
Berlin. Das Weimarer Dreieck wird weiter mit Leben gefüllt: eine Messe und königliches Tafeln in Luneville
Von Frank Bürger
Mariae Himmelfahrt ist ein besonderer Feiertag. Das Fest Mariae Himmelfahrt erinnert an die „leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel“. In der Bibel steht zwar nichts davon, doch Papst Pius XII. verkündete sie 1950 als bisher letztes katholisches Dogma.
Quelle: Michaelsbund
An diesem besonderen christlich geprägten Tag lud die französische Stadt Luneville am 15. August ab 10.30 Uhr zur Erinnerung an den 300. Jahrestag der Trauung des französischen Königs Ludwig XV. mit der polnischen Prinzessin Maria Leszczynska in die Kirche Saint Jacques ein.
In der von Stanislaus erbauten Kirche gab es eine „paneuropäische“ Gedenkmesse.



Union Rheinland-Pfalz , PSG Althornbach, in der überfüllten Kirche des Polenkönigs in Luneville mit dem dt.-fr. TV Team
Nord-Elsass und Pfalz als Repräsentanten modernster Kurier-Technik über das Internet auf der Route Stanislas im
Weimarer Dreieck in www.pfalz-saar.tv
Die Kirche
Die Kirche Saint-Jacques wurde von 1730 bis 1747 im bevorzugten Stil des polnischen Königs Stanislas Leszczynski erbaut, der Herzog von Lothringen geworden war und die letzte Phase des Baus finanzierte. Im Auftrag des Monarchen ließ sich der Architekt Emmanuel Héré von polnischen Barockkirchen inspirieren und schuf zusammen mit dem Orgelbauer Nicolas Dupont die einzige in Europa bekannte Orgel mit verborgenen Pfeifen.
Quelle: Cirkwi
Im malerischen Städtchen Lunéville erhebt sich die Eglise Saint Jacques Lunéville, auch bekannt als église Saint-Jacques de Lunéville, und zeugt von der reichen Geschichte und architektonischen Pracht der Barockzeit. Diese beeindruckende Kirche, deren Zwillingstürme gen Himmel ragen, lädt Besucher ein, in eine Welt einzutreten, in der Geschichte, Kunst und Spiritualität miteinander verschmelzen.
Quelle: City Hunt
Nach der Messe gab es eine lange Hochzeitstafel im Schloss-Park Luneville des Brautvaters, Polenkönig Stanislaus Leszczynski, Herzog von Lothringen, für seine Tochter, Prinzessin Maria, anlässlich der Hochzeit mit dem französischen König Ludwig XV., mit Delegationen aus Polen, Deutschland, Frankreich im Weimarer Dreieck und insbesondere den grenzübergreifenden Regionen Pfalz, Saar, Elsass und Lothringen, Gleichzeitig war die Aktion auch als paneuropäisches Friedens- und Versöhnungsmahl genau 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, nach der Teilung Deutschlands und Europas im Vertrag von Potsdam im August 1945 und der Vertreibung von Millionen Deutschen gedacht. Zeichen dafür ist die einigende paneuropäischen Route des Polenkönigs Stanislas quer durch Europa.

Die Residenz Wissenbourg ist einer der Aufenthaltsorte der polnischen Königsfamilie. Das Palais Stanislas wurde, wie sich bei der jetzigen Bauuntersuchung überraschend herausstellte 1613/14 als Komturgebäude im Renaissance-Stil für den Deutschen Orden erbaut. Vermutlich beim großen Brand 1677 zerstört/beschädigt wurde es dann ab 1719 für den polnischen Exilkönig Stanislas Leszczynski im Barockstil total saniert und überarbeitet. Er wohnte dann mit seiner Familie und einem kleinen polnischen Hofstaat bis 1725 dort. Dann heiratete seine Tochter Maria Ludwig XV. Danach war es bis 1864 in verschiedenem Privatbesitz und wurde dann an die Stadt verkauft, die eine Schule eingerichtet hat. Dann 1870 von den Preußen als Militärlazarett beschlagnahmt und ab 1875 Bürgerspital für Stadt und Kanton Weissenburg. Ab 1973 – 2002 Altersheim. Seit 2026 restauriert der Karlsruher Kurt Götz das Palais.
Die Deutsch-Polnischen Nachrichten haben die Verbindungen zu Schwetzingen herausgearbeitet
Nun soll es im Ausbau der paneuropäischen Route in Schwetzingen ein Adventstreffen geben.
Hier ein schöner Rückblick
Fotos: Werner Euskirchen
Am Sonntag weilte aus dem Anlass eine Delegation des Fördervereins für Städtepartnerschaften Schwetzingen in Luneville. Marie Viroux begrüßte den Verein unter Vorsitz von Jochen Wiegand.
Das Foto entstand unter dem Ginkgobaum, dem Baum der Freundschaft und Partnerschaft.

Der Gingko ist ein Nachfahre des Baumes, der den Atomschlag von Hiroshima überlebt hat.
Auch Jürgen Bürger, Verwandter des Autors, war mit bei der Delegation.
Dazu läuteten am 6. August und 9. August an vielen Orten in der Welt die Glocken, in Erinnerung an die Opfer der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, auch in der Evangelischen Weihnachtskirche in Spandau.
