Madame Viroux – ein Fels europäischer Beziehungen

Spargelsamstag in Schwetzingen: Oberbürgermeister Matthias Steffan (links), Marie Viroux (Mitte), Jacques Lamblin, Andreas Lin (Schwetzinger Zeitung). Foto: Frank Bürger

Berlin. Der europäische Gedanke spielt bei den Deutsch-Polnischen Nachrichten eine wichtige Rolle. Eine weitere Station: der Schwetzinger Spargelsamstag.

Von Nadine Grimmig

Am Samstag, den 9.Mai 2026 fand der Spargelsamstag in Schwetzingen statt. Der Verein der Städtepartnerschaften war unter der Schirmherrschaft von Jochen Wiegand sehr stark vertreten. Alle Partnerstädte hatten eine Abordnung geschickt und so gab es ein buntes Programm auf den kleinen Planken.

Kurz bevor das offizielle Programm losging, ergriff unser Oberbürgermeister Matthias Stefan die Gunst der Stunde und ehrte Madame Marie Viroux für Ihren jahrelangen Einsatz für die deutsch-französischen Beziehungen zwischen den beiden Städten Schwetzingen und
Lunéville. Er überreichte Mme Marie Viroux einen wunderschönen, bunten Blumenstrauß. Marie Viroux war sichtlich gerührt. Es war eine sehr schöne Geste. Zu Besuch war auch Werner Euskirchen, der Gründer und Ehren-Vorsitzende der Paneuropa-Union Zweibrücken, die Polen mit Frankreich verbindet. Werner Euskirchen setzte sich stets für das Beleben einer paneuropäischen Stanislaus-Route ein, ein
touristischer Weg, der die Orte verbindet an denen Stanislas Leszczynski, polnischer Exilkönig in Lothringen, gewirkt hat. Auch Marie Viroux setzt sich für diese Route ein.

Im Gespräch: Marie Viroux, Frank Bürger, Nadine Grimmig, OB Matthias Steffan, Barbara Gilsdorf, Sachgebietsleiterin Kultur, Tourismus und Städtepartnerschaften. Foto: Werner Euskirchen

Weitere Impulse ergaben sich auch in den Gesprächen mit Chefredakteur Frank Bürger.

Natürlich spielte auch die Museumslandschaft in Schwetzingen am Spargelsamstag eine Rolle. Auf Anfrage hin sagte Oliver Engert, Geschäftsführer des Schwetzinger SMS Stadtmarketing: „Die Touri-Info samt kleinem Museum ins Palais Hirsch. das könnte eine Lösung sein.“

Stadtmarketing-Chef Oliver Engert (Mitte mit Mikro)

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Nils Melkus unterstützt diese Variante.

In der will der Stadtrat dazu einen Beschluss fassen.

Abgeneigt ist die Stadt auch nicht von einer Weiterentwicklung der Städtepartnerschaften.

So zieht die daran interessierte Gruppe bei dem Projekt „Weimarer Dreieck“ weiter. Hier gilt vor allem Werner Euskirchen als Vorreiter.

Einer der nächsten Haltepunkte ist Zweibrücken im Zusammenhang mit der ukrainischen Verfassung.

Die Ukraine feiert ihren Verfassungstag am So. 28.6.26  und wir im Herzogtum Zweibrücken,  wozu bekanntlich auch der Saarpfalz-Kreis größtenteils gehörte, feiern an / in  der schwedischen Karlskirche in Zweibrücken ab 15:00 mit, weil diese ukrainische Verfassung von 1710 vom Zweibrücker Herzog  In Transnistrien nahe bei Odessa mit konzipiert wurde.

Der Wittelsbacher Herzog von Zweibrücken war durch Erbfolge als Karl XII. auch König von Schweden  und damit über Jahrzehnte im Kampf mit Zar Peter d.Gr. um die Vorherrschaft über die Ostsee und mehr in Polen/Ukraine  beschäftigt, wie heute, 300 Jahre später,  auch noch mit Zar Putin . 1709 wurde das polnisch-schwedische Heer bei Poltava in der heutigen Ukraine von den Russen vernichtend geschlagen. Der Herzog von Zweibrücken und König von Schweden konnte sich gerade noch in das damalige nahe  osmanische Reich in Moldavien, heute  Transnistrien,  retten und seinem Freund,  dem Polenkönig Stanislaus Leszczynski in seinem  Herzogtum Zweibrücken Asyl anbieten. Der Zweibrücker Schwedenkönig selbst blieb mit seinen ukrainischen Kosaken in Moldavien in der Hoffnung auf einen Sieg gegen den Zaren. 

Dort in Transnistrien arbeitete er zusammen mit Pylyp Orlyk  1710 eine erste ukrainische Verfassung aus. 

Sie ist eine der ersten demokratischen und konstitutionellen Dokumente Europas, vom Schwedenkönig Karl XII.,  gleichzeitig Herzog von Zweibrücken, bestätigt und im schwedischen Reichsarchiv in lateinischer Sprache hinterlegt.Die Verfassung von 1710  gilt in der Ukraine als Meilenstein der Staatlichkeit, da sie erstmals die Gewaltenteilung festlegte und die Rechte der Kosaken gegenüber dem Hetman stärkte mit Grundsätzen, die erst in der amerikanischen und französischen VerfassungJahrzehnte später  ihren Durchbruch fanden. Das soll am paneuropäischen ukrainischen Verfassungstag im damals schwedischen Zweibrücken an/ in der Karlskirche unddem Asylort des Polenkönigs Stanislaus in seiner Sommerresidenz Tschifflick/Fasanerie herausgearbeitet werden“, schreibt Euskirchen.

Frank Bürger, Marie Viroux, Werner Euskirchen (v. l. n. r.)

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