
Berlin. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz erinnert sich an diesem Wochenende an den unerwarteten Grenzübergang Martin Luther-Kings in Berlin vor 60 Jahren.
Von Frank Bürger
Ein Abstecher nach Ost-Berlin war gar nicht vorgesehen, und dann fehlte auch noch der Pass: Vor 60 Jahren, am 13. September 1964, machte sich Martin Luther King bei einem Besuch in West-Berlin überraschend auf den Weg in den Ostteil der geteilten Stadt.
Die DDR-Grenzer am Checkpoint Charlie waren nach Angaben von Zeitzeugen verblüfft, ließen den amerikanischen Bürgerrechtler und Pastor aber tatsächlich ohne Pass mit einem „Scheckausweis“ passieren – so steht es in Stasi-Akten. Wenig später hielt King in der Marienkirche am Alexanderplatz vor Hunderten eine Rede, die in die Geschichte einging.
Kings Rede in Ost-Berlin drei Jahre nach dem Mauerbau vom August 1961 hatte es in sich. Der Amerikaner nannte die Stadt ein „Symbol für die Trennungen der Menschen auf der Erde“. Und weiter: „Hier, egal auf welcher Seite der Mauer, sind Gottes Kinder, und keine menschengemachte Barriere kann diese Tatsache auslöschen.“ Es gebe ein verbindendes Schicksal, dem man nicht entrinnen könne.
King sprach sogar von der Versöhnung, „wo immer Menschen ‚die trennenden Mauern der Feindseligkeit niederreißen'“. So hat es die DDR-Staatssicherheit aufgezeichnet. Nach der Rede, das berichteten Zeitzeugen, sang ein Chor „Go down Moses“ mit der Schlusszeile „Let my people go“: Lass meine Leute frei
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Den Auftakt der Erinnerungsveranstaltungen macht der frühere DDR.Außenminister Markus Meckel am 13. September 2024. Auf seinem Facebookkanal schrieb er: Heute vor 60 Jahren besuchte Martin Luther King auf Einladung Willy Brandts Berlin – und kam auf abendteuerliche Weise auch nach Ostberlin – und predigte in der St Marien sowie in der Sophienkirche. Das war ein unvergessliches Erlebnis. Ich konnte es als 12-Jähriger erleben.
Einer, der sich bewusst mit der Trennung und auch der Zukunft der Kirche beschäftigte war der frühere, inzwischen verstorbene Landesvater Manfred Stolpe
Hans-Ulrich Schulz, Generalsuperintendent des Sprengels Neuruppin, sprach im Rahmen des Generalkonvents in Löwenberg vor über ^15 Jahren bereits über die geplanten neuen Strukturen der Landeskirche. Gastredner Manfred Stolpe, ehemals Konsistorialpräsident der Ostregion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, stellvertretender Vorsitzender des DDR-Kirchenbundes, Ministerpräsident in Brandenburg und Bundesverkehrsminister. wagte passend dazu einen „Rückblick in die Zukunft“.
Auf dem Generalkonvent ging es um die Zukunft der Kirche. Dr. Manfred Stolpe berichtete so in seinem Referat „Ein Rückblick in die Zukunft“ über seine Erfahrungen in der Auseinandersetzung der Kirche mit dem DDR-System und zog daraus ein klares Fazit für die Zukunft: „Die Kirchen sind gefordert“ – als Gegenpol zu den Äußerungen des einstigen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und Altbundeskanzler Helmut Schmidt, die klar stellten, die Kirche habe sich nicht in gesellschaftsrelevante Themen einzumischen. In der derzeitigen Krise der Industriegesellschaft dürfe laut Stolpe der Mensch mit den zunehmenden drohenden sozialen Einbrüchen nicht aus den Augen verloren werden. „Diese Botschaft kann nur die Kirche überzeugend darstellen“, sagte Stolpe dazu. In seinem Rückblick fokussierte Stolpe den von der DDR-Regierung geführten Kampf gegen Religion und Kirche als die von ihnen bezeichneten „Relikte der Vergangenheit, die zum Absterben verurteilt“ waren und verteidigte den vom gerade verstorbenen Berliner Altbischof Albrecht Schönherr eingeschlagenen Weg zwischen Opportunismus und Opposition oder zwischen Anpassung und Verweigerung. Heute noch beängstigend der Blick Stolpes auf den 9. November 1989. Die Sorge vor einem gewaltsamen Grenzdurchbruch, vor den ersten Schüssen an der Grenze zwischen Warschauer Pakt und Nato zeichneten sich als die „dramatischsten Minuten“ in der Biografie Stolpes ab.

Die Berliner Theologin und stellvertretende Vorsitzende des Dachverbandes Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD), Susanne Kahl-Passoth, wird mit der Berliner Louise-Schroeder-Medaille 2024 ausgezeichnet. Die Medaille wird der 75-Jährigen am 23. September von der Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld (CDU), überreicht, wie das Abgeordnetenhaus am Montag in Berlin mitteilte. Als Pfarrerin habe sich die ehemalige Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz jahrzehntelang für die Gleichstellung von Männern und Frauen positioniert, heißt es in der Begründung der Jury. Sie sei eine der ersten Unterstützerinnen der Frauenhausarbeit in Berlin. Ihr Engagement gelte insbesondere auch benachteiligten Menschen und Opfern häuslicher Gewalt. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sei das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen unter theologischen Aspekten.
Die Louise-Schroeder-Medaille wird jährlich einer Berliner Persönlichkeit oder Institution verliehen, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis der SPD-Politikerin in hervorragender Weise Rechnung trägt. Louise Schroeder (1887-1957) war seit 1919 Parlamentarierin und von Mai 1947 bis Dezember 1948 Oberbürgermeisterin von Berlin.
Susanne Kahl-Passoth war bis zu ihrem Ruhestand 2013 elf Jahre lang Diakonie-Chefin von Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. Später war sie unter anderem stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates und ist seit 2015 im Vorstand des Dachverbandes Evangelischer Frauen in Deutschland.
Quelle: Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Ich hatte das Glück einer weiteren Person begegnet zu sein, der Martin Luther King persönlich getroffen hatte, und das in Basel.

Hellmut Cramm schildert den verwirrenden Weg nach Yale, zur Elite-Uni der USA. Und er hat das gehört, live, wovon ein jeder Theologe, Philosoph und Ethiker träumt:
„I have a dream“…es ist der Titel einer berühmten Rede von Martin Luther King, die er am 28. August 1963 beim Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit vor mehr als 250.000 Menschen vor dem Lincoln Memorial in Washington, D.C. hielt. Die Rede fasste die wichtigsten damals aktuellen Forderungen der Bürgerrechtsbewegung für die soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gleichstellung der Afroamerikaner in Form einer Zukunftsvision für die Vereinigten Staaten zusammen. Sie drückte Kings Hoffnung auf zukünftige Übereinstimmung zwischen der US-amerikanischen Verfassung, besonders deren Gleichheitsgrundsatz, und der gesellschaftlichen Realität aus, die weithin von Segregation und Rassismus geprägt war.
Diese wurde zu einer der meistzitierten Reden Kings, die seine Auffassung des American Dream beispielhaft repräsentierte.
Wie Luther-King werfen wir auch gerade einen Blick auf die Zukunft der Kirche. Am 14. September fahren Pfarrer unter Leitung von Superintendent Florian Kunz in das badische Pforzheim, um sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

