Von Jerichow nach Zabakuck

Quelle Michelle Rennebarth

Berlin. Der Engel von Zabakuck, eine historisch bedeutsame Geschichte.

Von Frank Bürger

Das Kloster Jerichow ist ein bedeutungsvoller Ort. Ministerpräsident Reiner Haseloff war des Öfteren vor Ort. Historisch bedeutsam. Im vergangenen Jahr war ich im Bürgerhaus Jerichow, ich folgte der Einladung von Yvette Below und dem Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow. Hier präsentierte ich mein Buch „Kloster Götschendorf“

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Zu Gast beim Förder- und Heimatverein Stadt und Kloster Jerichow: Yvette Below, Frank Bürger, Christel Woitzick, Petra Dertz. Foto: privat
Der Autor neben der Säule mit Weltluft in der Krypta des Klosters Jerichow

Hier noch einige historische Momente zum Kloster

Einst waren im Kloster eine Ausstellung zum Thema Weltethos und der „Engel von Zabakuck“ zu sehen.

Die Weltethos-Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“ lädt dazu ein, die vielfältige Welt der Religionen und ihre gemeinsamen ethischen Grundlagen besser kennen zu lernen. Besucher*innen können sich über die Prinzipien und Werte des Weltethos und deren Bedeutung in der heutigen Zeit informieren.

Seit 2000 wird die Weltethos-Ausstellung in Deutschland und an vielen Orten der Welt in verschiedenen Sprachen gezeigt: in Schulen, Rathäusern, bei Religionsgemeinschaften, in Bildungseinrichtungen und Behörden, aber auch bei internationalen Organisationen wie der UNO in New York, dem IWF in Washington oder dem Europäischen Parlament in Straßburg. Häufig wird sie auch bei Projektwochen, Vortragsreihen und interkulturellen Veranstaltungen eingesetzt.

Die Weltethos-Ausstellung umfasst insgesamt sechzehn Tafeln (nicht in der Poster-Version). Acht Tafeln geben einen informativen Einblick in acht verschiedene Religionen und deren ethische Grundbotschaften. Weitere acht Tafeln zeigen und illustrieren die Prinzipien und Werte des Weltethos – und deren Bedeutung für die heutige Zeit:

  • Menschlichkeit
  • Gegenseitigkeit (die „Goldene Regel“)
  • Gewaltlosigkeit
  • Gerechtigkeit
  • Wahrhaftigkeit
  • Gleichberechtigung & Partnerschaft
  • Nachhaltigkeit

Ergänzt wird die Ausstellung durch QR-Codes auf den Tafeln. Diese führen zu Videos, in denen Vertreter*innen verschiedener Religionen sowie Mitarbeitende der Stiftung Fragen zu den Weltethos-Werten und dem Thema Weltethos beantworten.

Quelle Stiftung Weltethos

Die Ausstellung hat das Kloster verlassen. Aber auch der berühmte Engel von Zabakuck. Er befindet sich nun wieder im Kirchturm der historischen Zabakucker Kirche. Marlies Kenter, die Zabakucker Ortshistorikerin, erklärte, dies sei auf Anfrage von Zabakuck an das Kloster geschehen. Bereitwillig konnte der historisch bedeutsame Engel seine Wanderschaft in den Kirchturm antreten

Es ist Teil des einst an der Westwand im Innenraum stehenden Marmordenkmals. „Ein dicker kanellierter Säulenstumpf von hellgrauem Marmor auf einem viereckigen Sockel von dunklem Marmor trägt oben einen kleinen amorettenähnlichen Engel aus weißem Marmor, welcher das ovale Reliefbrustbild der Verstorbenen ebenfalls aus weißem Marmor hält“, ist in der Chronik zu lesen. Laut dieser war es die Ehefrau von Karl Galster, Geheimer Kabinettsrat unter dem Alten Fritz. Dieser sei in Ungnade gefallen und hielt sich bei seinem Bruder, dem damaligen Superintendenten von Altenplathow, auf.  Auf die Initiative seines Bruders hin wurde Galster aus der Spandauer Festung entlassen. Das Erstaunliche: Vermutlich handelt es sich um ein Frühwerk des Berliner Bildhauers Gottfried Schadow.  Er ist Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor. 1793 entstand ein Marmorstandbild vom Alten Fritz in Stettin. Gerade im Hinblick auf die deutsch-polnische Freundschaft beachtlich, wenn man bedenkt, dass Friedrich der Große 1793 die Teilung Polens vollzogen hat.

Die Zabakucker Kirche ist schon eine besondere. Ganz ohne Dach ist sie da im Ortskern des Dorfes zu sehen. Ortschronistin Marlies Kenter hat sich schon lange mit diesem dachlosen Gotteshaus beschäftigt. „Man kann vom Kirchenschiff her in den Himmel schauen“, das habe einst der ehemalige Pfarrer Johannes Möcker bei den Himmelfahrtsgottesdiensten gesagt. Vor 201 Jahren wurde die Kirche fertiggestellt und im Herbst 1817 eingeweiht. 1972 und 1981 stürzten Teile des Daches des Kirchenschiffes ein. Die Reste wurden abgetragen.

Nun wird vom Dorfverein die Kirche wieder mit Leben gefüllt und avanciert zu einer historischen Rarität im Jerichower Land.

Mit der Spandauer Zitadelle verbunden ist historisch auch der Name Albert Speer. Der Weg führt von Spandau zum Schwetzinger Schlossgarten

Das Schwetzinger Schloss, Gemälde von Fritz Ueltzhöffer (Schwetzingen)

Das spielt auch in meinem derzeitigen Buch zu Albert Schweitzer eine Rolle. Eine erste Druckfahne liegt vor.


Wenige Meter von der Kirche entfernt liegt eine weitere Attraktion, der Zabakucker Tierpark mit dem Schnullerbaum

Zum großen Tierparkfest in Zabakuck war Elvira Dietert im Juni 2023 als Schnullerfee wieder gefragt. Seit fünf Jahren betreut sie die kleine Harlekin-Weide, die mittlerweile von einer stattlichen Zahl Schnuller geschmückt wurde.

Bei Wikipedia gibt es einiges zum Schnullerbaum zu entdecken:

Die Idee des Schnullerbaums stammt ursprünglich aus Dänemark. Der älteste bekannte Schnullerbaum steht seit den 1920er-Jahren auf der dänischen Insel Thurø. Auf ausgewiesenen Bäumen öffentlicher Parkanlagen, Freizeitparks (u. a. dem Kopenhagener Tivoli-Park) können Kleinkinder ihren Schnuller aufhängen, um sich so leichter von diesem zu lösen. Neben schon zahlreichen Bäumen auf privatem Grund hat die Stadt Münster im August 2005 am Spielplatz Coerdeplatz eine amerikanische Roteiche zur „Erstbeschnullerung“ freigegeben. Bisher sind es in Deutschland noch wenige Städte, die nach diesem dänischen Brauch Bäume in ihren Parkanlagen dazu ausgewiesen haben. Auch in einigen Kliniken wie in Bremen, Frankfurt am Main, Karlsruhe oder Dresden sowie in Kindergärten oder Zahnarztpraxen werden zunehmend Bäume aufgestellt.

Nach Möglichkeit sollten Kinder bis zum 24. Lebensmonat vom Schnuller entwöhnt werden, da fortdauerndes Lutschen unter anderem zu Zahn-, Kiefer- und Zungenfehlstellungen sowie daraus resultierenden Sprachfehlern führen kann, ferner erhöht die Mundatmung das Risiko, an Karies- und Erkältungskrankheiten[2] zu erkranken.

Der Gedanke ist, dass das Kind die sonst eher problematische Trennung vom Schnuller mit einem positiven Erlebnis verbindet, da es den Schnullerbaum jederzeit besuchen und auf diese Weise auch an die Natur herangeführt werden kann. Es sieht, dass auch andere Kinder ihren Schnuller abgegeben haben. Begleitet wird der Abschied oft mit regelmäßig stattfindenden Kinderfesten, für das Aufhängen des Schnullers werden seitens der Veranstalter Hubsteiger zur Verfügung gestellt, mit denen das Kind seinen Schnuller selbst an einen Ast hängen kann. Im Anschluss erhält es meist ein kleines Geschenk oder eine Urkunde dafür.

Die Standorte sind bei Wikipedia genannt, auch die Harlekinweide des Tierparks Zabakuck.

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