La Grande Dame von Karlsruhe

Die inzwischen verstorbene Melitta Büchner-Schöpf in ihrem Karlsruher Modehaus

Berlin. Eine weitere Präsentation meines Buches „Kloster Götschendorf“ gibt es am 28. September um 16 Uhr auf Einladung des Diakonischen Werkes Karlsruhe in der Villa der verstorbenen Grand Dame der badischen Metropole in der Riefstahlstraße: Melitta Büchner-Schöpf.

Von Frank Bürger

Die Staatsoper Berlin lag Melitta Büchner-Schöpf sehr am Herzen. Auf die Frage eines Journalisten nach ihrer Lieblingsoper und ihrem Lieblingsfilm antwortete sie vor langer Zeit: Die Oper „Cosi fan tutte“ von Mozart, dirigiert von Daniel Barenboim, inszeniert von Doris Dörrie (Staatsoper Unter den Linden, Berlin). Der Film„Casablanca“.

Meine Besuche in der Karlsruher Riefstahlstraße waren immer besonders. Sie bat mich einiges zu dokumentieren. Dem Wunsch kam ich nach und die Beiträge sind auf meinem YouTubekanal zu finden.

Die im Herbst 2021 verstorbene Karlsruher Unternehmerin Melitta Büchner-Schöpf hat das Diakonische Werk Karlsruhe als Alleinerben eingesetzt. Damit ging auch das Modehaus Carl Schöpf GmbH & Co. KG am Marktplatz in die Verantwortung der Diakonie über.

Das Erbe umfasst daneben weitere Immobilien, darunter das frühere Wohnhaus von Melitta Büchner-Schöpf in bevorzugter Lage in der Riefstahlstraße, außerdem erhebliche weitere Vermögenswerte.

„Das Diakonische Werk Karlsruhe ist sich der großen Verantwortung bewusst, die mit dem Erbe verbunden ist“, sagte Diakonie-Direktor Wolfgang Stoll. Zusammen mit der Geschäftsführung werde man in den kommenden Monaten an einer Neuausrichtung des traditionsreichen Modehauses arbeiten. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, um der prominenten Lage der Immobilie am Marktplatz gerecht zu werden“, betonte Stoll gegenüber den Badischen Neuesten Nachrichten.

Ein Wegbegleiter, der auch oft in der Riefstahlstraße war, ist Harald Birck.

Insgesamt 22 Charakterköpfe begleiteten vor fünf Jahren die Wirkungsgeschichten des Reformators Martin Luther in der Karlsruher Innenstadt. Darüber berichtete „evangelisch.de“ und auch ich war hier in meiner Karlsruher Zeit beteiligt.

Unter dem Titel „Luther – einer von uns“  feierten die evangelischen City-Kirchen in Karlsruhe 500 Jahre Reformation und 500 Jahre Martin Luther. Von der Eröffnung am 5. März in der Karlsruher Lutherkirche bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017 zeigten die Büsten „gelebte, theologische Impulse“ des Reformators, erläuterte der damalige Stadtkirchenpfarrer Dirk Keller (Karlsruhe) die Idee der ungewöhnlichen Aktion. Noch heute steht Birck mit Keller in regem Austausch. „Martin Luther hat Karlsruhe nie besucht. Dazu ist die Reformation zu lange her und die Fächerstadt zu jung. Trotzdem fühlen sich auch nach 500 Jahren Menschen in unserer Stadt seinen Anliegen verbunden und leben, was er hinterlassen hat“, erklärt Keller.

Für die Skulpturen des Berliner Bildhauers Harald Birck war ein Atelier in der Karlsruher Stadtkirche entstanden. Dort waren seine Büsten von markanten Köpfen von Kindern, Frauen und Männern zu sehen, die Luthers Anliegen in der Gegenwart verkörpern sollen. Hierzu gehören etwa die Modehaus-Inhaberin Melitta Büchner-Schöpf zum Thema „Aufrecht und mutig“.

Hier die Dokumentation des Projekts

Der Höhepunkt war ein dazu gehörender Festgottesdienst. Die Festpredigt hielt Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Er war auch mit bei meiner Ordination in der Spandauer Nikolaikirche mit dabei und ist Mitautor der Impulse der Deutsch-Polnischen Nachrichten.

Eines der Themen in Karlsruhe war auch das Kloster Götschendorf. Das Buch dazu ist nun in der zweiten Auflage unter dem Dach des Klotz-Verlags erschienen..

Dieses wurde zuletzt in einem Reinickendorfer Kloster präsentiert.

Hier eine kurze Biografie von Melitta Büchner-Schöpf

Maria Melitta Schöpf war die Tochter von FDP-Stadträtin Melitta Schöpf (1901–1989) und Carl Schöpf († 1980)[1]. Nach dem Abitur am Bismarck-Gymnasium studierte sie ab 1953 Jura an den Universitäten in Tübingen, Bonn, Hamburg und Freiburg. 1962 promovierte sie zum Dr. jur.

1967 heiratete sie Dr. Georg Büchner (1931–2018) und nahm den Nachnamen „Büchner-Schöpf“ an. Seit 1980, dem Tod ihres Vaters, war sie Eigentümerin des Modehauses Schöpf, das ihr Großonkel Carl Schöpf 1899 gegründet hatte. Dr. Melitta Büchner-Schöpf war bis 2000 im Bundesministerium für Wirtschaft als Ministerialdirigentin zuständig für industrielle Kooperationen weltweit und koordinierte die Industrie-Ministerräte.

Seit 1989 war sie Stifterin und im Vorstand der Melitta-Schöpf-Stiftung.

Hier mein letztes Interview mit der Grande Dame von Karlsruhe

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