Königliche Hochzeit in Luneville

Polenkönig Stanislaus, Mitglied des Hofstaats von Luneville, bedankt sich bei seinem Chefkoch

Berlin. Die französische Stadt Luneville lädt am 15. August ab 10.30 Uhr zur Erinnerung an den 300. Jahrestag der Trauung des französischen Königs Ludwig XV.  mit der polnischen Prinzessin Maria Leszczynska in die Kirche Saint Jacques ein.

Von Frank Bürger

Das Weimarer Dreieck wird auf der Agenda der Deutsch-Polnischen Nachrichten ganz groß geschrieben. Es gab Kontakt zu Marie Viroux auf verschiedenen Ebenen, es gab auch erste Berührungen vor etwa fünf Jahren mit Werner Euskirchen.

Nun gibt es am 15. August eine ganz besondere Feier. der 300. Jahrestag der Eheschließung von Maria Leszczynska mit Louis XV ist Anlass genug, in Luneville zu feiern. Diese besondere Eheschließung „per Stellvertretung“ fand im historischen Straßburger Münster statt. Dort wo auch Albert Schweitzer später an der Orgel brillierte.

Zur Erklärung: Luneville liegt in Lothringen, Straßburg im Elsass

Werner Euskirchen: „Als Schwiegervater des franz. Königs wurde Stanislaus ja auch Herzog von Lothringen ! Sein Denkmal mit der Aufschrift: Wohltäter Lothringens steht auf dem Place Stanislas in Nancy , wo auch der Französisch-polnische Freundschaftsvertrag vor wenigen Wochen geschlossen wurde. Marie Viroux, unsere Beigeordnete aus Luneville, und Chefin des Partnerschaftskomitees Luneville -Schwetzingen, hat dabei mit dem franz. Staatspräsidenten gesprochen.“

Straßburger Münster. Foto: Frank Bürger

Doch es wird nun in Luneville gefeiert. Und es wird nach der Messe in der Kirche ein „königliches Gastmahl“ geben.

Hierzu gibt es eine Einladung für alle Interessierte, mit dem Kurier des Herzogs von Zweibrücken und der gesamten polnischen  Königsfamilie auf der Kutsche vor dem Schloss in Zweibrücken  über den Wildrosengarten Fasanerie/Tschifflick  zur Königshochzeit der Tochter des Polenkönigs mit dem französischen König wie vor genau 300 Jahren am Freitag 15.8.2025  in den Schloss-Park von Luneville.
Ab 10:30 fr.-poln.-dt. Messe in der Kirche des Polenkönigs Stanislaus in Luneville an der Mairie, danach Empfang und Defile zum Schloss-Park des Stanislaus mit königlichem Hochzeitsmahl und Besprechung moderner Projekte,so auch grenzübergreifende Gestütszusammenarbeit und digitale Medien mit EU-Förderung nebst Jugendbeteiligung im Sport, gegen 15:30  Uhr erwartet die Gäste eine Schlossbesichtigung Luneville!
Die königlichen Essen sind bereits ausgebucht,  aber für spontane  Gäste in Luneville  gibt es immer noch was!

Der deutsche Hobbyhistoriker Werner Euskirchen aus Zweibrücken unternimmt mit französischen und polnischen Freunden einen neuen Anlauf, um eine die drei Länder (plus perspektivisch Schweden und die Ukraine) verbindende, auch touristisch reizvolle „Europäische König-Stanislaus-Straße“ oder „Route Stanislas“ zu etablieren – durch Städten mit Bezug zum polnischen König Stanislaus Leszczynski, für den in seiner Asyl-Zeit in Zweibrücken die Fasanerie mit dem Lustschloss Tschifflick gebaut worden war..

Bereits im Oktober 2024 schien es so, als könne Euskirchen mit dieser Initiative Erfolg haben: Delegationen aus Leszno in Polen, Lunéville in Frankreich und aus dem ehemaligen Herzogtum Zweibrücken unterzeichnete im Beisein zahlreicher Kommunal- und Regionalpolitiker, darunter der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza, feierlich im Schloss des Leszczynski in Lunéville bei Nancy und dem dortigen prachtvollen Place Stanislas eine Proklamation zur Zusammenarbeit auf einer solchen paneuropäischen Kulturstraße, unterstützt auch von dem Präsidenten der französischen Region um Lunéville und Nancy, der mittlerweile Oberbürgermeister von Nancy ist.

Doch während in Polen und Lothringen die Politik an dem Thema dranblieb, ist Euskirchen enttäuscht, dass von der Zweibrücker Stadtspitze seitdem nichts mehr kam, Euskirchen beklagt „vertane Chancen“.

Um „neuen Schwung“ für eine Stanislaus-Route quer durch Europa zu gewinnen, waren Paneuropäer aus Zweibrücken, Althornbach und Lothringen Ende März bei dem neuen Zweibrücker Wahlkreis-Abgeordneten Florian Bilic (CDU) in Berlin und anschließend in Leszczynskis polnischem Stammsitz Leszno, wo sie der dortige Stadtpräsident empfing, der sein großes Interesse an der Stanislaus-Route bekundet habe. Darüber informierte Euskirchen den Pfälzischen Merkur zunächst am vergangenen Montag, um zugleich zu einem Runden Tisch in Zweibrücken zur Belebung der Stanislaus-Route für den 6. Mai einzuladen.

Dort wurden die Vorbereitungen für den Jahrestag der Hochzeit getroffen. Die Schirmherrschaft über die Königshochzeit am 15.August 2025 In Luneville übernimmt Knut Abraham MdB,  CDU.

Am 28. Mai 2025 wurde Abraham zum „Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit“ (kurz „Polen-Beauftragter“ der Bundesregierung) ernannt.

Quelle: Pfälzischer Merkur

Auch Schwetzingen beschäftigt sich mit dem Ereignis. So ist auch die edition Schröck-Schmidt mit im Boot.

Über seine Kontakte nach Lothringen vermittelte Gartendirektor Nicolas de Pigage zahlreiche Skulpturen nach Schwetzingen. So zum Beispiel den Arionbrunnen im Zentrum des Kreisparterres vom Bildhauer Barthélemy Guibal aus Nîmes. Die Figurengruppe war Teil des Nachlasses des polnischen Titularkönigs und Herzogs von Lothringen, Stanislaus Leszczynski. Guibal hatte sie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für dessen Sommerresidenz in Lunéville geschaffen. Zahlreiche Bleiskulpturen von Guibal, für die heute der Schlossgarten Schwetzingen berühmt ist, stammen ebenfalls aus dem Lunéviller Garten.

Hier der Originalbeitrag von Wolfgang Schröck-Schmidt, der mein neues Schweitzer-Buch verlegt.

Am 15 August 1725, vor genau 300 Jahren heiratete Maria Leszczynska den französischen König Ludwig XV.. Sie war die Tochter des polnischen Königs Stanislas Leszczynski, der im französischen Exil lebte und unter anderem den Titel des Herzogs von Lothringen und Bar innehatte. In Straßburg und in Luneville wird dieser Hochzeit gedacht, n(…) um auf einer geschichtlichen Grundlage die Kontakte und die Freundschaft im sogenannten Weimarer Dreieck zwischen Polen, Frankreich und Deutschland mehr zu vertiefen.“

Diese Freundschaft schlägt sich auch in der Geschichte des Schwetzinger Schlossgartens nieder. Durch ein Unglück verbrannte sich im Schloss zu Luneville Stanislas Leszczynski dermaßen am Kaminfeuer, so dass er daran 23. Februar 1766 verstarb. Am 2. März informierte der französische König den Kurfürsten Karl Theodor über den tragischen Tod. Zwischen Pfalz und Frankreich musste es damals intensive Kontakte über den Nachlass des polnischen Königs gegeben haben, der in Luneville bereits im Juli 1766 versteigert wurde. Im Zentrum stand damals wohl der Pfälzer Gartenarchitekt Nicola de Pigage, der selbst, wie auch seine Familie, aus Luneville stammte. In der zweiten Hälfte der 1760er Jahre wurde unter der Leitung von Pigage unglaublich viel im Schlossgarten geplant und realisiert. So wurden im August 1766 bei dem Bildhauer Verschaffelt in Mannheim die Figur des Apolls für den Apollo Tempel bestellt und 1768 mit dem Bau des Minerva Tempels begonnen. In den Sommermonaten fanden zahlreiche Aufführungen im heutigen Mozartsaal und im Hoftheater statt. Zur Ausstattung des Zentrums des Kreisparterres fehlte bis dahin jedoch eine geeignete Figur. Nicola Pigage kannte natürlich den Schlossgarten zu Luneville gut, und wird seinem Kurfürsten geraten haben, über den französischen König dort einzukaufen. Im Juli 1766 kam es zu einer Auktion bei der Pigage, wie es kürzlich nachgewiesen werden konnte, anwesend war. Direkt oder über einen Mittelsmann konnten dort die Bleifiguren des Arion, der spielenden Putten, der wasserspeienden Putten sowie der Wildsau, die heute zwischen Badhaus und Apollotempel steht, angekauft werden.

Zur Vorbereitung der Aufstellung der Figuren in Schwetzingen wurden am 11. Dezember 1766 „für das kurfürstliche Brunnenwerk gekauft: Zinnfeilen, Silberblatt, Nürnberger grüne Schmiere sowohl Faden aus Blei.“ Am 22. Februar 1767 war es dann soweit, wie die Augsburgische Zeitung damals berichtete:
Gestern Mittag gegen 12:00 Uhr beliebte es Ihro Churfürstliche Durchlaucht, auf Schwetzingen zu fahren um fünf aus dem Garten des verstorbenen Königs Stanislaus von Pohlen zu Luneville erlaubt gegossene Gruppen zu besehen, welcher in dem dasigem Churfürstlichen Garten aufgestellt werden sollen.

Die französischen Bleifiguren wurden von dem Künstler Barthélemy Guibal für den Luneviller Park geschaffen und überdauerten im Schwetzinger Schlossgarten, ihrer zweiten Heimat, allen Widrigkeiten der Zeiten. Sie sind ein lebendiges Beispiel der deutsch französischen Freundschaft, die bis heute zwischen den Partnerstädten Schwetzingen und Luneville intensiv gepflegt wird. Bis in die 1980er Jahren standen die Originale im Schlossgarten an ihrem angestammten Platz und wurden dann kopiert. Die Originale befinden sich heute im Lapidarium des Schlossgartens bzw. im Depot im südlichen Zirkelsaal.

Kurzbiografie

Stanislaus Leszczynski. Quelle: Werner Euskirchen

Stanislaus Leszczynski, König von Polen, Herzog von Lothringen und Bar. Er wurde 1677 in Lwow geboren. 1699 wurde er Woiwode von Poznań. Seit 1703 unterstützte er die antisächsische Politik und war Organisator der Konföderation von Wielkopolska gegen August II., die sich zu einer landesweiten Bewegung auswuchs und zur Entthronung des Königs führte.

Er verband sich mit dem schwedischen Monarchen Karl XII. und wurde  mit dessen Unterstützung 1704 zum König von Polen gewählt. Nach der Niederlage Karls XII. bei Poltawa (1709) wurde er zur Emigration gezwungen. Er hielt sich in der Türkei auf, 1714 zog er ins Rheinland, später nach Straßburg (Elsass). Nach der Hochzeit seiner Tochter Maria mit König Ludwig XV. von Frankreich (1725) residierte er im Schloss Chambord an der Loire.

Nach dem Tod Augusts II. kehrte er nach Polen zurück und wurde 1735 mit Unterstützung Ludwigs XV. wiederum zum König gewählt. Im folgenden Jahr musste er vor dem von Russland unterstützten August III. Zuflucht in Gdańsk suchen. Er dankte in Königsberg ab, von wo aus er sich nach Frankreich begab, wo er das Herzogtum Lothringen und Bar zur lebenslänglichen Nutzung erhielt. Bald erlangte er unter der örtlichen Bevölkerung allgemeine Anerkennung und großen Respekt als guter Hausherr sowie Kunst- und Wissenschaftsmäzen. Er starb 1766 in Lunéville, beigesetzt wurde er in Nancy. Sein Herz ruht in den königlichen Krypten auf dem Wawel.

Chambord

Die Heiratsurkunde

Die Heiratsurkunde steht im Heiratsregister der katholischen Pfarrei der Kathedrale von Straßburg (klassifiziert als 2 RP 29) für den Zeitraum 1710 bis 1742 und ist die einzige, die dort komplett in Französisch abgefasst wurde,  während die Heiratsurkunden, wie auch die Geburtsurkunden und Sterbeurkunden traditionell von den Priestern der katholischen Pfarreien unter dem Ancien Regime in Latein geschrieben wurden.

Die Unterschrift von Ludwig XV. findet sich nicht neben der seiner Frau Marie, seiner Schwiegereltern, dem abgesetzten König von Polen Stanislas Leszczynski und der Königin Katharina Opalinska.

Es handelt sich um eine Heiratsurkunde per Stellvertretung, geschlossen vor „Armand, Kardinal Rohan, Bischof von Straßburg und Großalmosenier von Frankreich“ zwischen der Königin und dem Herzog Ludwig von Orléans, erster Prinz von Geblüt, der den König in Person vertrat und an seiner Stelle unterzeichnete.

Diese Ehe ist Teil der Regelung der Nachfolge auf den Thron von Polen und der Wunsch, dem König Louis XV Nachkommen zu sichern.

So bot der entthronte König von Polen Stanislas in seinem Exil im Fürstentum Zweibrücken, das König von Schweden gehörte, dann in Wissembourg an, seine Tochter Marie dem jungen König von Frankreich (der 7 Jahre jünger als sie war) zur Ehe zu geben.

Louis XV. und Marie Leszczynska treffen sich schließlich zum ersten Mal am 4. September 1725 treffen und heiraten offiziell in Fontainebleau am darauffolgenden Tag.

Sie wird vom Hof kühl empfangen, da sie von vielen als eine Mesalliance betrachtet wird. Aus dieser in der ersten Zeit glücklichen Ehe gehen 10 Kinder hervor…

Historisches

April 2013;

Flug mit der Cessna von Zweibrücken(Pfalz nach Leszno in das Schloss des Polenkönigs Stanislaus in Rydzyna. Der Polenkönig hatte hier Im schwedischen Herzogtum Zweibrücken 1714 mit seiner Familie Asyl gefunden, Er hat nachhaltig hier und im benachbarten Lothringen gewirkt. 300 Jahre später sollen die Kontakte nach Polen bei der „Rückkehr“ des Königs intensiviert werden mit vielen Aktionen per Kutsche, Luftkutsche (Cessna) und Filmkontakten.

Das Weimarer Dreieck

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Städtepartnerschaftliches Treffen in Schwetzingen Foto: Frank Bürger

Der Gemeinderat der Stadt Schwetzingen hat in seiner Sitzung am 14.04.16 beschlossen, den Hebelplatz in Hebelpark umzubenennen und dort einen „Platz der Freundschaft“ einzurichten.

Als Symbol für die städtefreundschaftlichen Beziehungen zu Lunéville/Frankreich, Pápa/Ungarn, Spoleto/Italien, Fredericksburg (VA)/USA, Wachenheim an der Weinstraße, Schrobenhausen und Karlshuld-Neuschwetzingen wurden dort bereits Städtepartnerschaftsbäume gepflanzt. Im Rahmen des Projekts „Motivbänke“ anlässlich der 1250-Jahr-Feier haben die Sponsoren Förderverein für Städtepartnerschaften Schwetzingen e.V. und Stadtwerke Schwetzingen an dieser Stelle das Aufstellen dieser wirklich außergewöhnlichen Bänke für die Paten- und Partnerstädte ermöglicht.

So war auch die Unterstützung aus der Partnerstadt Schrobenhausen für das Projekt groß. In einem Turm der Stadtmauer, dem früheren Gefängnis- und Amtsturm, befindet sich seit 1991 das Europäische Spargelmuseum, in seiner Art immer noch einmalig in Europa. Bereits einige Jahre vorher war hier in Schrobenhausen, im Zentrum des bekanntesten bayerischen Spargelanbaugebiets, die erste deutsche Spezialsammlung zum Thema Spargel eingerichtet worden. Das Europäische Spargelmuseum zeigt alles rund um das Thema Spargel: Geschichte, Botanik, Anbau, Kunst und Kuriositäten.

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