Mutmachbuch

Schwetzingen. Das Ermutigungsbuch von Pfarrer Helmut Barié, das unter dem Dach des Klotz-Verlagshauses erschien, weckt viele Erinnerungen an interessante Begegnungen.

Von Frank Bürger

Nicolas de Pigage errichtete die Gartenmoschee mit ihrem Zentralbau, den beiden Minaretten und Gebetsgängen zwischen 1779 und 1795. Als Vorbild für diese außergewöhnliche Gartenarchitektur dienten neben der Gartenmoschee von William Chambers in Kew Gardens in London vor allem Entwürfe von Johann Fischer von Erlach. Faszinierend ist die Kombination abendländischer und orientalischer Architektursprache. So finden sich barocke Kuppel, spitzbogige Fenster und Rundbogenarkaden neben Minaretten, Pavillons und Halbmonden.

Der Innenraum der Gartenmoschee besteht aus einem runden Zentralraum, der von Säulen und Nischen gegliedert ist. Nischen und Architekturelemente sind farbig gefasst. Inschriften in arabischer und deutscher Sprache verweisen auf Tugenden wie Weisheit, Fleiß und Verschwiegenheit. Alle arabischen Texte haben Fehler in der Punktierung der Konsonanten und der Vokalisierung – ein Fehler des deutschen Steinmetzes, der 1794 die Inschriften übertrug. Beeindruckend ist ein Blick in die hohe Kuppel.

Ein Spaziergang durch die Gebetsgänge mit ihrem bezaubernden Licht-Schatten-Spiel zählt zu den Höhepunkten eines Besuchs im Schlossgarten. Holzgitterwerk bietet Ausblicke in den Innenhof und in den umliegenden Türkischen Garten. Pavillons mit mächtigen Kuppeldächern und vergoldeten Halbmonden betonen die Mitten der Längsseiten und die Ecken der Gänge. Ihre Wände sind mit arabischen und deutschen Sinnsprüchen verziert.

Als letzte erhaltene ihrer Art aus dem 18. Jahrhundert ist die Gartenmoschee von Schwetzingen ein einmaliges Zeugnis für das damals herrschende Interesse an der arabischen Welt. Da das Gebäude jedoch nicht zur Ausübung einer Religion errichtet wurde, steht es vor allem für die Toleranz des aufgeklärten Bauherrn Carl Theodor. Verweise auf unterschiedliche Religionen sollten den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Mein Vater bestieg noch das Minarett der Moschee, heute ist jeglicher Besuch dort oben verboten.

Das Bild hinter dem Barié-Buch stammt von Heinz Dotzler. In den Vereinigten Staaten hatte unser Verwandter nach dem Krieg eine Existenz aufgebaut. Die Verbindung zur Familie blieb, weit über seinen Tod hinaus … Schwetzinger Denkmäler in der Bürger-Stube

Karfreitag 2023: Besuch im Schloss Bauschlott

Ein Besuch im Schloss Bauschlott, dem Sitz des Klotz-Verlagshauses, in dem mein Buch „Kloster Götschendorf“ erschien, zeigt die weltbekannte Verbundenheit, wenn es um Gärten geht. Der Garten in dem Örtchen Bauschlott wurde von Johann Michael Zeyer angelegt. In Karlsruhe wurde er Volontär beim dortigen Hofgärtner Johann Michael Schweyckert, der vom Markgrafen aus England geholt wurde, um nun die Gartenanlagen von Karlsruhe nach englischem Vorbild umzugestalten. Auch Zeyher fand viele Anregungen von den neuen Ideen der englischen Gartenkunst.

Johann-Michael Zeyer

Markgräfin Karoline Luise wurde auf Zeyher aufmerksam und vermittelte ihm eine Stelle als Gärtner in Basel, wo er 1792 bei einem Patrizier diente und, nachdem er 1794 die Tochter des Basler Stadtgärtners geheiratet hatte, Hofgärtner am Basler Palais von Markgraf Karl Friedrich wurde.

Durch seine Heirat mit einer Baslerin gefördert, bekam er aus der Schweiz zahlreiche Aufträge, die er neben seiner Stellung für den badischen Markgrafen erfüllte: er plante Gartenanlagen in den beiden Basel (z. B. am Landgut Bäumlihof bei Riehen) sowie in den Kantonen St. Gallen und Solothurn und in Schaffhausen (Fäsenstaubpark), Arbon und Altstetten.

1804 wurde Zeyher vom Kurfürsten Karl-Friedrich, dem 1803 die Kurpfalz zugefallen war, als Nachfolger von Friedrich Ludwig Sckell zum Hofgärtner in Schwetzingen bestellt. Karl-Friedrich soll ihn persönlich geprüft haben, ob er denn die exotischen Gehölze auch kenne. 1806 wurde Zeyher der Titel eines Gartendirektors verliehen. Mit dem Titel war auch die Oberaufsicht über alle herrschaftlich-badischen Gärten verbunden, zudem die Pflicht zur Einrichtung von Forstbaumschulen in jedem Forstamtsbezirk sowie die Direktion über Baumpflanzungen an sämtlichen Landstraßen.

(Quelle: Schlossgarten Schwetzingen)

„Schon zu Lebzeiten war der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné renommiert, weil er über Jahrzehnte für das preußische Königshaus tätig war. In der Kunstgeschichte hat er einen festen Platz als herausragender Vertreter des späten Landschaftsgartenstils in Deutschland, der die Wandlung zum Historismus vollzog. Zuvor hatten Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823), Maximilian Friedrich Weyhe und Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) maßgeblich zur Etablierung des Landschaftsgartenstils in Deutschland beigetragen. International ist das Wirken Lennés vor allem im Zusam­menhang mit dem Weltkulturerbe in Potsdam gewürdigt worden.“, so schreibt es 2018 die Volksstimme

 So ist es auf dem Portal der Rheinischen Geschichte zu lesen. Etwas davon ist zu spüren bei einem Spaziergang durch den von Sckell geprägten Schlossgarten in badischen Schwetzingen. Etwas davon ist zu spüren, wenn man durch den romantischen Park Babelsberg geht, der von Lenné begonnen wurde und von Fürst Pückler-Muskau vollendet wurde.

1986 gab es im Schlosstheater Schwetzingen eine Aufführung unter Leitung meines Musiklehrers Werner Boll, gemeinsam mit dem Bayreuth Star Franz Mazura. Über das Freimaurertum ist der Schlossgarten eng mit der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, besonders seiner „Zauberflöte“ verbunden.

Ja, es ist die Zeit der Kindheit, die Zeit der Jugend, bevor ich Schwetzingen zum Lehrvikariat nach Laufenburg (Baden) 1994 unter glücklichen Umständen verließ. Dankbar dafür bin ich Dekan Werner Schellenberg und auch Helmut Barié, Leiter des Peterstifts in Heidelberg als Dozent für Homiletik.

Vor einigen Tagen erreichte mich nun Post aus Ettlingen: Ein Ermutigungsbuch für Pfarrerinnen und Pfarrer, das wir auch schon mal präsentiert haben. Nun habe ich die Lektüre abgeschlossen.

Es war mehr als eine Zeitenreise.

Helmut Barié, 1940 geboren, Kindheit in (Stutensee-) Friedrichstal, Jugend in Sinsheim/Elsenz. Studium der Evangelischen Theologie in Heidelberg, Basel und Bonn. Religionslehrer, Wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg, Promotion bei Professor Dr. Walther Eisinger, Gemeindepfarrer in Lörrach und nebenamtlicher Studentenpfarrer an der dortigen PH, Leiter des Petersstifts Heidelberg als Dozent für Homiletik, Seminardirektor des Predigerseminars Heidelberg. 1995 Prälat des Kirchenkreises Mittelbaden, 2004 Prälat des Kirchenkreises Südbaden. Im Ruhestand seit 2006 treibt er weiter sein Hobby Ornithologie, wurde beim Versuch, einen Eisvogel wiederzubeleben, von diesem in die Zunge gebissen, und widmet sich gelegentlich der Vertretung seines Gemeindepfarrers in Ettlingen.

Durch sein Berufsleben hat er viele Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden kennengelernt.

Mit dem Ermutigungsbuch bedankt er sich bei den Ehemaligen aus dem Petersstift.

Die Post verdanke ich dem Gespräch von Prälat Traugott Schächtele, der zu meiner Ordination nach Berlin reiste, und Helmut Barié.

Besonders beeindruckt haben mich die vielen Namen…

Da ist der einstige EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Autor der Zeitschrift „Frohe Botschaft“, die ich als Chefredakteur betreute.

Nach dem Abitur 1979 am Gymnasium Casimirianum Coburg und dem Grundwehrdienst als Sanitäter in Passau studierte Heinrich Strohm von 1980 bis 1981 Jura, Geschichte und Politologie in Freiburg. Von 1981 bis 1988 studierte er Evangelische Theologie in Erlangen, Heidelberg und Berkeley. In seiner Zeit als Student arbeitete er in Wärmestuben für Obdachlose und in Flüchtlingsheimen. Von 1989 bis 1992 war er Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie und Sozialethik bei Wolfgang Huber an der Universität Heidelberg. Er wurde 1992 mit der Arbeit Vorrang für die Armen. Auf dem Weg zu einer theologischen Theorie der Gerechtigkeit promoviert. Von 1992 bis 1994 war er Vikar in Heddesheim. Am 21. Dezember 1997 wurde er in Ahorn ordiniert.

Heinrich Bedford-Strohm (* 30. März 1960 in Memmingen als Heinrich Strohm) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer systematischer Theologe mit dem Schwerpunkt Sozialethik. Seit 30. Oktober 2011 ist er Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Vom 11. November 2014 bis zum 10. November 2021 war er zusätzlich Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Auch mit Wolfgang Huber gab es viele Begegnungen.

Ein anderes wichtiges Kapitel sind die Begegnungen mit Christian Möller.

Wer hätte gedacht, dass ich über die Deutsch-Polnische Gesellschaft intensive Kontakte mit seinem Sohn Stefferl haben würde.

Steffen Möller bei seiner Buchvorstellung 2018

Steffen Möller ist der Sohn von Christian Möller, Professor für Evangelische Theologie an der Universität Heidelberg, und dessen Ehefrau Sigrun, einer Religionslehrerin. Gemeinsam mit seinen zwei jüngeren Brüdern wuchs er in Wuppertal auf, wo er am humanistischen Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium, an dem er auch in einem Schulkabarett aktiv war, sein Abitur machte und seinen Zivildienst ableistete.

Anschließend ging Möller an die Freie Universität Berlin zum Studium der Theologie und Philosophie und belegte auch Italienisch. Für einen Polnischsprachkurs ging er nach Krakau. Nach dem Abschluss seines Studiums in Berlin zog er 1994 nach Polen.[3] Dort wurde er zunächst Deutschlehrer am Warschauer Gymnasium Królowa Jadwiga (Königin Hedwig) und später Dozent für Deutsch an der Universität Warschau.[4] In den ersten Jahren in Polen nahm er zudem mehrere Kassetten für Deutschlehrbücher auf.

2002 erreichte Möller in Krakau beim nationalen Kabarettwettbewerb Paka den zweiten Platz, was der Beginn seiner weiteren Laufbahn in Polen werden sollte. 2002 bis 2009 spielte er in der beliebten Fernsehserie M jak miłość („L wie Liebe“) einen deutschen Kartoffelbauern namens Stefan Müller,[5] moderierte 2005 die erste Staffel von Załóż się, der polnischen Version von Wetten, dass..?, und war ständiger Gast der 2008 abgesetzten Show Europa da się lubić („Europa lässt sich mögen“).

2006 erschien in Polen sein erstes Buch unter dem Titel Polska da się lubić („Polen lässt sich mögen“), 2008 gefolgt von der deutschen Adaption unter dem Titel Viva Polonia – Als deutscher Gastarbeiter in Polen. Mit dem Bühnenprogramm Viva Polonia – Als deutscher Gastarbeiter in Polen trat Steffen Möller über 300-mal in Deutschland und Österreich auf.

Seit 2008 ist sein Lebensmittelpunkt Berlin, nach eigenem Bekunden pendelt er seitdem zwischen beiden Hauptstädten. Seitdem trat Möller nur noch sporadisch im polnischen Fernsehen auf.

2009 erschien Vita Classica – Bekenntnisse eines Andershörenden, in dem sich Möller als Fan der klassischen Musik beschreibt. 2012 erschien das zweite Polenbuch Expedition zu den Polen. Im selben Jahr fand die letzte Vorstellung des dazugehörigen Live-Programms statt. 2013 und 2014 trat Möller nur selten auf. 2015 erschien Möllers subjektiver Reiseführer durch Warschau Viva Warszawa – Polen für Fortgeschrittene.[7] Von 2015 bis 2019 trat Möller mit seinem Programm „Viva Warszawa“ in über 70 Städten auf.

Im August 2019 erschien Möllers fünftes Buch, Weronika, dein Mann ist da! – Wenn Deutsche und Polen sich lieben, in dem er von seinen Gesprächen mit über siebzig deutsch-polnischen Paaren berichtet.[8] Anschließend ging er auf Kabarett-Tour.

Fasziniert an Bariés Buch hat mich vor allem die Thematisierung von Kirchenliedern. Das ist, was bleibt im Dienst als Pfarrer im Ehrenamt … und viel Dankbarkeit und Demut

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