Danke sagen ist wichtig

Am neuen Schulprojekt auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts sind viele Personen beteiligt – von links: Sylke Hölscher (Geschäftsführung Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe), Frank Olie (Vorstandsvorsitzender Evangelische Schulstiftung in der EKBO), Prof. Dr. Lutz Fritsche (Vorstand Johannesstift Diakonie und Evangelisches Johannesstift), Reinhard Lange (Hauptförderer und früherer Unternehmer), Herr Hinrichs (Zimmermann), Dr. Marion Bleß (Vorstand Lotto-Stiftung), Stiftsvorsteherin Pfarrerin Anne Hanhörster, Andreas Mörsberger (Vorstand Johannesstift Diakonie und Evangelisches Johannesstift), Andreas Arentzen (Vorstand Johannesstift Diakonie und Evangelisches Johannesstift), Ulrich Seelemann (Vorsitzender Aufsichtsrat Johannesstift Diakonie).  Foto: Johannesstift Diakonie

Berlin. Die Johannesstift Diakonie geht wieder einen Schritt weiter. Das neue Schulgebäude des Evangelischen Johannesstifts in Spandau ist nun im Rohbau vollendet. Die August Hermann Francke Schule und die Evangelische Schule Spandau werden hier ab dem Schuljahr 2021/2022 ein einzigartiges Projekt umsetzen: Eine inklusive Schule, in der Schüler*innen der Regelschule und solche mit schwersten und mehrfachen Behinderungen gemeinsam lernen.  Das heißt Dankeschön sagen, leider nicht mit einem Erntedankfest, aber mit internationaler Note.

Von Frank Bürger

Die Freude war riesig. Das neue Schulgebäude auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts ist im Rohbau fertig. Richtfest konnte gefeiert werden. Dazu kam selbst der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Johannesstift Diakonie. Die neue Vorsitzende des Evangelischen Johannesstifts strahlte und freute sich diesen besonderen Augenblick erleben zu dürfen.

Die Stiftung Evangelisches Johannesstift lud am 11. September zum Richtfest des Gebäudekomplexes der künftigen „Schule ohne Grenzen“ auf ihrem Gelände in Berlin-Spandau ein. Stiftsvorsteherin Pfarrerin Anne Hanhörster eröffnete die Feier mit einer Andacht und den Worten: „Jesus Christus hat einmal gesagt, dass Kinder bei Gott etwas ganz Besonderes sind. Und zwar alle Kinder. Mit dieser Schule wollen wir unserem christlichen Auftrag nachkommen und dafür Sorge tragen, dass Gottes Kinder die Chance bekommen, miteinander gleichberechtigt zu lernen.“

Mit dem Fest dankte die Stiftung den Mitarbeitenden der verschiedenen Gewerke und vor allem dem Hauptförderer und früheren Unternehmer Reinhard Lange, der Chriskla Stiftung stellvertretend für alle Förderstiftungen sowie den vielen weiteren Spender*innen, die das Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben. Die Investitionssumme für die „Schule ohne Grenzen“ beträgt 15,7 Millionen Euro, die weitgehend über Spenden und Fördermittel finanziert wird.

Besonderes Raumkonzept

In der „Schule ohne Grenzen“ werden künftig Kinder und Jugendliche der August Hermann Francke Schule und der Evangelischen Schule Spandau unterrichtet. Insgesamt lernen 200 Schüler*innen mit und ohne Beeinträchtigungen in den Klassenstufen 1 bis 6 gemeinsam. Dabei spielt das besondere Raumkonzept eine wichtige Rolle. Das Gebäude und das umgebende Gelände sind barrierefrei. Die Schüler*innen lernen gemeinsam in einem Inklusionsklassenraum. In separaten Räumen stehen weiterhin die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen im Vordergrund.

Anderssein als Bereicherung

In der „Schule ohne Grenzen“ entwickeln die Träger*innen der Schulen, die Johannesstift Diakonie Behindertenhilfe und die Evangelische Schulstiftung der EKBO, ihre langjährige Kooperation etwa mit Partnerklassen, gemeinsamen Theaterprojekten und Hospitationen weiter. Den Hortbereich wird die Johannesstift Diakonie Jugendhilfe betreiben. Grundlage bilden das gemeinsame, christlich geprägte Menschenbild und die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Kinder und Jugendliche bekommen in der „Schule ohne Grenzen“ die Chance, Anderssein und Vielfalt als Bereicherung der Schulgemeinschaft zu erfahren. Der neue Gebäudekomplex bietet den Schüler*innen viel Platz für eine individuelle, ganzheitliche Entwicklung und Bildung.

Das Schulprojekt wird im engen Austausch mit der Humboldt Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin wissenschaftlich begleitet.

Auch wenn die Finanzierung für den Bau der Schule gesichert ist und im kommenden Jahr der Unterricht beginnen kann, so benötigt das Projekt doch weiterhin Spenden, unter anderem für den Sportplatz, die Ausstattung der Klassenräume oder den Schulgarten. Dankbar und mit Freude nimmt die Stiftung Evangelisches Johannesstift gerne weitere Spenden entgegen.

Über das Projekt werden auch internationale Noten gesetzt, der Blick über die Grenzen ist geöffnet, das hat auch seinen Grund.

Ganz aktuell die Arbeit von Nelli Elkind, die aus Smolensk stammt

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Dazu gehört der Partizipationstag, zu dem die die Stationäre Jugendhilfe Berlin auf das Stiftsgelände einlud.

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Leider musste auch in diesem Jahr „Run of Spirit“ der Corona-Pandemie weichen. Schon viele Male wurde der Run of Spirit vom polnischen Verein „Na Tak“ in Posen veranstaltet. Der Verein „Na Tak“, der mit dem Evangelischen Johannesstift eine freundschaftliche Verbindung pflegt, hat den Gedanken des Run of Spirit aus Berlin in bemerkenswerter Weise umgesetzt.

 Ein anderes kleines praktisches Beispiel, das zum neuen Projekt Bezug hat: Das Jahr 2019 hat die Kinder und Jugendlichen genauso wie die Kollegien beider Schulen im Modellprojekt beteiligter Schulen in unterschiedlichen Projekten nähergebracht. Das Länderprojekt der Klassen 1 und 2 zeigte als weiteres Beispiel, wie Kinder im inklusiven Unterricht miteinander in Kontakt kommen können. Die Klassen entdeckten in jeder Unterrichtsstunde gemeinsam auf einer 90-minütigen Weltreise die Herkunftsländer der Schüler*innen beider Klassen. Sie steuerten ein bis zwei Länder an, um sie teils gemeinsam als ganze Klassen, teils in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit zu erkunden. Beim Basteln von polnischen und russischen Püppchen war Teamarbeit ein guter Weg, und damit verbunden ein Blick zu den polnischen Nachbarn.

Dankeschön trotz Corona

Traditionell feiert das Evangelische Johannesstift am letzten Sonntag im September das Erntedankfest mit vielen Tausend Besucher*innen auf dem Stiftsgelände. Es wird gefeiert und vor allem Danke gesagt: für das tägliche Brot, für all das, was Gott uns für ein menschenwürdiges Leben schenkt.

Dass dies in den Zeiten von Corona so nicht stattfinden kann, bedeutet aber nicht, dass man vergisst, Danke zu sagen. Die Bewohner*innen der Schönwalder Allee 26 und alle Mitglieder der Kirchengemeinde feiern dieses Jahr ein etwas anderes kleines Erntedankfest unter dem Motto „Vergiss nicht, Gott zu danken …!“

„Die Besucher*innen, die das Stift all die vergangenen Jahre treu geblieben sind, bitten wir um Verständnis, dass wir das Erntedankfest nicht wie gewohnt feiern können. Wir verzichten darauf zum Schutz aller Menschen in unserer Gesellschaft mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko bei einer eventuellen Infektion mit SARS-CoV-2. Trotzdem wollen wir nicht vergessen, Danke zu sagen. Das kann man auch im kleinen Kreis mit Freund*innen, in der Familie oder in der eigenen Kirchengemeinde tun“, teilt das Stift mit.

Fazit: Damit fällt eines der größten Volksfeste in Berlin der Corona-Epidemie zum Opfer.

Spenden können Sie an folgendes Konto richten:

Evangelische Bank eG
IBAN DE12 5206 0410 1500 5115 10
BIC GENODEF1EK

Über die Stiftung

Die Stiftung Evangelisches Johannesstift SbR zählt zu den traditionsreichsten diakonischen Einrichtungen in Berlin. Der Theologe Johann Hinrich Wichern gründete sie 1858 mit dem Zweck, Diakone auszubilden. Sie werden bis heute am Wichern-Kolleg für die verschiedenen Dienste in Kirche und Diakonie ausgebildet. Daneben unterstützt die Stiftung und alleinige Aktionärin der Johannesstift Diakonie gAG Projekte der Jugend- und Behindertenhilfe wie auch der Pflege, der Medizin, der Bildung und der Beratung. Sie hat ihren Sitz auf einem 75 Hektar großen Gelände in Berlin-Spandau, auf dem rund 1.600 Menschen wohnen. Zu den bekannten Stiftsfesten Run of Spirit, Erntedankfest und dem Weihnachtsmarkt kommen jedes Jahr Zehntausende Besucher.

Stiftsvorsteherin Pfarrerin Anne Hanhörster schlägt den letzten Nagel zum Richtfest ein. Foto: Johannesstift Diakonie

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