Schweitzer-Note in der Wilhelmstadt

Berlin. Die erste Präsentation des Buches „Auf geheimnisvollen Spuren von Albert Schweitzer“ gibt es am 11. März um 17 Uhr beim Literaturkreis der neuen Evangelischen Kirchengemeinde in der Wilhelmstadt.

Von Frank Bürger

Die Evangelische Kirchengemeinde Wilhelmstadt ist ein Ergebnis der Fusionsbestrebungen innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands. Aufgrund sinkender Mitgliederzahlen rücken viele der 20 Landeskirchen enger zusammen oder fusionieren. Aber auch in Kirchenkreisen ist das Wort „Fusion“ kein Fremdwort.

Seit dem 1. Januar 2026 bilden die ehemals eigenständigen Gemeinden Melanchthon und Nathan Söderblom die neue Evangelische Kirchengemeinde in der Wilhelmstadt. Die Gemeinde ist Teil des Evangelischen Kirchenkreises Spandau und nutzt bisher weiterhin beide Standorte für Gottesdienste und Veranstaltungen.

Schon vor der Fusion ist der Gedanke von Albert Schweitzer dort präsent. So findet die Melanchthongemeinde ihren Platz im Buch, das gerade gedruckt wird.

In diesem Zusammenhang ist auch die Melanchthonkirche zu nennen, die an das frühere Gefängnis angrenzt, heute ein Ort, der für Demokratie und Menschenwürde steht.
„Die ökonomischen und sozialen Folgen der Globalisierung, die Erweiterung der Europäischen Union und vor allem die Terroranschläge vom 11. September 2001 prägen die 2000er Jahre. Das „unsichere Jahrzehnt“ bleibt für die politische Bildung nicht folgenlos. Wie kann man auf Herausforderungen wie Parteien- und Politikverdrossenheit, Extremismus, Rassismus. Während die Effekte der Globalisierung sich eher schleichend und ihre Folgen als Verunsicherung und Abkehr von den politischen Eliten bemerkbar machen, werden zu Beginn des Jahrzehnts die Terroranschläge in den USA am 11. September 2001 mit knapp 3000 Todesopfern zu einem Schlüsselerlebnis der Entsicherung. Die Anschläge und ihre Folgen für die weltpolitische Lage stellen auch an die politische Bildung neue Anforderungen. Die allgegenwärtige Bedrohungslage bleibt in Deutschland nicht ohne Auswirkung und das gesellschaftliche Miteinander. Ängste und Verunsicherungen diffundieren ins alltägliche Zusammenleben und aktivieren rassistische und teilweise rechtsextreme Haltungen und
Feindbilder.“
Das formuliert Pfarrer Erko Sturm in der Festschrift zum 130.Geburtstag der Melanchthonkirche an historischem Ort. Die Innenaus-stattung prägen die Bilder des Künstlers Helmut Frelke. „Das Ziel der Kunst sei nicht die Unterhaltung, sondern die sittliche Vervollkommnung des Menschen – soll noch Aristoteles behauptet haben. Zu demselben Gedanken hat sich der Russlanddeutsche Helmut Frelke ganz von allein durchgerungen. Allein schon die Bandbreite seiner Kunst ist beeindruckend: Holzmalerei auf Edelholzfurnieren, Öl-, Keramik- und Wandmalerei, Design und Restaurierungen. Doch: Was Helmut Frelke im Bereich Holzmalerei kreiert, bleibt europaweit einmalig.
Zwar wurde bereits seit jeher auf Holz gearbeitet, aber es wurde meist mit Farbe überzogen. „Seit Jahrhunderten wird versucht, die Natur so detailgetreu wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Warum eigentlich nicht die Natur als Leinwand für die Kunst
benutzen?“, fragte sich Helmut Frelke. Seitdem begann sein „Leben im Holz“.

Schon nach den ersten zwei Dutzend Arbeiten waren seine Ausstellungen bundesweit und international ein durchschlagender Erfolg. Mehr als 100 Holzunikate von Frelke wurden bereits in Deutschland und Frankreich ausgestellt, darunter im Deutschen Holzkunstmuseum und in mehreren deutschen Städten. Auch seine Ölmalereien waren schon in Russland, Japan, Frankreich und Deutschland zu sehen: in den Kunstgalerien von Aachen, Berlin, Bonn, Dresden, Frankfurt/Main, Köln, München, Stuttgart, Wolfsburg, Bonn, Hamburg und Siegburg sowie bei den internationalen Messen in Hannover und Köln“, ist auf seiner Homepage zu lesen.

Nachdem in der Gemeinde bereits der Tee präsentiert wurde, ist nun im Literaturkreis am 11. März um 17 Uhr die Vorstellung des Buches dran.

Vorstellung des Tees in der Melanchthongemeinde mit Pfarrer Erko Sturm (rechts) und William Bolduan-Schlede (links)
Frank Bürger mit dem Schweitzer-Buch in der Schwetzinger Buchhandlung Kieser

Zuletzt war auch Carolin Richter, die den Schweitzer-Tee kreiert hat, in der Weihnachtskirche zu Gast, wo der Teekreiert wurde.

Gerade werden 20 Exemplare des Buches gedruckt

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