Mediziner mit klassischen Noten

Startrompeter Reinhold Friedrich. Foto: Jürgen Schurr

Berlin. Eine tolle Verbindung: Medizin mit klassischer Note. Das gibt es beim Deutschen Ärzteorchester. Es musiziert mit dem Star-Trompeter Reinhold Friedrich.

Von Frank Bürger

Dass Ärzte musizieren, keine Seltenheit. Man denke nur an den Urwalddoktor Albert Schweitzer

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Und es gibt es: Das Deutsche Ärzteorchester.

Die Idee war ebenso einfach wie genial: Ärzte aus ganz Deutschland treffen sich für eine Woche an wechselnden Orten der Republik, um gemeinsam in einem Sinfonieorchester zu musizieren. Mit einer Anzeige im Deutschen Ärzteblatt begann 1989 eine Geschichte, die beinahe märchenhaft anmutet und bis heute andauert. Der Allgemeinmediziner Dr. Dieter Pöller aus München gründete 1989 mit dem Deutschen Ärzteorchester das erste gesamtdeutsche Ärzteorchester.

Mittlerweile hat das Deutsche Ärzteorchester über 170 Mitglieder, überwiegend Ärztinnen und Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen, Angehörige von medizinassoziierten Berufen (Pharmazie, Pflege, Physiotherapie, Medizintechnik) und Medizinstudenten. Die Mitglieder verstehen die Musik als Gegenpol zum täglichen Umgang mit Krankheit in Klinik oder Praxis, viele verfügen zusätzlich zum medizinischen Werdegang über eine professionelle musikalische Ausbildung. Man trifft sich in unterschiedlichen Besetzungen drei- bis viermal im Jahr an unterschiedlichen Orten zu intensiven Probenphasen, die jeweils mit einem oder mehreren Konzerten enden. Daneben finden zahlreiche kammermusikalische Aktivitäten statt.

Im Jahr 2003 erfolgte ein Generationenwechsel am Dirigentenpult; seither ist Alexander Mottok, Dirigent, Komponist und Geiger aus der Nähe von Hamburg, der künstlerische Leiter des Deutschen Ärzteorchesters (DÄO). Durch Mottoks systematische und zugleich inspirierende Arbeitsweise hat sich das Orchester stetig weiterentwickelt.

Neben den großen sinfonischen Werken und Solistenkonzerten stehen auch Chorwerke und Oratorien auf dem Spielplan. 2015 begeisterte ein Cross-Over-Konzert zusammen mit dem kenianischen Popstar Eric Wainaina und seiner Band das Publikum in Stuttgart, auch gab es Aufführungen von Werken aus der Welt der Oper und der Filmmusik.

Die Konzerte des DÄO sind in aller Regel Benefizveranstaltungen – der Erlös dient einem guten Zweck. Die Orchestermitglieder musizieren durchweg ehrenamtlich und tragen die Kosten für ihre Anreise und Unterbringung selbst, Medizinstudenten werden finanziell unterstützt.

Quelle: Homepage Deutsches Ärzteorchester

Auf der Homepage gibt es alle Infos dazu

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Das Orchester hat mit Startrompeter Reinhold Friedrich einen genialen Partner gefunden.

Zusammen musizieren am 20. Juni 2026 um 19.30 Uhr im Badischen Staatstheater. Es handelt sich um ein Benefizkonzert zugunsten des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Karlsruhe.

Doch das Friedrich-Spektakel geht weiter- So kann es Musikdirektor Christian Markus Raiser verkünden.

Denn am 25. Juli um 19 Uhr gibt Professor Friedrich sein Abschiedskonzert in der Stadtkirche Karlsruhe.

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Reinhold Friedrich, geboren in Weingarten/Baden, ist seit seinem Erfolg beim ARD-Wettbewerb 1986 auf allen wichtigen Podien der Welt zu Gast. Sein Debüt bei den Berliner Festwochen erfolgte 1982 mit „Sequenza X“ von Luciano Berio sowie das Debüt im Wiener Musikvereinsaal 1994 mit dem Trompetenkonzert von Joseph Haydn gespielt auf der historischen Klappentrompete beschreiben das große Spektrum seiner Aktivitäten. 2003 ernannte Claudio Abbado (†) Reinhold Friedrich zum ständigen Solo-Trompeter des Lucerne Festival Orchestra. Daneben ist er künstlerischer Leiter des Brass Ensembles des Lucerne Festival Orchestra.

Für Reinhold Friedrich gehören Neue und Alte Musik in der Auseinandersetzung mit dem Werk zusammen und bilden keinen Gegensatz. So musizierte er mit Capriccio Basel, dem Orchestre des Champs-Élysées und der Wiener Akademie auf historischen Instrumenten. Auf der anderen Seite stehen Ur- und Erstaufführungen von Wolfgang Rihm, Sir Peter Maxwell Davies, Carola Bauckholt, Hans Werner Henze, Adriana Hölszky, Nicolaus A. Huber, Rebecca Saunders und Caspar Johannes Walter. Dabei sind Solokonzerte wie „Eirene“ von Herbert Willi (Wergo) und „Nobody knows de trouble I see“ von Bernd Alois Zimmermann (CD-Einspielung ausgezeichnet mit dem ECHO-Klassik) besonders wichtige Bestandteile seines breitgefächerten Repertoires.

Quelle: Website Reinhold Friedrich

Karlsruhe ist ein besonderes Pflaster, mit dem die Deutsch-Polnischen Nachrichten verbunden sind

Hier ein autorisierter Mitschnitt eines Konzerts vor 9 Jahren in der Stadtkirche Karlsruhe

Der Kreis schließt sich:

Am 11. September 2026 um 19 Uhr präsentieren die Deutsch-Polnischen Nachrichten im Roten Haus das überarbeitete Schweitzer-Buch, das im Verlag Edition Schröck-Schmidt erschienen ist.

Das „Rote Haus“. Foto (c): H.R. Hiegel

Schon vor einem Jahr präsentierten wir hier das Buch zum „Kloster Götschendorf“

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