Reichskriegsgericht – ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte

Blick in die Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Berlin. Gegen das Vergessen  –  das war auch das Thema einer Ausstellung im deutsch-polnischen Gedenkjahr „80 Jahre Ende des 2. Weltkrieges“ , die an die Verbrechen der Nazi-Justiz während des 2. Weltkrieges erinnern sollte.

Von Frank Bürger

Vom 1. September 2025 bis zum 10. Januar 2026 ist eine Wanderausstellung „Das Reichskriegsgericht 1936 -1945 / Nationalsozialistische Militärjustiz und die Bekämpfung des Widerstands in Europa“ in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin-Tiergarten, Stauffenbergstr. 13 im sogenannten  Bendler Block, dem historischen Ort  des Umsturzversuches am 20.Juli 1944 zu besichtigen. In dem Gebäude ist auch die o. g. Gedenkstätte untergebracht. 

Die Ausstellung hatte ihre Premiere  im Jahr 2024 in der Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle (Saale) und wurde im Frühjahr  2025 in der Warschauer Gedenkstätte für Verstoßene Soldaten und politische Gefangene im Mokotow-Museum gezeigt worden, ehe sie jetzt in Berlin präsentiert wurde

Die von der  Gedenkstätte „Roter Ochse“ (Halle/Saale) kuratierte Ausstellung weist einen besonderen polnischen Schwerpunkt auf. Das Reichskriegsgericht hat insgesamt im 2. Weltkrieg 600 Polinnen und Polen verurteilt und ließ eine dreistellige Zahl davon exekutieren. Weitere polnische Opfer starben in Zuchthäusern und Lagern. 

Das Zuchthaus Halle war eine der Richtstätten des Reichskriegsgerichts (neben Brandenburg und Plötzensee). Im Zuchthaus Halle wurden insgesamt 549 Personen hingerichtet, darunter über 100 vom Reichskriegsgericht Verurteilte. Hierunter befanden sich auch zahlreiche Polen, die unter den europäischen Nationen die größte  Opferzahl zu beklagen hatten.

Das Zuchthaus Halle war dabei eine der Hinirchtungsstätten des Reichskriegsgerichts (neben Brandenburg und Plötzensee). Im Zuchthaus Halle wurden insgesamt 549 Personen hingerichtet, darunter über 100 vom Reichskriegsgericht Verurteilte. Hierunter befanden sich auch zahlreiche Polen.

Zu sehen sind in der Ausstellung u. a. zahlreiche Opferbiografien, die auf sog. „Biografie-Tischen“ präsentiert werden. Zur Ausstellungseröffnung waren zahlreiche Gäste aus Polen gekommen, darunter auch Angehörige von Opferfamilien.

Grußworte kamen von Politikerinnen und Politikern sowie Angehörigen von unterschiedlichen Ebenen. Vor allem das Bundesland Sachsen-Anhalt machte sich für die Aufarbeitung des Unrechts im Dritten Reich stark. In Persona Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, richtete Grußworte an die Besucher der Vernissage und unterstrich die Bedeutung der Aufarbeitung nationalsozialistischer Vergangenheit. Ausgangspunkt der Wanderausstellung war die Gedenkstätte „Roter Ochse“ in Halle/Saale.

Quelle: Christian Schröter, Ehrenvorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, Beauftragter des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für deutsch-polnische Projekte 2024 / 2025

Rainer Robra in der Matthäuskirche. Fotos Frank Bürger

Kurator der Ausstellung ist Lars Skowronski, der sich über viele Jahre mit dem Thema beschäftigte und die Exposition vorbereitete. 19 Biografien aus sechs Ländern dokumentieren das Grauen.

Lars Skowronski

So wurde auch intensiv in der Ansprache von Skowronski das Engagement der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit dem Rosenburg-Projekt gewürdigt.

Im Januar 2012 setzte die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine „Unabhängige Wissenschaftlichen Kommission beim Bundesministerium der Justiz zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit“ (UWK) zur Untersuchung der personellen und institutionellen Kontinuitäten ein. Die UWK sollte den Umgang des Bundesministeriums der Justiz mit der NS-Vergangenheit im eigenen Haus sowie die inhaltlichen Auswirkungen auf das Handeln des Ministeriums untersuchen.

Die Exposition eröffnete Prof. Johannes Tuchel, Leiter der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Prof. Johannes Tuchel

Grußworte

Beeindruckend auch die musikalische Umrahmung von Eva Hüster, Patric Seibert und Tino Fiebig.

Die Moorsoldaten

Hier alle Infos und auch Dauer der Ausstellung

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