Von Schwetzingen nach Potsdam ist es nicht weit

Stefan Pietryga (links) mit Autor Frank Bürger in der Golmer Werkstatt des Künstlers. Foto: Sophia Pietryga

Berlin. Der Weg von Schwetzingen nach Golm ist nicht weit … ein Hauch Weltluft schwingt mit.

Von Frank Bürger

Die Gärten von Sanssouci sind eine Perle. Aber auch der Schwetzinger Schlossgarten. Das sagt der Künstler Stefan Pietryga. Auf dem Weg nach Nattwerder schaute ich in seiner Golmer Werkstatt vorbei. Seine Erlebnisse, Kontakte, Arbeiten atmen Weltluft. Und der Weg nach Schwetzingen ist kein weiter

Foto: Wolfgang Schröck-Schmidt
Foto: Helmut Elsässer

Das Markenzeichen des Potsdamer Bildhauers empfängt den Bahnreisenden in der Kulturstadt Schwetzingen. Der schlanke stilisierte Baum erwächst einem pyramidalen Postament aus korrodiertem Stahl. Das Objekt erweckt die Assoziation eines Obelisken oder Totems. Die farbige Fassung könnte in diesem Kontext ein Hinweis auf das „ägyptisch Blau“ sein, das zu den ältesten, künstlich hergestellten Farbpigmenten zählt. Das Blau versinnbildlicht zudem die Naturelemente Wasser und Luft, der mechanisch erschaffene Sockel die ergänzenden Naturelemente Feuer und Erde.

Quelle: Visit Schwetzingen

Hier noch eine Pappel in Amsterdam. Quelle: Stefan Pietryga

Hier eine Übersicht über Leben und Schaffen von Stefan Pietryga bei Artworks.Art (keine Garantie auf Vollständigkeit)

https://www.artworks.art/artists_de/stefan_pietryga.html

Im Golmer Gespräch kristallisiert sich heraus…Verantwortlich dafür, dass die Pappel am Bahnhof steht, ist der Wieslocher ehemalige Landtagsabgeordnete und Staatsekretär Michael Sieber. Auch der derzeitige Landtagsabgeordnete Andreas Sturm kennt ihn. Sturm ist Kooperationspartner der Deutsch-Polnischen Nachrichten.

Der Kunstverein Schwetzingen präsentierte in seiner großen Sommerausstellung 2019 in der Orangerie des Schwetzinger Schlossparks den international bekannten Bildhauer.

Stefan Pietryga wurde 1954 in Ibbenbüren geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster, und lebt heute in Potsdam.Auch in der Orangerie war der Künstler Pappeln und andere Holzskulpturen zeigen, sowie zahlreiche Aquarelle, die er eigens für Schwetzingen geschaffen hat. Der Künstler kennt und liebt den Schwetzinger Schlosspark sehr und hat sich hier für seine neuesten Arbeiten inspirieren lassen. Auch der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf das Schwetzinger Perspektiv, das “Ende der Welt“.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen – Garten – Badhausanlage – Perspektiv – Von Süden – Blick in den Laubengang (Berceau de treillage) zum Perspektiv / zum „Ende der Welt“ (Perspektiv: Länge Bau ca. 16 Meter, Breite Bau, ohne gewölbte Wand, ca. 4,5 bis 11 Meter, mit gewölbter Wand ca. 4,5 bis 15 Meter; Fertigstellung: 1775; Architekt: Nicolas de Pigage) (aufgenommen im September 2023, am frühen Nachmittag)

Quelle: Manfred Schneider Monumente im Bild

Pietryga hat auch Kontakte zum Kloster Götschendorf.

Ein Exemplar des Buches befindet sich in der Bibliothek, eines im Hebelgymnasium. Die übrigen Bücher sind nun in Spandau gelandet.

Aktuell bereitet Pietryga eine Ausstellung im Potsdam-Museum zum zehnjährigen Bestehen des Rechenzentrums vor.

Alter Markt in Potsdam mit Museum, Obelisk und Nikolaikirche

Vor zehn Jahren als Zwischennutzung gestartet, ist das heutige soziokreative Rechenzentrum Potsdam (RZ) in der Breiten Straße mittlerweile zu einer Institution geworden: zu einem Ort für kreative Produktion und soziale Verantwortung, für interkulturelle Bildung und gegenseitige Befähigung, für gelebte Demokratie und Begegnung.

Anlässlich seines 10. Geburtstags zeigt das Rechenzentrum künstlerische Positionen aus dem RZ-Kosmos im runden Raum mitten in der ständigen Ausstellung des Potsdam Museums – direkt unter dem goldenen Atlas, der die Weltkugel auf seinen Schultern trägt.

Alle Werke sind in der letzten Dekade im RZ entstanden und bilden ein Panorama mit Gemälden, Fotografien, Objekten, Skulpturen, Film und Performance.

Zur Eröffnung sind Kunstschaffende und Aktive aus dem Rechenzentrum anwesend. Das VokalEnsemble RechenZentrum (V.E.R.Z.) singt Songs aus der Geschichte der Datenverarbeitung. Das Potsdamer Duo CEEYS füllt den Saal mit ihrer Neoklassik, die jahrelang die RZ Livemusikreihe KOSMOSKONZERTE mitprägte.

Quelle: Rechenzentrum Potsdam

Zwischen 1969 und 1971 entstand das Datenverarbeitungszentrum durch ein Kollektiv um den Architekten Sepp Weber, der fast zeitgleich maßgeblich an der Errichtung des Havelhochhauses und dem Institut für Lehrerbildung (heutige Fachhochschule am Alten Markt) beteiligt war. Im direkten Vergleich dieser Gebäude, fallen formalästhetische Ähnlichkeiten, wie die stark horizontal und vertikal gegliederte Fassade, auf.

Das Datenverarbeitungszentrum wurde in Montagebauweise errichtet, die vorgeblendeten vertikalen Lamellen sollen „das konstruktive Prinzip des Stahlbetonskelettbau auf die Gebäudehülle übertragen.“ (Metropolar) Das Motiv der Lamellen findet sich ebenfalls an der Fassade der heutigen FH und am Anbau an den Rechnungshof an der Spornstraße/Ecke Dortustraße von 1970. Bezugnehmend zur Architekturgeschichte der Stadt Potsdam wird hier ein sich auf klassische Prinzipien beziehendes Motiv geschaffen: Im von Friedrich II. etablierten barocken Klassizismus  findet sich das Motiv der gliedernden Wandvorlagen in Lisenen, Pilastern und Säulen.

Die Lamellen können als modern interpretierte Antwort darauf verstanden werden. Durch Eingriffe nach der Wende ist die ursprüngliche Fassadengestaltung am Datenverarbeitungszentrum nur noch zu erahnen. Die dominierende Vertikale wurde von dunklen Fensterbändern als horizontale Gliederung abgelöst.

Der von der Potsdamer Stadtbevölkerung seit jeher als „Rechenzentrum“ bezeichnete quadratisch wirkende, fast würfelförmige Bau befindet sich etwas zurückversetzt an der Ecke Breite Straße, ehemals Wilhelm-Külz-Straße, und Dortustraße. Inklusive dem Sockelgeschoß gruppieren sich fünf Geschoße geschlossen um einen Innenhof. An der Dortustraße befindet sich der eingeschossige Eingangsbereich, der das Hauptgebäude mit dem niedrigeren, flächenmäßig größeren Trakt, in dem das eigentliche Rechenzentrum untergebracht ist, verbindet. Durch die beiden Gebäudeteile werden sowohl die Grundfläche der ehemaligen Garnisonkirche als auch die ehemalige Plantage partiell überschnitten.

Quelle: Sophia Petryha

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Zur Vernissage der Ausstellung im Rechenzentrum wird am 10. September 2025 um 18 Uhr eingeladen

Weitere Termine:

Vernissage Neue Positionen von Wannsee bis Potsdam, Galerie Mutter Fourage, 14. September 2025 ab 15 Uhr

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Open House Rechenzentrum, 19. September 2025 ab 16 Uhr

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Open House Neues Quartier Potsdam, 20. September, 13-20 Uhr

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Aber auch vor Ort engagiert sich der Künstler

Foto: Frank Bürger

So lädt die Trinitatis-Kirchengemeinde zu der Wiedereinweihung der Alten Dorfkirche Potsdam-Golm ein. Sie findet statt am Tag des offenen Denkmals, 14.09.2025, ab 10:00 Uhr. Frau Superintendentin Angelika Zädow wird den Festgottesdienst leiten.

Gegen 11.30 Uhr werden wir als Zeichen unserer Freude und Dankbarkeit weiße Tauben vor der Kirche fliegen lassen. Den ganzen Tag gibt es Möglichkeiten zur Besichtigung, Gespräche, Informationen zu beiden Golmer Kirchen und etwas zu Essen und zu Trinken. Um 17:00 Uhr beginnt die Finissage der Sommerausstellung 2025, Katrin Seifert: „Von Pompei inspiriert“.

Nach 140 Jahren wurde die Alte Dorfkirche Golm 2024/25 grundsaniert. Nun ist mit der Sanierung des historischen Gebäudes der erste Bauabschnitt vollendet und eine riesige Etappe genommen! Eine zweite Etappe wird mit dem Ausbau (Temperierung, Fußboden, Teeküche, WC) folgen, sobald dafür die Finanzierung steht.

Eine Wiedereinweihung eines Sakralgebäudes ist ein für die Kirchen und die Öffentlichkeit seltenes Ereignis, das festlich vollzogen wird. Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Politik, Kirchen, Vereinen, Kultur und die Gemeinde werden mit Superintendentin Zädow am Tag des offenen Denkmals den Festgottesdienst feiern, an dem die Tür der Alten Dorfkirche symbolisch wieder aufgeschlossen wird und die Gäste durch die Ehrenpforte einziehen werden. Denn eine solche Wieder-Einweihung reicht über das individuell-persönliche weit hinaus.

Kirchbauverein und Kirchengemeinde haben mit großer Unterstützung von Ev. Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz, Badischer Landeskirche, Ev. Kirchenkreis Potsdam,  vielen Einzelspenderinnen und Einzelspendern, Bundesregierung (DSX), Land Brandenburg, Deutscher Stiftung Denkmalschutz, Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und Eigenleistungen die finanziellen Mittel aufgebracht für die Sanierung. Durch die Folgen der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine haben sich die Baukosten von ursprünglich geplanten 400.000 € für die Sanierung des Denkmals auf eine Million € mehr als verdoppelt. Das zu stemmen war für alle Beteiligten eine große Kraftanstrengung, für die die Kirchengemeinde sehr dankbar ist.

Die Alte Dorfkirche Golm ist das älteste durchgehend genutzte Bauwerk auf der Insel Potsdam (es gibt sicher noch ältere Fundamente, aber keine durchgehend genutzten Häuser) und datiert nachweislich in den ältesten oberirdischen Baubestandteilen von 1449. Die urkundliche Ersterwähnung einer Kirche in Golm datiert von 1289. Diese Jahreszahl wird auch auf der neuen Wetterfahne zu lesen sein. Bei der Fundamentsanierung, die die Denkmalpflege der Stadt Potsdam mit 20.000 € und der Golmer Kirchbauverein finanziert haben, konnte der Bodenarchäologe Dr. Müller aus Berlin eine Scherbe von ca. 1230 unter einem der Fundamentfindlinge bergen. Erweiterungen der Alten Dorfkirche erfolgten ca. 1680 (Altaraufsatz aus der Zeit als Dauerleihgabe im Potsdam-Museum) und 1780. Diese konnten jedoch nicht verhindern, dass ab 1883 wegen Baufälligkeit, die nicht mehr zu reparieren schien, die Neue Kirche Golm, die so genannte Kaiser-Friedrich-Kirche, gebaut und 1886 eingeweiht wurde. Seitdem war die Alte Dorfkirche Golm im Dornröschenschlaf. Sie verfiel jedoch nicht, da engagierte Menschen aus Golm über 140 Jahre nach besten Kräften Fenster, Türen, Wände und Dach in Stand hielten. Besonders nach den schweren Schäden 1945 und unter den repressiven Maßnahmen in der DDR war das eine große Kraftanstrengung und nur zu häufig mit Schikanen für die Aktiven verbunden.

Entwidmet wurde das Gotteshaus nie. Nach evangelischem Verständnis sind Gotteshäuser nicht an sich heilig, gewinnen ihre Bedeutung aber durch das, was in ihnen geschieht. Das wird neben Gottesdiensten, kirchlichen und seelsorglichen Angeboten künftig auch besonderer Dienst an den Menschen in Golm und der Region sein: Kleinkunst, Familienfeiern, Vereinssitzungen, Angebote für Ältere oder für Familien, für Zugezogene und Angebote in deutscher und englischer Sprache. Als „Begegnungshaus Alte Dorfkirche Golm“ entsteht ein multifunktionaler Ort im Sozialraum, der ein gemeinsames Gedächtnis stiftet, Gemeinschaft stärkt und so bei den Menschen und in der Stadt Spuren hinterlässt. Nach evangelischem Verständnis kann in einer Kirche alles stattfinden, was dem Menschen dient. Die existentielle Bedeutung dieses ältesten Gebäudes Potsdams für Menschen im Ortsteil und der Region zeigt sich in vielfältigem Engagement für dessen Erhalt.

2019 haben Kirchengemeinde, Kirchbauverein und engagierte Bürgerinnen und Bürger ein Konzept erstellt für eine erweiterte Nutzung der zu sanierenden Alten Dorfkirche. Künftig wird sie, wenn auch der Ausbau erfolgt sein wird, als Begegnungshaus Alte Dorfkirche Golm genutzt und reiht sich fachlich ein in die Gruppe der Potsdamer Bürgertreffs. Bereits jetzt werden in der sanierten Alten Dorfkirche Golm viele Angebote stattfinden, die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und Weltanschauung offen stehen und die sie unabhängig und frei gestalten können.

Die Alte Dorfkirche Golm steht nach ihrer Sanierung allen Menschen als Begegnungshaus offen, ganz gleich, was sie glauben, woher sie kommen oder welche Sprache sie sprechen. Hoffentlich bald folgt der 2. Bauabschnitt: Ein temperierbarer Fußboden wird eingebaut, eine Solaranlage kommt aufs Dach und im Turm sind eine Teeküche und ein WC geplant. Dann ist das älteste Haus auf der Insel Potsdam ein eigenständiger Bürgertreff. So hat es der Gemeindekirchenrat 2020 beschlossen.

Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst zur Wiedereinweihung findet bis 17 Uhr der Tag des offenen Denkmals in beiden Golmer Kirchen mit vielfältigen Angeboten statt.

Ort: Alte Dorfkirche Golm, Geiselbergstraße 52, 14476 Potsdam-Golm. PKW-Abstellmöglichkeiten in den umliegenden Straßen. Bushaltestelle Kirche Golm. Bahnhof Golm und Bushaltestelle ca 900 m entfernt.

Datum: 14.9.2025, 10 Uhr bis 17 Uhr

Alle Infos auf der Homepage des Kirchenkreises Potsdam, hier klicken

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