Sei stille dem Herrn

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Undine Dreißig ist mit von der Partie. Foto: Frank Bürger
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Superintendentin Ute Mertens fokussiert Theodor Fontanes Verbindung zum Glauben. Foto Frank Bürger

 

Der „Förderverein für Kirchenmusik Laudate“ lädt als Veranstalter“ zu einem neuen Konzert am Sonntag um 16 Uhr auf dem Schloss Zerben ein. Superintendentin Ute Mertens beschäftig sich literarisch mit der Beziehung Theodor Fontanes zur Bibel. Es musizieren Marcel Körner (Cello), Thorsten Fabrizi (Klavier) und Undine Dreißig (Gesang).

Bei diesem Konzert wird es besonders intensiv. Es geht um Theodor Fontane und seinen Glauben. Eine große Herausforderung für Superintendentin Ute Mertens, wie ein Telefonat mit ihr zeigt.  Fontane war sicherlich kein strenggläubiger Mensch. Er beschreibt jedoch, wie brüchig die christliche Sozialisation geworden ist – und betont, dass sie doch eigentlich das christliche Europa zusammenhält. Das sagt die Literaturwissenschaftlerin Anett Lütteken.

Für den Berliner Bischof Markus Dröge ist der Schriftsteller, der in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden wäre, ein Vorreiter der europäischen Verständigung und Einheit.

Fontane sei zwar kein moderner Europäer im heutigen Sinne gewesen, sagte Dröge laut Manuskript zum Auftakt einer Predigtreihe zum Fontanejahr in der Rheinsberger Laurentiuskirche. Der märkische Dichter habe jedoch schon im 19. Jahrhundert europäisch gedacht und bringe auf seine Weise die Werte zur Geltung, die heute als die Werte Europas geschätzt würden.

Europa sei in Fontanes Leben und in seinen Werken als gemeinsamer Raum lebendigen Austauschs präsent, betonte Dröge. Der Schriftsteller habe in seinen Werken die vielfältigsten Menschen aus den unterschiedlichen Nationen genau beobachtet und dadurch die Achtung vor der Würde des Einzelnen erkennbar werden lassen. Diese Werte seien heute in den Verfassungen der Staaten Europas verankert.

Europa müsse es nun gelingen, die Würde des Menschen, unabhängig von seiner Kultur oder Rasse, Religion oder Nationalität, zu achten und seine Rechte zu bewahren, betonte der Bischof. Die Art und Weise, wie Theodor Fontane über Menschen geschrieben habe, lasse davon etwas spüren.

Zum 200. Geburtstag Fontanes, der am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren wurde und am 20. September 1898 in Berlin starb, wird in Brandenburg in diesem Jahr ein Jubiläumsjahr gefeiert.

Superintendentin Ute Mertens möchte genau dieses Gedankengut in den Fokus nehmen.  Fontane zitiere so oft die Bibel, meint Mertens. Diesbezüglich wirft sie auch einen besonderen Blick auf dessen Hauptwerk „Effi Briest“. Das Vorbild zur „Effi“, Elisabeth von Plotho, ist auf dem Zerbener Schloss aufgewachsen, wurde da getauft und hat dort geheiratet.

Der musikalische Schwerpunkt liegt dieses Mal auf geistlicher Literatur.

So wird die Mezzosopranistin Undine Dreißig das Lied „Sie stille dem Herrn“ aus dem Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy interpretieren. Elias op. 70 (MWV A 25) ist ein Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy über die Geschichte des biblischen Propheten Elias. Nachdem der Stoff Mendelssohn zehn Jahre beschäftigt hatte, wurde das Werk am 26. August 1846 beim Birmingham Triennial Music Festival in Birmingham uraufgeführt. Es zählt bis heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten.

Auch ein Werk des Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel wird erklingen. „Er weidet seine Herde“ ist Teil des Oratoriums „Messias“.

Zu hören sein werden drei Lieder von Richard Strauß.

Marcel Körner (Violoncello) interpretiert eine Sonate von  Josef Gabriel Rheinberger.  Dazu erklingt das Allegro appasionato von Camille Saint-Saëns.

Die Konzertreihe auf Schloss Zerben steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Reiner Haseloff.

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