
Impuls aus Taizé
Ich werde meine Schafe auf die Weide führen – Spruch Gottes des Herrn. Die verlorengegangenen Tiere will ich suchen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen.
Ez 34,15-16
Berlin. Wir beginnen mit einer Andacht von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates. Mit dem Politiker und Autoren Andreas Sturm aus Baden haben wir einen neuen Partner gewonnen. Dann kommt ein Impuls vom Potsdamer Generalsuperintendenten Kristóf Bálint oder direkt von der EKBO. Ein besonderer Impuls kommt von Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Gedanken kommen dieses Mal in einem neuen Format, musikalisch umrahmt von Organistin Barbara Herrberg (Evangelische Weihnachtskirche Spandau), mit Fokus auf das Thema „Sommernoten mit Literaturakzenten“, diese Woche wieder mit Siegfried Weber, stellv. Dekan in Karlsruhe. Es gibt jede Woche die Rubrik „Wachet und Betet“, und zwar über die Aktion „#createsoundscape“. Zu hören sind die Glocken der Kath. Kirche Herz-Jesu in Herzogenrath-Thiergarten. Mit dem Reise Know-How Verlag aus Bielefeld geben wir Impulse für Touren in alle Welt. Ergänzend dazu Impulse von Kerstin Pagel. Dazu kommen historische Impulse aus der Schweiz mit Albrecht Grözinger, emeritierter Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel. Es gibt Tipps aus dem und für den Religionsunterricht, manchmal von Mitarbeiterin Angela Schweitzer, auch für die Familie, ab und an eine Koproduktion von Ute Mertens (Evangelische Kirche Mitteldeutschland und Thorsten Fabrizi (Evangelische Kirche im Rheinland), eine Einspielung dieses Mal wieder von Michael Reichert Ann-Helena Schlüter, ab und an auch ein Beitrag von Agita Rando. Es gibt Impulse für Kinder und Jugendliche von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger. Es gibt nun eine Buchempfehlung und Texte von Nadine Grimmig, eine Filmempfehlung kommt von Miss Sonnenschein oder Klassikradio. Jazziges kommt über den Experten Marco Reiß.Nun auch die YouTube-Einspielung der Woche, empfohlen von unserer Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz. Dazu klassische Noten von Hans-Josef Overmann, Opern- und Konzertsänger, Fagottist, Komponist und Dirigent. Jede Woche präsentiert Prof. Dr. Frank Thissen Momentaufnahmen aus Karlsruhe. Dazu kommen regelmäßig Momentaufnahmen von Pfarrer Erko Sturm. Regelmäßig gibt es jetzt Noten von der Sopranistin Andrea Chudak. Von Anfang an mit dabei Superintendentin Angela Zaedow.
Mit dabei eine deutsch-polnische Note über Stephan Schiller. Dazu eine oekumenische Ergänzung: Regelmäßig zeigen wir einen Impuls von Uwe Lüttinger, Dekan der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz.
Von Frank Bürger
Andacht Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Impuls Generalsuperintendent Kristóf Bálint

Besuch im Kirchenkreis schlesische Oberlausitz. Sehr eindrucksvolle und persönliche Darstellung der Geschichte des Kirchenkreises durch Superintendent Daniel Schmidt, Besuch von Rothenburg OL, Abstecher zum Ort Tormersdorf mit seiner dunklen Geschichte und einem Blick nach Polen, der Superintendentur in Niesky und von Görlitz in all seiner Pracht: Berzdorfer See (mit Freiluftangeboten der Kirchen), Dreifaltigkeitskirche, Peterskirche (Peter und Paul) mit Sonnenorgel und vielen wunderschönen Häusern…
Facebook, 14. Juli 2026
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=pfbid0MoNZUMqGPzuC2maAaA9hpsTKXQbSBBY4WyuAYvf5EU8SeV3UiSSNxNXJMzbPZgPKl&id=100080321941720Impuls der EKBO

Der Sonntag ist zum Arbeiten da?
Die Debatte um neue Regelungen zur Sonntagsöffnung von Geschäften im Einzelhandel geht weiter.
Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken sollen ihre Öffnungszeiten erweitern, so der Plan der Bundesregierung. Nun soll auch der Einzelhandel nachziehen.
Die EKBO positioniert sich klar:
„Der freie Sonntag ist für alle Menschen in unserer Gesellschaft wertvoll, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Indem viele Menschen sonntags gleichzeitig frei haben, entsteht Raum für Familie, Freundschaften, Nachbarschaft, Ehrenamt und Erholung. Zugleich ist es ein wichtiger Moment gemeinsamen Innehaltens, Sinn, Werte und die Frage nach Gott, nach dem, was trägt, tritt nach vorne. Insbesondere in Krisenzeiten und bei hoher Arbeitsbelastung stärkt der freie Sonntag den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist Sonntagsarbeit dort unverzichtbar, wo sie dem Gemeinwohl dient.
Facebook, 12. Juli 2026

Predigt
am Sonntag, den 30. Juni 2002 (5. Sonntag nach Trinitatis)
in der Ludwigskirche in Freiburg
Termine
- 23.08.2026 10:30 Uhr Gottesdienst im Rahmen der Predigtreihe zu R.M. Rilke Stadtkirche Karlsruhe
Beitrag von Pfarrer Erko Sturm

Das Wirken des heiligen Emidius in Ascoli Piceno – Der erste Bischof und die Einführung des Christentums
Einleitung
Der heilige Emidius (ital. Sant’Emidio) gehört zu den bedeutendsten Heiligen Mittelitaliens. Nach kirchlicher Überlieferung war er der erste Bischof von Ascoli Piceno und führte dort zu Beginn des 4. Jahrhunderts das Christentum dauerhaft ein. Obwohl viele Einzelheiten seines Lebens aus einer erst im 11./12. Jahrhundert entstandenen Heiligenvita (Passio Sancti Emigdii) stammen und deshalb historisch kritisch bewertet werden müssen, besteht kein Zweifel daran, dass der Emidiuskult außerordentlich alt ist und bereits seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar ist. Seine Gestalt steht am Übergang zwischen historischer Erinnerung und hagiographischer Tradition und besitzt bis heute große Bedeutung für die Identität der Diözese Ascoli Piceno.
1. Die Stadt Ascoli Piceno zur Zeit des Emidius
Ascoli Piceno (lateinisch Asculum Picenum) gehört zu den ältesten Städten der italienischen Region Marken. Bereits vor der römischen Herrschaft war sie das bedeutendste Zentrum der Picener. Aufgrund ihrer Lage an der Via Salaria bestand eine enge Verbindung mit Rom, wodurch politische, wirtschaftliche und kulturelle Einflüsse früh in die Stadt gelangten. Während der Kaiserzeit war Ascoli eine wohlhabende römische Municipiumstadt mit Tempeln, Verwaltungsgebäuden und einer ausgeprägten heidnischen Kultlandschaft. Gerade deshalb stellte die christliche Mission eine besondere Herausforderung dar. Wie viele Städte des Römischen Reiches war Ascoli während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian (303–305) Schauplatz religiöser Spannungen. Die Nähe zu Rom begünstigte jedoch gleichzeitig eine frühe Verbreitung des Christentums. Historiker halten es für wahrscheinlich, dass bereits im 3. oder frühen 4. Jahrhundert eine christliche Gemeinde bestand. Sicher bezeugt ist die Existenz eines Bischofssitzes allerdings erst im Jahr 451 mit Bischof Lucentius, der am Konzil von Chalkedon teilnahm. Die Überlieferung, Emidius sei der erste Bischof gewesen, lässt sich historisch weder eindeutig beweisen noch widerlegen.
2. Leben des heiligen Emidius
Nach der kirchlichen Tradition wurde Emidius um das Jahr 273 in Trier geboren. Er entstammte einer wohlhabenden heidnischen Familie und erhielt eine umfassende Bildung in Philosophie und Rhetorik. Durch den Kontakt mit Christen bekehrte er sich zum christlichen Glauben und ließ sich taufen. Aus Sorge vor Verfolgungen verließ er seine Heimat gemeinsam mit mehreren Gefährten, unter ihnen Euplus, Germanus und Valentinus. Über Mailand gelangte er nach Rom. Dort soll ihn Papst Marcellinus zum Priester und anschließend zum Bischof geweiht haben, um ihn als Missionar nach Ascoli zu senden. In Ascoli begann Emidius mit großem missionarischem Eifer zu predigen. Der Überlieferung zufolge bekehrte er zahlreiche Einwohner und taufte viele Menschen. Besonders hervorgehoben wird die Taufe der Tochter des römischen Statthalters Polymius, was schließlich den Zorn der heidnischen Obrigkeit hervorrief. Während der diokletianischen Christenverfolgung wurde Emidius festgenommen und um das Jahr 303 oder 309 enthauptet. Die Legende berichtet, er habe nach seiner Enthauptung sein eigenes Haupt aufgenommen und bis zu seiner Grabstätte getragen. Dieses Motiv macht ihn zu einem sogenannten cephalophoren Märtyrer. Sein Grab entwickelte sich rasch zu einem Wallfahrtsort.
3. Das Wirken des Emidius als erster Bischof von Ascoli
Die kirchliche Tradition sieht in Emidius den eigentlichen Gründer der Kirche von Ascoli Piceno. Sein Wirken lässt sich in mehreren Bereichen zusammenfassen.
3.1 Verkündigung des Evangeliums
Im Mittelpunkt seines Wirkens stand die Predigt des Evangeliums. Die Passio beschreibt ihn als unermüdlichen Missionar, der nicht nur innerhalb Ascolis, sondern im gesamten Picenum das Christentum verkündete. Er wandte sich sowohl an die einfache Bevölkerung als auch an Angehörige der städtischen Oberschicht. Seine Predigt zielte auf die Abkehr vom heidnischen Götterkult und die Hinwendung zum einen Gott in Jesus Christus. Damit stand Emidius ganz in der Tradition der frühchristlichen Missionsbischöfe.
3.2 Taufe und Aufbau einer Gemeinde
Von besonderer Bedeutung war seine Tätigkeit als Spender der Taufe. Nach der Überlieferung führte Emidius zahlreiche Menschen in die Kirche ein und schuf damit die Grundlage einer dauerhaft bestehenden christlichen Gemeinde. Die Taufe galt nicht lediglich als individuelles Glaubensbekenntnis, sondern als Eingliederung in die Gemeinschaft der Kirche. Durch diesen sakramentalen Dienst entstand eine organisierte Ortskirche mit liturgischem Leben.
3.3 Organisation der Kirche
Als erster Bischof übernahm Emidius nach kirchlichem Verständnis den Aufbau kirchlicher Strukturen. Dazu gehörten:
• Leitung der Gemeinde,
• Feier der Eucharistie,
• Spendung der Sakramente,
• Einsetzung von Mitarbeitern,
• Festigung der kirchlichen Ordnung.
Auch wenn diese Angaben überwiegend der Überlieferung entstammen, spiegeln sie das klassische Selbstverständnis des frühchristlichen Bischofsamtes wider.
3.4 Zeugnis des Martyriums
Sein Martyrium besitzt eine zentrale theologische Bedeutung. Der Tod Emidius’ wird nicht als Niederlage verstanden, sondern als endgültiges Glaubenszeugnis. Nach der Lehre der Kirche wird der Märtyrer Christus besonders ähnlich, weil er bereit ist, das eigene Leben für den Glauben hinzugeben. Gerade das Martyrium machte Emidius zum geistlichen Vater seiner Diözese und verlieh seiner Verkündigung bleibende Glaubwürdigkeit.
4. Historische Bewertung
Die historische Forschung unterscheidet heute deutlich zwischen den gesicherten Tatsachen und den hagiographischen Überlieferungen. Historisch gesichert sind:
• der sehr alte Kult des heiligen Emidius,
• seine Verehrung spätestens seit dem 8. Jahrhundert,
• die frühe Existenz einer christlichen Gemeinde in Ascoli,
• die Bedeutung Emidius’ als Schutzpatron der Stadt.
Weniger sicher sind dagegen:
• seine genaue Herkunft,
• der Ablauf seines Lebens,
• seine Bischofsweihe durch Papst Marcellinus,
• zahlreiche Wunderberichte der Passio.
Die älteste Lebensbeschreibung entstand erst mehrere Jahrhunderte nach seinem Tod und verbindet historische Erinnerungen mit theologischen Aussagen und legendarischen Motiven. Dennoch wird von Historikern anerkannt, dass sich hinter dieser Überlieferung wahrscheinlich eine reale frühchristliche Missionsgestalt verbirgt.
5. Theologische Bedeutung
Aus theologischer Sicht verkörpert Emidius mehrere Grunddimensionen des bischöflichen Dienstes. Sein Leben verdeutlicht zunächst die apostolische Sendung der Kirche. Als Bischof steht er in der Nachfolge der Apostel und erfüllt den Auftrag Christi, alle Völker zu Jüngern zu machen (Mt 28,19–20). Zugleich zeigt sein Wirken die enge Verbindung von Verkündigung, Sakrament und kirchlicher Gemeinschaft. Die Einführung des Christentums bestand nicht allein im Predigen neuer Lehren, sondern im Aufbau einer konkreten Ortskirche mit Eucharistie, Taufe und bischöflicher Leitung. Schließlich erhält sein Martyrium eine christologische Dimension. Wie Christus bezeugt Emidius die Wahrheit des Evangeliums bis zum Tod. Dadurch wird er zum Vorbild für alle Christen, insbesondere für Hirten der Kirche. Eine weitere theologische Bedeutung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte durch seine Verehrung als Schutzpatron gegen Erdbeben. Dieses Patronat gründet sich auf die Überlieferung, dass Ascoli mehrfach von schweren Erdbeben verschont geblieben sei. Papst Johannes Paul II. würdigte deshalb Emidius als einen Heiligen, dessen Zeugnis die Christen dazu aufruft, „den Geist der Ursprünge wiederzubeleben“ und das Evangelium mit neuer Kraft zu verkünden.
Schluss
Der heilige Emidius nimmt innerhalb der Geschichte Ascoli Picenos eine einzigartige Stellung ein. Nach kirchlicher Überlieferung war er der erste Bischof der Stadt und der eigentliche Begründer ihrer christlichen Gemeinschaft. Obwohl die Quellenlage historisch nicht alle Einzelheiten seines Lebens bestätigt, spricht vieles für einen sehr frühen Ursprung seines Kultes und für die Existenz einer bedeutenden Missionsgestalt, deren Wirken den Beginn der Kirche von Ascoli prägte. Seine bleibende Bedeutung liegt weniger in der vollständigen historischen Rekonstruktion seiner Biographie als vielmehr in seiner theologischen Symbolkraft: Emidius verkörpert den missionarischen Bischof, den mutigen Märtyrer und den geistlichen Gründer einer Ortskirche. Bis heute ist er Patron der Diözese Ascoli Piceno und zählt zu den bekanntesten Heiligen Mittelitaliens. Seine Verehrung verbindet historische Erinnerung, kirchliche Tradition und lebendigen Glauben zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität Ascolis.
Persönlicher Impuls
Aktuelle Deutsch-Polnische Note

Michniów: NS-Terror gegen die polnische Landbevölkerung.
Ein wichtiges Kapitel einer People’s History der deutschen NS-Besatzungsgewalt
Die „Pazifizierung“ Michnióws gehört zu den grausamsten deutschen Verbrechen gegen die polnische Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Vor 83 Jahren, am 12. und 13. Juli 1943, zerstörten deutsche Besatzungseinheiten das Dorf Michniów in der heutigen Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie). Innerhalb von zwei Tagen wurden mindestens 204 Einwohnerinnen und Einwohner ermordet, darunter 54 Frauen und 48 Kinder. Das jüngste Opfer war erst neun Tage alt. Zahlreiche Menschen wurden lebendig verbrannt, das Dorf geplündert und nahezu vollständig niedergebrannt.
Einzelne Verantwortliche wurden nach dem Krieg in Polen vor Gericht gestellt – in der Bundesrepublik Deutschland kam es hingegen zu keinem Prozess wegen der „Pazifizierung“ eines polnischen Dorfes. Zugleich steht Michniów für die Entwicklung der gesamtpolnischen Erinnerungskultur, in der die Erfahrungen der polnischen Landbevölkerung mit der Gewalt der NS-Besatzung erst im Laufe mehrerer Jahrzehnte einen festen Platz einnahmen.
Michniów war eng mit den Partisanenverbänden der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, verbunden. Teile der Bevölkerung versorgten Widerstandskämpfer mit Nahrung, gewährten ihnen Unterkunft und übermittelten Informationen. Diese Unterstützung beantworteten die deutschen Besatzungsbehörden mit einer kollektiven Bestrafung der gesamten Dorfgemeinschaft.
Am Morgen des 12. Juli 1943 umstellten deutsche Polizei- und Gendarmerieeinheiten das Dorf. Vor allem Männer wurden zusammengetrieben. Viele von ihnen wurden erschossen oder in Scheunen und anderen Wirtschaftsgebäuden lebendig verbrannt.
Weitere Einwohner wurden verhaftet und später in Konzentrationslager verschleppt. Mehrere Frauen und Mädchen wurden zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich deportiert.
In der Nacht zum 13. Juli griffen Partisanen der Einheit von Jan Piwnik, Deckname „Ponury“, als Reaktion auf das Massaker einen deutschen Zug an. Am folgenden Morgen kehrten deutsche Polizeieinheiten nach Michniów zurück, um die Vernichtung des Dorfes zu vollenden. Sie ermordeten die Menschen, die sie dort noch antrafen, ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht. Unter den Opfern des zweiten Tages befanden sich vor allem Frauen und Kinder.
Die nationalsozialistischen Behörden bezeichneten das Verbrechen als Maßnahme zur angeblichen „Bekämpfung von Banditen“. Tatsächlich handelte es sich um eine gezielte Terrormaßnahme gegen eine gesamte Dorfgemeinschaft. Die Ermordung von Frauen und Kindern und die nahezu vollständige Zerstörung des Ortes stellten schwere Verstöße gegen das damals geltende Kriegsvölkerrecht dar. Zugleich waren sie Teil einer Besatzungspolitik, die durch kollektive Repressalien die Bevölkerung einschüchtern und von jeder Unterstützung des polnischen Widerstands abhalten sollte.
Nach dem Krieg wurden einzelne Verantwortliche in Polen vor Gericht gestellt. Unter anderem wurden Julius Hein und der SS- und Polizeiführer Herbert Böttcher wegen eines umfassenden Komplexes nationalsozialistischer Verbrechen zum Tode verurteilt, zu dem auch die Vernichtung Michnióws gehörte. Ein großer Teil der unmittelbar an dem Massaker beteiligten Täter blieb jedoch straflos.
In der Bundesrepublik Deutschland kam es trotz Tausender aus Polen übermittelter Ermittlungsunterlagen zu keinem Prozess wegen der „Pazifizierung“ eines polnischen Dorfes. Auch die strafrechtliche Aufarbeitung des Verbrechens von Michniów blieb unvollständig. Das in Polen geführte Ermittlungsverfahren wurde 1968 eröffnet, später ausgesetzt und 2009 wiederaufgenommen. Schließlich musste es eingestellt werden, weil sich zahlreiche unmittelbare Täter und Befehlshaber nicht mehr zweifelsfrei identifizieren ließen.
Die Erinnerung an das Verbrechen wurde nach dem Krieg zunächst vor allem von den Überlebenden und den Familien der Opfer bewahrt. Bereits kurz nach Kriegsende entstand am Massengrab ein Denkmal. Seit 1945 versammelten sich die Einwohnerinnen und Einwohner an den Jahrestagen des Massakers zu Gedenkfeiern. Später kamen eine Kapelle und eine örtliche Gedenkstube hinzu.
Im gesamtpolnischen öffentlichen Gedächtnis blieb die deutsche Gewalt gegen die Landbevölkerung jedoch lange weniger sichtbar als etwa die Besatzung der Großstädte, die Zerstörung Warschaus und die Verfolgung der polnischen Führungsschichten und Intelligenz. Erst seit dem Ende der 1970er-Jahre entwickelte sich Michniów zunehmend von einem lokalen Erinnerungsort zu einem gesamtpolnischen Symbol.
1979 entstand die Initiative zur Errichtung eines nationalen Mausoleums zum Gedenken an die zerstörten polnischen Dörfer. In den folgenden Jahrzehnten wurden unter anderem die Skulptur „Pietà von Michniów“ und das Haus des Nationalen Gedenkens geschaffen. 2021 wurde das neue Mausoleum des Martyriums der Polnischen Dörfer eröffnet.
Die erinnerungskulturelle Bedeutung Michnióws reicht weit über das Schicksal des Ortes hinaus. Das Dorf steht stellvertretend für mehr als 800 polnische Ortschaften, die von den deutschen Besatzern zerstört wurden – häufig als Vergeltung für eine tatsächliche oder vermeintliche Unterstützung des polnischen Widerstands. 2017 beschloss der polnische Sejm die Einführung des Tages des Kampfes und des Martyriums der Polnischen Dörfer, der seit 2018 jährlich am 12. Juli begangen wird. Der Gedenktag erinnert an die Opfer der deutschen Besatzungspolitik, aber auch an den Mut jener Angehörigen der Landbevölkerung, die den Widerstand unterstützten und Verfolgten halfen.
Facebook, Pilecki-Institut, 13. Juli 2026
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Facebook, 13. Juli 2026
Impulse von Kerstin Pagel

Sommerimpression, Facebook, 23. Juni 2026
Impulse aus und für den Religionsunterricht / Kultur
Die Präsentationen der Deutsch-Polnischen Nachrichten rücken in den Fokus

Mit Andrea Chudak unterwegs

Facebook, 13. Juli 2026
Kulturelle Noten von Andreas Sturm


Aufgrund der Hitze: Döner statt Landtagsbesuch
Eigentlich wollte mich eine Schulklasse der Schule am Kraichbach aus #Hockenheim gemeinsam mit ihrem Lehrer Manuel Schlosser bereits im Landtag besuchen. Leider musste der Besuch, aufgrund der hohen Temperaturen, kurzfristig ausfallen.
Auf einen guten Austausch wollten wir deshalb trotzdem nicht verzichten. Kurzerhand haben wir uns heute in Hockenheim zum gemeinsamen Döneressen getroffen. In lockerer Atmosphäre gab es viele spannende Fragen zu meiner Arbeit als Landtagsabgeordneter, zur Politik allgemein und vor allem zu den Themen Schule und Bildung.
Der direkte Austausch mit Schülerinnen und Schülern ist mir besonders wichtig. Ihre Fragen, Ideen und Anregungen sind wertvoll und geben wichtige Impulse für meine politische Arbeit. Gerade bei Zukunftsthemen wie der Bildungspolitik ist es wichtig, denjenigen zuzuhören, die jeden Tag #Schule erleben.
Vielen Dank an die Schulklasse der Schule am Kraichbach und an Manuel Schlosser sowie die neue Schulsozialarbeiterin Anja Jobst für den offenen, interessanten und angenehmen Austausch. Ich freue mich schon darauf, den Besuch im Landtag bei passender Gelegenheit nachholen zu können!
Bild: Timea Gerlach
Facebook, 10. Juli 2026
Musikbeitrag für Klassikfreunde
Ein großes Jubiläum: der 200. Impuls von Organist Michael Reichert
Wachet und Betet!

Wachet und betet … Über den Link gibt es alles zu den Glocken der Kath. Kirche Herz-Jesu in Herzogenrath-Thiergarten.
#createsoundscape ist Teil der Kampagne „Hörst du nicht die Glocken?“.
Diese informiert über den Sinn und Zweck des Läutens überhaupt, über seine Geschichte und darüber, wie das Läuten heute wieder als Zeichen von Frieden, Freiheit und persönlicher Spiritualität verstanden werden kann.
Wachet und Betet – Historischer Impuls
Hier sehr klärende, schon ältere Überlegungen meines Zürcher Kollegen Jörg Frey zum biblischen Hintergrund der Sicht auf Homosexualität und der Segnungen von homosexuellen Paaren.
Es ist eigentlich nicht mein Thema, doch auf verschiedentlichen Wunsch präsentiere ich hier 10 theologische Thesen zur derzeitigen Diskussion um die kirchliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare – nicht zuletzt in Sorge über die kirchenspaltende Dynamik dieser weithin allzu pauschalen Diskussion…
(Überarbeitete Fassung (v.a. in These 7) vom 2. 11. 2019:
Die Thesen können gerne diskutiert, geliked und verwendet werden…)
Einige Überlegungen zur derzeitigen Diskussion um „Ehe für alle“ bzw Segnung homosexueller Paare im Rahmen der reformierten Kirchen der Schweiz
von Jörg Frey
1. In der derzeitigen Diskussion stehen auf beiden Seiten ernsthaft ringende Menschen. Vorschnelle Verurteilungen, hin oder her, sind in jedem Fall unangemessen. Wo vereinfachend und verurteilend argumentiert wird (im Stil von „kann den Liebe Sünde sein?“ oder im Stil von „die Bibel sagt aber“) wird man der Ernsthaftigkeit des Nachdenkens auf der anderen Seite nicht gerecht.
Kirchenpolitischer Populismus bringt die Kirche im Ganzen bei den Menschen eher in Misskredit. Weder „Liberale“ noch „Konservative“ können damit punkten. Vielmehr wird allen geschadet. Eine ehrliche und ernsthafte Diskussion muss gerade die mitnehmen und zu gewinnen versuchen, die mit der einen oder anderen Position Mühe haben. In diesem Sinne versuche ich, einige Defizite in der Diskussion und einige Argumente zu formulieren.
2. In der derzeitigen Diskuion entsteht der Eindruck, als sei die Frage der „Homo-Ehe“ ein zentraler Punkt christlichen Denkens. Das war sie nie und ist sie nicht. Fundamental und zentral ist das Evangelium, die Botschaft von Christus, dem Gekreuzigten, der unsere Rettung ist. Alles andere ist dem unter- und eingeordnet. Wenn wir im Bekenntnis zu diesem Evangelium übereinstimmen, sind auch in vielen anderen Fragen unterschiedliche Positionen zu ertragen. Die evangelische Kirche als Volkskirche muss das Nebeneinander von unterschiedlichen Frömmigkeitsstilen, theologischen und ethischen Positionen aushalten. Das unterscheidet sie gerade von Freikirchen und Vereinen, in denen mit mehr oder weniger Druck (und manchmal auch großer Unbarmherzigkeit) nur eine Haltung, nur ein Stil geduldet wird und Abweichungen keinen Platz haben.
3. Richtig ist, das für eine evangelische Kirche die Heilige Schrift Maß und Norm der Lehre und Lebensführung sein soll. Freilich ist das Verständnis der Schrift an vielen Stellen strittig, und es bedarf dazu Sachverstand und Kompetenz. Einfache, flache Übertragungen alt- oder neutestamentlicher Worte auf die heutige Situation und deren gesetzliche Anwendung sind ebenso unangemessen wie ein schnelles „Vom-Tisch-Wischen“ nach dem Motto „das kann man ja heute nicht mehr…“. Die Schrift ist vielmehr grundsätzlich in ihrem historischen Kontext zu lesen, und das heisst auch kritisch. Wer das nicht tut, macht es sich zu leicht und betrügt sich selbst (und evtl. auch andere). Zugleich muss unsere Lektüre auch selbstkritisch erfolgen, im Wissen um die Gefahr (der wir alle ausgesetzt sind), dass wir nur zu gerne unsere eigenen Vorurteile und Wünsche in die Bibel hineinlesen.
4. Fragen der Lebensführung, der Ethik, hier konkret der Sexualethik werden von bestimmten evangelikalen Kreisen zum Zentrum der eigenen Identität (und der Sündenlehre) gemacht. Da scheint sich alles um Sex zu drehen, als der Umgang damit das allererste Thema. Doch selbst in der neutestamentlichen Rede von Sünde und Sünden (z.B. in den Lasterkatalogen) sind sexuelle Sünden nicht mehr betont als z.B. soziale oder ökonomische. Hass, Gier, Geiz und Lebenslügen sind nicht weniger „schlimm“ als Ehebruch, Unkeuschheit etc. Warum hört man aber aus der konservativen Ecke nicht ebenso laut Protest, wo es um Fragen von Gerechtigkeit geht, wo Menschen unter schädigenden Folgen von wirtschaftlichen Praktiken zugrunde gehen? Sollte Gott sich nur um den Koitus kümmern, sollten ihm Konsum und Mammons-Dienst gleichgültig sein? Das ist eine unbiblische Schwerpunktverschiebung und eine Verdunkelung des Evangeliums.
5. Die Meinung, es gäbe ein spezifische biblische Eheverständnis, lässt sich bei näherem Hinsehen nicht aufrecht erhalten. In der Bibel (AT und NT) finden sich durch die Zeiten eine Vielzahl unterschiedlicher Familienstrukturen, von der Mehrfrauenehe bei den Patriarchen über Sippen und Grossfamilien, bis hin zu prekären Verbünden von Menschen, die einfach zum Überleben zusammenhalten mussten. Dass dabei die Fragen der „Sexualpraxis“ nur selten angesprochen werden, zeigt, dass diese nicht vorrangig im Blickfeld war. Gleichermaßen redet die Bibel zwar von Freundschaften unter Männern (zB David und Jonathan), über die viel spekuliert wird, aber eine positive Erwähnung eines sexuellen Verhältnisses lässt sich daraus (so sehr es manche wünschten) nicht gewinnen.
Ehen wurden im biblichen Israel oft von den Eltern/Vätern arrangiert, Frauen galten weithin als „Besitz“ des Mannes (des Vaters oder des Ehemannes). Bei der Heirat waren Frauen oft noch minderjährige Mädchen (und man kann sich fragen, ob man heute von Zwangsehen, Kinderehen, ja Kinderschändung reden müsste). Ehen dauerten oft nur kurz, bei früher Sterblichkeit v.a. von Frauen. Kinder wuchsen in sehr unterschiedlichen Lebenskontexten auf, bei leiblichen Eltern oder zweiten Müttern, bei weiteren Verwandten oder in einem Großframilienkontext. D.h., „Patchwork-Familien“ waren häufiger, wenn nicht soger das Übliche. Wir sollten daher die Verhältnisse der biblischen Zeit nicht idealisieren.
Es geht nicht an, die moderne „bürgerliche Ehe“ oder die klassische Familie mit (lediglich) Mann, Frau und ihren leiblichen Kindern in die biblischen Verhältnisse als Norm einzutragen.
6. Nirgendwo in der Bibel ist die Ehe in irgendeiner Weise mit einer religiösen Feier verbunden. Heirat war ein öffentlicher, gesellschaftlicher Akt, eine Feier für ein ganzes Dorf. Dabei ging es um geklärte Eigentums- und Wirtschaftsverhältnisse, ebenso wie bei einer Scheidung v.a. zu klären war, wem das Eigentum (Ländereien, bewegliche Gegenstände) gehörte.
Es gibt auch nirgendwo in der Bibel einen Auftrag zum speziellen Segen über eine Ehe bzw. anlässlich einer Eheschließung. Darum ist (für Evangelische) die Ehe anders als Taufe und Abendmahl kein Sakrament , sondern ein „weltlich Ding“. Die „Sakramentalisierung“ der Ehe in evangelikalen Kreisen ist unbiblisch! Der Segen (im AT z.B. über dem Schöpfungswerk, in den Vätererzählungen) zielt auf Mehrung des Lebens, Nachkommenschaft und irdischen Wohlstand. Der urgeschichtliche Segen über dem männlich und weiblich geschaffenen Menschen ist kein Segen über den „Ehestand“. Es ist eine kühne Übertragung, wenn diese Worte in kirchlichen Liturgien in diesem Sinne verwendet werden.
7. Es wäre naiv, biblische Aussagen einfach als „Gesetz“ auf die Gegenwart zu übertragen. Wer dies im Blick auf die alttestamentlichen Sexualtabus tut, müsste auch z.B. verlangen, dass eine Frau beim Tod ihres Mannes den Schwager heiratet oder von ihm ein Kind empfangen muss. Man müsste Schweinefleisch ebenso für ein Gräuel halten, Mischgewebe für verboten erklären oder (nach dem NT) z.B. auch ohne Geldbeutel herumlaufen. Für alle diese Aussagen ist zu klären, aus welchem Interesse, in welchem kulturellen Kontext sie formuliert sind. Einfach übertragbar ist keine davon. Um das zu bestimmen, braucht es Kriterien, und diese wären genau zu reflektieren.
Welche können dies sein? Hier wurden in der Theologiegeschichte unterschiedliche Modelle diskutiert, um zu begründen, warum manche Gebote und Aussagen Gültigkeit behalten sollten, andere aber nicht:
Eine „heilsgeschichtliche“ Differenzierug konnte begründen, warum bestimmte Verhältnisse (z.B. die Vielehe der Patriarchenzeit oder Kultgesetze der alttestamentlichen Zeit) als abgetan gelten konnten. Andere haben von der Rezeption des Alten Tetaments im Neuen her argumentiert, dass für die chritliche Gemeinde eben jene Aussagen verbindlicher ind, die im Neuen Testament aufgenmmen oder von Christus her formuliert sind. Martin Luther hat gelehrt, „Gesetz“ und „Evangelium“ (die beide im Alten und im Neuen Testament zu finden sind) in ihrer Dialektik wahrzunehmen und zu unterscheiden, um so der „Vergesetzlichung“ des Evangeliums entgegenzuwirken, die das Evangeliums verdunkelt und unhörbar macht. Spätere Theologen haben versucht zu fragen, welche Bestimmungen nur zeitgeschichtlich zu erklären sind. Man könnte noch andere Kriterien reflektieren. Aber v.a. ist theologisch zu fragen, was dem Evangelium von Jesus Christus gemäß ist. Was heißt es, Gott von der Erkenntnis seiner Liebe in Christus und im Kreuz her zu denken? Diese Fragen können nicht in einer verallgemeinerbaren „Liste zum Abhaken“ beantworet werden. Vielmehr sind von jeder und jedem einzelnen persönlich theologisch zu verantworten.
8. Im Blick auf die biblischen Aussagen zur „Homosexualität“ (wenn man die unterschiedlichen Aussagen überhaupt so zusammenfassen darf) ist festzustellen, dass diese aus bestimmten kulturellen Kontexten und Interessen formuliert sind:
a) Betimmte Sexualnormen, v.a. im Alten Testament, haben mit Reinheits-Vorstellungen zu tun, weil Ausflüsse, Samenerguss ebenso wie Menstruation, die Betroffenen kultisch verunreinigten und darum in bestimmten Situationen zu meiden waren.
b) Im Hintergrund anderer Aussagen steht die Auffassung, dass ein Israelit unter allen Umständen Nachkommenschaft haben bzw. zeugen müsse, weshalb z. B. die Schwagerehe geboten war.
c) Im griechischen und römischen Kulturkreis waren weiter spezifische Männlichkeits-Ideale verbreitet, und alle Formen von „Verweichlichung“, aber auch Emotionalität, galten – anders als heute – als unmännlich, schändlich. Interessanterweise ist ja in der Bibel fast ausschliesslich von männlichem homophilen Verhalten die Rede, analoges Verhalten bei Frauen wird kaum thematisiert.
Im Blickfeld der neutestamentlichen Autoren wie Paulus waren Formen sexuellen Verhaltens in der hellenistischen Welt, die meist in Abhängigkeitsverhältnissen (mit Sklaven), mit hoher Altersdifferenz („Lustknaben“) und in hoher Promiskuität ausgeübt wurden. Hingegen ist eine auf Beständigkeit oder gegenseitige Verantwortungs-Übernahme angelegte Beziehung zweier gleichgeschlechtlicher Partner im Neuen Testament nirgendwo im Blick. Bedenkt man dies, dann ist die einfache Übertragung der Aussagen neutestamentlicher Lasterkataloge auf derartige Lebensformen und -verhältnisse nicht möglich.
9. Wenn heute ein Staat Ehen privilegiert und fördert (was in der
Schweiz ja angesichts der steuerlichen „Heiratsstrafe“ nicht der Fall ist), dann ist der Grund ein ausgesprochen profaner und wirtschaftlicher: Hier erfolgt eine gegenseitige Verantwortungsübernahme, auch in Notfällen, die das Eingreifen der Gesellschaft überflüssig macht. Dies ist der Grund, der staatliche Instanzen motiviert, diese Rechtsform und die damit verbundenen Privilegien auch für andere Formen von Lebensgemeinschaft zu öffnen.
Da in unserem Rechtssystem Kirche nur eine Traufeier abhalten kann, wenn die staatliche Eheschließung vorher erfolgt ist (in anderen Rechtssystemen ist dies anders), stellt sich die Frage der „Ehe“ für gleichgeschlechtliche Paare erst, wenn staatlich eine solche Rechtsgrundlage vorliegt (wie dies in Deutschland bereits der Fall ist, nicht in der Schweiz). Eine Segnung in speziellen Lebenssituationen ist freilich in seelsorglich begründeten Fällen auch ohne diese Grundlage (und damit schon jetzt) möglich. Die seelsorglichen Erwägungen stellen sich in beiden Fällen analog.
10. Für andere Menschen den Segen Gottes zu erbitten und ihnen diesen Segen zuzusprechen, ist allen Nachfolgerinnen und Nachfolgern Jesu aufgetragen. Dieser Auftrag ist nicht auf Pfarrpersonen beschränkt, wenngleich diese im Rahmen ihres seelsorglichen Auftrags dazu besonders berufen sind. Gesegnet werden aber immer Menschen, nicht Dinge, Verhältnisse, Lebenshaltungen, Einstellungen oder Handlungen.
Im Blick auf kirchliche Segenshandlungen ist wesentlich, was in einer evangelischen Trauung geschieht, was hier gesegnet wird, bzw. wofür um Gottes Segen gebeten wird: Zunächst ist klar, dass hier nicht „zusammengefügt wird“, weder durch Menschen noch durch Gott. Das wäre ein grobes Missverständnis. Vielmehr sind diejenigen, die zur kirchlichen Trauung kommen, schon zusammen. Im Blick auf den Segen gilt auch hier: Gesegnet werden Menschen, nicht Dinge (z.B. Ringe); gebeten wird um Gottes Segen für deren Beziehung zueinander, zu anderen und zu Gott, für das verantwortungsvolle Miteinander und Füreinander. Der Segen ist auch kein Absegnen oder Fürguterklären von Umständen und Lebensverhältnissen, bestimmten Einstellungen oder sexuellen Praktiken. Über all das wird (auch bei einer konventionellen, heterosexuellen Eheschließung) nicht befunden.
Aus diesen Gründen halte ich persönlich in der „Fluchtlinie“ des Evangeliums und aus Gründen der seelsorgerlichen Zuwendung zu Menschen in der Vielfalt der heutigen Lebenssituationen eine Öffnung der kirchlichen Praxis für theologisch begründbar. Unabdingbar ist jedoch, dass niemand zu einer Handlung gegen sein/ihr Gewissen gezwungen werden kann. Das gilt ganz allgemein für kirchliche Amtshandlungen, und hier – wo nach wie vor unterschiedliche Gewissensentscheidungen möglich sind – besonders. Auch hier und diesbezüglich muss in einer evangelischen Kirche ein Nebeneinander von unterschiedlichen Gewissensentscheidungen möglich sein, wenn sie denn evangelisch bleiben will.
Facebook, Albrecht Grözinger, 9. Juli 2026
YouTube der Woche von Joanna Filus-Olenkiewicz
Impuls aus Schwetzingen von Dekan Uwe Lüttinger
Impuls aus Karlsruhe von Pfarrer Siegfried Weber aus Karlsruhe
Impuls aus Karlsruhe von Prof. Dr. Frank Thissen

»Über dem Portal der Franziskuskirche in Dammerstock breitet der heilige Franziskus weit seine Arme aus. Mit solcher Offenheit fühlte ich mich willkommen geheißen in Karlsruhe, als ich nach 28 Jahren Auslandaufenthalt im Januar 2019 nach Deutschland zurückkehrte, und in Franziskus’ Nachbarschaft eine neue Heimat fand. Von einer persönlichen Krise betroffen, das Brexit-Drama hinter mir lassend, wandte ich mich wieder meinem Geburtsland Deutschland zu und landete in der mir bisher unbekannten Stadt Karlsruhe. Hinter den Pforten von St. Franziskus wirkt und webt eine lebendige Gemeinde, eine Küche für Obdachlose, und in den ehemaligen Klostergebäuden entsteht eine offene, christliche Gemeinschaft, die sich ‘Stadtkloster‘ nennt. Der weitläufige Klostergarten wird gemeinsam genutzt und lädt ein, Gottes Gegenwart mitten im Alltag zu suchen und zu finden. Im 13. Jahrhundert hat der heilige Franziskus wandernd, obdachlos und in völliger Armut gelebt und sich den Ausgestoßenen, Armen und Kranken zugewandt. So hat er immer wieder die Gegenwart und die Freundschaft Jesu erlebt. Wenn mein beruflicher Werdegang in einem Pflegeheim mich jetzt auf völlig neuen Pfaden in die Nähe von Leid, Verlassenheit und Krankheit führt, weiß ich mich nun von einer Gemeinschaft getragen, auf dem offenen Meer des Lebens einzig von der Liebe beschützt und von Franziskus inspiriert. Hier möchte ich gerne bleiben.« Dorothee Schack
Foto: Frank Thissen
Quelle: https://menschen-in-karlsruhe.eu/
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Ende des 19. Jahrhunderts in Schottland: Drei Cousinen aus dem adligen Clan der Hards streben nach Höherem. Während Ailis die Sterne erkunden will, träumt Donella vom Ballonflug und Haily vom Starruhm auf der Bühne. In der ersten schottischen Mädchenschule werden die Schülerinnen tatsächlich auf ein mögliches Studium vorbereitet. Die junge Emily, die aus einer Dienstbotenfamilie stammt, darf die drei Cousinen dorthin begleiten. Was zunächst wie ein Glücksfall für Emily anmutet, ist an eine ungute Bedingung geknüpft. Aber erst einmal scheint ihnen die Welt offen zu stehen. Doch dann nimmt das Schicksal für eine der Frauen eine unerwartete Wendung, und die vier werden in alle Winde zerstreut …
Auftakt der großen Dilogie um vier außergewöhnliche Frauen, die von Schottland aus die Welt für sich erobern und dabei die Liebe und das Leben kennenlernen
Impuls von Abt Daniil Irbits

Liebe Mutter, alles Gute zum Geburtstag!
Du bist meine Hauptwärme, meine Unterstützung und mein weisester Berater.
Danke für deine unendliche Liebe, für die sanftsten Hände und dafür, dass du immer da bist, in allen Momenten des Lebens.
Ich möchte, dass du unendlich glücklich bist.
Möge deine Gesundheit dich nie im Stich lassen, deine Augen vor Freude leuchten und jeder Tag Gründe zum Lächeln bringen.
Du verdienst alles Gute auf dieser Welt!
Ich liebe dich so sehr und eine dicke Umarmung!
Facebook, 8. Juli 2026
Wir schließen uns der Gratulation an
Empfehlung für Kinder und Jugendliche
Die Empfehlung kommt von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger

Wenn die vier Freunde aus dem elften Stock ihres Hochhauses auf den See schauten, konnten sie sehen, dass er Zacken hatte wie ein Stern. Der „Sternsee“ machte, dass sie stolz waren auf ihre Siedlung, die sonst eher öder war. Im Januar fror der See zu, zum allerersten Mal. So fest war das Eis, dass die Kinder darauf herumtoben konnten. Toll war das und ungewöhnlich. Sonderbar aber wurde es, als der Frühling kam: Der See blieb gefroren. Und noch in der Hitze des Sommers war das Eis so dick, dass Pizzabuden darauf aufgebaut wurden und die Kinder sich zum Abkühlen aufs Eis legten. Überall rannten Reporter herum und Spezialisten aus aller Welt reisten an, auf der Suche nach einer Erklärung… Spektakulär sind die Ereignisse, vor deren Hintergrund Will Gmehling eine hinreißend stille Geschichte von der Freundschaft zwischen vier Nachbarskindern erzählt. Von ihrem Leben in einfachen Verhältnissen, von Glück, Vertrauen und Verbundenheit mit der Natur. Und von der ersten Liebe, der eigentlichen Sensation am Ufer des Sternsees. Ausgezeichnet mit dem Jahres-LUCHS von ZEIT und Radio Bremen für das beste Kinderbuch 2025.
Film oder Hörspieltipp
Filmtipp von Miss Sunshine
