes Haus“ umgenutzt. Seit 2018 hat sich das Profil erweitert zu Therapie – Begegnung – Kultur.

„Das Rote Haus, ursprünglich die Meierei des Schlosses Rüppurr, ist seit über 25 Jahren ein Therapiezentrum, ein Ort für Menschen, die nach Veränderungen in ihrem Leben suchen. Engagierte TherapeutInnen setzen sich mit ihren Angeboten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und ihren Fähigkeiten für jeden Einzelnen ein, der in seiner persönlichen Entwicklung Begleitung, Hilfe und Unterstützung sucht.  Die  Arbeit unseres Teams ist konsequent auf die Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität ausgerichtet. Wir begleiten Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und helfen Ihnen in ihren individuellen  Lebenssituationen und Krisen durch vielseitige Angebote aus dem ärztlichen, psychotherapeutischen, körpertherapeutischen und naturheilkundlichen Spektrum. Darüber hinaus bieten wir eine grosse Bandbreite aus dem präventiven Bereich an, die hilft, die eigene Balance im Leben aufrechtzuerhalten und individuelle Stärken zu nutzen. 

Es ist uns wichtig, dass sich Menschen bei uns wohl fühlen. Dafür schaffen wir einen vertrauensvollen und sicheren Raum, in dem jeder sein ganz persönliches Potential entdecken, entwickeln und entfalten kann.

Sowohl die therapeutische Arbeit als auch die Begegnung zwischen Menschen, die die grundlegende Bereitschaft in sich spüren, von und miteinander zu lernen, ist uns wichtig. Wir brauchen, um zu leben und gesund zu bleiben, Begegnungen, eine Gemeinschaft, die Dialog ermöglicht. Leider vernachlässigen viele Menschen diesen Aspekt, sei es aus Belastungen heraus, aus schädlichen Gewohnheiten oder aus Distanz zu sich selbst. 

Therapie, Begegnung, Kunst, Kultur können den  Einzelnen aus Entfremdung und Isolation wieder auf den Weg zum eigenen Selbst führen, ihn sensibilisieren für vermeidbares Leid und daran erinnern, wozu er ursprünglich berufen ist, welche einmalige konkrete Möglichkeit mit seiner Person zur Welt gekommen ist. Ein Mensch, der lernfähig, selbstbewusst, staunend und sehnsüchtig philosophierend nach seinem Sinn fragt und Werte und Ziele für sich entwickelt, eine Beziehung zu anderen aufnehmen kann, gemeinsam mit anderen die Voraussetzungen zu schaffen oder zu erhalten versucht, verantwortlich, fürsorglich und geborgen zu leben, er beeinflusst  dadurch unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.

So kann er sich ernsthaft und spielerisch in grösster Freiheit entfalten. Er erlebt sich im eigenen Wesen als einen selbstbewussten, sich um sein Dasein in dieser Welt schöpferisch und verantwortungsvoll mitgestaltenden Menschen. In der Kommunikation, der Auseinandersetzung zwischen meinem Selbst und deinem Selbst kann sich eine bestärkende, liebevollen Beziehung verwirklichen, da der Einzelne etwas anderes ist als bloß ein Teil des Ganzen. Jeder Einzelne hat für sich das Ganze, einen absoluten, abgelösten, unabhängigen Wert, der nicht beliebig, ersetzbar, sondern gerade aufgrund seiner existenziellen Subjektivität für sich selbst absolut wertvoll und gültig ist.

Oft beginnen wir gerade im Angesichts des Leidens nach dem tieferen Sinn unseres Dasein zu fragen.“, sagt die Eigentümerin Dr. med. Andrea Menges-Feig von der Akademie Rotes Haus Karlsruhe.

Die Einladung kam von Akademiemitglied Architekt Hans Robert Hiegel, den ich über den inzwischen verstorbenen Journalisten Jürgen Roth kennenlernen durfte.

Zudem ist er ein Bekannter unserer Autorin Nadine Grimmig, die ihre Wurzeln in Karlsruhe hat

Im Gespräch: Marie Viroux, Frank Bürger, Nadine Grimmig, OB Matthias Steffan, Barbara Gilsdorf, Sachgebietsleiterin Kultur, Tourismus und Städtepartnerschaften. Foto: Werner Euskirchen

Die letzte Präsentation des Schweitzer-Buches gab es im Büro der SPD-Abgeordneten Sebahat Atli

Wenige Wochen zuvor war ich in der Schwetzinger Gaststätte „Zum Hirsch“

Die Zeit in Karlsruhe ist eng verbunden mit dem Namen Melitta Büchner-Schöpf.

Maria Melitta Schöpf war die Tochter von FDP-Stadträtin Melitta Schöpf (1901–1989) und Carl Schöpf († 1980)[1]. Nach dem Abitur am Bismarck-Gymnasium studierte sie ab 1953 Jura an den Universitäten in Tübingen, Bonn, Hamburg und Freiburg. 1962 promovierte sie zum Dr. jur.

1967 heiratete sie Dr. Georg Büchner (1931–2018) und nahm den Nachnamen „Büchner-Schöpf“ an. Seit 1980, dem Tod ihres Vaters, war sie Eigentümerin des Modehauses Schöpf, das ihr Großonkel Carl Schöpf 1899 gegründet hatte. Dr. Melitta Büchner-Schöpf war bis 2000 im Bundesministerium für Wirtschaft als Ministerialdirigentin zuständig für industrielle Kooperationen weltweit und koordinierte die Industrie-Ministerräte.

Seit 1989 war sie Stifterin und im Vorstand der Melitta-Schöpf-Stiftung.

Hier mein letztes Interview mit der Grande Dame von Karlsruhe

In den Räumlichkeiten der Villa befinden sich nun die Räumlichkeiten des Diakonischen Werkes Karlsruhe.

Die Begegnungen mit der Grand Dame in Karlsruhe waren immer besondere.

Dekan Thomas Schalle mit Melitta Büchner-Schöpf im Modehaus Schöpf

Auch heute noch ziert das Modehaus die Werbung der Diakonie und der badischen Landeskirche. Demnächst soll es dazu weitere Informationen über die Presse geben.

Unvergesslich bleiben die Begegnungen mit Melitta Büchner-Schöpf in diesem Haus.

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