
Berlin. Am 13. November erreicht der Friedensglockentreck seinen Zielort Jerusalem. Bäckermeister und Mitorganisator Karl-Dietmar Plentz erhält am 15. November die LutherRose.
Von Frank Bürger
Der Friedensglocken-Treck erreicht am Donnerstag, den 13. November 2025, um 11:00 Uhr, die Hand in Hand Schule in Jerusalem. Dort wird eine Friedensglocke, die mit Militärschrott gegossen wurde, feierlich übergeben – als Geschenk und bleibendes Symbol der Hoffnung, Versöhnung und gemeinsamen Zukunft für jüdische und arabische Kinder in Israel.
Der Friedensglocken-Pferdetreck startete am 6. Mai 2025 in Brück (Brandenburg) und wurde am 8. Mai, dem 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, offiziell ausgesandt. Über 3.500 Kilometer legten die Teilnehmer durch acht Länder bis Thessaloniki zurück. Von dort wurde die 65 Kilogramm schwere Friedensglocke mit ihrem Wagen nach Israel verschifft.
Die finale Etappe – rund 100 Kilometer mit israelischen Pferden – führt das nun internationale Team vom Friedensdorf Neve Shalom/ Wahat al-Salam über mehrere Stationen bis zur Hand in Hand Schule in Jerusalem. Diese Route steht symbolisch für deutsch-israelische Freundschaft, zwischenmenschliche Verständigung und und Friedenshoffnung.
Die Friedensglocke wurde mit Militärschrott gegossen – einst Teil eines Zerstörungswerkzeugs, nun umgewandelt in ein Instrument des Friedens und der Verständigung.
Pfarrer Helmut Kautz, Vorsitzender des Friedensglocken e.V. und Mitinitiator des Projekts, betont: „Diese Glocke ist kein abstraktes Symbol. Sie wird täglich erklingen und immer wieder daran erinnern, dass der Weg zu einer gerechten und friedlichen Zukunft in Israel auch durch Klassenzimmer führt, im Interesse aneinander, im gemeinsamen Lernen und in der Anerkennung gleicher Rechte für alle.“
Die Glocke soll künftig als Schulglocke im größten Netzwerk integrierter, zweisprachiger Schulen Israels läuten. Die Hand in Hand Schulen fördern das Kennen-Lernen und das Miteinander jüdischer und arabischer Kinder und sind damit praktische Friedensarbeit im Alltag.
Die Friedensglocke wird künftig jeden Schultag einläuten – als Zeichen auch dafür, dass gegenseitiges Interesse und Verstehen Wirklichkeit sein und werden kann.
Sie ist Ausdruck der Hoffnung, dass frühes und regelmäßiges Miteinander jene Heilung und Wachstum ermöglichen, die in politischen Debatten oft unmöglich scheint.
Das Projekt Friedensglocke steht im Zeichen tiefer Dankbarkeit: Acht Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Shoah verstehen die Treck-Reisenden die Aktion als Ausdruck des Dankes für Frieden und Versöhnung in Europa – und als Beitrag, diese Erfahrung mit Israel zu teilen.
Die Ankunft des Trecks fällt in eine Zeit, in der Israel zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober 2023 mit gesellschaftlichen Wunden ringt, aber auch neue Hoffnung schöpft. Gerade jetzt soll die Glocke Mut machen, weiter an Verständigung und ein friedliches Leben in Israel und der Region zu glauben.
Der Treck vereint Menschen mit unterschiedlichsten Träumen, Herkünften, Religionen und Lebenswegen. Über Monate lebten sie unterwegs gemeinsam – mit sechs (zuletzt vier) Kutschen, rund 20 (zuletzt acht) Pferden und über 50 Teilnehmern (zuletzt 12), die sich an verschiedenen Etappen beteiligten.
„Unser gemeinsames Ziel war und ist, den Frieden zu suchen – im Geist des biblischen Mottos ‚Jaget dem Frieden nach mit jedermann‘“, erklärt Kautz.
Die logistischen Herausforderungen – von der Versorgung der Pferde bis zur Suche nach passen-den Nachtquartieren – machten den Weg zu einer harten Lektion in Geduld, Gemeinschaft und Resilienz.
Während des Aufenthalts in Israel nimmt der Friedenstreck an mehreren Veranstaltungen teil, die die deutsch-israelische Freundschaft unterstreichen:
• 9. November 2025, Even Yehuda – Feier des 20-jährigen Bestehens des Jugendaustauschs zwischen Bad Belzig und Even Yehuda.
• 10. November 2025, Kfar Yona – Besuch der Partnerstadt von Oranienburg zur Stärkung kommunaler und persönlicher Beziehungen.
• 13. November 2025, Jerusalem – Höhepunkt und Abschluss mit Übergabe der Friedensglocke an die Hand in Hand Schule.
Diese Termine würdigen auch das 60-jährige Jubiläum des deutsch-israelischen Jugendaustauschs, der seit 1965 über 620.000 jungen Menschen Wege der Begegnung und Aussöhnung eröffnet hat.
Text und Foto: Friedensglocken e. V.
LutherRose für Karl-Dietmar Plentz

Die Internationale Martin Luther Stiftung (IMLS) verleiht am 15. November 2025 in Berlin die LutherRose für gesellschaftliche Verantwortung und UnternehmerCourage an den Familienunternehmer und Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz
Karl-Dietmar Plentz wird im Rahmen der 18. LutherKonferenz mit der „LutherRose 2025 für gesellschaftliche Verantwortung und UnternehmerCourage“ ausgezeichnet. Er setzt „mit Leben und beruflichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl“ um.
Der Bäckermeister und Unternehmer aus Brandenburg ist Geschäftsführender Hauptgesellschafter der Bäckerei & Konditorei Plentz GmbH & Co. KG. Die Bäckerei, mit derzeit 11 Filialen in Oberhavel und einem Marktstand in Berlin-Spandau, befindet sich seit ihrer Gründung 1877 in Familienbesitz und hat bereits mehrere Qualitätsauszeichnungen und Ehrungen als Ausbildungsbetrieb erhalten.
Der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Martin Luther Stiftung Dr. Ulrich Born begründet die Auszeichnung wie folgt: Mit Karl-Dietmar Plentz ehrt die Internationale Martin Luther Stiftung eine beispielgebende und herausragende Unternehmerpersönlichkeit, die engagiertes Unternehmertum mit einem klaren Bekenntnis zum Christentum durch Wort und Tat verbindet. Karl-Dietmar Plentz ist nicht zuletzt aufgrund des diesjährigen Themas der LutherKonferenz „500 Jahre Bauernkrieg. Reform, Revolte und Marktwirtschaft“ geradezu für diese Auszeichnung prädestiniert.
Plentz unterstützt zahlreiche wohltätige und gemeinnützige Projekte. Für sein ehrenamtliches Engagement und seinen Einsatz für den Frieden wurde er schon mehrfach ausgezeichnet.
Zurzeit ist er mit dem „Friedensglocken-Pferdetreck“ getreu dem Bibelwort „Jaget dem Frieden nach!“ (Hebräer 12, 14) auf dem Weg nach Jerusalem. Seit Mai befindet sich der Treck mit 30 Mitstreitern, 20 Pferden und 6 Kutschen auf der 4.800 km langen Reise durch 11 Länder, um unterwegs mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und final eine Friedensglocke in Jerusalem der „Hand in Hand Schule“ zu überreichen. So möchte der hinter dem Projekt stehende Friedensglocken e. V. ein Zeichen für die Völkerverständigung und das friedliche Miteinander verschiedener Religionen setzen. Karl-Dietmar Plentz unterstützt das Projekt aktiv durch das Backen und Verteilen von „Friedensbroten“ vor Ort, der Mitarbeit bei der Organisation der Reise und der Versorgung der Teilnehmer.
Die Laudatio auf den Preisträger wird Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke halten.
Der Festakt zur Verleihung der LutherRose findet am 15. November 2025 um 18:30 Uhr in der Friedenskirche der Stephanus-Stiftung in Berlin statt.
Vor der Preisverleihung wird die LutherKonferenz 2025 ab 15:00 Uhr im Bildungs- und Kulturzentrum Peter Edel mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Anlässlich des 500. Jahrestages des Bauernkriegsgedenkens lautet das Thema der diesjährigen Konferenz „500 Jahre Bauernkrieg. Reform, Revolte und Marktwirtschaft“.
Hierzu diskutieren im Podium der ehemalige hessische Ministerpräsident und Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung, Prof. Dr. Roland Koch und Adalbert Kienle, ehemaliger stellv. Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes und von 1993 bis 2011 Mitglied des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses in Brüssel.
Professorin em. Dr. Lyndal Roper komplettiert das Podium. Die australische Historikerin ist Regius Professorin für Geschichte an der Universität Oxford und gehört zu den weltweit renommiertesten Historiker:innen der Frühen Neuzeit und des Reformationszeitalters. Erst 2024 hat die Luther-Biografin mit ihrer großen wissenschaftlichen Gesamtdarstellung „Für die Freiheit: Der Bauernkrieg 1525“ ein neues Standardwerk zum Thema vorgelegt.
Dr. Thomas T. Müller, Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt, führt mit einem Impulsvortrag in das Thema der Podiumsdiskussion ein.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wird der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Professor Dr. Christoph Markschies, die Festrede halten.
Karl-Dietmar Plentz, geboren 1966, ist Bäckermeister, Familienunternehmer, Vortragsredner und Autor. Seit 1989 ist er Geschäftsführender Hauptgesellschafter der Bäckerei & Konditorei Plentz GmbH & Co. KG. Neben zahlreichen Auszeichnungen und Zertifikaten für die Bäckerei u.a. als Ausbildungsbetrieb wurde Plentz auch schon mehrfach für sein soziales Engagement und seinen Einsatz für den Frieden geehrt. Plentz ist evangelisch und verheiratet, er hat 5 Kinder und 2 Enkel. Seit 2025 ist Plentz Kuratoriumsmitglied der Internationalen Martin Luther Stiftung. (Für Pressefotos: siehe Link im PDF)
Die Internationale Martin Luther Stiftung wurde am 10. November 2007 in Wittenberg errichtet. Die Stiftung hat ihren Sitz in der Wartburgstadt Eisenach und ihre Geschäftsstelle im Evangelischen Augustinerkloster der Thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Sie will die Impulse der Reformation in einen Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einbringen, um so zur Entwicklung einer verantwortungsbereiten und leistungsstarken Wirtschaft und Bürgergesellschaft beizutragen. Sie fördert Personen, Gruppen, Ideen und Initiativen, die im Sinne der reformatorischen Tradition ein christliches Wertefundament und Berufsethos pflegen und ihre Talente für das Gemeinwohl einsetzen.
Die LutherRose wird am 15. November 2025 im Rahmen der 18. LutherKonferenz zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft der IMLS überreicht. Der Preis wird in diesem Jahr zum achtzehnten Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger sind: Dr. Heinz Horst Deichmann (2008), Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. h. c. Hans Peter Keitel (2009), Gabriela Grillo (2010), Dr. Dirk Ippen (2011), Jon Baumhauer (2012), Dr. Peter Gauweiler (2013), Dietrich Pestalozzi, Schweiz (2014), Ulla Unseld-Berkéwicz (2015), Niels Due Jensen, Dänemark (2016), Dr. Nicola Leibinger-Kammüller (2017), Kenneth Bengtsson, Schweden (2018), Dr. Friedhelm Loh (2019), Tandean Rustandy, Indonesien (2020), Prof. Dr. Wolfgang Huber (2021), Margrethe Vestager (2022) sowie Benjamin Sadler, Alexander Thies und Henriette Gotaut (2023). Zuletzt wurde Bundespräsident a.D. Joachim Gauck in Erfurt (2024) ausgezeichnet.
Das Preissymbol bildet eine wertvolle Reproduktion eines Details des mittelalterlichen Glasfensters (um 1310) aus der Erfurter Augustinerkirche. Dieses Fenster stand dem Reformator Martin Luther während seiner Erfurter Zeit als Augustinermönch (1505-1511) buchstäblich täglich vor Augen und hat ihn offensichtlich zu seinem Familienwappen und Siegel inspiriert. Es stellt eine Rose zwischen zwei Löwen dar. Am 8. Juli 1530 nannte Martin Luther diese Rose „ein Merkzeichen meiner Theologie“ und versah sie mit einer eindrücklichen meditativen Erläuterung. Fortan verwendete der Reformator sie als sein Briefsiegel. Seither wurde die Luther-Rose zu einem wichtigen Symbol des weltweiten evangelisch-lutherischen Christentums.
Der Bäckermeister begleitete auch das Schweitzer-Jubiläum

Die Friedensglocke. Foto: Frank Bürger

