Gefangene der Hoffnung

MYSTICAL FOREST PATHWAY – 40.6×40.6cm – 16x16in – Acrylic on deep canvas by Holger Baehr – 2025

Johannes schreibt: Wer sagt, daß er in Christus bleibt, muß auch leben, wie jener gelebt hat.

1 Joh 2,1-6

Berlin.  Wir beginnen mit einer Andacht von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Weltkirchenrates. Mit dem Politiker und Autoren Andreas Sturm aus Baden haben wir einen neuen Partner gewonnen. Dann kommt ein Impuls vom Potsdamer Generalsuperintendenten Kristóf Bálint oder direkt von der EKBO. Ein besonderer Impuls kommt von Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Gedanken kommen dieses Mal in einem neuen Format, musikalisch umrahmt von Organistin Barbara Herrberg (Evangelische Weihnachtskirche Spandau), mit Fokus auf das Thema „Gefangene der Hoffnung“, diese Woche wieder mit Siegfried Weber, stellv. Dekan in Karlsruhe. Es gibt jede Woche die Rubrik „Wachet und Betet“, und zwar über die Aktion „#createsoundscape“. Zu hören sind die Glocken der Kath. Wallfahrtskirche Maria Plain in Bergheim bei Salzburg. Mit dem Reise Know-How Verlag aus Bielefeld geben wir Impulse für Touren in alle Welt. Ergänzend dazu Impulse von Kerstin Pagel. Dazu kommen historische Impulse aus der Schweiz mit Albrecht Grözinger, emeritierter Professor für Praktische Theologie an der Universität Basel. Es gibt Tipps aus dem und für den Religionsunterricht, manchmal von Mitarbeiterin Angela Schweitzer, auch für die Familie, ab und an eine Koproduktion von Ute Mertens (Evangelische Kirche Mitteldeutschland und Thorsten Fabrizi (Evangelische Kirche im Rheinland), eine Einspielung dieses Mal wieder von Michael Reichert Ann-Helena Schlüter, ab und an auch ein Beitrag von Agita Rando. Es gibt Impulse für Kinder und Jugendliche von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger. Es gibt nun eine Buchempfehlung von Wolfgang Schröck-Schmidt aus Baden, eine Filmempfehlung kommt von Miss Sonnenschein oder Klassikradio. Jazziges kommt über den Experten Marco Reiß.  Nun auch die YouTube-Einspielung der Woche, empfohlen von unserer Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz. Dazu klassische Noten von Hans-Josef Overmann, Opern- und Konzertsänger, Fagottist, Komponist und Dirigent. Jede Woche präsentiert Prof. Dr. Frank Thissen Momentaufnahmen aus Karlsruhe. Dazu kommen regelmäßig Momentaufnahmen von Pfarrer Erko SturmRegelmäßig gibt es jetzt Noten von der Sopranistin Andrea Chudak.  Von Anfang an mit dabei Superintendentin Angela Zaedow
Mit dabei eine deutsch-polnische Note über Stephan Schiller.

Von Frank Bürger

Andacht Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm

Impuls Generalsuperintendent Kristóf Bálint

Beeindruckendes Engagement so vieler Potsdamer:innen beim Gedeckten Tisch in St. Nikolai. Hunderte Menschen können für einen €uro Essen und Trinken soviel sie benötigen, erleben dazu ein Kulturprogramm für Jung und Alt und persönliche Fürsorge, wenn gewünscht auch Seelsorge (Pfarrer Hohberg, Kingreen, Ziemann und GenSup Bálint stehen für Gespräche bereit). Kostenfreie Sozialberatung, Reitmöglichkeit, Massage und Friseur, Kinderprogramm u.v.m. stehen zur Wahl und werden fleißig genutzt. Danke an Ariane Zibell und ihrem großen engagierten Team, zu dem auch Landtagsabgeordnete und Minister gehören, und für so viel Einsatz für das Gemeinwohl. So ist Potsdams wahres Gesicht.

Prälat i. R. Prof. Dr. Traugott Schächtele. Foto: privat

Neues Passionslied

10.03.2026

Ich sehe deine Spuren auch auf düsteren Wegen,
als Künder der Liebe wirst du zum Schweigen gebracht.
Verraten, verlassen trittst du machtvoll entgegen
den Vertretern des Bösen, raubst ihnen die Macht.
Seit du vor aller Augen dein Kreuz hast getragen,
kann auch ich täglich neu mich ins Leben wagen.

Ich suche deine Spuren an den Enden der Erde,
in Palästen und Hütten, fern der Heimat, ganz nah.
Ich träume davon, dass ein Paradies da werde,
wo noch zuvor ich zerstörte Landschaft nur sah.
Seit von bösen Mächten schmerzvoll dein Leben bedroht,
bringst du das, was heut‘ quer liegt, von Neuem ins Lot.

Ich finde deine Spuren in meinem kleinen Leben.
In deinen Augen wird Zerbrochenes schön und ganz.
Seitdem du den Menschen Raum zum Leben gegeben,
fällt auf jeden Tag, wundergleich, himmlischer Glanz.
Die an den Rand Gedrängten bringst du in die Mitte,
lenkst voller Hoffnung in die Zukunft die Schritte.

Ich feiere deine Spuren in jedem Mahl des Gedenkens
mit Menschen verbunden, die mir geschwisterlich nah.
Seitdem ist das Fest des sich in Liebe Verschenkens
die Tür hin zu dir. In Brot und Wein bist du da!
In den Schwestern und Brüdern zeigst du selber Gesicht.
Mitten im Leben wandelst du Dunkel in Licht.

Hier der Link zum Blog

Beitrag von Pfarrer Erko Sturm

Augustinus von Hippo und seine Musiklehre – bei Abriss seines sonstigen Wirkens

1. Einleitung

Augustinus von Hippo gehört zu den bedeutendsten Denkern der Spätantike und der gesamten abendländischen Geistesgeschichte. Als Kirchenvater, Philosoph, Theologe und Bischof prägte er die Entwicklung des christlichen Denkens tiefgreifend. Seine Schriften beeinflussten mittelalterliche Theologie, Philosophie und Spiritualität ebenso wie spätere Denker der Neuzeit. Neben seinen bekannten theologischen und philosophischen Werken beschäftigte sich Augustinus auch intensiv mit ästhetischen und musikalischen Fragen. Besonders in seiner Schrift „De musica“ entwickelte er eine Musiklehre, die nicht primär musikalische Praxis behandelt, sondern die philosophische und mathematische Struktur von Rhythmus, Ordnung und Harmonie untersucht. Musik erscheint bei ihm als Ausdruck kosmischer Ordnung und zugleich als Mittel geistiger Bildung. Dieser Aufsatz stellt zunächst Augustins Leben und sein Gesamtwerk in knapper Form dar, um anschließend seine Musiktheorie und ihre Bedeutung genauer zu beleuchten.

2. Leben und Wirken des Augustinus

Augustinus wurde 354 n. Chr. in Tagaste in Numidien (heute Algerien) geboren. Seine Mutter, die heilige Monika von Hippo, war Christin, während sein Vater zunächst Heide war. Augustinus erhielt eine klassische Ausbildung in Grammatik und Rhetorik, die ihn stark von der antiken Bildungstradition prägte. In seiner Jugend wandte er sich verschiedenen philosophischen Strömungen zu, insbesondere dem Manichäismus, bevor er sich später dem Neuplatonismus annäherte. Diese philosophischen Einflüsse sollten sein Denken dauerhaft prägen. Während seiner Tätigkeit als Rhetoriklehrer in Mailand kam er unter den Einfluss des Bischofs Ambrosius von Mailand, dessen Predigten und allegorische Bibelauslegung ihn stark beeindruckten. Im Jahr 387 ließ sich Augustinus taufen. Dieses Ereignis markierte eine radikale Wendung seines Lebens. Nach einer Zeit des Rückzugs und theologischen Studiums kehrte er nach Nordafrika zurück. 395/396 wurde er zum Bischof von Hippo Regius ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod im Jahr 430 ausübte. Während dieser Zeit entwickelte Augustinus ein umfangreiches literarisches Werk. Zu seinen wichtigsten Schriften gehören:

• Confessiones – eine geistliche Autobiographie, die zugleich philosophische Reflexion über Erinnerung, Zeit und Gotteserkenntnis darstellt.

• De civitate Dei – eine monumentale Geschichts- und Staatsphilosophie über das Verhältnis von „Gottesstaat“ und „irdischem Staat“.

• De Trinitate – eine umfassende Abhandlung über das christliche Verständnis der Dreifaltigkeit.

Augustinus starb 430 während der Belagerung Hippos durch die Vandalen. Sein Werk wurde jedoch zu einem der grundlegenden Fundamente der lateinischen Theologie.

3. Augustins philosophisch-theologisches Denken

Das Denken Augustins verbindet christliche Theologie mit griechischer Philosophie, besonders mit dem Neuplatonismus. Einige zentrale Themen seines Denkens sind:

1. Gotteserkenntnis durch Innerlichkeit Augustinus vertritt die berühmte Formel „Noli foras ire, in te ipsum redi“ – „Gehe nicht nach außen, kehre in dich selbst zurück“. Die Wahrheit wird im Inneren des Menschen gefunden.

2. Zeit und Erinnerung In den Confessiones entwickelt er eine der ersten philosophischen Analysen der Zeit. Zeit existiert nach ihm in der Seele als Erinnerung, Gegenwart und Erwartung.

3. Gnade und Erlösung In Auseinandersetzung mit Pelagius entwickelte Augustinus seine Lehre von der göttlichen Gnade: Der Mensch ist auf Gottes Gnade angewiesen, um Erlösung zu erlangen.

4. Ordnung der Schöpfung
Die Welt ist nach Augustinus von einer rationalen und göttlichen Ordnung geprägt. Diese Vorstellung ist auch für seine Musiklehre entscheidend.

4. Die Musiklehre des Augustinus

Die wichtigste Quelle für Augustins Musiktheorie ist die Schrift De musica, die um 387391 entstand. Sie ist Teil eines größeren geplanten Zyklus über die sogenannten „liberalen Künste“ (artes liberales), also jene Wissenschaften, die der geistigen Bildung dienen sollten. Anders als moderne Musiktheorien beschäftigt sich Augustinus jedoch kaum mit Melodie oder Instrumenten. Seine Musiklehre ist vielmehr philosophisch-mathematisch orientiert.

4.1 Musik als Wissenschaft des Rhythmus Augustinus definiert Musik als „scientia bene modulandi“ – die Wissenschaft des richtigen Maßes bzw. der guten Gestaltung. Im Mittelpunkt steht für ihn Rhythmus. Rhythmus bedeutet geordnete Bewegung in der Zeit. Durch rhythmische Strukturen wird Ordnung wahrnehmbar. Er unterscheidet mehrere Ebenen rhythmischer Erfahrung:

1. Physischer Rhythmus – hörbare Klangbewegungen

2. Rhythmus der Wahrnehmung – das Erkennen von Ordnung im Geist

3. Innerer Rhythmus der Seele – geistige Ordnung 4. Kosmische Ordnung – Harmonie der Schöpfung Musik wird somit zum Spiegel der universellen Ordnung.

4.2 Zahlen und Harmonie Ein zentrales Element von Augustins Musiktheorie ist die Bedeutung der Zahl. Diese Idee geht auf die pythagoreische Tradition zurück. Für Augustinus sind Zahlen Ausdruck göttlicher Vernunft. Rhythmische Strukturen lassen sich mathematisch beschreiben, und gerade darin zeigt sich die Schönheit der Musik. Die Hierarchie der Zahlen verläuft bei ihm von:

• sinnlich wahrnehmbaren Rhythmen • über geistig erfasste Proportionen

• hin zu ewigen göttlichen Zahlen, die in Gott selbst begründet sind. Musik führt den Menschen somit von der sinnlichen Erfahrung zur metaphysischen Erkenntnis.

4.3 Musik und Seele Augustinus erkennt zugleich die emotionale Wirkung der Musik. Besonders in den Confessiones beschreibt er seine Erfahrung des Kirchengesangs: Er berichtet, dass ihn die Gesänge der Kirche tief bewegten und zu Tränen rührten. Diese Wirkung betrachtet er jedoch ambivalent. Einerseits kann Musik die Seele zu Gott erheben, andererseits besteht die Gefahr, dass man sich zu sehr von der sinnlichen Schönheit der Klänge verführen lässt. Musik soll daher nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur geistigen Erhebung sein.

5. Bedeutung seiner Musiklehre

Die Musiktheorie Augustins hatte großen Einfluss auf das mittelalterliche Denken über Musik. Besonders im Kontext der artes liberales wurde Musik als mathemischphilosophische Disziplin verstanden. Im Mittelalter galt Musik als Teil des Quadriviums, zusammen mit:

• Arithmetik

• Geometrie

• Astronomie.

Diese Tradition wurde später von Theoretikern wie Boethius weiterentwickelt. Augustinus trug wesentlich dazu bei, dass Musik im christlichen Denken nicht nur als Kunst, sondern als Wissenschaft der Ordnung und Harmonie verstanden wurde.

6. Schluss

Augustinus von Hippo zählt zu den prägendsten Denkern der westlichen Kulturgeschichte. Sein theologisches Werk beeinflusste die Entwicklung der christlichen Theologie ebenso wie Philosophie, Anthropologie und Geschichtsdenken. Seine Musiklehre zeigt, dass Musik für ihn weit mehr als ästhetischer Genuss war. Sie ist Ausdruck mathematischer Ordnung, Spiegel kosmischer Harmonie und zugleich ein Weg zur geistigen Erkenntnis. Durch die Verbindung von antiker Philosophie und christlicher Spiritualität entwickelte Augustinus eine Musikauffassung, die die mittelalterliche Theorie nachhaltig prägte. Damit steht seine Musiklehre exemplarisch für sein gesamtes Denken: die Suche nach der göttlichen Ordnung hinter den Erscheinungen der Welt.

Neues Buch

Vorstellung am Donnerstag

Persönlicher Impuls

Aktuelle Deutsch-Polnische Note

Heute jährt sich der Todestag des Historikers Emanuel Ringelblum, des Begründers des einzigartigen Untergrundarchivs des Warschauer Ghettos. Wahrscheinlich an diesem Tag im März 1944 erschossen die Deutschen in den Ruinen des Warschauer Ghettos Emanuel Ringelblum. Er starb dort zusammen mit seiner Frau Judyta, seinem Sohn Uri sowie weiteren Menschen, die sich im Bunker „Krysia“ versteckten und ihn betreuten.

Das Archiv, das heute als Ringelblum-Archiv bekannt ist, umfasst mehr als 35.000 Dokumente und zählt zu den wertvollsten Quellen für die Erforschung der Shoah. Im Rahmen der konspirativen Gruppe Oneg Schabbat sammelten unter der Leitung des Historikers Emanuel Ringelblum mehrere Dutzend Personen aus unterschiedlichen Milieus Berichte, Tagebücher, Briefe, Fotografien und andere Zeugnisse aus dem Alltag des Ghettos. Doch seine Bedeutung begann nicht erst nach dem Krieg: Über das Netzwerk des polnischen Untergrundstaates gelangten Berichte aus dem Ghetto bereits während der deutschen Besatzung ins Ausland. Internationale Medien, unter anderem in einer viel beachteten BBC-Sendung, berichteten auf dieser Grundlage über die systematische Vernichtung der Juden.

Bedeutend war das Archiv also von Anfang an, und doch blieb es – gerade im Vergleich zum Tagebuch der Anne Frank, das wie kaum ein anderes Zeitdokument symbolisch für die Erinnerung an den Holocaust steht – lange einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Sammlungen von Zeugnissen der Judenvernichtung. 1999 wurde es in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen. Zur Bekanntheit des Archivs hat auch der Film „Who Will Write Our History“ beigetragen. Am Pilecki-Institut beschäftigen wir uns seit vielen Jahren intensiv mit dem Ringelblum-Archiv. In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Historischen Institut in Warschau haben wir ihm unter anderem ein Lehrbuch, mehrere Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Weiterbildungsseminare für Lehrkräfte gewidmet.

Der Vergleich mit Anne Frank eröffnet jedoch noch eine weitere Perspektive, auf die unter anderem Timothy Snyder in seinem Buch „Black Earth“ hinweist. Er analysiert darin die Schicksale von Victor Klemperer, Anne Frank und Emanuel Ringelblum. Snyder schreibt: „Klemperer überlebte, genauso wie derjenige, der sich um ihn kümmerte; Anne Frank starb, doch die Leute, die sie zu verstecken versucht hatten, überlebten; Ringelblum wurde zusammen mit mehreren anderen, die ihm geholfen hatten, erschossen.“ Dies spricht Bände über die unterschiedlichen NS-Besatzungsformen und Repressionsstufen in Ost- und Westeuropa.

Die Idee des Archivs entstand aus der tiefen Überzeugung, dass angesichts des Holocaust der eigentliche und vielleicht wichtigste Kampf der polnischen Juden darin bestand, das von ihnen Gesehene und Erfahrene zu dokumentieren, künftigen Generationen mitzuteilen und vor dem Versinken in Geschichtsvergessenheit zu bewahren.

Die Quellen, durch die wir den grausamen Alltag im Warschauer Ghetto nachempfinden können, sind ebenso außergewöhnlich wie die Menschen, die sie bewahrten und vor den deutschen SS-Einheiten schützten. Als Verstecke dienten Milchkannen und Metallkisten. Der polnisch-jüdische Historiker Emanuel Ringelblum und die Gruppe Oneg Schabbat waren vom Elend des Ghettos umgeben, wollten jedoch um jeden Preis sicherstellen, dass ihre Erfahrungen der Nachwelt erhalten bleiben. Anders als viele andere Archive aus dieser Zeit entstand dieses Archiv nicht nach dem Krieg, sondern wurde von den Verfolgten selbst während der deutschen Besatzung und der fortschreitenden Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zusammengestellt. Nicht nur die Erfahrungen des Genozids, des Judenmords und der täglichen Gewalt wurden festgehalten, sondern auch – in den letzten Tagen des Ghettos äußerst seltene – Augenblicke des Schönen und Erhabenen sowie kulturelle Zeugnisse und Lebensgeschichten.

Das Archiv enthält Tagebücher, Briefe, Gedichte, Fotografien, Kinderzeichnungen und zahlreiche Berichte aus dem Alltag des Ghettos – ein einzigartiges Panorama jüdischen Lebens unter den Bedingungen der Verfolgung. Die meisten Mitglieder der Gruppe Oneg Schabbat wurden während der deutschen Vernichtungspolitik ermordet. Das Archiv blieb als eines der wenigen Zeugnisse ihrer Stimmen erhalten.

Der Organisation Oneg Schabbat, dem polnischen Untergrundstaat und den vielen Kurieren, die ihr Leben riskierten, war es zu verdanken, dass Zeitdokumente, die reich an Fakten und Informationen waren, nach London geschmuggelt werden konnten. Einer der wichtigsten politischen Vertreter, die im Westen auf die Vernichtung der europäischen Juden aufmerksam machten, war der jüdisch-polnische Politiker und Aktivist Szmul Zygelbojm, der eng mit der polnischen Exilregierung in London zusammenarbeitete. Nachdem er vom Untergang des Warschauer Ghettos erfahren hatte und die internationale Reaktion aus seiner Sicht ausblieb, nahm er sich am 12. Mai 1943 aus Protest gegen das Schweigen der Welt das Leben.

Ringelblum wurde 1900 in Buczacz (heute in der Ukraine: Butschatsch) geboren und gehörte bereits vor dem Krieg zu den wichtigsten Forschern zur Geschichte der Juden in Polen. Er veröffentlichte zahlreiche historische Studien und Monographien. Ringelblum war überzeugt, dass die Dokumentation der Vergangenheit eine Pflicht des Historikers gegenüber der Gemeinschaft sei. Diese Überzeugung wurde während der deutschen Besatzung zum Fundament seines Handelns.

Schon in den ersten Tagen des Krieges begann er, seine eigenen Erlebnisse aufzuschreiben und Zeugnisse anderer Juden zu sammeln. Im Herbst 1940 bezog er vertrauenswürdige Mitarbeiter in dieses Vorhaben ein. So entstand die konspirative Gruppe Oneg Schabbat („Freude des Sabbats“, da an diesem Tag die Treffen der Mitglieder stattfanden). Ihr Ziel war es, das Leben der Juden unter der Besatzung möglichst umfassend zu dokumentieren.

Als Anfang 1942 Nachrichten über die massenhafte Vernichtung der Juden das Ghetto erreichten – über Erschießungen und Deportationen in die Vernichtungslager –, konzentrierten sich die Mitglieder der Gruppe darauf, die Liquidierung weiterer jüdischer Gemeinden zu dokumentieren. Die gesammelten Informationen wurden aus dem Ghetto hinausgeschmuggelt.

Als die Deutschen mit der Liquidierung des Warschauer Ghettos begannen, beschloss die Gruppe, das Archiv zu sichern. Im Sommer 1942 wurde im Keller eines Hauses in der Nowolipki-Straße 68 der erste Teil der gesammelten Materialien in Metallkisten verborgen. Zur selben Zeit deportierten die Deutschen Tausende Bewohner des Ghettos vom Umschlagplatz in das Vernichtungslager Treblinka.

Die Tragik dieser Situation beschrieb der 19-jährige Dawid Graber, Mitglied von Oneg Schabbat, in seinem Testament vom 3. August 1942:

„Das, was man der Welt nicht zurufen konnte, haben wir in der Erde vergraben. (…) Möge dieser Schatz in gute Hände gelangen, möge er bessere Zeiten erleben und die Welt darüber alarmieren, was im 20. Jahrhundert geschehen ist.“

Facebook, 10. März 2026

Reisetipps mit Reise Know-How Verlag

Wein, Burgen & Flussgenuss an der Mosel 🍇🏰

Steile Weinberge, malerische Flussschleifen und zauberhafte Orte voller Fachwerk – das Moseltal zählt zu den schönsten Kulturlandschaften Deutschlands und ist immer eine Reise wert.

Egal, ob du auf dem Moselsteig durch die steilsten Weinberge Europas wanderst🥾, gemütlich mit dem Rad am Ufer entlangfährst🚲 oder in einem urigen Restaurant einen Riesling probierst🍷 – hier kommt jeder auf seine Kosten. Entdecke das römische Erbe in Trier, die majestätische Reichsburg in Cochem oder das märchenhafte Bernkastel-Kues.

Unser neuer Reiseführer „Mosel – vom Dreiländereck bis Koblenz“ von Autorin Katja Nolles ist der ideale Begleiter, um Deutschlands ältestes Weinbaugebiet selbstständig zu entdecken🌍

Der neue Reiseführer ist ab sofort in jeder Buchhandlung, online und direkt bei uns im Shop erhältlich.📚

📷 Alle Fotos aus dem aktuellen Reiseführer Mosel von Katja Nolles.

Unterwegs mit Kerstin Pagel

Kerstin Pagel liebt die Gorch Fock, wir orientieren uns am Blog, hier ein Foto vom 11. Dezember 2011

Impulse aus und für den Religionsunterricht / Kultur

Quelle: Dirk Elsemann

Kulturelle Noten von Andreas Sturm

Foto: Matthias Busse

Musikbeitrag für Klassikfreunde

Mit Andrea Chudak unterwegs

„MICH HAT DER FRÜHLING WACHGEKÜSST…“

Andrea Chudak und das Calliope Duo (Violine und Klavier)

Sa, 28.03.26 um 19 Uhr

Bürgerhaus Wünsdorf (Zossen)

Ein Programm wie der Duft von blühenden Frühlingsblumen – die gut gelaunten Musiker und Musikerinnen widmen sich in diesem Konzertprogramm ganz getreu dem Motto des mitreissenden Liedes „Mich hat der Frühling wachgeküsst“ von Karl Bette dem Erwachen der Natur mit all der Farbenpracht. Natürlich kommen mit bekannten Operettentiteln und liebevoll ausgewählten Instrumentalstücken auch die Frühlingsgefühle nicht zu kurz.

Bei manchen Filmmusikhits aus den 30/40-er Jahren und einigen frechen Moderationen kommt auch das Komische und Unterhaltsame nicht zu kurz.

Freuen Sie sich also auf ein buntes Programm mit Musik für Sopran, Violine und Klavier und geniessen Sie die Melodien ua. von Karl Bette, Theo Mackeben, Paul Abraham oder Walter Kollo.

Tickets: https://www.eventim-light.com/de/a/6692c0c1ec3fdf0dc2bbf311

Facebook, 10. März 2026

Wachet und Betet!

 Urheber: Niclas Häusler

Wachet und betet …  Über den Link gibt es alles zu den Glocken der Kath. Wallfahrtskirche Maria Plain in Bergheim bei Salzburg.

Hier der Link dazu

#createsoundscape ist Teil der Kampagne „Hörst du nicht die Glocken?“.

Diese informiert über den Sinn und Zweck des Läutens überhaupt, über seine Geschichte und darüber, wie das Läuten heute wieder als Zeichen von Frieden, Freiheit und persönlicher Spiritualität verstanden werden kann.

Wachet und Betet – Historischer Impuls

Fotos: Frank Bürger

Hier ein Artikel von Albrecht Grözinger bei den Zeitzeichen

Hier klicken

Das YouTube der Woche von Mitarbeiterin Joanna Filus-Olenkiewicz

Impuls aus Karlsruhe von Pfarrer Siegfried Weber

Impuls aus Karlsruhe von Prof. Dr. Frank Thissen

»Als ich das Fotografieren anfing, da gab es noch keine Automatik-Kameras. Aber schon welche mit Motor, zum Aufziehen wie ein Uhrwerk. Heute haben wir Kameras mit perfekten Automatismen. Und wir brauchen keine Filme mehr. In der Kamera steckt ein kleiner Chip, der 1000 erstklassige Schüsse in schneller Folge abspeichert. Die werden in Computer eingelesen, bearbeitet und gehen sofort online hinaus in die Welt. Oder werden mit einem Ink Jet Drucker so schön und gut zu Papier gebracht, dass die alten Laborprofis neidisch werden. Und man muss kein Druide sein, um dieses nicht mal sehr teure Zauberzeugs handhaben zu lernen. Heute kann jeder Laie selbst spitzenmäßig gute Fotos machen. Die Digitaltechnik leistet mehr als Film je konnte. Meine Kunstrepros bringen zuweilen selbst die Künstler in Zweifel. In digitaler Reproduktion und in meinen Spezialgebiet Archivdigitalisierung hat mein Angebot teilweise Alleinstellungsmerkmal. Was mich aber nicht hindert, auch gut und gerne andere, ganz normale Fotos zu machen.« Felix Gross

Foto: Frank Thissen

Quelle: https://menschen-in-karlsruhe.eu/

Zeitenreise mit Hans-Josef Overmann

Buchempfehlung

Die Deutsch-Polnischen Nachrichten haben einen neuen Partner, die Edition Schröck-Schmidt…hier gibt es weitere Impulse

Die neuen überarbeiteten Schweitzer-Bücher sind gestern in Berlin angekommen, die ersten wurden verkauft. Gespräche zum Projekt „Weimarer Dreieck“ laufen.

Zu Gast im Literaturkreis der Evangelischen Gemeinde Wilhelmstadt

Impuls von Abt Daniil Irbits

Liebe Freunde, liebe Brüder und Schwestern!

Ich danke jedem von Ihnen aufrichtig für Ihre unschätzbare Hilfe, Freundlichkeit und Unterstützung für die Verbesserung unseres Tempels. Alles, was wir zusammen tun, ist nicht nur Arbeit, sondern unser gemeinsamer Dienst, unsere lebende Beteiligung am Bau des Hauses Gottes.

Wie ihr wisst, gibt es in unserem Tempel keine festgesetzten Preise für Spuren, Kerzen oder Gedenkstätten – und das wird es auch nicht geben.

Der Tempel ist kein Laden, sondern das Haus Gottes, ein Haus des Gebets. Alles passiert nur aus Liebe, nach Herzensstimmung. Und ich danke jedem von euch aufrichtig, denn es ist durch euer Opfer, eure Beteiligung und eure Fürsorge, dass wir in der Lage sind, solche Schönheit in unserer Kirche zu schaffen, sie sowohl äußerlich als auch innerlich zu stärken.

Ich möchte Worte bringen, die uns an die Heiligkeit des Tempels erinnern:

*“Wer einen Tempel auf der Erde baut, baut ein Haus im Himmel“ – Johannes Chrysostom.

*“Wer den Tempel Gottes baut, berührt die Ewigkeit mit seinem Werk“ – St. Ambrose Optinsky.

*“Der Tempel ist der Himmel auf Erden; und jeder, der an seinem Bau teilnimmt, baut sich eine Treppe zu Gott“ – der heilige Innocentius von Moskau.

* „Jeder von euch soll nach seinem Herzen geben, nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt einen fröhlichen Geber“ (2 Kor. 9:7).

Diese Worte erinnern uns daran, dass jede gute Tat, die für den Tempel getan wird, nicht nur ein Beitrag zu den Mauern ist, sondern auch zu unserem geistigen Leben

Möge Gott euch und eure Familien beschützen.

Danke für eure Herzlichkeit, eure Großzügigkeit und eure Liebe zum Tempel.

Dank dir verwandelt sich das Haus Gottes und lebt.

Empfehlung für Kinder und Jugendliche

Die Empfehlung kommt von Redaktionsmitarbeiterin Juliane Heger

Mit Superduperkleber auf Diebesjagd

Kasimir und Kurt sind Erfinderbrüder – ganz zur Freude ihrer Eltern! Die beiden haben nichts als Flausen im Kopf und erfinden still und heimlich höchst nützliche und lebensnotwendige Dinge wie die Matschkugelkanone oder die Wasserlose Badewanne. Mit ihrer neusten Erfindung, dem Superduperkleber – bestehend aus Schneckenschleim, geschmolzenem Käse, Kaugummi und anderen Köstlichkeiten – fangen sie sogar ganz zufällig einen Dieb. Da staunt nicht nur Kommissar Kassler!

Weitere Infos und Kauf

Film- oder Hörspieltipp für gemütliche Stunden

Eine Empfehlung von Miss Sonnenschein

Jazziges – von Marco Reiß empfohlen

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