Die Ethik Schweitzers an historischem Ort

Berlin. Zum 11. Sonntag nach Trinitatis gibt es in der Spandauer Melanchthonkirche ein Päckchen Tee als Geschenk für die Gemeinde. Die Ethik Albert Schweitzers wird in der Melanchthonkirche spürbar.

Von Frank Bürger

Wenige Stunden ist er im Spandauer Refugium zu finden: der Albert-Schweitzer-Tee. Hier lagern 99 Tüten. liebevoll von Jacqueline Bigell vom Haus der Natur- und Gesundheitsfee verpackt. Die Spandauer Melanchthonkirchengemeinde bekommt im Gottesdienst um 10 Uhr ein Päckchen Tee.

Die Ethik Schweitzers wird auch beim Gottesdienst eine Rolle spielen. Laut Perikopenreihe ist folgender Text aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus von der Ordnung her vorgegeben:

„Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht[1]. 17 Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, sogar selbst als Sünder befunden werden – ist dann Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne! 18 Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem Übertreter. 19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. 20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. 21 Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.“

Mehr zum Tee ist hier zu lesen.

Foto: Frank Bürger

Gedanklich sind wir auf dem Weg nach Schwetzingen und zur Renaissance des dortigen Albert-Schweitzer-Clubs.

Auch der Weg aus dem historischen Ort führt nach Heidelberg und nach Schwetzingen.

Denn nicht unweit der Melanchthonkirche war einst ein Ort des Grauens.

Das Kriegsverbrechergefängnis Spandau war ein im heutigen Berliner Ortsteil Wilhelmstadt des Bezirks Spandau gelegenes Gefängnis, in dem ab 1947 die im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess verurteilten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs ihre Haftstrafen verbüßten. Nach dem Tod des letzten Häftlings wurde es 1987 abgerissen.

Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess wurde das Urteil am 30. September und 1. Oktober 1946 gesprochen. Die sieben zu Haftstrafen verurteilten Kriegsverbrecher wurden am 18. Juli 1947 nach Spandau überstellt. Die Häftlinge erhielten eine Nummer in der Reihenfolge, in der sie zunächst ihre Zellen belegten. Laut den Bestimmungen der Alliierten mussten sie auch mit ihrer Nummer angesprochen werden.

Nachdem am 23. Mai dann auch die letzte Reichsregierung im Sonderbereich Mürwik verhaftet worden war, wurden Karl Dönitz, Albert Speer und Alfred Jodl in den Freigängerhof des Polizeipräsidiums Flensburg gebracht, wo die internationale Presse Fotos machen durfte.

Nach der vollständigen Verbüßung seiner Strafe am 1. Oktober 1956 lebte so Karl Dönitz, 1945 der Nachfolger Adolf Hitlers,  bei Hamburg. 

Noch interessanter das Schicksal von Albert Speer, der nach Heidelberg und Schwetzingen führt.

Speers „Spandauer Tagebücher“ dokumentieren die Zeit im Gefängnis. Speer lebte nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Spandau 1966 überwiegend in der Heidelberger Villa, die sein Vater im Jahre 1905 erbaut hatte und die sich auch in den 1960er Jahren noch im Familienbesitz befand. Natürlich ist davon bei einer Fahrt durch den Weg nichts von der Straße aus zu sehen. Der Weg zum Schloss ist nicht weit.

Recherchen haben ergeben, dass es renommierte Anwohner am Schloss gibt.

Der Autor vor der Villa Bosch im Schloß-Wolfsbrunnenweg in Heidelberg

Nicht unweit des Carl-Bosch-Hauses ist ein Wohnhaus der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Nach Informationen der Seite „Burgen.de“ hat sie das Heidelberger Schloss geliebt.

Für die berühmte Kaiserin Elisabeth muss das Schloss in Heidelberg ein ganz besonderer Ort der Ruhe gewesen sein. Insgesamt viermal nutzte sie die Möglichkeit, der strengen Hofetikette am österreichischen Hof zu entfliehen und genoss den Aufenthalt am Neckar.

Sisis jüngste Tochter, Marie Valerie, war immer mit dabei und hielt die Erlebnisse der beiden in ihrem Tagebuch fest, so dass man heute noch sehr gut nachvollziehen kann, was die beiden adeligen Damen in Heidelberg unternommen haben. Sie beschreibt glückliche Zeiten, in einem nicht immer einfachen Leben.

Eigentlich weilten Sisi und Marie Valerie zu einem Kuraufenthalt in Baden-Baden und das Heidelberger Schloss sollte nur ein Ausflug im Programm der beiden sein. Sie waren jedoch so fasziniert von der Atmosphäre und der wilden Natur rund um die Ruine, dass sie schon ein Jahr später wieder zurück kamen und sich gleich einen ganzen Monat im Schlosshotel einmieteten.

Und Marie Valerie schwärmt in ihrem Tagebuch: „Es ist ja so schön hier, so himmlisch schön…“

Die Kaiserin und ihre Tochter reisten erst ab, als Elisabeths Ischias-Leiden sie dazu zwang sich in Behandlung zu begeben.“

Was für eine Ecke mit Weltluft, das Heidelberger Schloss und das Umfeld.

Kaiserlich aber auch die Entwicklungen, mit denen die Tschira-Stiftung in Verbindung steht. Im Jahr 1972 gründen die fünf ehemaligen IBM-Mitarbeiter Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Klaus Tschira und Hans-Werner Hector das Unternehmen „Systemanalyse Programmentwicklung“ (SAP). Da ist der Weg zur Künstlichen Intelligenz kein weiter.

In einer bemerkenswerten Finanzierungsrunde hat das deutsche KI-Start-up Aleph Alpha von Investoren über 500 Millionen US-Dollar erhalten – umgerechnet 486 Millionen Euro entspricht. Angeführt wird die Finanzierung vom Risikokapitalgeber Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI), dem globalen Technologie-Riesen Bosch sowie der milliardenschweren Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)

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So ist es gut, dass in der Melanchthonkirche Friede und Völkerverständigung groß geschrieben wird. Der Friedensgottesdienst zu Beginn des Überfalls auf die Ukraine wurde gehalten von einem russisch-orthodoxen Priester, dessen Gemeinde eine Heimat in der Melanchthonkirche gefunden hat, von einer Lehrerin aus der Ukraine und einer Gemeindepädagogin, deren Eltern aus der Türkei kommen.

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