
Berlin. Der Blick vom „Museum Minsk“ auf den Brauhausberg ist kein besonderer. Doch hier setzt Mäzen Hasso Plattner einen weiteren Meilenstein seines Schaffens.
Von Frank Bürger
Bereits 1962 wurde die Bebauung des Areals am Brauhausberg mit einer Schwimmhalle und einer Gaststätte geplant, verbunden durch eine Terrassenanlage mit Brunnen. Dass das sogenannte »Brauhausberg Ensemble« erst viele Jahre später fertiggestellt wurde, ist zum einen auf die erst 1967 erfolgte Enttrümmerung des Gebiets, zum anderen aber auch auf finanzielle Engpässe im Volkswirtschaftsplan der Stadt Potsdam und Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung zurückzuführen. So berichtete etwa der Architekt Karl-Heinz Birkholz in einem Interview,[1] dass unter anderem der für den Bau vorgesehene Stahl für die Fertigstellung des Palasts der Republik in Berlin genutzt wurde.
Im Jahr 1971 wurde die Schwimmhalle eröffnet. Bis zum Bauabschluss der Gaststätte sollten jedoch noch sechs weitere Jahre vergehen. 1977 konnte das Terrassenrestaurant »Minsk« schließlich als belarusische Folkloregaststätte unter Mitwirkung von Minsker Künstler:innen und Architekt:innen fertiggestellt werden. Im Gegenzug hatte die Stadt Minsk bereits 1971 das Restaurant »Potsdam« eröffnet. Die partnerschaftliche Namensgebung geht zurück auf den bereits seit 1968 bestehenden Austausch zwischen den beiden Städten.[2]
Das »Minsk« war zu DDR-Zeiten als Freizeitort und Ausflugsziel sehr beliebt. Das Restaurant war ein Ort, an dem die Gäste zusammenkamen, redeten, feierten und tanzten. Nach der Wende und Schließung des Restaurants Mitte der 1990er-Jahre wurde das Gebäude zusehends vernachlässigt, zuletzt schien die Ruine dem Abriss geweiht. Es waren die Potsdamer Bürger:innen, die aktiv dazu beitrugen, die Abrisspläne zu verhindern. 2019 erwarb die Hasso Plattner Foundation das Gebäude, um es zu sanieren und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Aus dem alten »Minsk« wurde so DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam.
Im Inneren des Gebäudes finden sich Reminiszenzen an das alte »Minsk«, wie die große Wendeltreppe und der abgerundete Bartresen am originalen Ort, aber in neuem Gewand: Die Innengestaltung von Foyer und Bar wurde vom Architekturbüro Linearama aus Genua und Valter Scelsi in Zusammenarbeit mit den Hedwig Bollhagen Werkstätten im brandenburgischen Marwitz realisiert.
Quelle: Homepage Museum Minsk
Der Besuch in dem Kunsthaus ist ein besonderes Erlebnis.




Bei einem Besuch der Ausstellung des Künstlers Noah Davis im Dezember 2024 fiel mir sein Bild aus dem Jahr 2010 ins Auge.

Es zeigt die Fotografin Leni Riefenstahl bei ihrer Arbeit in Afrika.
Als Leni Riefenstahl (1902 – 2003) bereits Anfang sechzig war, begann sie den afrikanischen Kontinent, den sie bereits seit Jahrzehnten durch verschiedene Filmprojekte und fotografische Arbeiten kennengelernt hatte, häufiger zu bereisen. Ihr bevorzugtes Reiseziel war der Zentral-Sudan, wo sie den Stamm der Nuba entdeckte. Sie fotografierte die Nuba, lebte mit ihnen und erlernte deren Sprache. TASCHENs monumentaler Bildband enthält Riefenstahls Fotografien der Nuba, sowie der Dinka, Shiluk, Massai und anderer Stämme. Leni Riefenstahl bezeichnet ihre Erfahrungen in Afrika als die glücklichsten Momente ihres Lebens. Ihre fotografischen Arbeiten aus dieser Zeit stellen einen Meilenstein der außergewöhnlichen Jahrhundertkarriere der Kamerapionierin dar.
Das Gemälde ist eine besondere Kostbarkeit, ansonsten sind keine „alten, weißen Männer“ bei der Exposition zu entdecken…Also wieder viel Tiefgang.
Einst durfte ich auf der Terrasse draußen eine Sonnenfinsternis verfolgen. Doch nun zeigt der Blick auf den Brauhausberg viel Licht.
Die Universität Potsdam (UP) erhält einen weiteren Campus: Auf dem historischen Gelände des ehemaligen Landtags am Brauhausberg werden in den kommenden zehn Jahren herausragende Studien- und Forschungsbedingungen geschaffen. Gleichzeitig wird das Hasso-Plattner-Institut (HPI) am Standort Griebnitzsee erheblich erweitert und zu einem europaweit führenden Institut für digitale Wissenschaften ausgebaut. Grundlage dieser umfassenden Entwicklung beider Standorte ist eine heute unterzeichnete Absichtserklärung zwischen dem Land Brandenburg, der UP und der Hasso Plattner Foundation (HPF).
Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke: „Nirgends entwickelt sich die Technologie so schnell, wie auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. KI verändert die Arbeitswelt, den Alltag und viele andere Bereiche. Mit dem noch stärkeren Ausbau des HPI und der gemeinsamen Digital Engineering Fakultät mit der Universität Potsdam wird Brandenburg zukünftig ganz vorn mit dabei sein. Der neue Uni-Campus auf dem Brauhausberg wird international Maßstäbe setzen für moderne Forschung und Lehre. Die Universität rückt ins Herz der Stadt an einen geschichtsträchtigen Ort. Investitionen in die Wissenschaft und Stadtsanierung werden in herausragender Art und Weise miteinander verknüpft – zum Nutzen aller. Ich danke Hasso Plattner, der als Stifter und Förderer hier in großartiger Weise die Zukunft im Blick hat. Ich beglückwünsche die Universität Potsdam zu dieser tollen Entwicklungsperspektive. Danke auch der Hasso Plattner Foundation, der Universität Potsdam sowie der Stadt Potsdam für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Jetzt geht es an die Umsetzung und ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit in der Task Force.“
Prof. Hasso Plattner, Gründer der HPF: „Mit dem neuen Campus am Brauhausberg rückt die Universität Potsdam ins Herz der Stadt – räumlich wie symbolisch. Zugleich erweitern wir das Hasso-Plattner-Institut am Griebnitzsee deutlich, um international führende Forschung und Lehre mit Fokus auf Künstliche Intelligenz zu ermöglichen. Gemeinsam senden wir ein klares Signal: für Bildung, Offenheit und Zukunftsfähigkeit. Europa braucht Orte, an denen Talente aus aller Welt frei denken, forschen und gestalten können – Potsdam wird ein solcher Ort sein.“
Prof. Oliver Günther, Präsident der UP: „Diese großartigen Entwicklungen erlauben es der Universität Potsdam, hochschulweit Lehr- und Lernwelten der Zukunft zu gestalten. Besonders am Brauhausberg und am Griebnitzsee werden ganz neue Formen des gemeinsamen akademischen Lebens und Lernens entstehen. Die von HPI und UP gemeinsam getragene Digital Engineering Fakultät wird sich zu einem weltweit sichtbaren Ort der Spitzenforschung in KI und Informatik weiterentwickeln. Aber auch Am Neuen Palais und im Potsdam Science Park in Golm kommt nun endlich Bewegung in schon lange geplante Bauvorhaben. Außerdem werden wir gemeinsam mit der Landesregierung an der Beschleunigung von Berufungen und am Bürokratieabbau arbeiten. Für diese Impulse sind wir Hasso Plattner und seiner Stiftung sehr zu Dank verpflichtet.“
Der stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Robert Crumbach: „Das ist für alle Beteiligten eine absolute Win-Win-Situation: Die geplante Investition am Brauhausberg einerseits und die dadurch mögliche Weiterentwicklung des Standortes am Potsdamer Griebnitzsee werten den Wissenschaftsstandort Potsdam weiter auf und machen die Stadt und das Land Brandenburg zu einem der führenden Hightech-Standorte. Hier kann ein europäisches Massachusetts Institute of Technology entstehen. Ich gehe davon aus, dass sich weitere Unternehmen und Start-Ups der Informationstechnologien hier ansiedeln werden.“
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: „Die Wissenschaftsfreiheit kommt weltweit immer stärker unter Druck. Digitale Souveränität zu erlangen, wird für Europa eine immer dringlichere Notwendigkeit. In dieser Situation zeigt Hasso Plattner einmal mehr, dass er Visionär und Macher zugleich ist: Er gibt eine klare Antwort auf beide Herausforderungen. Mit der Entscheidung der Hasso Plattner Foundation kann das HPI ein europaweit führendes Zentrum der digitalen Innovation werden – eng verbunden mit der Uni Potsdam. Für die größte Hochschule des Landes ergibt sich die einmalige Chance, die Exzellenzpotenziale noch besser auszuschöpfen. Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Wissenschaftspolitik in Brandenburg und weit darüber hinaus.“
Das HPI ist bereits heute eine herausragende Institution für digitale Bildung, Forschung und Innovation. Es wird gemeinsam mit der UP zu einem Leuchtturm in der internationalen Wissenschaftslandschaft ausgebaut. Die gemeinsam getragene Digital Engineering Fakultät wird weitere Masterstudiengänge, internationale Kooperationen und Forschungsschwerpunkte insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz entwickeln. Die enge Zusammenarbeit von HPI und UP im Rahmen der Digital Engineering Fakultät wird strategisch weiterentwickelt und vertieft. Die Universität wird im Rahmen der Vereinbarung zugleich an den Standorten Golm und Am Neuen Palais durch das Land Brandenburg unterstützt – mit dem Ziel, moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Studienbedingungen im gesamten Stadtgebiet zu schaffen.
Am Standort Griebnitzsee übernimmt die Hasso Plattner Foundation die bislang von der Universität Potsdam genutzten Flächen und Gebäude. Im Gegenzug stellt sie Ersatzflächen auf dem Brauhausberg bereit. Dort entsteht ein weiterer Universitätscampus – einschließlich der Sanierung denkmalgeschützter Bausubstanz. Die Fertigstellung beider Standorte ist bis spätestens 2035 geplant.
Das Land Brandenburg, die Universität Potsdam und die Hasso Plattner Foundation haben sich auf einen entsprechenden Letter of Intent verständigt. Dieser umfasst im Wesentlichen folgende Verabredungen und deren nähere Ausgestaltung:
1. Unterstützung der Wachstumsperspektiven des HPI am Standort Griebnitzsee durch das Land, insbesondere durch die Ermöglichung eines Höchstmaßes an Autonomie in akademischen Belangen für das Institut und die gemeinsame Digital Engineering Fakultät.
2. Entwicklung des Campus Griebnitzsee für das HPI und des Campus Brauhausberg für die Universität Potsdam durch die Hasso Plattner Foundation.
3. Unterstützung der Stiftung bei den Planungs- und Bauprozessen im Rahmen einer Task Force auf Leitungsebene.
4. Unterstützung der Universität Potsdam bei den bereits geplanten Baumaßnahmen an den Standorten Golm und Am Neuen Palais und Beschleunigung der Maßnahmen.
Um das komplexe Vorhaben hinreichend zwischen allen Akteuren zu koordinieren, Verzögerungen zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen, sollen im Rahmen der geplanten Task Force sämtliche Maßnahmen einem regelmäßigen Monitoring unterzogen und auftretende Probleme unmittelbar zwischen allen Beteiligten auf Chefebene besprochen und gelöst werden. Die Task Force wird geleitet von Ministerpräsident Dietmar Woidke und Stifter Hasso Plattner. Mitglieder sind darüber hinaus Vertreterinnen und Vertreter der Staatskanzlei, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, des Ministeriums der Finanzen und für Europa sowie des Ministeriums des Innern und für Kommunales jeweils auf Ministerebene, der Präsident der Universität Potsdam sowie die Stadt Potsdam. Je nach Themen können unterhalb der Task Force fachspezifische Arbeitsgruppen gebildet werden, die regelmäßig tagen sollen.
Zunächst ist vorgesehen, die beiden Arbeitsgruppen „Planen und Bauen“ unter Leitung des Ministers des Innern und für Kommunales sowie „Lehr- und Forschungskooperation“ unter Leitung der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur einzusetzen. In der AG „Planen und Bauen“ wirken insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der Staatskanzlei, der HPF, aus MIK, MWFK und MdFE, der UP, des Brandenburgischen Landesbetriebes für Liegenschaften und Bauen, des HPI sowie der Stadt Potsdam mit. In der AG „Lehr- und Forschungskooperation“ wirken insbesondere Vertreter der Staatskanzlei, der HPF, des MWFK, des HPI und der UP mit.
Quelle Staatskanzlei Brandenburg



Hasso Plattner förderte auch das Universitätswesen an dem Ort, an dem seine Wurzeln liegen. Dorthin machte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz auch im Herbst 2023 eine Fahrt
Kronstadt/Braşov ist auch Heimat der Eltern des Milliardärs Hasso Plattner, der mit der Rhein-Neckar-Region durch die Gründung des Weltunternehmens SAP sowie seinem kulturellen Engagement in Potsdam sich einen Namen gemacht hat.
2018 erhielt die „Lucian Blaga“-Universität Hermannstadt die bis dahin höchste Spende, die nach der Wende von einer privaten Einrichtung an eine rumänische Universität getätigt wurde. Das Hasso-Plattner-Institut stellte mittels einer Förderung von 4,2 Millionen Euro die Weichen für ein Förderprogramm für junge Forscher an der Universität in Hermannstadt.
Die Verbindung zwischen dem in Berlin, in einer aus Siebenbürgen ausgewanderten Ärztefamilie, geborenen Milliardär Hasso Plattner und der Hermannstädter Universität war durch die Vermittlung des damaligen rumänischen Botschafters Emil Hurezeanu entstanden. Die vom Gründer des SAP-Unternehmens zur Verfügung gestellten Mittel wurden in der Zeitspanne 2018-2022 für unterschiedliche Forschungsprojekte eingesetzt. Die Projekte haben nicht nur als gemeinsame Plattform für Professoren, Forscher und Studenten gedient, sondern auch als Schnittstelle zur Wirtschaft. Zudem ermöglichten diese der Universität ihr nationales und internationales Ranking zu erhöhen, nationale Fördergelder zu beantragen sowie ihre Teilnahme im Rahmen des Projekts Horizon2020/Horizon Europe zu verbes- sern. Der Erfolg der durchgeführten Forschungsvorhaben hat nun das Hasso-Plattner-Institut überzeugt, der Universität eine neue Förderung in Höhe von 970 000 Euro für die Zeitspanne 2023-2025 zur Verfügung zu stellen. Davon werden 170 000 Euro für ein rumänisch-ukrainisches Forschungsprojekt bereitgestellt, 50 000 Euro gehen an das universitäre Wissenstransferzentrum und 750 000 Euro werden von ihrem Dienst für Forschung, Entwicklung und Innovation der Universität verwaltet.
Quelle: Siebenbürgische Zeitung
Beim 92. Geburtstag von Heinz Bürger in Schwetzingen waren auch Walldorf Hasso Plattner, Dietmar Hopp und die SAP ein Thema.
siehe dazu auch:
