Auf den Spuren von Leonardo da Vinci

Foto; Frank Bürger im Geburtshaus Leonardos

Berlin. Die Deutsch-Polnischen Nachrichten haben sich auf Spurensuche gemacht. Leonardo da Vinci. Von der Wiege zur Bahre

Von Frank Bürger

Leonardo da Vinci war ein italienischer Künstler, Wissenschaftler und Naturphilosoph. Wie kein anderer verkörpert Leonardo das universelle Ideal des Renaissance-Menschen und visionären Erfinders.

Leonardo wurde am 15. April 1452 als unehelicher Sohn eines Notars und eines Bauernmädchens in Vinci geboren. Sein Namenszusatz „da Vinci“ ist kein Familienname, sondern ein Herkunftsname und bedeutet „aus Vinci“. Der Geburtsort Vinci ist ein kleines ländliches Hügeldorf in der Toskana. Mit zehn oder elf Jahren besuchte Leonardo dort eine Schreib- und Rechenschule, in der er eine einfache Schulbildung in Lesen, Schreiben und Rechnen genoss.

Das Geburtshaus

Das Geburtshaus von Leonardo da Vinci befindet sich in Anchiano, nur unweit von der mittelalterlichen Stadt Vinci entfernt, und ist ein Ort von großer historischer und kultureller Bedeutung, wo das toskanische Genie am 15. April 1452 geboren wurde. Dieser alte ländliche Komplex, der bereits 1427 urkundlich erwähnt wurde, wurde 1952 vom Grafen Giovanni Rasini di Castelcampo der Gemeinde Vinci geschenkt und in ein Museum umgewandelt, um die Erinnerung an Leonardo und seine Ursprünge zu bewahren.

Heute ist das Geburtshaus Ziel vieler Besucher, vor allem dank „Leonardo a Vinci: un genio si racconta“ (Leonardo in Vinci: Ein Genie erzählt von sich), einer audiovisuellen Erzählung, die Leonardos innerstes, persönliches Universum mit Hilfe moderner dreidimensionaler Technologie nachstellt. Die Erzählung wird durch ein lebensgroßes Hologramm bereichert, das Leonardo in seinen letzten Lebensjahren zeigt, wie er über seine Vergangenheit und seine tiefe Beziehung zum Gebiet von Vinci und Montalbano nachdenkt, einer Landschaft, die Quelle großer Inspiration für seine Studien und Zeichnungen war.

Quelle: Visit Tuscany

Ausbildung in Florenz

Mitte der 1460er-Jahre zog Leonardo zu seinem Vater nach Florenz, ins strahlende Zentrum der italienischen Renaissance. Ab 1466 absolvierte Leonardo eine Ausbildung zum Maler bei Andrea del Verrocchio, einem der gefragtesten Florentiner Maler und Bildhauer dieser Zeit. 1472 wurde er in die Malergilde aufgenommen und blieb danach noch zehn Jahre in Florenz. In dieser Zeit schuf Leonardo seine ersten, bis heute bekannten Gemälde wie „Die Verkündigung“ oder das Portrait der „Ginevra de‘ Benci“.

Mailänder Jahre

Von 1482 bis 1499 hielt sich Leonardo in Mailand auf, wo er für den Herzog Ludovico Sforza als Maler, Ingenieur und Architekt arbeitete. Hier entstanden Leonardos Meisterwerke wie etwa „Die Dame mit dem Hermelin“ oder „Das Abendmahl“. In Mailand unternahm er außerdem intensive physikalische, naturwissenschaftliche und anatomische Studien, die sich in zahlreichen Entwürfen und Zeichnungen niederschlugen.

Rückkehr nach Florenz

Nach dem Sturz seines Mäzens musste Leonardo Ende 1499 die Stadt verlassen. Er ging zunächst nach Mantua und reiste anschließend weiter nach Vendig. 1500 kehrte er nach Florenz zurück und widmete sich dort vor allem wissenschaftlichen Studien. Von 1502 bis 1503 arbeitete Leonardo als Militäringenieur für Cesare Borgia und begleitet ihn auf seinen Feldzügen durch Italien. Danach kehrte er wieder nach Florenz zurück und begann sein heute wohl bekanntestes Gemälde: die „Mona Lisa“.

Besuch bei der Mona Lisa in Paris. Foto: Joanna Bürger

Zurück in Mailand

1506 folgte Leonardo einer Einladung des französischen Königs an den Mailänder Hof zurückzukehren. Leonardo genoss eine hohe künstlerische Freiheit und widmete sich intensiv seinen Forschungen. So beschäftigte er sich zu dieser Zeit mit dem Studium der Geologie, der Mechanik und des Wassers. Außerdem betrieb er intensive anatomische Studien. Die Exaktheit seiner Zeichnungen blieb Jahrhunderte lang unerreicht.

Die letzten Jahre

1513 ging Leonardo nach Rom. Dort setzte Leonardo seine Anatomie- und Wasserstudien fort und beschäftigte sich intensiv mit der Gewinnung und Nutzung von Sonnenenergie. Im Auftrag des Papstes entstand zu dieser Zeit sein letztes Gemälde: „Johannes der Täufer“.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Leonardo ab 1516 in Frankreich. Er war einer Einladung des französischen Königs gefolgt und lebte zusammen mit seinem Assistenten Francesco Melzi im Schloss Cloux (heute Clos Lucé) bei Amboise. An dokumentierten Aufträgen arbeitete er in Frankreich nicht mehr.

Quelle: Da Vinci-Forum

Nachdem Leonardo da Vinci die Alpen auf dem Rücken eines Maultiers überquert hat, lässt sich das Genie 1516 im Alter von 64 Jahren im Schloss Clos Lucé nieder. Hier wohnt er als Gast des Königs Franz I., der vom Geist und Talent des Mannes überwältigt ist und ihn zum „Ersten Maler, Ingenieur und Architekten des Königs“ ernennt. Die Wahl fiel nicht zufällig auf Le Clos Lucé. Denn König Franz I. residiert nur wenige Schritte entfernt auf dem Königsschloss Amboise
Maler, Erfinder, Ingenieur, Wissenschaftler, Bildhauer, Botaniker: Drei Jahre lang arbeitet Leonardo da Vinci an den zahlreichen Themen, die in der außergewöhnlichen Umgebung des Loiretals sein brennendes Interesse wecken. Er verstirbt im Frühjahr 1519 in seinem Gemach und hinterlässt ein einmaliges Erbe, das auch heute noch fasziniert und für Inspirationen sorgt. 

Quelle: Loiretal Frankreich

Am 2. Mai 1519 starb Leonardo da Vinci im Alter von 67 Jahren im Schloss von Cloux bei Amboise (heute: Schloss Le Clos Lucé).

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