
Berlin. Schwetzingen, Speyer das rote Haus und Wolfgang Amadeus Mozart, das ist in einem Atemzug zu nennen und für die Deutsch-Polnischen Nachrichten von Bedeutung.
Von Frank Bürger
Der berühmte Komponist Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) hat Schwetzingen gleich dreimal besucht: 1763 als siebenjähriges Wunderkind mit seiner Familie und später als Musiker und Dirigent in den Jahren 1777 und 1790.
Der siebenjährige Mozart besuchte zwischen dem 15. und 29. Juli 1763 mit seiner Schwester und seinen Eltern im Rahmen einer Konzertreise den kurpfälzischen Hof. Die Mozarts wohnten jedoch nicht im Schloss, sondern im Gasthof „Zum Roten Haus“ in der damaligen Speyerer Straße. Heute erinnert eine Plakette an dem ehemaligen Gasthof in der Dreikönigstraße 6 an die berühmten Gäste.
In der Schwetzinger Kulturperle erinnert die Schwetzinger Mozartgesellschaft wieder an den Genius.
Die Mozartgesellschaft Schwetzingen veranstaltet jährlich von Ende September bis Mitte Oktober das Schwetzinger Mozartfest. Nomen est omen, denn bei diesem Klassikfestival steht definitiv der Namensgeber im Mittelpunkt. Neben einer Mozartoper im Rokokotheater, erfüllen Kammerkonzerte renommierter Ensembles die Zirkelsäle des Schlosses mit Musik.
In diesem Jahr mit dabei das Van Baerle Trio, das Geister Duo, Simone von Rahden, das Vogler Quartett, das Trio Adorno, das Duo StringBreeze, das Ardeo-Quartett und die Pianisten Markus Becker und Florian Hölscher.

Die Stadt Schwetzingen verlieh im vergangenen Jahr ihre höchste Auszeichnung, die Carl-Theodor-Medaille, an Nikolaus Friedrich. Mit dieser Ehrung würdigt die Stadt das langjährige und herausragende Engagement des künstlerischen Leiters der Schwetzinger Mozartgesellschaft. Die Verleihung fand im Rahmen des feierlichen Empfangs zur Eröffnung des diesjährigen Mozartfestes im Palais Hirsch statt. Die Laudatio hielt Oberbürgermeister Matthias Steffan.
Seit 2007 steht Nikolaus Friedrich an der Spitze der künstlerischen Leitung der Schwetzinger Mozartgesellschaft. Unter seiner Leitung hat das Mozartfest ein eigenständiges Profil entwickelt und sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Musikliebhaberinnen und -liebhaber weit über die Region hinaus etabliert.
Besonders in Erinnerung geblieben ist die außergewöhnliche Produktion von Cosi fan tutte: Die Rezitative wurden in moderne Umgangssprache übertragen, die Musik dazu von dem Mannheimer Komponisten Sidney Corbett neu komponiert. Die Sängerinnen und Sänger kamen aus der Opernschule, das Kammerorchester setzte sich aus Freunden und Kollegen von Nikolaus Friedrich zusammen.
Auch strukturell hat er dem Festival seine Handschrift gegeben. Seit 2009 wird beim Mozartfest jeweils ein Werk eines zeitgenössischen Komponisten uraufgeführt – stets für Streichquartett und Bassetklarinette, wobei Friedrich selbst die Klarinette spielt.
Aufwertung der Stipendiatenkonzerte der Jürgen Ponto-Stiftung: In Kooperation mit der Forschungsstelle Hof|Musik|Stadt werden Werke der Mannheimer Hofmusiker aus dem Dornröschenschlaf geholt und von jungen Talenten aufgeführt.
Seine langjährigen Kontakte in die Klassikszene ermöglichen es, namhafte Ensembles zu günstigen Konditionen nach Schwetzingen zu holen. Gleichzeitig entdeckt er immer wieder junge, noch unbekannte Künstlerinnen und Künstler. Diese Mischung aus Erfahrung, Mut und Neugier trägt maßgeblich zur hohen Qualität des Festivals bei.
„An dieser Stelle muss ausdrücklich hervorgehoben werden – das geschieht ehrenamtlich. Nikolaus Friedrich schenkt der Mozartgesellschaft, der Stadt und ihrem Publikum nicht nur sein künstlerisches Können, sondern auch seine Zeit, seine Energie und seine Leidenschaft – ohne persönliche Gegenleistung. Dieses selbstlose Engagement verleiht seiner Arbeit ein besonderes Gewicht und macht seine Verdienste noch eindrucksvoller. Nikolaus Friedrich ist bis heute nicht nur ein Motor der Mozartgesellschaft, sondern machten sie zu einem pulsierenden Ort der Musik, des Austauschs und der Inspiration. Dafür gebührt Ihnen unser Dank und unsere Anerkennung.“, betont Oberbürgermeister Matthias Steffan in seiner Laudatio.
Quelle: Homepage Vogler-Quartett

Der künstlerische Leiter Nikolas Friedrich musiziert in diesem Jahr gemeinsam mit dem Vogler-Quartett.
Vogler-Quartett
Individualität, die sich im Gemeinsamen entfaltet – hier liegt wohl das Geheimnis des Vogler Quartetts, das seit 1985 in unveränderter Besetzung weltweit eine einzigartige Karriere verfolgt und 2025 sein 40-jähriges Quartettjubiläum feiern konnte.
Der erste Preis beim Streichquartett-Wettbewerb in Evian 1986 machte das ostdeutsche Ensemble von der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bereits ein Jahr nach der Gründung international bekannt. Eberhard Feltz, György Kurtág und das LaSalle Quartett, hier vor allem Walter Levin, wurden zu prägenden Mentoren.
Kammermusikgrößen wie Lynn Harrell, Bernard Greenhouse oder Menahem Pressler gehörten ebenso zu den musikalischen Partnern wie Jörg Widmann, David Orlowsky, Daniel Müller-Schott oder Ute Lemper. Das umfangreiche Repertoire mit „klassischer“ Quartettliteratur von Haydn bis zur Zweiten Wiener Schule wird mit weniger bekannten oder außergewöhnlichen Werken (wie dem fünfstündigen Quartett von Morton Feldman) und Neuer Musik, oftmals auch mit Uraufführungen, erweitert.
In den europäischen Musikzentren fühlen sich die vier Musiker ebenso zu Hause wie in Nordamerika, Japan, Australien und Neuseeland. Eigene Konzertreihen (seit 1993 im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt und seit 2000 in Neubrandenburg) und die künstlerische Leitung der Kammermusikfestivals im irischen Sligo (von 2000 bis 2022) und in Homburg/ Saar (seit 2002) sind feste Größen im jährlichen Kalender. Die Quartettmitglieder unterrichten als Professoren an den Hochschulen in Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin und geben Meisterkurse in Europa und Übersee. Im Bereich der Musikvermittlung zählt man zu den aktivsten deutschen Kammermusikensembles, u.a. seit 2005 mit den mehrfach ausgezeichneten Nordhessischen Kindermusiktagen in Kassel.
Die Diskographie des Vogler Quartetts umfasst Werke u.a. von Brahms, Schumann, Schubert, Mendelssohn, Reger, Schulhoff, K.A. Hartmann, Klarinettenquintette von Mozart und Golijov mit David Orlowsky sowie ein Tango-Album mit dem Bandoneonisten Marcelo Nisinman. Die CD „Paris Days – Berlin Nights“ mit Ute Lemper und Stefan Malzew erhielt eine Grammy-Nominierung.
2021 erschienen zwei Alben beim Label Capriccio mit Werken von Georgi Catoire (Klavierquintett op. 28 und Klavierquartett op. 31 mit Oliver Triend) und Grigori Frid („Phädra“ op. 78,1 und Klavierquintett op. 72 mit Elisaveta Blumina).
Beginnend im Jahr 2012 entstand sukzessive die Gesamtaufnahme der Kammermusik von Antonín Dvořák (11 CDs beim Label cpo), die 2024 abgeschlossen wurde.
Zum 30-jährigen Bestehen wurden ein Buch mit dem Titel „Eine Welt auf sechzehn Saiten – Gespräche mit dem Vogler Quartett“ (Berenberg Verlag) sowie eine CD-Box mit Live-Mitschnitten der Jubiläumssaison der Konzerthaus-Reihe mit Werken von Henze, Kagel, Weill, Widmann, Respighi, Abril und Chausson veröffentlicht.
Biographie 2025/26
Download Biografie und Fotos:
http://www.agentur-vivace.com/https/-/www-agentur-vivace-com/Vogler-Quartett/

Das Vorbeischauen in Schwetzingen lohnt sich.
Das rote Haus, in dem die Mozarts in Schwetzingen wohnten, führt zu einer besonderen Buchpräsentation in Karlsruhe, am 11. September um 19 Uhr in das Rote Haus in Rüpurr.

Präsentiert wird das Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“

Gaststätte „Zum Hirsch“ in der Lindenstraße

Derzeit ist man mit Mehmet Yuca von der Gaststätte „Zum Hirsch“ über weitere Projekte im Gespräch. Mit im Boot auch Oliver Engert, Geschäftsführer vom Schwetzinger Stadtmarketing
