„Mein Heim ist meine Welt“

Foto: Frank Bürger

Berlin. Im Siedlerweg Hirschacker (Schwetzingen) ist dieses Gemälde von Kunstmaler Heinz Friedrich zu sehen, Weltluft an Bürgerschen Mauern.

Von Frank Bürger

Ein Bild der historischen Moschee von Heinz Dotzler schmückt das Buch „Auf den geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“, ist sogar auf dem Cover zu sehen.

Unser Verwandter Heinz Dotzler, der einst Schwetzingen in Richtung Vereinigte Staaten verließ und hier gelegentlich auch für den Rundfunk tätig war, kooperierte sowohl künstlerisch als auch musikalisch mit Heinz Friedrich. Darüber berichtet Heinz Bürger, der das Haus im Hirschacker verwaltet, auf dem das Bild oben sich befindet.

Heinz Dotzler im Kreis der Familie

Überall hat Heinz Friedrich seine Spuren hinterlassen. Und man muss nicht lange suchen, um auf die Biografie des erfahrenen Künstlers zu stoßen. Cornelie Becker-Lamers ist die Quelle. Erstmals waren 2000 Bilder in Gotha zu sehen.

„Zwar war Heinz Friedrich, aus dem badischen Schwetzingen gebürtig, schon mit Ausstellungen in der Schweiz und in Österreich, in Baku und Warschau, in Paris und Nancy, im finnischen Lathi, im japanischen Toyama und in Miami, Florida ausgestellt – noch nie aber jenseits der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze“, schreibt sie.

Lisa Dotzler, die Ehefrau von Heinz Dotzler, hat ihren Lebensabend in Myrtle Beach verlebt…der Kontakt zu den Familien Bürger und Ueltzhöffer blieb.

1946 bis 1949 erfuhr er seine Ausbildung an den Akademien Stuttgart und Karlsruhe und besuchte 1956 die Sommerakademie Salzburg, wodurch er unter anderem bei Oskar Kokoschka in die Lehre ging. 

1924 geboren, ist Heinz Friedrich selbst beinahe ebenso alt wie die Farbtheorien der Bauhaus-Meister wie Itten, Kandinsky, Klee, Hirschfeld-Mack und Moholy-Nagy, die nach sinnesphysiologischen und sinnespsychologischen Konzepten in der Farbgestaltung suchten. Grundlage der Überlegungen war neben den impressionistischen und expressionistischen Vorläufern in der Kunst selber die Farbenlehre Johann Wolfgang Goethes und dessen subjektbezogener Ansatz einer „sinnlich-sittlichen Wirkung“ der Farbe. Bereits damals aber waren es auch die Neuen Medien – der Film, das Licht-Bild – die den Malern und Farbtheoretikern Denk- und Experimentieranstöße gaben. Namentlich Moholy-Nagy begriff die Malerei vom Licht her und definierte das Pigment als „Lichtlagerstätte“.

Ein tiefgreifender Einschnitt in allen Lebensbereichen war dann die Zeit des Faschismus. Nicht nur für Heinz Friedrich persönlich, der die Jahre 1942 bis 1945 als Soldat überstehen musste. Nicht nur für das Bauhaus, das 1925 zunächst aus Weimar nach Dessau emigrieren und 1933 vollständig schließen musste. Nicht nur für die Lehrer am Bauhaus, die zum großen Teil nach Übersee ins Exil getrieben wurden. Und nicht nur für die deutsche Kunst, die nun als DDR-Kunst und westdeutsche Kunst 40 Jahre lang getrennte Wege ging. Auch in der allgemeinen Kunstentwicklung bedingt der Zweite Weltkrieg ein Moment des Umbruchs, des neuen Mischens der Karten, einer radikalen Revolution des künstlerischen Ausdrucks.

In den USA und an den westdeutschen Kunsthochschulen wird über eine Rückbesinnung auf die Lehren des Bauhauses versucht, an die Entwicklung vor dem Krieg anzuknüpfen; – und es sind vor allem die Ideen von Josef Albers, die in der Kunst für das Sehen von Farbkontrasten sensibilisieren. Josef Albers begreift die Wirkungen von Farben aus ihrem gegenseitigen Kontrastieren heraus. Bezugspunkt ist dabei das Tafelbild – also das Gemälde, das hier als kleines Universum, als geschlossenes System funktioniert und dessen Rahmen die Arena abgibt, innerhalb derer die Farben sich gegenseitig die Wirkungskontexte liefern.

Der Grundstein ist hier gelegt für die Konkrete Kunst, die nach 1945 nicht nur an die monochromen Farbflächen der Russischen Avantgarde anknüpft – Aleksandr Rodschenko -, sondern auch in Farbtonserien die ganze Bandbreite einer Farbwirkung in einzelnen Bildern vorführt. So entstehen beispielsweise die „Modularen und seriellen Ordnungen“ von Richard Paul Lohse, der Malen als „eine Form des Denkens“ auffasst. Doch mehr und mehr werden alle diese Richtungen zumindest im Westen in den Hintergrund gedrängt durch eine Objektkunst, die sich, wenn überhaupt für Farbe, dann für die Materialität farbiger Gegenstände interessiert.

Soweit der – notwendigerweise lückenhafte – kunsthistorische Abriß, den ich zum Thema zusammenstellen wollte. Wie verortet sich nun die Malerei Heinz Friedrichs in dieser ganzen Geschichte?

Nun – auch Heinz Friedrich schafft m.E. mit jedem Bild eine Arena der gegenseitigen Bezugspunkte für die Farben des Bildes. Begrenzt durch jeden Rahmen geben die Farben sich gegenseitig Hintergrund und Kontext. 

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Auch die Künstlerin Dr. Alice Brauner setzte sich mit der Kombination von Film und Kunst auseinander, mit Blick auf Kandinsky.

Alice Brauner und Frank Bürger. Foto: CCC Filmstudios

Kandinsky auch in Potsdam

Auch das von Hasso Plattner entwickelten „Museum Barberini“ beschäftigte sich in diesem Jahr mit Kandinsky

Wassily Kandinsky
Oben und links, 1925
Öl auf Karton
70 × 50 cm
Privatsammlung

Der Kreis schließt sich. Denn Hasso Plattner ist Mitbegründer der Walldorfer SAP. So kommen wir wieder in der Region an.

Johann Jacob Astor

Am 26. Oktober wird das Schweitzer-Buch an historischem Ort präsentiert: Im Schwetzinger Hebelhaus.

Auch dort befindet sich ein Friedrich Bild.

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