
Berlin. Immer wieder ein Blick in die Uckermark, auch auf die Uckermärkischen Musikwochen, die am 3. August 2024 beginnen.
Von Frank Bürger
Die Uckermärkischen Musikwochen bieten seit 1992 alljährlich im Hochsommer über zwanzig Konzerte im Landkreis Uckermark. Die Konzerte bieten nicht nur Musikgenuss, die Uckermärkischen Musikwochen präsentieren als Konzertstätten atmosphärisch reizvolle Speicher, Ställe und Scheunen, sowie kulturhistorisch bedeutende Kirchen und Gutshäuser sowie Open-Air-Konzerte.
Mit dem Biosphärenreservat Schorfheide Chorin, dem Naturpark Uckermärkische Seen und dem Weltnaturerbe Grumsiner Forst gehört die Uckermark zu den natur- und kulturlandschaftlich interessantesten Regionen Deutschlands. Wer dort lebt oder im Sommer in der Uckermark weilt, kann sich über die regionalen Attraktionen hinaus bei den Uckermärkischen Musikwochen musikalisch auf die Reise in die weite Welt begeben.
Die Uckermärkischen Musikwochen sind ein Festival der Alten Musik mit klingenden Ausflügen zu Musikkulturen ferner Länder, zu Musik vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
In diesem Jahr zeigen Spezialisten der Alten Musik in Battin und Schwedt, dass sie auch eine Ader für Jazzmusik haben. In Wichmannsdorf verbinden sich mittelalterliche Musik aus Spanien mit Musik aus der Mongolei und Indien. In Fergitz trifft mittelalterliche Musik auf australische Klänge und Vogelgesänge.
In Kraatz findet das Konzert in der Kelterei des Gutshofes statt, in Angermünde in der Friedhofshalle, in beiden Fällen gibt es auch Führungen.
Im Jahr 1992 gründeten musikbegeisterte Menschen aus der Uckermark ein regionales Musikfestival, mit dem sie die Region für die Menschen in der Uckermark lebenswerter und für Besucher attraktiver machen wollen. Heute hat der Verein über zwanzig Mitglieder, die Musikbegeisterung und Interesse an der uckermärkischen Baukultur zu großem ehrenamtlichem Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Musikfestivals führte.
An der Spitze des Vereins steht Pfarrer i. R. Gunter Ehrlich. Er wohnt in Criewen, mit dem die Deutsch-Polnische Nachrichten eng verbunden sind.

„Bald geht es los, die 33. Uckermärkischen Musikwochen beginnen am Samstag, dem 3. August.Wir starten um 19 Uhr im Templiner Joachimsthalschen Gymnasium mit der Capella de la Torre und Gästen.
Leider wird das angekündigte tschechische Vokalduo Kchun nicht nach Templin kommen, da einer der beiden Sänger erkrankt ist. Die Capella de la Torre arbeitet zur Zeit intensiv an einem angepassten Eröffnungsprogramm.
Capella de la Torre ist stolz, sich zu den weltweit führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit zählen zu dürfen. Das Ensemble wurde im Jahr 2005 von der Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml in Berlin gegründet. Seitdem hat das Ensemble sein Publikum in unzähligen Konzerten stets aufs Neue begeistert. Hinzu kommen bislang 34 CD-Einspielungen und eine Vielzahl von Live-Mitschnitten. Auf diese Weise hat sich Capella de la Torre umfangreiche Erfahrung in der Musik des 14.-17. Jahrhunderts erspielt.
Um die Musik vergangener Jahrhunderte für heutige Ohren lebendig werden zu lassen, finden aktuelle historische und musikwissenschaftliche Erkenntnisse ständig Eingang in die Programme von Capella de la Torre.
Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist neben den Konzerten die Arbeit mit einem jungen Publikum, die in einer Vielzahl von Vermittlungsprojekten ihren Ausdruck findet. So gab es schon einmal ein Familienkonzert in der Wallmower Kirche.
So sind die Musikwochen auch stolz drauf, die Capella de la Torre zu seinen Stammgästen zu zählen, die fast jedes Jahr in der Uckermark gastieren.
Am Sonntag, 4. August, spielt in der Ev. Salveytal-Grundschule Tantow das Stettiner Ensemble Consortium Sedinum unter dem Titel „Ars Variationibus“ Werke von J.P. Sweelinck, F. Rognioni, W. Brade, M.Schildt & A. Kühnel
Zum zweiten Mal sind die Musikwochen in Tantow zu Gast, das Ensemble Consortium Sedinum spielte in der Uckermark u.a. schon in Prenzlau, Frauenhagen und Temmen, der Geiger Mikołaj Zgólka gastierte mit seiner Pohlnischen Capelle in Prenzlau, mit seinem Musicarius-Streichquartett in Dauer.
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Am selben Tag zur selben Zeit gibt es ein Konzert in der Dorfkirche Fergitz am Oberuckersee mit Susanne Fröhlich und Freunden. Dort gibt es neben Alter Musik Klänge, die durch den Gesang des australischen Pied Butcherbirds inspiriert wurden.
Susanne Fröhlich schreibtvzu dem rogramm:
„Dieses Konzert ist inspiriert von meinem vierwöchigen Aufenthalt in Australien im Sommer 2023 und ein Zusammenspiel verschiedenster Kulturen und Musiktraditionen – sozusagen ein musikalisches Abenteuer aus dem roten Zentrum Australiens. Wer hätte gedacht, dass sich dieser Kontinent einmal so in meinem Herzen verankern würde, mit seinen intensiven Farben, exotischen Pflanzen und virtuosen Vogelgesängen – einfach atemberaubend schön. Unterstützt werde ich von zwei Meister*innen ihres Fachs, Minhye Ko an verschiedenen Schlagwerkinstrumenten und Meinrad Kneer am Kontrabass. Zu erleben ist eine erfrischende Mischung aus Solo- und Kammermusikliteratur aus mittelalterlichen Spielmannstänzen und Balladen, sowie zeitgenössischer (australischer) Musik, die auf dem Gesang des Pied Butcherbirds und anderen magischen Naturphänomenen basieren.“
Mit Meinrad Kneer gastierte Susanne im Rahmen der Musikwochen zuletzt in Greiffenberg.
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Noch ein Konzert am Sonntag Nachmittag:
In der Kelterei des Gutshofes Kraatz, wo sonst Apfelsaft, Cidre und Apfelwein hergestellt werden, singt Sophia Stern, begleitet von Charlie Zhang, französische, englische und italienische Lieder des 17. Jahrhunderts, der Nachmittag hat den Titel „Auprès du feu“.
Konzertbesucher erhalten kostenlos ein Glas Apfelwein oder Apfelsaft. Die Weinschänke mit Restaurant nebenan ist geöffnet und sehr zu empfehlen.“
So formuliert es Organisator Christoph Wichtmann.
In Criewen gab es die Präsentation des Buches „Kloster Götschendorf“, in dem auch die Musikwochen eine Rolle spielen. Es war die erste Präsentation in der Uckermark.





























