Polnische Note zu St. Martin

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Am 15. November um 17 Uhr wird in Staaken zu einem Martinsumzug mit Andacht eingeladen.  Die Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule wurden vorbereitet, mit besonderer deutsch-polnischer Note. Wir haben das Stück für die Schüler der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz vorbereitet, aber es ist sehr aktuell und dient zur Einstimmung.

Von Frank Bürger

Rollenspiel St. Martin

 

  1. Gespräch mit Musik

 

Teilnehmer:

E: Erzähler

V: Vater

M: Martin

S: Susanne

 

St. Martinslied: Eine Strophe des Liedes gespielt, Schüler der Grundschule singen dieses mit

 

E: Es ist Abend. Papa Schreiber sitzt mit seinen Kindern zusammen im Wohnzimmer Mutti ist unterwegs. Martin und Susi basteln die Laternen, für nachher. Denn dann gehen alle zum Martinsumzug. Papa liest seine Zeitung.

 

V: Vergesst nicht, übermorgen fahren wir zu Onkel Stanislaw nach Slubice. Da müsst ihr auch noch ein kleines Geschenk vorbereiten.

 

S: Oh ja, das wird wieder toll. Da gibt es doch die kleinen Teigtaschen, die ich so gerne esse, und den guten Kompott

 

V: Du meinst die Pierogen. Ja, da freue ich mich auch drauf. Mit Quark oder mit Hackfleisch gefüllt. Bin mal gespannt, wer dieses Mal die Münze beim Essen findet

 

M: Verwechselst Du da nicht etwas mit Weihnachten?

 

S: Und? Ich freue mich schon drauf, wenn sie wieder polnische Lieder singen. Einige kann ich jetzt auch schon. So eine polnische Geburtstagsfeier hat etwas

 

M: Ich freue mich auch schon riesig drauf. Geburtstag mit Stanislaw, das bedeutet Spaß und Freude.

 

V: Aufgepasst ihr beiden. Merkt Euch mal, wir feiern nicht seinen Geburtstag, sondern seinen Namenstag. Jedes Mal vergesst Ihr das

 

S: Ja, stimmt, Stanislaw hat ja im Januar Geburtstag. Ich habe mich ja schon immer gefragt, warum er zweimal Geschenke bekommt. Namenstag, bei uns in der Klasse feiert niemand „Namenstag“

 

V: Du weißt doch, dass Stanislaw katholisch ist. Wie die meisten Menschen, die aus Polen stammen.

 

E: Der Vater erklärt den Kindern Herkunft und Bedeutung der Namenstage: Der Namenstag dient dem Gedenken des Heiligen oder Seligen mit diesem Namen. Dieser Tag ist im Heiligenkalender verzeichnet. Der Namenstag ist ein katholisches Fest. Seit dem Mittelalter wird darauf Wert gelegt, Kindern einen Heiligen- oder Seligennamen, zumindest als Beinamen, zu geben. Der Heilige oder Selige wird mit der Taufe zum Namenspatron des Kindes und damit zu seinem Schutzheiligen.

 

Mit der Namensgebung wollte man sich von Andersgläubigen, auch Evangelischen abgrenzen und vermeiden, dass die Leute Ihren Kindern lächerliche oder anstößige Namen gaben. Der Name eines Heiligen sollte in jedem Fall vorgezogen werden. Heute ist dies jedoch nicht mehr üblich, d.h. der Name des Kindes wird nicht mehr bewusst gewählt um einen Bezug zu einem Heiligen herzustellen.

Im Mittelalter wurde der Geburtstag dann zu Gunsten des Namenstages als Festtag verdrängt. Aber auch heute noch ist der Namenstag in manchen streng katholischen Gebieten wie Polen wichtiger als der Geburtstag. In der katholischen Kirche werden Menschen heiliggesprochen, die Taten vollbracht haben, die die Kirche als Wunder anerkannt hat. Die angeblichen Wunder waren Grundlage für Legenden um Heilige, so dass geglaubt wurde und wird, dass der Namenspatron bestimmte positive Einflüsse auf den Menschen ausübt. So wurden Mutter Theresa oder auch Papst Johannes Paul II seliggesprochen.

In der Protestantischen Kirche gibt es keine Heilig- oder Seligsprechungen, deshalb ist es in protestantischen Gebieten zumeist auch unüblich, den zufälligen Namenstag zu feiern.

 

S: Wann habe ich denn Namenstag?

 

V: Ihr stellt Fragen. Ja, wir haben uns schon überlegt, warum wir Dir den Namen gegeben haben. Er kommt aus dem Hebräischen von dem Wort „shoshan“. Als wir Dich zum ersten Mal im Kreißsaal bei der Geburt sahen, dachten wir: Du bist unsere Lilie. Aber Du bist nicht am 11. August getauft, dem Namenstag für Susanne. Deshalb feiern wir ihn auch nicht.

 

M: Immer muss Susanne im Mittelpunkt stehen. Das macht mich ja wirklich eifersüchtig. Und wann habe ich Namenstag?

 

V: Denk mal scharf nach? Du hast ja jedes Jahr Deine spezielle Party und bekommst ein Hörnchen. Und noch dazu werden so viele Kerzen angezündet. Du bräuchtest wirklich Ewigkeiten, um die alle auszupusten

 

M: Du nimmst mich auf den Arm, das finde ich nicht nett. Habe ich vorhin nicht gerade für Oma Wilma eingekauft. Und die Hausaufgaben für morgen habe ich ausnahmsweise auch mal gemacht. Und jetzt so etwas. Ich bastle jetzt lieber weiter an meiner Laterne…an meiner Martinslaterne…oh

 

V: Oh, geht Dir ein Licht auf.

 

S: Martin, Martin, schön, dass Dir ein Licht aufgeht, vielleicht auch mehrere

 

  1. Heute ist Martinstag, geht sicherlich zurück auf den Heiligen Martin von Tours, dessen Geschichte wir nachher sehen und hören werden.

 

V: Fast richtig. Der Name geht zurück auf den römischen Kriegsgott Mars. Und neben dem Bischof haben fünf Päpste diesen Namen getragen

 

S: Und auch Luther. Gerade haben wir ja den Reformationstag gefeiert. Da sieht man, wie wichtig solche Gedenk- und auch Namenstage sind. Da lernt man immer etwas dazu.

 

V: Ja, und Martin Luther trägt seinen Namen zu Recht

 

M: Wirklich, dann bekam er an seinem Namenstag immer wieder Geschenke

 

V: Das weiß ich nicht, aber eines ist sicher und historisch belegt. Er wurde einen Tag nach seiner Geburt am 11. November 1483 in der St. Petri-Paul Kirche in seiner Heimatstadt Eisleben getauft. Heute ist noch dazu Jubiläum. Wir feiern den Tauftag Luthers. In Eisleben wurde groß gefeiert

 

S: Super, jetzt sehe ich wie wichtig für Evangelische und Katholiken Namenstage sind. Und wie war noch mal die Geschichte des Heiligen Martin von Tours

 

V: Das kommt jetzt. Aber erst einmal üben wir noch einmal das Martinslied:

 

Martinslied

Hier einige Bilder der Schüler

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